Einfach Geld sparen!

13 Spartipps für den Alltag, die Ihre Lebensqualität nicht einschränken

Die Rechnungen flattern täglich ins Haus, der Einkauf wird immer teurer – und die Mieten steigen. Aber Gehaltserhöhungen sind eher rar. Ist Sparen die einzige Möglichkeit, darauf zu reagieren? Es ist vielleicht nicht die einzige, aber eine zuverlässige Möglichkeit. Wenn Sie unsere 13 Tipps befolgen, können Sie schnell beträchtliche Summen sparen – ohne Ihre Lebensqualität zu beeinträchtigen.

1. Tarife: Wechseln!

Viele Verbraucher geben 50 bis 100 Euro im Monat für Telefon, Handy und Internet aus. Bei manchen ist es sogar weit mehr. Sie können schnell 20 bis 30 Euro sparen, wenn Sie Ihre Provider anrufen und sagen, dass Ihnen die Rechnung zu hoch ist.

Da Anbieter ihre Kunden nicht verlieren wollen, kommen sie ihnen meistens entgegen – und bieten Rabatte oder günstigere Tarife an. Macht Ihr Provider keine Zugeständnisse, suchen Sie sich zum nächstmöglichen Termin einen mit besseren Konditionen.

2. Essen & Co.: Do it yourself

Ein Land der Genießer: Mehr als 60 Millionen Deutsche gehen ihren eigenen Angaben zufolge häufig oder ab und zu essen. Viele sehen das aber als verzichtbaren Luxus. Auf die Frage, wo sie ihrer Meinung nach sparen könnten, nennen 59 Prozent spontan Restaurantbesuche.

Deshalb: Verzichten Sie ab und an auf diesen Luxus, können Sie schnell 100 oder mehr Euro im Monat sparen. Statt mittags in der Kantine zu essen, kochen Sie zu Hause und nehmen Sie Ihr Essen mit an die Arbeit. Statt des Coffee-to-go bereiten Sie sich zu Hause einen Kaffee zu und nehmen ihn im Thermosbecher mit. Das spart nicht nur Geld, sondern ist auch umweltfreundlicher.

3. Beim Einkauf sparen

Mehr als 80 Prozent der Deutschen geben an, ihnen sei eine kurze Entfernung bei der Auswahl eines Geschäfts wichtig. Also kaufen sie ihre Lebensmittel in dem Supermarkt, der besonders nah an ihrem Zuhause oder auf dem Weg zur Arbeit liegt.

Nicht immer ist das der billigste. Testen Sie einmal Produkte vom Discounter. In den Verpackungen der Handelsmarken stecken oft Produkte von Markenherstellern, die qualitativ nicht schlechter sind.

Und: Gehen Sie mal wieder auf einen Markt. Gerade kurz vor Abbau ihrer Stände bieten viele Händler Obst und Gemüse deutlich günstiger an.

Extra-Tipp: Gehen Sie nur satt einkaufen, niemals hungrig. Ihr Einkauf fällt automatisch geringer aus – und damit günstiger.

Eine Frau sucht nach Kleingeld  im Porte­mon­naie

4. Kapsel-Kaffee: Die teure Art, Kaffee zu trinken

Maschinen für Kaffee aus Kapseln oder Pads werden immer günstiger. Doch der Preis pro Kaffeetasse beträgt ein Vielfaches im Vergleich zu traditionellem Filterkaffee oder Espresso aus dem Siebträger.

500 Gramm Markenkaffee bekommen Sie ab 4 Euro, die fair und umweltfreundlich gehandelten Varianten für 8 bis 10 Euro. Für die gleiche Menge Kapsel-Kaffee bezahlen Sie dagegen 35 bis 45 Euro.

Außerdem produzieren die Kapseln sehr viel unnötigen Müll:
Die etwa 6 Gramm Kaffee werden nämlich von etwa 4 bis 5 Gramm Kapsel plus Umverpackung umhüllt.

Mögliche Gesundheitsrisiken durch Schadstoffe der Kapseln hat die Stiftung Warentest untersucht: Unter anderem hat sie auch die Aluminiumbelastung getestet. Sie hat Aluminium im Kaffeemehl jeder Kapsel gefunden, aber in nur sehr geringen Mengen. Davon gehen beim Brühen maximal 4 Prozent in das Getränk über. Das bezeichnen die beauftragten Wissenschaftler als unkritisch.

5. Sport? Muss nichts kosten.

Illustration: Ein Radfahrer

Das Sparen sollte nicht Ihre Gesundheit beeinträchtigen. Aber der Beitrag im Fitness-Studio kostet nun einmal Geld. Prüfen Sie deshalb, ob Ihr Studio neue, günstigere Tarife anbietet.

Damit Ihr Training nicht ausfällt, können Sie auch draußen laufen gehen, Fahrrad fahren oder Übungen mit dem eigenen Körpergewicht durchführen. Anleitungen und ausführliche Videos dafür gibt es im Web jede Menge.

6. Fahrtkosten sparen – Gemeinschaft pflegen

Auto fahren kostet Geld, mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kostet weniger Geld – Fahrradfahren und laufen hingegen ist gratis. Versuchen Sie, die eine oder andere Strecke kostenlos zurückzulegen. Nicht nur Ihr Portemonnaie, auch Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

Außerdem lohnt es sich immer, Fahrgemeinschaften zu bilden – gerade bei Berufspendlern. Je nach Strecke reduziert das Ihre Kosten beträchtlich und ist außerdem viel geselliger, als alleine zu fahren.

7. Bahnfahren: Viel günstiger

Wer bei Bahntickets günstiger kaufen möchte, sollte ein paar Tricks befolgen: Je früher Sie Ihr Ticket kaufen oder buchen, desto billiger wird es. Bereits 180 Tage vor Reiseantritt ist eine Buchung möglich.

Teurer sind dagegen Tickets an den folgenden Tagen: Montag, Freitag und Sonntag sowie die Tage vor und nach Feiertagen, Ferienbeginn und -ende. Zum Supersparpreis können Sie Tickets ab 19,90 Euro (2. Klasse) und 29,90 Euro (1. Klasse) erwerben. Wer eine Bahn-Card 25 oder 50 hat, erhält zusätzlich den entsprechenden Rabatt.

8. Abonnements: Fixkosten sparen

Manche Abos lassen sich nicht so einfach stilllegen, andere hingegen schon. Viele Streaming-Dienste können Sie monatlich kündigen. Wenn Sie dennoch nicht auf Musik, Serien oder Filme verzichten wollen: Testen Sie einen Konkurrenten Ihres Anbieters, der einen kostenlosen Probemonat bietet. Auch bei Tageszeitungen ist es oft möglich, für einen gewissen Zeitraum auszusetzen.

9. Mobilfunk: Passenden Tarif wählen

Je nachdem, in welchem Verhältnis Sie surfen, telefonieren und SMS verschicken, sind unterschiedliche Anbieter am günstigsten. Unabhängige Vergleichsportale im Internet zeigen Ihnen, welcher Tarif am besten zu Ihnen passt.

Vielnutzer können damit mehr als 100 Euro im Jahr sparen. Wechseln Sie auch hier den Anbieter, denn die Tarife sinken. So können Sie viel Geld sparen.

10. Strom: Stand-by, Preise vergleichen, Boni sammeln

Wer den Stromanbieter regelmäßig wechselt, kann sich immer wieder einen Sofortbonus (etwa 100 Euro) und Neukundenbonus (ebenfalls etwa 100 Euro) sichern.

Außerdem: Ziehen Sie bei ungenutzten Geräten den Stecker. Denn im Stand-by-Betrieb fressen viele von ihnen ordentlich Strom. In einem Zwei-Personen-Haushalt können Sie damit jährlich im Schnitt rund 400 Kilowattstunden sparen. Das sind immerhin etwa 80 Euro.

Illustration: Zwei Tortendiagramme und ein Bleistift

11. Wasser? Selbst sprudeln.

Gönnen Sie sich einen Wassersprudler. Kostenpunkt mit Flaschen: ab 40 Euro. Wer täglich eine Flasche Leitungswasser selbst sprudelt statt Mineralwasser zu kaufen, spart etwa 100 Euro im Jahr.

Toller Nebeneffekt: Nie mehr Flaschen tragen!

12. Wohlige Wärme: Günstiger mit ein paar Tricks

Dringt im Winter ein kalter Luftzug durch Ihre Fenster? Bei doppelt verglasten Fenstern liegt das meist an einem undichten Rahmen. Kleben Sie Isolierband auf. Absolut dichte Fenster können etwa 20 Prozent der Heizkosten sparen.

Bei einem durchschnittlichen Verbrauch in einer 70 Quadratmeter großen Wohnung sind das etwa 176 Euro im Jahr.

Und: Entlüften Sie Ihre Heizkörper regelmäßig vor der Heizsaison. Das senkt den Verbrauch um bis zu zehn Prozent, oder knapp 90 Euro.

Bonus für langfristige Sparer: Programmierbare Thermostate steuern Ihre Heizung, während Sie unterwegs sind oder schlafen. Das spart laut Stiftung Warentest bis zu zehn Prozent.

13. Ausgaben: generell reduzieren

Wer kein Geld ausgibt, spart – klingt logisch. Testen Sie deshalb doch einmal, einen Tag pro Woche nichts zu kaufen. Gar nichts: keinen Kaffee unterwegs, keine Kaugummis am Kiosk, keine App fürs Smartphone.

Der einkaufsfreie Tag schützt vor Impulskäufen, schafft ein generelles Bewusstsein und kann so die Ausgabendisziplin insgesamt verbessern.


Darum sollten Sie auch heute noch sparen

Einfach Geld sparen!
Interview mit
Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt der Deka

Ein Interview mit Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater, warum sich das Sparen trotz des Niedrigzinses immer noch lohnt. Und wo Geld jetzt Rendite bringt.

Die Niedrigzinsphase motiviert nicht gerade zum Sparen. Warum sollte man es gerade jetzt dennoch tun?

Die meisten denken, dass man nur wegen der Zinsen spart. Zinsen sind zwar eine schöne Belohnung für das Sparen, aber Sparen ist ein Grundbedürfnis jeden privaten Haushalts wie auch Transport oder Energie. Wir sparen, um etwas erwerben zu können, das das Monatsgehalt übersteigt, sei es ein Konsumgut oder die Ausbildung der Kinder. Wir sparen auch, um unabhängiger zu sein. Und wir sparen für das Alter, weil die gesetzliche Rente nicht reichen wird. All diese Bedürfnisse bestehen auch bei Nullzinsen. Im Gegenteil: Weil die Zinsen so niedrig sind, müssen wir sogar mehr sparen, um ein angestrebtes Ziel zu erreichen.

In einem anderen Interview haben Sie vor dem Hintergrund des Sparens in der Niedrigzinsphase einmal das Heller-Zitat aufgegriffen: „Es ist auch ein Risiko, kein Risiko einzugehen ...“ Wie haben Sie das gemeint?

Für den Sparer bedeutet Risiko, dass er Geld verliert beim Sparen. Das, meint er, könne ihm nur bei Aktien und Anleihen passieren. Das ist nicht richtig: Auch beim Sparen auf dem Sparkonto kann man verlieren: Wenn die Inflationsrate höher ist als der Zins, verliert das Ersparte an Kaufkraft. In diesem Jahr ist die Inflation sehr gering, aber immer noch höher als die gar nicht mehr vorhandenen Zinsen auf dem Sparkonto. Das geht nun schon einige Jahre lang: Die Kaufkraft von Spareinlagen schwindet langsam dahin.

Welche Anlageformen empfehlen Sie jetzt? Und warum?

Der einzige Ort, wo Geld noch Rendite bringt, ist die Wirtschaft: Private Haushalte können Wirtschaftsunternehmen unter Umgehung des Bankensystems direkt Kredite oder sogar Eigenkapital zur Verfügung stellen. Das geschieht etwa, wenn man Wertpapiere erwirbt, das sind Anleihen oder Aktien. Aus diesen Bestandteilen sollte der Teil des Vermögens bestehen, der langfristig über viele Jahre angelegt ist. Für das kurzfristig geparkte Geld, das flexibel zur Verfügung stehen soll, gibt es leider keinen Ausweg, hier schlagen die Nullzinsen voll zu.

Worauf sollte man beim Sparen in der Niedrigzinsphase besonders achten?

Beim Wertpapieranteil im Vermögen sollte man auf eine breite Streuung achten. Die sogenannten Geheimtipps von Aktien oder Anleihen entpuppen sich zu häufig als Rohrkrepierer. Die Wertpapierauswahl sollte sorgfältig zusammengestellt sein und laufend überwacht werden. Wem das – verständlicherweise – zu viel Arbeit ist, der kann sie sich abnehmen lassen und einen Wertpapierfonds kaufen. Hier kümmert sich die Fondsgesellschaft um die Zusammenstellung und tauscht Papiere aus, bei denen sich die wirtschaftlichen Aussichten verändert haben, was in der gegenwärtigen schnelllebigen Welt oft vorkommt.

Weil andererseits in der Niedrigzinsphase Darlehen besonders günstig sind, investieren viele Bürger verstärkt in Immobilien. Allerdings steigen dadurch auch die Immobilienpreise rasant. Wie sehen Sie die Entwicklungen von Immobilienfonds?

Das niedrige Zinsniveau und der damit verbundene Mangel an Anlagealternativen haben die Nachfrage nach Immobilien weiter angeheizt. An dieser Situation wird sich auch kaum etwas ändern, solange die Zinsen nicht spürbar steigen. Für Anbieter offener Immobilienfonds sind diese Rahmenbedingungen durchaus eine Herausforderung. Aber für einen langfristig orientierten Investor mit weltweiter Ausrichtung bieten sich auch in der gegenwärtigen Lage nicht nur Risiken, sondern auch Möglichkeiten.
Die Sorgfalt in der Auswahl der Gebäude muss jetzt noch mal gesteigert werden, um nicht überteuert einzukaufen und damit Abwertungsrisiken für die Zukunft einzugehen. Auf der anderen Seite können im derzeitigen Marktumfeld auch Objekte gut verkauft werden, die nicht mehr in das gesamte Portfolio passen.

Glauben Sie, dass Sparen aus der Mode kommt?

Sparen wird nicht aus der Mode kommen, ebenso wenig wie Autofahren nicht aus der Mode kommt, wenn der Benzinpreis schwankt oder man deswegen nicht aufhört zu telefonieren, weil es keine Telefonzellen mehr gibt. Das Bedürfnis zu sparen, bleibt erhalten, es ist die Art wie man spart, die sich ändert. Der Anteil von Wertpapieren an den deutschen Geldvermögen steigt an.

Sie möchten mit Strategie sparen? Wir helfen gern.

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