
Als sichere Geldanlage werden Anlageformen bezeichnet, bei denen Anlegerinnen und Anleger mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Kapitalverlust erleiden.
Tages- und Festgeld sowie Sparbuch gelten aufgrund der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut als besonders sichere Anlageformen.
Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit stehen beim Investment in Wechselbeziehung zueinander. Wer 2 der Kriterien aufstellt, muss beim dritten in der Regel Abstriche machen.
Welche Geldanlage geeignet ist, hängt vor allem davon ab, wann Sie das Geld benötigen, welche Rendite Sie anstreben und welches Risiko Sie eingehen möchten.
Was ist eine sichere Geldanlage?
Als sichere Geldanlage werden Anlageformen bezeichnet, bei denen das Risiko eines Kapitalverlusts vergleichsweise gering ist. Wie sicher eine Anlage tatsächlich ist, hängt etwa von möglichen Kursschwankungen ab, von der Einlagensicherung oder dem Risiko, dass ein Anbieter beziehungsweise Emittent zahlungsunfähig wird. Eine vollkommen risikofreie Geldanlage gibt es nicht. Selbst bei Anlageformen mit sehr geringem Verlustrisiko kann beispielsweise die Inflation dazu führen, dass das angelegte Geld mit der Zeit an Kaufkraft verliert. Bei Wertpapieren können je nach Anlageform unter anderem Kurs-, Zinsänderungs- und Ausfallrisiken hinzukommen."}
Für alle Einlagen bei Banken in der Europäischen Union (EU) gilt die gesetzliche Einlagensicherung. Sie schützt grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut. Dazu zählen beispielsweise Guthaben auf Girokonten, Tagesgeld, Festgeld und Sparkonten.
Die Sparkassen-Finanzgruppe verfügt darüber hinaus über ein eigenes institutsbezogenes Sicherungssystem, das als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) anerkannt ist. Dessen Ziel ist es, wirtschaftliche Schwierigkeiten eines angeschlossenen Instituts frühzeitig abzuwenden und so einen Entschädigungsfall möglichst zu vermeiden. Seit der Gründung des Sicherungssystems der Sparkassen-Finanzgruppe in den 1970er-Jahren ist es bei keinem Mitgliedsinstitut zu einer Insolvenz gekommen. In der Sparkassen-Finanzgruppe hat noch keine Kundin und kein Kunde Einlagen oder darauf fällige Zinsen verloren.
Die Kriterien Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit: Was ist Ihnen wichtig?
Anlegerinnen und Anleger wünschen sich für ihr Vermögen typischerweise dreierlei: Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit.
- Eine sichere Geldanlage ist eine, bei der Sie kein Geld verlieren.
- Eine renditeträchtige sorgt dafür, dass Sie durch das Investment möglichst viel dazugewinnen können, zum Beispiel in Form von Zinsen.
- Eine gute Verfügbarkeit ist gewährleistet, wenn Sie schnell und unkompliziert an das Geld herankommen, sollten Sie es einmal brauchen.
Die Herausforderung: Die 3 Kriterien stehen in Spannung zueinander. Das bedeutet:
- Wenn Sie Ihr Geld besonders sicher anlegen und täglich darauf zugreifen können möchten, müssen Sie in der Regel bei der Rendite Abstriche machen.
- Wenn Sie hingegen bei schneller Verfügbarkeit Wert auf eine sehr hohe Rendite legen, bezahlen Sie diese normalerweise mit einem hohen Risiko, also weniger Sicherheit.
- Wenn Sie auf sichere Weise eine attraktive Rendite anpeilen, müssen Sie Ihr Geld typischerweise länger für sich arbeiten lassen, also die Verfügbarkeit einschränken.
Welche Gewichtung sinnvoll ist, hängt vor allem vom Zweck des Geldes ab. Ein Notgroschen für unerwartete Ausgaben sollte beispielsweise möglichst sicher angelegt und kurzfristig verfügbar sein. Bei Geld, das Sie erst in 10 oder 20 Jahren benötigen, können dagegen die langfristigen Renditechancen stärker in den Vordergrund rücken.
In unserem Beitrag zum magischen Dreieck der Geldanlage nehmen wir die Wechselbeziehungen zwischen den drei Kriterien genauer unter die Lupe.
Inflation: Warum zu viel Sicherheit ein Risiko bieten kann
Sicherheitsbewusste Anlegerinnen und Anleger sollten sich bewusst sein, dass zu viel Sicherheit durch die Spannungen zur Rendite bei gleichzeitiger Inflation ein Risiko bedeutet. Beispiel: Würden Sie all Ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto innerhalb der EU anlegen, könnten Sie zwar relativ sicher sein, dass dort jederzeit mindestens dieselbe Summe auf Sie wartet. Denn das Geld ist gesetzlich bis zu einer Summe von 100.000 Euro durch die Einlagensicherung geschützt (vergleiche obigen Kasten). Das Geld wäre außerdem jederzeit wieder für Sie verfügbar.
Doch diese Sicherheit wäre riskant: Eine Wahl für Sicherheit und Verfügbarkeit bedeutet eine Spannung zur Rendite. Sie würden also wahrscheinlich vergleichsweise geringe Zinsen bekommen. Ihr Vermögen würde also kaum für Sie arbeiten. Bei einer hohen Inflationsrate würde Ihr Geld möglicherweise stärker an Kaufkraft verlieren, als es durch die Zinsen gewinnen würde. Sie könnten sich also für den gleichen Betrag immer weniger kaufen. Für möglichst viel Sicherheit zu hohe Abstriche bei der Rendite zu machen, ist also auch nicht sicher – sondern riskant. Für eine tatsächlich sichere Finanzplanung müssen deshalb im Anlageportfolio alle drei Kriterien berücksichtigt werden. Das geht, indem Sie Geld für verschiedene Zwecke strategisch auf Anlageformen mit unterschiedlicher Ausrichtung verteilt anlegen.
Die Angaben dienen der grundsätzlichen Orientierung. Das konkrete Risiko und die mögliche Rendite hängen immer vom jeweiligen Produkt ab
Tagesgeld: Sicher und flexibel für den Notgroschen
Ein Tagesgeldkonto eignet sich vor allem für Geld, auf das Sie kurzfristig zugreifen können. Das Guthaben wird je nach Marktlage verzinst, wobei die Sparkasse oder Bank den Zinssatz grundsätzlich ändern kann. Tagesgeld kann deshalb beispielsweise für einen Notgroschen oder Rücklagen für ungeplante Ausgaben sinnvoll sein. Das Geld ist nicht den Kursschwankungen von Wertpapieren ausgesetzt und Einlagen sind grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut gesetzlich abgesichert.
Der Nachteil: Die Verzinsung ist nicht für einen bestimmten Zeitraum garantiert. Ändert sich das allgemeine Zinsniveau, können auch die Tagesgeldzinsen steigen oder fallen. Außerdem kann die Inflation höher sein als die Verzinsung (siehe oben).
Festgeld: Planbare Zinsen für eine feste Laufzeit
Bei Festgeld legen Sie einen bestimmten Betrag für eine vereinbarte Laufzeit an. Der Zinssatz steht dabei für diesen Zeitraum fest. Dadurch wissen Sie bereits zu Beginn, mit welcher Verzinsung Sie während der Laufzeit rechnen können. Festgeld kann sich anbieten, wenn Sie einen Teil Ihres Geldes für einen bestimmten Zeitraum relativ sicher anlegen möchten und in dieser Zeit nicht darauf angewiesen sind. Wie Tagesgeld fällt auch Festgeld grundsätzlich unter die gesetzliche Einlagensicherung.
Der wesentliche Nachteil gegenüber Tagesgeld ist die geringere Flexibilität: Während der vereinbarten Laufzeit können Sie in der Regel nicht über das Geld verfügen. Prüfen Sie deshalb vor Abschluss, wann Sie den Anlagebetrag wieder benötigen.
Staatsanleihen: Sicherheit hängt von der Bonität ab
Mit Staatsanleihen leihen Sie einem Staat Geld. Im Gegenzug erhalten Sie die vereinbarten Zinszahlungen; am Ende der Laufzeit wird die Anleihe grundsätzlich zum Nennwert zurückgezahlt – vorausgesetzt, der Staat kann seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Wie sicher eine Staatsanleihe ist, hängt deshalb entscheidend von der Bonität des Staates ab. Staatsanleihen von Staaten mit sehr hoher Kreditwürdigkeit weisen ein vergleichsweise geringes Ausfallrisiko auf. Eine hohe Sicherheit geht dabei häufig mit einer niedrigeren Rendite einher.
Auch Staatsanleihen sind jedoch nicht risikofrei. Verkaufen Sie eine Anleihe vor dem Ende der Laufzeit, kann ihr Börsenkurs höher oder niedriger als beim Kauf sein. Besonders bei längeren Laufzeiten können Zinsänderungen stärkere Kursschwankungen verursachen. Bei Anleihen in fremden Währungen kommt außerdem ein Wechselkursrisiko hinzu.
Geldmarktfonds: Relativ geringe Schwankungen, aber keine Einlagensicherung
Geldmarktfonds investieren überwiegend in kurzfristige, liquide Anlagen wie kurzlaufende Staats- und Unternehmensanleihen, Termineinlagen oder andere Geldmarktinstrumente. Ihre Erträge orientieren sich deshalb stark am kurzfristigen Zinsniveau. Sie weisen typischerweise geringere Wertschwankungen auf als viele andere Wertpapierfonds.
Im Unterschied zu Tages- und Festgeld besteht jedoch keine gesetzliche Einlagensicherung. Fondsvermögen wird dafür grundsätzlich als Sondervermögen getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Das bedeutet, dass es bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft nicht in die Insolvenzmasse fällt. Kursverluste sind dennoch möglich. Geldmarktfonds können deshalb eine Alternative für Anlegerinnen und Anleger sein, die ihr Geld vergleichsweise schwankungsarm anlegen möchten, aber bereit sind, ein gewisses Marktrisiko einzugehen.
Rentenfonds: Breiter in Anleihen investieren
Rentenfonds investieren in verschiedene festverzinsliche Wertpapiere, beispielsweise Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen. Dadurch lässt sich das Kapital auf mehrere Emittenten verteilen. Wie sicher ein Rentenfonds ist, hängt wesentlich davon ab, welche Anleihen er hält. Wichtige Faktoren sind unter anderem die Bonität der Emittenten und die Laufzeiten der Anleihen.
Rentenfonds können außerdem im Wert schwanken: Steigen beispielsweise die Marktzinsen, können die Kurse bereits ausgegebener Anleihen und damit der Wert eines Rentenfonds sinken. Rentenfonds sind daher nicht mit Tages- oder Festgeld vergleichbar und bieten keine Kapitalgarantie. Je nach Ausgestaltung können sie jedoch eine vergleichsweise schwankungsarme Komponente einer breiter aufgestellten Geldanlage darstellen.
Langfristig Geld anlegen: Warum mehr Risiko sinnvoll sein kann
Wer sein Geld 10, 15 oder mehr Jahre nicht benötigt, verfolgt meist ein anderes Ziel als beim Notgroschen. Neben dem Schutz vor Verlusten gewinnt dann der langfristige Vermögensaufbau an Bedeutung. Das gilt beispielsweise auch für die Altersvorsorge. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, kann mit Wertpapieren wie Aktien, Aktienfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds) an den Renditechancen an der Börse teilhaben.
Einzelne Aktien können allerdings erheblich im Wert schwanken und bis zum Totalverlust führen. Fonds und ETFs können das Geld dagegen auf zahlreiche Wertpapiere verteilen und dadurch das Risiko gegenüber der Anlage in einzelne Aktien reduzieren. Ihre Kurse können dennoch schwanken und auch Verluste aufweisen. Sie zählen deshalb nicht zu den sicheren Geldanlagen im engeren Sinne.
Eine breite Streuung auf viele Unternehmen, Branchen und Länder reduziert jedoch das Risiko, das mit einzelnen Wertpapieren verbunden ist. Ein langer Anlagehorizont gibt Anlegerinnen und Anlegern zudem mehr Zeit, zwischenzeitliche Kursschwankungen auszusitzen. Verluste bleiben trotzdem möglich.
Auch offeneImmobilienfonds können zur Diversifikation beitragen. Sie unterliegen allerdings ebenfalls Wertschwankungen und besonderen Risiken. Zudem gelten bei der Rückgabe von Anteilen gesetzliche Mindesthalte- und Kündigungsfristen.
Geld sicher anlegen: So gehen Sie vor
- Finanzielle Reserve bilden
Legen Sie zunächst Geld für laufende und unerwartete Ausgaben zurück. Häufig werden dafür etwa 2 bis 3 monatliche Nettoeinkommen als grobe Orientierung genannt. Wie hoch Ihre Reserve tatsächlich sein sollte, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Wichtig ist, dass Sie kurzfristig darauf zugreifen können.
- Anlagehorizont festlegen
Überlegen Sie anschließend, wann Sie das übrige anzusparende Geld voraussichtlich benötigen. Geld für eine Anschaffung im kommenden Jahr sollte anders angelegt werden als Vermögen für die Altersvorsorge in 20 Jahren.
- Sicherheit und Rendite abwägen
Je wichtiger Ihnen der Schutz vor nominalen Verlusten ist, desto stärker kommen Anlageformen wie Tages- oder Festgeld infrage. Bei einem längeren Anlagehorizont können Sie gegebenenfalls stärkere Schwankungen akzeptieren, um stattdessen höhere Renditechancen zu nutzen.
- Risiken verteilen
Statt das gesamte Vermögen in einer einzigen Anlageform zu halten, kann es sinnvoll sein, gezielt auf unterschiedliche Anlageklassen zu verteilen. So hängt die Entwicklung Ihres Vermögens nicht ausschließlich von einem Produkt oder Markt ab.
- Regelmäßig überprüfen
Lebenssituation, Sparziele und Anlagehorizont können sich verändern. Prüfen Sie deshalb regelmäßig, ob die Aufteilung Ihres Vermögens weiterhin zu Ihren Zielen und Ihrer Risikobereitschaft passt.
Fazit: Die beste sichere Geldanlage hängt von Ihren Zielen und Bedürfnissen ab
Für kurzfristig benötigtes Geld und finanzielle Reserven bieten Tagesgeld und – bei passender Laufzeit – Festgeld in der Regel ein hohes Maß an Sicherheit. Staatsanleihen hoher Bonität können ebenfalls vergleichsweise geringe Ausfallrisiken aufweisen, unterliegen aber anderen Risiken als Bankeinlagen.
Bei langfristigen Anlagezielen sollten Sie verstärkt die Inflation berücksichtigen. Wer ausschließlich auf Anlagen mit sehr geringem Verlustrisiko setzt, riskiert unter Umständen, dass sein Vermögen real an Kaufkraft verliert. Eine strategische Kombination verschiedener Anlageformen kann deshalb helfen, Sicherheit, Verfügbarkeit und Renditechancen passend zu den eigenen Zielen auszubalancieren.
Welche Geldanlage passt zu Ihnen?
Häufige Fragen zur sicheren Geldanlage
Als besonders sichere Geldanlagen gelten Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch bei Sparkassen und Banken mit gesetzlicher Einlagensicherung. Einlagen sind bei Instituten in der EU grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut geschützt. Allerdings kann die Inflation dazu führen, dass das Geld trotz Zinsen real an Kaufkraft verliert.
Wie viel Geld Sie anlegen sollten, hängt von Ihrem Einkommen, Ihren laufenden Ausgaben, Ihren Rücklagen und Ihren finanziellen Zielen ab. Bevor Sie längerfristig investieren, sollten Sie eine ausreichend hohe und kurzfristig verfügbare Reserve für unerwartete Ausgaben einplanen. Darüber hinaus können Sie den Betrag anlegen, den Sie für Ihren jeweiligen Anlagehorizont voraussichtlich nicht benötigen.
Gold und Silber bieten keinen garantierten Kapitalerhalt und können erheblichen Preisschwankungen unterliegen. Edelmetalle gelten zwar häufig als Wertspeicher oder „sicherer Hafen“ in Zeiten von Krisen, ihr Wert kann jedoch auch sinken. Zudem werfen sie weder Zinsen noch Dividenden ab und eignen sich daher eher als mögliche Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen.
Gerade bei Inflation kann es sinnvoll sein, gegebenenfalls Geld nicht ausschließlich unverzinst liegen zu lassen. Ob und welche Geldanlage geeignet ist, hängt jedoch vom Anlagehorizont und der persönlichen Risikobereitschaft ab. Liegt die Rendite nach Kosten und Steuern unter der Inflationsrate, verliert das Vermögen trotz positiver Erträge real an Kaufkraft.



