
Warum ein guter Kontostand relativ ist – aber wichtig
Was für den einen viel ist, ist für den anderen wenig. Wie viel Geld Sie auf dem Konto haben sollten, hängt dementsprechend von verschiedenen Kriterien ab:
- Ihrem Einkommen
- Ihren Ausgaben
- In welcher Höhe bei Ihnen unerwartete Kosten auftreten könnten
Daher lässt sich beim idealen Kontostand kein fester Betrag nennen. Unsere Beraterinnen und Berater empfehlen stattdessen ein Nettomonatsgehalt für den laufenden Zahlungsverkehr anzusparen. Damit wissen Sie, dass die Ausgaben für Miete, Lebensmittel und andere Alltagsausgaben gedeckt sind.
Zusätzlich ist, wenn möglich, meist einen Puffer von 2 bis 3 Nettomonatsgehältern sinnvoll. Der Hintergrund: In der Regel passen Einkommen, Ausgaben und die Kosten, die eigene Vermögenswerte verursachen können, zusammen. Mit 2 bis 3 Nettomonatsgehältern sorgen Sie daher normalerweise dafür, dass Sie unerwartete Kosten abfangen können. Zum Beispiel, wenn das Auto zum TÜV ist und die Werkstatt Mängel feststellt. Oder wenn das Handy kaputtgeht.
Warum nicht mehr oder weniger als 2 bis 3 Nettogehälter als Reserve
Keine Frage: Das Geld für 2 bis 3 Monatsgehälter muss man auch erstmal ansparen. Insbesondere bei einem niedrigen Einkommen kann es schwierig sein, genug Sparpotenziale dafür zu finden. Denn bei niedrigen Gehältern gibt es in der Regel weniger Spielraum.
Doch ein Notgroschen kann Sie andererseits auch vor Mehrkosten bewahren. Denn kommt es zu unerwarteten Ausgaben und Sie haben keine Ersparnisse, brauchen Sie einen Kredit. Besonders flexibel ist der Dispositionskredit, gemeinhin als Dispo bekannt. Der Dispo wird üblicherweise mit Ihrem Girokonto angeboten. Wenn Sie mehr Geld ausgeben, als auf Ihrem Konto vorhanden ist, räumt Ihnen Ihre Sparkasse oder Bank häufig einen Überziehungskredit bis zu einer festgelegten Summe ein. Wenn Sie wieder mehr einnehmen als ausgeben, sparen Sie sich aus dem Minus heraus.
Doch Kredite haben einen wesentlichen Nachteil: Sie zahlen dafür Zinsen. So kann zu wenig Guthaben auf dem Konto schnell teuer werden. Wenn Sie Kredite nutzen, verringert das außerdem mitunter Ihre künftige Bonität (Kreditwürdigkeit).
Wir empfehlen aber auch nicht mehr als 2 bis 3 Monatsgehälter auf der hohen Kante. Das liegt daran, dass Sie auf täglich verfügbare Sparformen meist keine oder kaum Zinsen bekommen.
Das geeignete Konto für die finanzielle Rücklage
Das wichtigste Kriterium für die finanzielle Reserve ist, dass sie möglichst schnell verfügbar sein muss. Wenn unerwartete Kosten anfallen, wollen Sie schließlich flüssig sein. Am einfachsten wäre es, das Geld auf dem Girokonto zu lassen. Da Sie darüber aber die Dinge des täglichen Bedarfs bezahlen, besteht dort die Gefahr, die Rücklage versehentlich aufzuzehren.
Deshalb bietet sich ein Tagesgeldkonto an. Geld, das Sie dort geparkt haben, können Sie sich im Bedarfsfall auf Ihr Girokonto überweisen. Wenn Sie Tagesgeld- und Girokonto bei derselben Sparkasse oder Bank führen, kann das Geld innerhalb von Sekunden verfügbar sein.
Ein weiterer Vorteil eines Tagesgeldkontos: Sie bekommen Zinsen auf Ihre Ersparnisse. Das ist in der Regel nicht viel, aber erhöht den Sparanreiz. Und kann den Wertverlust durch die Inflation zumindest teilweise ausgleichen.

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Kontostand nach Alter: Welche Altersgruppe wie viel Geld auf dem Girokonto hat
Eine Studie der Deutschen Bundesbank zeigt, dass sich die Guthaben auf Girokonten in Deutschland stark nach Alter unterscheiden. Erwartungsgemäß haben junge Leute eher kleinere Ersparnisse auf dem Konto. Den höchsten Kontostand verbuchen Personen ab 75 Jahren. Aussagekräftig sind dabei vor allem Medianwerte. Der Median ist der Wert, bei dem genauso viele Leute einer Altersklasse mehr haben wie weniger. Anders als bei Durchschnittswerten ergeben sich beim Median weniger Verzerrungen durch einzelne besonders reiche Personen.
Ein Beispiel: In der Altersklasse zwischen 45 und 54 Jahren beträgt das Guthaben auf dem Girokonto im Median in Deutschland 3.300 Euro. Das bedeutet: Von den Personen zwischen 45 und 54 Jahren hat genau die Hälfte mehr und die Hälfte weniger als 3.300 Euro auf dem Girokonto.
Vermögensverteilung nach Alter: Welche Altersgruppe wie viel besitzt
Der Kontostand auf dem Girokonto sagt letztlich wenig über die Vermögensverhältnisse aus. So kann etwa Geld investiert oder auf anderen Konten angelegt werden. Interessanter ist daher die Vermögensverteilung. Das Vermögen umfasst nicht nur den Kontostand, sondern auch weiteres Eigentum. Dazu gehört gegebenenfalls auch gebundenes Vermögen wie zum Beispiel eine eigene Immobilie. Auch hier ist der Median relevanter als der Durchschnitt.
Ein Beispiel: In der Altersklasse zwischen 45 und 54 Jahren beträgt das Medianvermögen in Deutschland 146.200 Euro. Das bedeutet: Von den Personen zwischen 45 und 54 Jahren hat genau die Hälfte mehr und die Hälfte weniger als ein Gesamtvermögen von 146.200 Euro.
Das Institut der deutschen Wirtschaft hat im April 2025 in einer Studie die Medianwerte des Vermögens nach Altersklassen veröffentlicht. Die Grundlage dafür bildeten Haushaltsbefragungsdaten der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2023.
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Häufige Fragen zum Thema Geld auf dem Konto
Das Institut der deutschen Wirtschaft hat im April 2025 in einer Studie die Medianwerte des Vermögens in Deutschland nach Altersklassen veröffentlicht. Der Median ist der Wert, bei dem genauso viele Leute mehr wie weniger haben. Dabei ergab sich:
- In der Altersgruppe von 0 bis 34 Jahre lag der Median bei einem Vermögen von 17.300 Euro.
- Bei den Personen zwischen 35 und 44 Jahren waren es 75.500 Euro.
- Zwischen 45 und 54 Jahren betrug das Medianvermögen 146.200 Euro.
- Die Gruppe der 55 bis 64-Jährigen kam auf den höchsten Wert: ein Median von 241.100 Euro.
- Bei den Personen zwischen 65 und 74 Jahren waren es 193.300 Euro.
- In der Altersgruppe ab 75 Jahren lag das Medianvermögen bei 172.500 Euro.
Das Vermögen umfasst jedoch nicht nur den Kontostand, sondern auch beispielsweise Immobilieneigentum und Spareinlagen. Schulden wurden abgezogen. Grundlage für die Studie waren Daten der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2023.
Wir empfehlen grundsätzlich, etwa ein Monatseinkommen für den laufenden Zahlungsverkehr auf dem Girokonto anzusparen. Letztlich sollte der Kontostand abhängig von Einkommen, Ausgaben und potenziellen unterwarteten Kosten sein.


