So sparen Sie für Ihre Kinder

Mit diesen fünf Geldanlagen bauen Sie ein finanzielles Polster für Ihren Nachwuchs auf

Je größer die Kinder, desto größer deren Bedürfnisse und Wünsche. Wir verraten Ihnen, wie Sie ganz einfach frühzeitig für den Führerschein, einen Auslandsaufenthalt, das Studium oder die erste eigene Wohnung Ihrer Sprösslinge sparen können.

Im Durchschnitt kostet ein Kind bis zur Vollendung seines 18. Lebensjahres rund 130.000 Euro. Ein ganz schöner Batzen Geld. Aber damit ist es zumeist noch nicht getan. Es folgen Ausbildung, Studium oder die erste eigene Wohnung.

Nur wenige Jugendliche schaffen es ohne die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern diese Ausgaben selbst zu decken. Umso besser, wenn diese frühzeitig damit begonnen haben, für größere Posten zu sparen. Und so geht es: 

1. Sparen für den Führerschein und das erste Auto

Mädchen bei einer Fahrstunde

Im Jahr 2017 stellten sich Menschen 1,65 Millionen Mal der praktischen Führerscheinprüfung. Das eigene Auto verliert an Bedeutung? Das sieht angesichts dieser Zahl nicht so aus. Seit 2014 wächst die Zahl derer, die sich einer Fahrprüfung unterziehen. Der Führerschein ist noch immer in Mode, denn gerade junge Menschen brauchen ihn, um mobil und unabhängig zu sein.

Aber was kostet der Spaß? Den PKW-Führerschein zu machen, ist je nach Stadt unterschiedlich teuer. In München kostet die Fahrschule aktuell zwischen 1.900 und 2.300 Euro. In Berlin sind es momentan rund 1.200 Euro.

Da sich der Preis in den kommenden Jahren voraussichtlich stetig erhöhen wird, empfiehlt sich als Richtwert ein Sparbetrag von rund 2.000 Euro. Wer zusätzlich auch für den ersten fahrbaren Untersatz des Nachwuchses sparen möchte, sollte noch ein wenig drauflegen.

Unser Spar-Tipp: Wenn Sie früh anfangen, für den Führerschein und das Auto Ihres Kindes zu sparen, haben Sie viel Zeit, um mit einem realtiv geringen Einsatz eine relativ ansehnliche Summe zu erreichen. Dazu nutzen Sie am besten einen Sparplan . Bei einer monatlichen Sparsumme von 25 Euro erreichen Sie in weniger als neun Jahren Ihr Sparziel – auch bei niedrigen Zinsen.

Ein weiterer Vorteil des Sparplans: Sie bleiben bei dieser Anlageform flexibel, können Sparraten aussetzen und kommen leicht an Ihr Geld.

Weitere Infos zu den Kosten eines Führerscheins finden Sie hier.

2. Sparen für eine Traumreise oder den Auslandsaufenthalt

Junger Mann vor der Tower Bridge in London

Ob zum Sprachen lernen, für ein Work-and-Travel-Programm oder einfach um den eigenen Horizont zu erweitern: Viele junge Menschen entscheiden sich nach dem Schulabschluss, innerhalb oder nach Abschluss des Studiums dazu, die Welt zu bereisen.

Der Zeitpunkt könnte nicht günstiger sein: Familiäre Verpflichtungen haben die meisten in diesem Alter noch nicht. Außerdem ist unklar, wie die Zukunft nach der Reise aussieht. Ein guter Weg, um ein paar Wochen oder Monate zu überbrücken und eine Erfahrung fürs Leben zu machen.

Traumreisen und längere Expeditionen sind jedoch nicht günstig. Je nach Reiseziel unterscheiden sich die Kosten immens. Für einen längeren Aufenthalt im Ausland inklusive Flug fallen aber gut und gerne 5.000 Euro an.

Unser Spar-Tipp: Über einen Zeitraum von zehn Jahren bietet sich für ein Sparziel in dieser Höhe das Ratensparen an. Dabei sparen Sie per Dauerauftrag jeden Monat einen festen Betrag auf ein Konto. Auch Dritte können sich einfach daran beteiligen. Perfekt für Unentschlossene: Die Laufzeit ist flexibel. Bei vielen Angeboten gibt es zudem eine Sparprämie.

3. Sparen für das Studium oder die Ausbildung

Junge Frau in einer Uni-Bibliothek

Während seines Studiums oder seiner Ausbildung wird Ihr Kind nicht viel Geld verdienen, aber dennoch feste Ausgaben haben. Ein finanzieller Grundstock ist deshalb für die jungen Erwachsenen hilfreich, um reibungslos und zügig die eigene Berufsausbildung abzuschließen. Klar: Wer viel jobben muss, hat weniger Zeit fürs Lernen.

Wie viel Geld Ihr Kind tatsächlich zusätzlich braucht, um für seinen Lebensunterhalt während der (universitären) Ausbildung aufzukommen, lässt sich schwer schätzen. Über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren kommen aber schnell 10.000, wenn nicht sogar 20.000 Euro zusammen – je nachdem wo ihr Kind lebt und was es für seine Ausbildung benötigt.

Unser Spar-Tipp: Für dieses Sparziel ist das Bildungssparen genau das Richtige. Dabei zahlen Sie monatlich eine feste Rate ein und profitieren über die Zeit von Zins und Zinseszins. Zusätzlich erhalten Sie jedes Jahr eine Prämie. Je länger Sie einzahlen, desto höher fällt diese aus.

Ein weiterer Vorteil: Auch beim Bildungssparen können sich Großeltern oder Paten beteiligen.

4. Sparen für die erste Einrichtung

Junger Mann in Umzugschaos

Mit jedem Umzug sind Kosten verbunden – vor allem aber mit dem Auszug von zu Hause. Egal wo es hingeht, ob in die erste eigene Wohnung oder das WG-Zimmer: Oft fallen Renovierungsarbeiten an, dann gilt es eine erste Einrichtung zu kaufen.

Sofa, Bett, Schreibtisch, Schrank, Computer, Küchentisch und –stühle: Es gibt viele günstige Anbieter von Möbeln, sowohl in Geschäften vor Ort als auch im Internet. Trotzdem kommen für die Erstausstattung schnell einige tausend Euro zusammen.

Unser Spar-Tipp: Um Summen in dieser Höhe über mehrere Jahre anzusparen, sind Aktienfonds eine Möglichkeit. Entweder zahlen Sie dabei direkt einen Einmalbetrag ein, setzen auf einen Sparplan oder kombinieren diese beiden Möglichkeiten. Gerade bei längerfristigen Anlagen sind Aktien eine gute Alternative, weil eine höhere Rendite als bei anderen Sparformen zu erwarten ist. Bitte beachten Sie aber: Aktienfonds unterliegen Schwankungen.

5. Sparen für den langfristigen Vermögensaufbau

Sie möchten die Startchancen Ihres Kindes in ein eigenes Leben verbessern? Dann legen Sie schon heute den Grundstein für einen langfristigen Vermögensaufbau .

Schon kleine Beträge, die regelmäßig in Aktien und Fonds gespart werden, zahlen sich langfristig aus. So konnte ein Sparplan seit Start des Deutschen Aktienindex im Jahr 1988 bis heute eine jährliche Rendite von fast acht Prozent auf das angelegte Geld erwirtschaften.

Warum nicht das Kindergeld nehmen und in einen Fondsparplan investieren? Wenn Sie einen festen Betrag in einem thesaurierenden Fonds anlegen, kann sich Ihre Rendite über die Jahre zu einem stattlichen Betrag summieren. Thesaurierende Fonds schütten Gewinne nicht direkt aus, sondern behalten die Erträge ein und legen diese wieder an. Sie machen sich also den Zinseszinseffekt  zu Nutze.

Sie scheuen sich vor dem Auf und Ab der Börse? Dass Kurse auch mal fallen, ist kein Grund, Fonds grundsätzlich zu meiden. Mit einem Dax-Indexfonds erlitten Anleger in den vergangenen fünf Jahrzehnten noch nie Verluste, wenn sie ihn länger als zwölf Jahre behielten, so die Statistik des Deutschen Aktieninstituts.

Wichtig: Je früher Sie anfangen, desto besser. Je mehr Zeit Sie haben und je länger Sie einzahlen, desto stärker entfaltet sich die Macht des Zinseszinses – und desto höher ist die Rendite.

Beispiel: Wer ab der Geburt des Kindes monatlich 100 Euro in einen Fondsparplan investiert, hat rechtzeitig zur Volljährigkeit nach 18 Jahren einen Betrag von knapp 35.000 Euro angespart. Das reicht für ein starkes Polster für den Vermögensaufbau. Grundlage des Rechenbeispiels ist die Annahme von fünf Prozent Rendite.

Niemand kann gewährleisten, dass sich diese überdurchschnittlichen Renditen aus der Vergangenheit in Zukunft wiederholen werden. Denn die frühere Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Aber im Vergleich zu sicheren null Prozent bei vielen anderen Sparformen ist das Fondssparen eine interessante Alternative.

Richtig für Ihr Kind sparen

Welche der obengenannten Möglichkeiten und welcher Sparbetrag für Sie in Frage kommt, müssen Sie individuell entscheiden. Alternativen zu den vier vorgestellten Sparformen gibt es zudem viele. Informieren Sie sich auch über ein

•              Festgeldkonto

•              Sparbuch

•              ETF-Portfolio

Grundsätzlich gilt: Der Vorsatz, seinem Kind durch frühzeitiges Sparen finanziell unter die Arme zu greifen, ist löblich. Sie sollten jedoch nicht vergessen, dass auch Sie nicht zu kurz kommen. Decken Sie zunächst Ihre regelmäßigen Kosten, zahlen Sie Schulden ab und beginnen Sie erst dann nach einer geeigneten Anlage für Ihr Kind zu suchen.

Legen Sie für Ihren Nachwuchs was auf die hohe Kante!

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