Ausblick 2019: Warum Anleger jetzt einsteigen sollten

Wer 2019 die Nerven behält, sollte belohnt werden

Jeden Monat neu: Drei Fragen zu Geld, drei Antworten. Diesmal: Mit welchen Turbulenzen ist 2019 zu rechnen? Steht eine Rezession bevor? Wie lege ich mein Geld in unruhigen Zeiten am besten an? Ulrich Kater, Chef-Volkswirt der DekaBank, klärt auf.

3 Fragen zu Geld
3 Fragen zu Geld an
Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt der Deka

Brexit, Handelsstreit, Italien: Die Störfeuer für die Wirtschaft reißen nicht ab. Mit welchen Turbulenzen müssen Anleger 2019 rechnen?

Dr. Ulrich Kater: Wir rechnen in der ersten Jahreshälfte 2019 mit ungemütlichen Märkten und hohen Kursschwankungen. Fast zehn Jahre lang haben die Notenbanken auf der Welt die Konjunktur mit historisch nie dagewesenen Maßnahmen unterstützt. Doch die geldpolitische Wende mit ihrer schrittweisen Rückkehr zu einem normalen Zinsniveau wird für Unruhe sorgen. 

Die Marktteilnehmer sind auf der Hut. Jede Aussage der Notenbanker legen sie auf die Goldwaage, neue Stimmungsindikatoren oder Daten aus der Wirtschaft bringen sie an einem Tag zum Jubeln und am nächsten Tag zum Verzweifeln. Das zeigen auch die Kursverläufe.

In der Breite erholt sich der Aktienmarkt aber immer wieder und erobert regelmäßig neues Kursterrain. Dass die Aktien gegenwärtig am Markt etwas günstiger zu haben sind, ist ein erfreulicher Mitnahmeeffekt.

Steht eine Rezession bevor?

Nein. Wir rechnen für 2019 lediglich mit einem leichten Rückgang des Wachstums in der Welt um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. In allen großen Regionen dürften die Unternehmensgewinne 2019 im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. 

Auch wenn der Dax  in den nächsten Monaten weiter unter Druck stehen sollte: Mit einer Klärung der Konjunkturperspektiven im Jahresverlauf sollte eine Erholung in Richtung 12.000 Zähler einsetzen. 

Die Störfaktoren wie der Handelsstreit der USA mit China gehen weiter, selbst wenn es zwischenzeitlich auch mal wieder freundlich aussieht. Vorsicht ist insbesondere geboten, sollte die Europäische Union tiefer in den Streit verwickelt und zusätzliche Strafzölle beschlossen werden. Gerade exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland, die Niederlande oder Belgien sind verwundbar.

Italien war 2018 Sorgenkind Nummer Eins. Die Finanzpolitik hat das Zeug, im schlimmsten Fall eine Eurokrise 2.0 auszulösen, selbst wenn es jetzt einen Burgfrieden mit der europäischen Kommission geben wird.  Sollten die Investoren das Vertrauen in das italienische Finanzsystem verlieren, droht ein Käuferstreik für italienische Anleihen. Auch  Frankreich muss man auf dem politischen Risikoschirm haben: Sollte Präsident Macron scheitern, droht erhebliche Unsicherheit.

Dr. Kater im Gespräch

Das klingt nach viel Unruhe. Wie lege ich mein Geld in diesem Umfeld am besten an?

Anleger sollten sich von der Nervosität nicht anstecken lassen. Trotz einiger Störfaktoren sind die Voraussetzungen für die Aktienmärkte gar nicht so schlecht. Im kommenden Jahr dürften sich hervorragende Einstiegschancen für langfristige Anleger bieten. Wer also die Nerven behält, sollte belohnt werden.

Die amerikanische Fed hat bereits mehrfach an der Zinsschraube gedreht und wird die Zinsen dieses Jahr mindestens ein weiteres Mal anheben. So weit ist die EZB zwar noch lange nicht, aber sie wird zumindest ihre Anleihekäufe einschränken.

Trotzdem wird der Kapitalmarkt weiterhin Rendite produzieren, denn die Wirtschaft läuft grundsätzlich gut. Wer als langfristiger Anleger bereits in Aktienfonds investiert hat, kann Schwächephasen für den Ausbau seiner Positionen nutzen. Und wer noch keine Aktien hat, kann mit Fondssparplänen ideal und unkompliziert einsteigen.

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