Ende des Börsen-Booms: Wie sichere ich jetzt mein Vermögen?

So bereiten Sie sich auf schwierige Zeiten vor

Jeden Monat neu: Drei Fragen zu Geld, drei Antworten. Diesmal: Der Handelsstreit belastet die Börsen. Jetzt besser die Hände von Aktien lassen, denken da viele Anleger. Ist das richtig? Kommt bald der große Absturz? Was müssen Anleger heute tun, um Ihr Vermögen für die kommende Zeit richtig aufzustellen? Dr. Ulrich Kater, Chef-Volkswirt bei der Deka, klärt auf.

3 Fragen zu Geld
3 Fragen zu Geld an
Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt der Deka

Der Handelsstreit belastet die Börsen. Jetzt besser die Hände von Aktien lassen, denken da viele Anleger. Ist das richtig?

Dr. Ulrich Kater: An der Börse zahlt es sich ja meistens aus, wenn man nicht mit dem Mainstream schwimmt. Der langfristig orientierte Aktienanleger verkauft nur dann, wenn er mit langanhaltenden sinkenden Kursen rechnet. Dieses Szenario erwarte ich nicht.

Zwar könnte der Herbst aufgrund politischer Faktoren ungemütlich an den Aktienmärkten werden. Doch für den Langfristanleger wären das eher Kaufkurse. Nach dem Motto: Kaufen, wenn die Kanonen donnern. Denn: Die extreme Niedrigzinsphase wird anhalten, die Nachfrage nach Aktien daher hoch bleiben.

Die Börse sprudelte viele Jahre, Anleger konnten satte Gewinne einstreichen. Ende vergangenen Jahres folgte der erste Einbruch. Inzwischen zeigt der Dax ein stetes Auf und Ab. Kommt bald der große Absturz?

Es ist richtig, dass die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen vor dem Hintergrund des Handelsstreits neu bewertet werden müssen. Dabei wird es auch negative Überraschungen geben.

Der Unternehmenssektor als Ganzes wird allerdings auch in einer stärker getrennten Weltwirtschaft weiterhin gute Gewinne vorweisen können. Trotz der Konjunkturabkühlung bleibt es bei einem weltweit moderaten Wirtschaftswachstum mit extrem niedrigen Zinsen. Das ist kein Umfeld für einen Totalabsturz.

Völlig folgenlos bleibt das allerdings nicht: An den Aktienmärkten werden die Renditen in den kommenden Jahren nicht so üppig ausfallen wie in den vergangenen.

Dr. Kater im Gespräch

Die Angst vor weltweiter Instabilität und Rezession treibt viele Menschen in vermeintlich sichere Anlageformen wie Gold. Was müssen Anleger jetzt tun, um Ihr Vermögen für die kommende Zeit richtig aufzustellen?

Gold gilt in der Vermögensverwaltung seit jeher als Beimischung. Denn Gold ist eine riskante Anlage, da es zur Wertsteigerung auf bestimmte Entwicklungen angewiesen ist. Einen Schwerpunkt im Vermögen auf Gold zu setzen, ist aus Risikogesichtspunkten ähnlich wie das Setzen auf eine einzelne Aktie. In einer hochkomplexen Welt ist das eher riskant.

Wer also aus lauter Weltuntergangsstimmung nur mit Gold im Depot leben kann, soll dies tun. Er wird die damit unter Umständen verbundenen Schwankungen oder Verluste als Versicherungskosten abbuchen.

Alle anderen sollten die Grundregel der Vermögensanlage beherzigen: die breite Streuung. In diesen Zeiten vielleicht mehr in Richtung defensive, also konjunkturunabhängige Aktien. Die Fachwelt bezeichnet diese als „low risk“-Aktien.

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