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Ein Senior sitzt mit seinen Enkeln auf einer Schaukel und lacht.

Wie funktioniert die Frühstart-Rente? 10 Euro fürs Kind

Geld vom Staat
Im Koalitionsvertrag angekündigt und wohl bald auch Realität: Die Regierung will, dass für Kinder Geld an der Börse angelegt wird. Dafür erhalten alle Kinder zwischen 6 und 18 Jahren 10 Euro im Monat vom Staat. Wann es losgeht und wie Sie an das Geld kommen.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Die Frühstart-Rente ist ein Vorhaben der Bundesregierung, für Kinder ab 6 Jahren ein staatlich gefördertes Depot einrichten zu können.

  • Der Staat zahlt bei der Frühstart-Rente monatlich 10 Euro ein. Das klingt wenig, kann aber dank Zinseszinseffekt bis zum Renteneintritt zu einem sechsstelligen Betrag anwachsen.

  • Eltern können das Depot der Frühstart-Rente jederzeit mit eigenen Beiträgen aufstocken und so noch mehr für die Zukunft ihres Kindes tun.

Was bedeutet die Frühstart‑Rente konkret für mein Kind?

Mit der Frühstart-Rente zahlt der Staat künftig monatlich 10 Euro in ein Depot für jedes Kind ein. Damit soll die Altersvorsorge gestärkt werden. Das Kind muss eine Schule oder andere Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen. Das Depot müssen die Eltern oder Erziehungsberechtigten anlegen.

Da das Geld am Kapitalmarkt, also an der Börse, angelegt ist, soll es sich bis ins hohe Alter vermehren. Erst dann kann es ausgezahlt werden. So ergänzt das Geld später die Rente.

0Euro

würde der Depotwert zum Renteneintritt mit 67 Jahren betragen, wenn die Rendite bei jährlich 8 Prozent liegt – ohne einen Cent selbst eingezahlt zu haben.

Eltern können Beträge aufstocken

Ziel ist es, Kinder frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen und langfristig Vermögen aufzubauen. Deswegen können Eltern, Großeltern oder andere das Depot mit eigenen Sparbeträgen aufstocken. Ab 18 Jahren kann auch das dann erwachsene Kind ergänzend Geld einzahlen.

Der entscheidende Vorteil liegt im langen Anlagehorizont. Geld, das früh investiert wird, hat Jahrzehnte Zeit zu wachsen. Über den Zinseszinseffekt funktioniert das exponentiell, also wie eine steil werdende Kurve: Erträge werden wieder angelegt und erwirtschaften ihrerseits neue Erträge.

Für welche Jahrgänge und Familien lohnt sich die Frühstart‑Rente?

Die Frühstart-Rente soll 2026 Jahrgang für Jahrgang eingeführt werden, beginnend mit den 6-Jährigen. Den aktuellen Plänen der Bundesregierung zufolge startet das Programm mit Kindern des Jahrgangs 2020. Jedes Jahr kommt der folgende Jahrgang hinzu. Das heißt, 2027 erhalten dann die Kinder das Geld, die 2021 geboren wurden. Ältere Kinder, die bislang nicht berücksichtigt wurden, sollen ab 2029 nachträglich aufgenommen werden.

Profitieren können grundsätzlich alle Familien, unabhängig von Einkommen oder Vermögen. Wer zusätzlich selbst einzahlt, kann den Effekt deutlich verstärken.

Wie funktioniert die Förderung genau?

So läuft die Frühstart-Rente laut Plänen des Bundesfinanzministeriums in der Praxis:

  • Zielgruppe: Alle Kinder und Jugendliche in Deutschland zwischen 6 und 17 Jahren. Gemäß der Haushaltsbeschlüsse soll die Einführung ab 2026 jedoch jahrgangsweise erfolgen, beginnend mit Kindern, die dann 6 Jahre alt werden – also 2020 geboren wurden.
  • Staatliche Förderung: Monatlich zahlt der Staat 10 Euro in das Depot ein.
  • Kapitalanlage: Das Geld fließt in ein individuelles Depot. Das Kapital soll am Aktienmarkt angelegt werden.
  • Eigene Einzahlungen: Eltern, Großeltern und andere können das Depot mit eigenen Sparbeträgen aufstocken. Ab dem 18. Lebensjahr können auch die jungen Erwachsenen selbst einzahlen.
  • Staatliche Lösung für alle, die kein Depot anlegen: Für alle Kinder, deren Eltern kein Depot eröffnen, will die Bundesregierung das nicht abgerufene Geld anlegen und später an die Empfangsberechtigten übertragen.
  • Auszahlung: Voraussichtlich ist der Zugang zu dem Depot bis zum Renteneintritt gesperrt. Erst dann soll das Geld ausgezahlt werden. Bei der Auszahlung muss das Geld den Plänen zufolge versteuert werden.

Was bewirken 10 Euro monatlich praktisch?

Aus 10 Euro monatlich können Hunderttausend Euro bis zum Renteneintritt werden. Das verdeutlicht ein konkretes Rechenbeispiel:

Ein Kind erhält vom 6. bis zum 18. Lebensjahr jeden Monat 10 Euro staatliche Förderung. Das sind insgesamt 1.440 Euro eingezahltes Kapital vom Staat. Wie stark das Geld wächst, hängt davon ab, wie das Geld angelegt wurde. Denkbar sind vor allem Fonds und ETFs, Finanzprodukte also, die mehrere Aktienunternehmen bündeln. Als hilfreiche Orientierung für die Renditeaussichten kann der DAX dienen, dem die größten deutschen Börsenunternehmen angehören. Dieser legte in den vergangenen Jahrzehnten durchschnittlich um 8 Prozent pro Jahr zu.

Mit dieser Rendite würde das Depot durch die monatlich eingezahlten 10 Euro bis zum 18. Geburtstag auf rund 2.459 Euro anwachsen.

Mehr als 100.000 Euro bis zum Rentenbeginn?

Wird das Geld zum Renteneintrittsalter ausgezahlt, ergeben sich zwei Beispiel-Varianten.

Variante A: Kein weiteres Geld wird angespart. Bei einem Renteneintritt mit 67 Jahren wächst der Wert des Depots auf rund 107.000 Euro.

Variante B: Es werden weiterhin 10 Euro pro Monat angespart (nach Abzug etwaiger Gebühren). Mit 67 Jahren wurden dann 7.320 Euro eingezahlt, der Wert des Depots betrüge dann jedoch rund 175.000 Euro.

Welche Kosten, Risiken und Grenzen sollten Familien kennen?

Familien sollten auf die Depotkosten achten und sich bewusst sein, dass das angelegte Geld auch an Wert verlieren kann.

Wie bei jedem Kapitalmarktprodukt gibt es keine Garantie. Der Wert eines Depots kann steigen – aber auch fallen. Deshalb ist eine breite Streuung über viele Unternehmen und Länder wichtig, zum Beispiel über ETFs oder Fonds.

Hinzu kommen mögliche Depotgebühren, die je nach Anbieter und Produktwahl anfallen. Außerdem ist das Geld langfristig gebunden: Wer das Depot als Notfall-Reserve betrachtet, ist hier falsch. Und: Bei Auszahlung im Rentenalter fällt Einkommensteuer an.

Alternatives Beispiel mit geringerer Rendite

Wie hoch die Rendite ausfällt, lässt sich nicht vorhersagen. Sollten die Börsenkurse nicht so stark steigen, fällt auch angespartes Vermögen entsprechend geringer aus. Bei einer durchschnittlichen Rendite von beispielsweise 2 Prozent ist das Depot zum 18. Geburtstag 1.642 Euro wert. Mit Variante A ergäben sich dann 4.333 Euro. Bei Variante B wüchse das Depot auf 14.362 Euro.

Beachten Sie: Auch Verluste sind bei börsenbezogenen Produkten möglich.

Wann sollten Eltern zusätzliches Geld einzahlen?

Wenn Eltern langfristig Geld übrighaben, kann es sich lohnen, zusätzlich in das Depot einzuzahlen. Denn die staatlichen 10 Euro sind ein guter Startpunkt, aber kein Ersatz für eigene Vorsorge. Überlegen Sie, ob zusätzliches Einzahlen für Ihre Familie sinnvoll ist:

  • Ja, wenn Sie regelmäßig etwas Geld übrighaben und es langfristig für Ihr Kind oder Enkelkind anlegen möchten.

  • Ja, wenn Sie den Zinseszinseffekt maximal nutzen wollen. Je länger Geld angelegt ist, umso stärker kann es sich unter günstigen Umständen selbst vermehren.

  • Nein, wenn Sie kurzfristig auf das Geld angewiesen sein könnten. Das Depot ist bis zur Rente gesperrt.

  • Nein, wenn Sie zunächst Schulden abbauen oder einen Notgroschen aufbauen möchten.

Welche Alternativen zur Frühstart‑Rente gibt es – und wann sind sie besser?

Auch mit anderen Spar- und Anlagemöglichkeiten können Sie Ihr Kind finanziell absichern. Es gibt auch Alternativen dazu, zusätzlich in das Depot mit der Frühstart-Rente einzuzahlen:

  • Junior-Depot (privat, beispielsweise bei der Sparkasse): Flexibel, sofort verfügbar, keine Sperrfrist. Ideal für alle, die jetzt schon starten möchten, ohne auf den Staat zu warten.
  • Tagesgeld oder Sparbuch: Sicher und ohne Verlustrisiko, aber auch mit geringeren Renditeaussichten. Gut geeignet für kurzfristige Sparziele.
  • ETF-Sparplan: Kosteneffizient und breit gestreut, besonders für den langfristigen Vermögensaufbau empfehlenswert.
  • Kinderzusatzversicherung: Kombiniert Schutz und Sparen – sinnvoll, wenn die Absicherung im Vordergrund steht.

Ein Junior-Depot der Sparkassen ist eine gute Option, um schon heute zu starten, unabhängig davon, wann die Frühstart-Rente offiziell eingeführt wird.

Sie müssen kein Depot für Ihr Kind anlegen, da dann der Staat die Frühstart-Rente anderweitig anspart. Wie genau das umgesetzt wird, steht weder im Regierungsentwurf noch im Koalitionsvertrag. Klar ist, dass Sie dadurch nicht entscheiden können, wie das Geld investiert wird.

Wie eröffne ich jetzt ein Junior‑Depot? (Schritt‑für‑Schritt)

  1. Informieren

    Sprechen Sie mit Ihrer Sparkasse oder informieren Sie sich online über das Junior-Depot.

  2. Unterlagen bereitlegen

    Bringen Sie den Personalausweis der Eltern und die Geburtsurkunde des Kindes mit.

  3. Depot eröffnen

    Das geht je nach Sparkasse in der Filiale oder digital.

  4. Sparplan einrichten

    Legen Sie einen monatlichen Betrag fest, z. B. 10, 25 oder 50 Euro.

  5. Regelmäßig prüfen

    Schauen Sie gelegentlich in das Depot und prüfen Sie gegebenenfalls, ob andere Wertpapiere mittlerweile besser passen.

Kurz‑Check: Ist die Frühstart‑Rente die richtige Wahl für unsere Familie?

Die Frühstart-Rente sollten Sie nicht verpassen, wenn …

  • Ihr Kind zum anspruchsberechtigten Jahrgang gehört.

  • Sie langfristig denken und das Geld nicht vor dem Rentenalter brauchen.

  • Sie den Grundstein für die Altersvorsorge Ihres Kindes früh legen möchten.

Ob Sie den staatlichen Betrag aufstocken wollen und können, müssen Sie mit Blick auf Ihre Finanzen abwägen. Das Geld wird erst im Rentenalter des Kindes verfügbar sein. Ihre Sparkasse berät Sie gern.

Sie möchten Geld für Ihr Kind anlegen?

Unsere Beraterinnen und Berater besprechen gerne mit Ihnen, wie Sie Ihr Kind absichern.
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Sie werden zu Ihrer Sparkasse weitergeleitet bzw. können sich ihr zuordnen lassen.

Stand: 18. März 2026

Häufige Fragen zur Frühstart-Rente

  1. Der Staat will je Kind 10 Euro pro Monat in ein Altersvorsorgedepot einzahlen. Diese finanzielle Unterstützung soll am Kapitalmarkt angelegt werden. Die Frühstart-Rente ergänzt damit die gesetzliche Rentenversicherung. Ausgezahlt werden kann das Geld erst zum Renteneintritt.

     

  2. Die Frühstart-Rente sollen alle Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 18. Lebensjahr erhalten, die eine Schule in Deutschland besuchen. Ob der Wohnsitz in Deutschland Voraussetzung sein wird, lässt die Koalition aus CDU, CSU und SPD noch prüfen.

    Die Pläne von Union und Sozialdemokraten sehen vor, dass als erstes die Kinder das Geld erhalten, die 2020 geboren wurden. Voraussichtlich wird die Frühstart-Rente im Laufe des Jahres 2026 eingeführt. Dann soll der erste Jahrgang das Geld rückwirkend zum 1. Januar 2026 erhalten, sodass zum Jahresende 120 Euro an staatlicher Unterstützung im Depot der 6-Jährigen liegen. Den Plänen zufolge kommt dann jedes Jahr der folgende Geburtenjahrgang hinzu. Ältere Jahrgänge sollen ab 2029 nachträglich berücksichtigt werden, sodass alle Kinder bis 18 Jahren die finanzielle Unterstützung erhalten.

  3. Die Höhe der Zahlungen liegt bei 10 Euro pro Monat. Das ergibt jährliche Zahlungen von 120 Euro. Vom 6. bis zum 18. Geburtstag summiert sich das auf 1.440 Euro. Wie sich der Wert davon entwickelt, hängt davon ab, wie die Eltern das Geld anlegen und ob sie es selbst durch eigene Beiträge aufstocken.

  4. Das Depot ist voraussichtlich bis zum Renteneintritt gesperrt. Vorher ist kein Zugriff auf das Geld möglich.

  5. Das Geld ist am Kapitalmarkt, also an der Börse, investiert. Damit sind auch erhebliche Verluste möglich. Die Gebühren hängen davon ab, wo die Eltern das Depot eröffnen. Steuerfrei ist das Geld nicht: Bei der Auszahlung im Rentenalter fallen Steuern an.

  6. Das staatliche Geld ist an die Auflage geknüpft, es am Kapitalmarkt anzulegen. Eine Alternative dazu gibt es nicht. Sie können das Geld nicht in einem Sparbuch oder als Festgeld anlegen.

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