
Rekordjagd: Der Dax hat Anfang Januar die 25.000 Punkte erreicht, nachdem er in den vergangenen 12 Monaten schon mehrfach neue Rekorde erzielt hatte.
Trotz schwacher Konjunktur: Starke Unternehmen und die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung treiben den Index nach oben.
Mehr als nur Deutschland: Der Dax spiegelt nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern auch die globale Stärke deutscher Unternehmen.
Darum jagt ein Rekord den nächsten
Schon wieder ein neues Hoch: Der Dax hat erstmals die 25.000 Punkte überschritten, nachdem er die Marke von 24.000 bereits im Mai 2025 erstmals geknackt hatte. Zuvor war er im April von mehr als 23.000 auf unter 20.000 Punkten abgestürzt, erholte sich aber sehr schnell wieder.
Einige der wichtigsten Gründe für diese anhaltende Rallye sind aktuell:
- Konjunkturhoffnung durch deutsche Staatsausgaben: Die Bundesregierung pumpt Milliarden in Infrastruktur, Digitalisierung und Verteidigung, was viele Anlegerinnen und Anleger als Startsignal für eine konjunkturelle Bodenbildung in Deutschland werten.
- Starke Firmengewinne: Die starken Bilanzen der Dax-Konzerne in der aktuellen Berichtssaison stimmen die Menschen zuversichtlich.
- Boom bei Rüstungs- und Infrastrukturwerten: Der anhaltende Krieg in der Ukraine und die Eskalation in Venezuela befeuern Verteidigungsaktien, die überproportional zum Dax-Anstieg beitragen. Parallel profitieren Konzerne, die von staatlichen Infrastrukturaufträgen leben.
- Technologie und KI: Die zunehmende Digitalisierung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Dax-Unternehmen.
- Psychologie: Runde Marken wie 25.000 Punkte locken zusätzliche Investitionen an.
Wir nehmen den neuen Rekord zum Anlass für ein Dax-Special, eine kleine Achterbahnfahrt durch die Welt der deutschen Aktien. Keine Angst vor Zahlen, Fakten und Kurven – wir versprechen, Sie werden mehr lachen als schwitzen. Also anschnallen! Wir entdecken gemeinsam, warum Aktien und Fonds nicht nur etwas für Analystinnen oder Trader sind, sondern auch Ihren Geldbeutel zum Feiern bringen können.
Wer bewegt den Dax am stärksten in dieser Rallye
Trotz weiterhin verhaltener Wirtschaftsprognosen hierzulande und drohender Kriege der USA scheint der deutsche Leitindex unaufhaltsam. Selbst Expertinnen jubeln und Anleger reiben sich die Hände: Allein in den ersten Handelstagen des neuen Jahres hat der Dax bereits mehr als 3 Prozent zugelegt – der Bullenmarkt nimmt kein Ende. Doch wer sind die Überflieger, die den Index in neue Höhen katapultiert haben? Am Tag des neuen Rekordhochs führte Dax-Schwergewicht Rheinmetall die Gewinnerliste mit einem Plus von gut 8 Prozent an. Gefolgt von Infineon, Siemens und MTU, die zwischen 2,6 und 4,8 Prozent zulegten. Diese Überflieger zeigen: Die deutsche Konjunktur mag stagnieren, aber der deutsche Aktienmarkt strotzt vor Kraft. Das Ende des Höhenflugs? Noch nicht in Sicht!
"Es mutet paradox an, dass die Aktienmärkte aufblühen, während die Weltpolitik anscheinend in die Brüche geht. Aber man darf nicht vergessen, dass der gegenwärtige Umbau der Weltwirtschaft enorme Investitionen in Gang setzt. Das reicht von den staatlichen Infrastrukturprogrammen bis hin zum neuen weltweiten Technologiewettlauf um die beste KI. Die Weltwirtschaft wird nicht zertrümmert, sie wird umgebaut. Und das erzeugt Innovationen, Wachstum und höhere Unternehmensgewinne mit hohen Ausschüttungen für die Aktionäre. Die neuen geopolitischen Rivalitäten können andererseits auch schnell zu Stolpersteinen für die Weltwirtschaft werden. Von weiteren militärischen Konflikten bis hin zu einer ausufernden Kreditvergabe an Technologiefirmen reicht gegenwärtig die Liste der Risiken. Sollte eines dieser Risiken wirklich wieder einmal die Lieferketten oder die Nachfrage der Konsumenten unterbrechen, werden Aktienmärkte auch wieder nach unten schwanken. Aber auch dies ist aus Anlegersicht kein Argument gegen die Aktie."
Dax für Dummies: So funktioniert das Börsenbarometer
Aber wie kann das sein? Der Dax ist eigentlich so etwas wie das Fieberthermometer der deutschen Wirtschaft. Doch während er Rekordtemperaturen misst, schnieft der Patient Deutschland unterkühlt vor sich hin – und kommt seit einigen Jahren nicht richtig in Schwung.
Die Antwort ist einfach: Der Börsenindex ist nicht nur Abbild unserer heimischen Wirtschaft, sondern auch Indikator für den Puls der Weltwirtschaft. Die Dax-Unternehmen sind in Produktion, Wertschöpfung und Absatz alle global aufgestellt. Sie spielen international in der Champions League. Aktuell erwirtschaften sie lediglich 25 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland, während 23 bis 25 Prozent aus den USA und 18 bis 20 Prozent aus der Region Asien-Pazifik stammen.
Außerdem wird an der Börse die Zukunft gehandelt: Das heißt, die deutsche Wirtschaft mag zwar aktuell stagnieren. Aber viele Anlegerinnen und Anleger setzen darauf, dass es bald wieder bergauf geht. Sie kaufen jetzt günstig ein, in der Hoffnung, später teurer verkaufen zu können. Das treibt die Kurse nach oben, egal wie jetzt die Lage ist. Der Dax ist also weniger ein Spiegel der Gegenwart als eine Kristallkugel für die Zukunft.

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Index im Höhenrausch: Ist das noch normal – oder eine Blase?
Auch wenn gerade die Glocken läuten – viele Analystinnen und Analysten erwarten schon bald eine Konsolidierung, also eine Verschnaufpause des Marktes. Die könnte zum Beispiel einsetzen, wenn Investoren beginnen, Gewinne mitzunehmen. Das heißt, sie verkaufen einen Teil ihrer Aktien nun schnell, weil sie nach dem Höhenflug fallende Kurse – und damit Verluste – fürchten. Negative Wirtschaftsnachrichten können die Euphorie ebenfalls dämpfen. Auch geopolitische Spannungen oder eine Änderung der Zinspolitik der Zentralbanken könnten den Dax ins Straucheln bringen.
Aber eine Konsolidierung kann sehr gesund für den Markt sein. Gerade nach einem steilen Anstieg ist eine Verschnaufpause notwendig, um die langfristige Stabilität des Marktes zu sichern. Eine solche Phase bietet Anlegerinnen und Anlegern außerdem die Chance, ihre Portfolios zu überdenken und günstig nachzukaufen.
Trotz möglicher Rückschläge sehen Expertinnen und Experten den Dax weiter im Aufwind: Sie prognostizieren schon jetzt einen Stand von 26.000 bis 26.500 Punkten bis Mitte 2026. Denn der Sprung über die 25.000 Punkte ist basierend auf dem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nicht als Blase zu betrachten. Das KGV ist eine wichtige Kennzahl zur Bewertung von Aktien und Märkten. Es wird berechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn pro Aktie teilt. Ein niedriges KGV deutet auf eine günstige Bewertung hin, ein hohes KGV auf eine teure Bewertung.
Demnach ist für den Dax im laufenden Jahr ein KGV von 15 bis 16 realistisch. Das ist ein moderater Wert und liegt im historischen Durchschnitt. Zum Vergleich: Während einer Blase liegt das KGV oft über 20 oder 30. Allerdings sollten gerade Menschen, die ihre Aktien nicht professionell verwalten lassen, aufmerksam sein. Marktbewertungen können sich schnell ändern.
Vom Börsenbaby zum Gipfelstürmer: Eine Zeitreise durch die wichtigsten Meilensteine

- Als der Dax am 1. Juli 1988 das Licht der Börsenwelt erblickte, ahnte niemand, welch turbulente Reise vor ihm liegen würde. Mit gut 1.163 Punkten ging der deutsche Leitindex aus seinem ersten Handelstag.
- Doch schon bald krachte es: Mitte Oktober 1989 erlebte der Dax seinen ersten schwarzen Tag und stürzte um satte 13 Prozent ab. Ein Vorgeschmack auf die Achterbahnfahrt, die folgen sollte.
- Die 1990er Jahre brachten den ersten Höhenflug: Die „Volksaktie“ Telekom heizte 1996 das Börsenfieber an. Doch die Party währte nur kurz. Ein Jahr später ließ die Asienkrise den Index um mehr als ein Zehntel absacken.
- Dann folgte der Goldrausch der Dotcom-Ära: Im März 2000 knackte der Dax die 8.000er-Marke – und stürzte nach dem Platzen der Internetblase 2003 auf magere 2.200 Punkte ab.
- Vorübergehend. In den folgenden Jahren legte er ein Wachstum von 265 Prozent hin. Mitte Juli 2007 markierte der Index dann seinen Höchststand bei 8.151 Punkten. Bevor die Finanzkrise 2008 für den nächsten Tiefschlag sorgte: Der Dax schmolz auf weniger als die Hälfte zusammen: 3.588 Punkte.
- In den folgenden Jahren ging es wieder kontinuierlich bergauf: 2014 knackte der Dax die 10.000er-Marke, 2015 die 12.000er.
- Selbst die Corona-Pandemie konnte den Aufwärtstrend nur kurz bremsen: Von seinem Höchststand von 13.789 Punkten am 19. Februar 2020 stürzte er innerhalb von nur 28 Tagen um fast 40 Prozent auf unter 9.000 Punkte ab, erholte sich dann aber in Rekordzeit wieder.
- Ende 2020 stand er bereits wieder bei gut 13.700 Punkten, Ende 2021 dann bei knapp 15.900 Punkten. 2022 ging es zwar zunächst um 2.000 Punkte abwärts: Zum Jahresende lag er bei knapp 13.930 Punkten. Aber Ende 2023 war der Index wieder zurück auf dem Wachstumspfad: mit mehr als 16.750 Punkten.
- Ende 2024: Am 3. Dezember knackte der Deutsche Aktienindex zum ersten Mal die historische Marke von 20.000 Punkten - und legte in nur 13 Monaten um weitere 5.000 Zähler zu.
- Und heute? Der Dax steht Anfang Januar bei mehr als 25.000 Punkten. Ein Rekord, der die turbulente Geschichte des Börsenbarometers krönt. Tendenz? Steigend!
Was lehrt uns dieses Auf und Ab? Langfristiges Investieren in Aktien oder Aktienfonds lohnt sich – gerade für Privatanlegerinnen und -anleger. Wer kurzfristig hohe Gewinne mitnehmen will, muss sehr aufmerksam sein und in Sekundenschnelle reagieren. Das kann schon mal zu schlaflosen Nächten führen. Die Alternative? Ein professionelles Management verwaltet die Geldanlage.

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XXL-Index: Die Deutsche Börse legt den Dax 2.0 auf
Mehr Flexibilität für Anlegerinnen und Anleger: Die Deutsche Börse hat im ersten Quartal 2025 einen zweiten Dax eingeführt. Er läuft parallel zum schon zuvor bestehenden Index. Der Hauptunterschied: Das neue XXL-Börsenbarometer wird ohne die bisher geltende Kappungsgrenze von 15 Prozent pro Unternehmen berechnet. Daher spricht man auch vom "Dax Uncapped". Grund für diesen Schritt ist die starke Entwicklung der SAP-Aktie. Sie überschreitet mit einer Marktkapitalisierung von rund 310 Milliarden Euro regelmäßig diese Grenze.
Mit dem neuen Index reagiert die Börse auf die Bedürfnisse von Anlegerinnen und Anlegern, die stärker von der Wertentwicklung erfolgreicher Unternehmen wie SAP profitieren möchten. Diese Neuerung könnte die Attraktivität des deutschen Aktienmarktes auch für internationale Anleger steigern und verhindert möglicherweise, dass Schwergewichte wie SAP den Index verlassen – ein Szenario, das 2023 bereits beim Industriekonzern Linde eintrat.

Blick in die Zukunft: Unser Börsenorakel verrät 3 mögliche Dax-Szenarien
Der Dax hat die magische 25.000-Punkte-Marke geknackt. Viele von Ihnen fragen sich sicher: Wohin geht die Reise? Lassen Sie uns 3 realistische Szenarien für die Dax-Entwicklung bis 2030 betrachten.
Szenario 1: Der Dax hebt ab
Viele Analysten sehen den Dax bis 2030 auf 30.000 bis 35.000 Punkte klettern. Treiber sollen Produktivitätsboom durch KI, Kapitalzuflüsse nach Europa sowie Technologieriesen wie SAP sein, die im neuen Dax 2.0 ohne Kappungsgrenze ihre volle Kraft entfalten können. Wer hätte gedacht, dass Software-Nerds einmal die Lokomotive der deutschen Wirtschaft sein würden?!
Szenario 2: Die große Konsolidierung
Vorsichtigere Gemüter rechnen mit einer Verschnaufpause. Der Index könnte zwischen 22.000 und 27.000 Punkten pendeln, während Anlegerinnen und Anleger ihre Portfolios umschichten. Eine Art Börsen-Yoga, bei dem alle Beteiligten ihre innere Balance suchen.
Szenario 3: Der Realitätscheck
Sollten weitere globale Krisen oder wirtschaftliche Stolpersteine auftreten, könnte der Dax auch nochmal unter die 20.000er- (vielleicht sogar 18.000er-) Marke rutschen. Aber keine Sorge: Bisher hat sich unser Leitindex immer wie ein Stehaufmännchen erholt.
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Stand: 7.01.2026



