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Ein fröhlicher junger Mann mit Vollbart und gestreiftem T-Shirt macht ein Selfie auf einem Campingplatz mit Wohnmobilen in einem Kiefernwald.

Das kostet Sie der Campingurlaub

Von Low-Budget bis Glamping
Kiefernduft statt Fernweh – Camping erlebt einen Boom. Küsten und Schwarzwald zählen zu den gefragtesten Zielen, die Preise ziehen spürbar an. Dabei hat sich das Image vom Camping grundlegend gewandelt – zeitweise kamen Hersteller mit der Produktion kaum nach. Wer plant, sollte genau hinschauen: Welcher Campingurlaub passt wirklich zum eigenen Budget?
Das Wichtigste in Kürze:
  • Für immer mehr Menschen ist der Campingurlaub eine echte Alternative. Der Markt um Wohnwagen und Wohnmobile floriert.

  • Einen Campingtrip kann man günstig gestalten, aber auch in einige Kostenfallen tappen.

  • Egal ob Zeltausrüstung, Miete oder Kauf eines Wohnmobils oder Wohnwagens – es gibt für jedes Bedürfnis und jedes Budget das passende Paket.

Camping boomt – und das nicht erst seit gestern

Was früher als Nische galt, ist heute Urlaubstrend: Camping hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Jede 11. Übernachtung entfällt auf einen Campingplatz. Viele Menschen suchen nach Nähe zur Natur, mehr Freiheit, weniger Planung – und finden genau das zwischen Wohnmobil, Zelt und Stellplatz. Im Jahr 2025 zählte das Statistische Bundesamt 44,7 Millionen Übernachtungen – 4,2 Prozent mehr als 2024 und so viele wie nie zuvor. Seit 1994 haben sich damit die Übernachtungen sogar verdoppelt. Steigende Spritpreise, teurere Flugtickets und wiederkehrende Reiseunsicherheiten dürften den Trend auch 2026 weiter stützen.

Campingurlaub: Wo Europa billig oder teuer ist

Zwischen Luxus und Low-Budget: Campen in Europa kostet unterschiedlich viel. Während Urlauber in Italien, Kroatien, der Schweiz oder Österreich 2025 mehr als 38 Euro pro Nacht auf dem Campingplatz zahlen, bleibt es in Albanien, der Türkei, Rumänien oder Tschechien, Bosnien-Herzegowina oder Nordmazedonien deutlich günstiger – dort kostet eine Übernachtung oft weniger als 20 Euro. Auch beliebte Orte wie etwa Polen, Serbien, Bulgarien, Belgien, Portugal, Ungarn, Island und die Baltischen Staaten gehören zu den preiswerten Campingzielen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise aber fast überall gestiegen, durchschnittlich um 4,87 Prozent.

Campingurlaub: Wo Deutschland billig oder teuer ist

Ob Ostsee, Schwarzwald oder Saarland: Die Preise fürs Campen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland deutlich. Der durchschnittliche Übernachtungspreis 2025 lag zwar bundesweit bei 28,86 Euro, doch die Preise steigen weiter.

Laut PiNCAMP/ADAC-Preisanalyse wird für 2026 deutschlandweit ein Anstieg von rund 7 Prozent erwartet, regional teils deutlich mehr (z. B. Nordrhein-Westfalen: +18 Prozent). Eine Ausnahme könnte im Jahr 2026 Sachsen-Anhalt bilden, das als einziges Bundesland mit leicht sinkenden Preisen prognostiziert (−3 Prozent).

  • Hamburg stach 2025 mit 44,42 Euro pro Nacht als teuerstes Bundesland deutlich hervor.
  • Am günstigsten war Campen im Saarland, wo Camper im Schnitt nur 23,69 Euro zahlten.

Damit ergibt sich schon innerhalb Deutschlands ein Preisgefälle von über 20 Euro.

Deutschlands Camping-Hotspots
Ostsee vorn, Bodensee kommt zurück

Beliebt bleibt Camping trotzdem, vor allem in klassischen Urlaubsregionen. Die meisten Übernachtungen wurden laut Statistischem Bundesamt (Stand: März 2026) im vergangenen Jahr hier verbracht:

  1. die schleswig-holsteinische Ostsee mit rund 3,5 Millionen Übernachtungen,
  2. gefolgt von der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns mit 3,1 Millionen,
  3. und dem Schwarzwald mit 2,6 Millionen Campingnächten und
  4. die niedersächsische Nordseeküste mit 2 Millionen
  5. sowie das Allgäu mit 1,8 Millionen Übernachtungen.
  6. Die Region Bodensee-Oberschwaben kam mit 1,7 Millionen Nächten zurück in die Top-Ziele Deutschlands.

Zusatzkosten auf dem Campingplatz

Stromkosten

Teils wird über eine Pauschale in der Mietzahlung der Strombetrag berechnet. Andere Plätze rechnen per genutzter Kilowattstunde ab. Laut ADAC sind pro Tag rund 5 Kilowattstunden Stromverbrauch (ca. 2–4 Euro/Tag, je nach Tarif) ein guter Richtwert. Der tatsächliche Verbrauch kann jedoch je nach Ausstattung des Fahrzeugs deutlich variieren.

Wasserverbrauch

Einige Plätze geben gegen einen Betrag Duschmünzen aus, andere rechnen über eine Chipkarte oder ein digitales Armband den Wasserverbrauch ab. Duschmünzen oder Chipkarten kosten ca. 0,50 bis 1,00 Euro pro Dusche. Zu beachten ist: Mitunter wird nicht das Wasser selbst, sondern die Zeit in der Dusche berechnet.

WLAN/ Internet

WLAN ist auf vielen Campingplätzen verfügbar. Der Platzbetreiber entscheidet individuell über die Kosten. In den meisten Fällen gilt: je länger der Aufenthalt, desto günstiger sind die Durchschnittskosten pro Tag.

Waschmaschine und Trockner

Waschmaschine und Trockner sind in der Regel auf Campingplätzen verfügbar, kosten aber Geld – meist 2 bis 5 Euro pro Nutzung. Hochwertige Plätze liegen teils darüber.

Pool, Animation, Sauna

Schauen Sie vorher genau auf die Konditionen. Manche Campingplätze berechnen im Tagespreis bereits die Nutzung der Freizeitaktivitäten mit ein, andere lassen Sie dafür gesondert bezahlen. Je nach Präferenz kann sich für Sie deswegen sogar ein teurerer Campingplatz lohnen.

Kurtaxen und Umweltabgaben

Reisen Sie an eine Küste, wird für die Strandnutzung unter Umständen eine Kurtaxe fällig (je nach Ort zwischen 1 und 4 Euro pro Nacht/Person betragen). Auch Umweltabgaben und Abwassergebühren werden an einigen Orten erhoben. Informieren können Sie sich über die individuellen Kosten bei Touristeninformationen der jeweiligen Orte und dem Campingplatz selbst.

Hundemitnahme

Nehmen Sie Ihren Hund mit, verlangen viele Campingplätze 3 bis 5 Euro pro Tag für Ihren Vierbeiner.

Einkauf vor Ort

Der kleine Tante-Emma-Laden oder Kiosk auf dem Gelände sind meist leicht zu erreichen, aber oft teurer als der weiter entfernte Supermarkt. Es lohnt sich deshalb, vor der Ankunft auf dem Platz ein größeres Lebensmittelgeschäft außerhalb anzusteuern.

Kosten für die Campingausrüstung

Übernachtungspreise sind jedoch nur die halbe Rechnung – auch die richtige Ausrüstung hat ihren Preis. Teurer geht immer. Bei gelegentlichen Sommertrips genügt oft ein Budget ab 200 Euro inklusive Zelt, Isomatte und Schlafsack. Für kältere oder wechselhafte Regionen wie Skandinavien oder das Alpenvorland, sollten Sie mindestens 350 Euro für wetterfeste und isolierende Ausrüstung einplanen.

Kosten unterwegs

Fahren Sie mit dem Auto, Wohnwagen oder Wohnmobil in den Campingurlaub, müssen Sie mit diesen Kosten für die Strecke rechnen.

Mautkosten

In Italien, Frankreich oder Norwegen werden streckenabhängige Mautgebühren erhoben – auch für Tunnel oder Brücken. Diese Kosten sollten Sie bei der Planung der Reiseroute berücksichtigen. In Ländern wie Österreich, Schweiz, Slowenien, Tschechien oder Ungarn sind Vignetten erforderlich. Diese haben einen festen Preis und können an Tankstellen, bei ADAC-Partnern oder an Raststätten in der Nähe von Grenzübergängen erworben werden. Der Preis für Vignetten ändert sich saisonbedingt. Prüfen Sie deswegen im besten Fall zwei Wochen vor Reiseantritt den genauen Preis.

Fährkosten

Die Preise variieren je nach Anbieter, Route, Fahrzeugtyp und Saison. Prüfen Sie rechtzeitig Ihre Reiseroute und die Fährkosten. Gerade in der Urlaubssaison sind die Preise hoch und die Kapazitäten knapp.

Spritkosten

Sprit ist ein erheblicher Kostenfaktor. Die Ausgaben für Kraftstoff können Sie grob mit dieser Faustformel errechnen:

  • Durchschnittlicher Verbrauch mal Spritpreis geteilt durch 100 = Kosten pro Kilometer
  • Kosten pro Kilometer mal die Strecke, die Sie für Hin- und Rückweg planen

Beispiel: 8 Liter auf 100 km × 2,00 Euro pro Liter = 16,00 Euro pro 100 km → 0,16 Euro je Kilometer

Bedingungen beachten
Wildcampen kann teuer werden

Wer sein Zelt außerhalb ausgewiesener Flächen aufschlägt, riskiert Ärger: In Deutschland ist wildes Campen grundsätzlich verboten, es sei denn, der Grundstückseigentümer oder die zuständige Behörde hat ausdrücklich zugestimmt. Das gilt auch für Kleingartenanlagen – nicht jeder Verein erlaubt das Übernachten im Zelt. Wird man beim unerlaubten Campen erwischt, kann eine Anzeige samt Geldstrafe folgen. Besonders streng sind die Regeln in Wäldern, Naturschutzgebieten und anderen geschützten Bereichen – hier wird das Übernachten nicht nur untersagt, sondern mitunter empfindlich geahndet.

Die Höhe der Bußgelder variiert je nach Bundesland und Verstoß:

  • Für Zelten ohne Genehmigung drohen Strafen zwischen 15 und 500 Euro
  • Mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen kann es deutlich teurer werden – bis zu 2.500 Euro
  • In besonders geschützten Gebieten oder bei besonderen Verstößen können Bußgelder sogar bis zu 10.000 Euro erreichen.
Hinweis: Hier finden Sie eine Übersicht zu den Plätzen und Regelungen in den einzelnen Bundesländern.

Kosten für den Kauf von Wohnwagen und Wohnmobil

Wohnwagen

Wollen Sie einen eigenen Wohnwagen kaufen, kostet ein neues Modell je nach Größe und Ausstattung 18.000 bis 30.000 Euro. Gebrauchte Wagen kosten sehr viel weniger – kleine Modelle bekommen Sie bereits ab 1.000 Euro. Hier ist der Zustand entscheidend.

Wohnmobil

Wohnmobile sind gefragt wie nie, doch die Preise zogen an: Die Preise für Wohnmobile sind nach oben offen. Wählen Sie die Basisausstattung, bekommen Sie ein Modell ab rund 50.000 Euro. Fahrzeuge auf dem Gebrauchtmarkt erhalten Sie für etwa 15.000 bis 25.000 Euro.

  • Einmalige Kosten nach dem Kauf:

  • Überführung: 1.000 Euro (bei Neuwagen)

  • Zulassung und Kennzeichen: 100 bis 200 Euro

  • Grundausstattung mit Anhängerkupplung und Zusatzspiegel: ab 800 Euro

  • Unterhaltskosten:
  • Versicherung

  • Steuern

  • Wartungskosten

  • Reparaturen

  • TÜV

  • Reifen

  • Reinigung und Pflege

  • Stellplatzkosten (ein Stellplatz für Wohnmobile war 2025 im Schnitt 32,2 Prozent teurer als 2020 und ist damit stärker gestiegen als die Übernachtungspreise insgesamt)

0Euro

mindestens sollten Sie jährlich für den Unterhalt eines Wohnmobils einplanen – für Versicherung, Steuer und Wartung. Die Kosten variieren je nach Typ (Wohnwagen oder Wohnmobil), Modell und Größe stark. 
Rechnen lohnt sich

Miete von Wohnwagen und Wohnmobilen

Wer Campingluft schnuppern will, muss nicht gleich kaufen: Die Miete eines Wohnmobils oder Wohnwagens ist eine gute Möglichkeit für Einsteiger und Einsteigerinnen – und je nach Saison, Größe und Ausstattung preislich attraktiv. Allerdings schwanken die Kosten stark.

  • Tagesmiete: ab 45 Euro/Tag, in der Hauptsaison meist 80–150 Euro/Tag
  • Zusatzkosten möglich: Kaution, Endreinigung, Kilometerpauschale
  • Spartipp: Frühzeitig buchen oder auf die Nebensaison ausweichen – das senkt die Mietkosten deutlich.

Ob für ein Wochenende in der Natur oder den Familienurlaub: Mit einem Mietfahrzeug bleiben Sie flexibel – und lernen ohne große Investition, ob Camping dauerhaft zu Ihnen passt.

Natur ja, Isomatte nein: Das ist Glamping

Wer lieber ohne Stress und Schlepperei reist, kann auch das Glamping für sich entdecken. Der Begriff setzt sich aus „glamorous“ und „camping“ zusammen – und genau das ist auch das Konzept: Naturerlebnis mit Komfort. Statt Isomatte und Gaskocher erwarten die Gäste fertig eingerichtete Unterkünfte wie Safari-Zelte, Baumhäuser oder Tiny Houses – oft mit eigenem Bad, richtigen Betten, Küche, WLAN und manchmal sogar Klimaanlage.

  • Das Interesse an Glamping wächst. Das spiegelt sich auch in aktuellen Marktanalysen wider, die hochwertige Unterkunftskategorien im Campingmarkt als Wachstumstreiber ausweisen. Die PiNCAMP-Analyse 2026 zeigt, dass Buchungen und Umsätze bei hochwertigen Unterkünften um bis zu 30 Prozent schneller wachsen als bei klassischen Plätzen. Gleichzeitig sind die Preise dort meist 2- bis 4-mal höher.  Die Preise beginnen bei etwa 80 Euro pro Nacht, können aber je nach Ausstattung und Lage auch mehr als 215 Euro betragen – sind also deutlich teurer als auf dem klassischen Zeltplatz.

Dafür verbindet Glamping die Romantik des Campens mit dem Gefühl eines Boutique-Hotels – ideal für alle, die draußen sein wollen, ohne auf Bequemlichkeit zu verzichten. Ob in den Alpen, am Meer oder mitten Gebirge: Glamping gibt’s inzwischen fast überall – vom gehobenen Campingerlebnis bis zum Design-Spot im Nationalpark.

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Stand: 21.04.2026

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