Sieben positive Auswirkungen der Corona-Krise

Diese Dinge machen Hoffnung

Die Corona-Krise hat zum Teil massive Auswirkungen auf unseren Alltag. So negativ diese oft sind, persönlich, wirtschaftlich, ja existenziell – in jeder Krise stecken Chancen. Daher schauen wir diesmal nicht auf die ganzen negativen Dinge, die die Corona-Pandemie mit sich bringt. Auch nicht auf die Defizite in vielen Bereichen der Gesellschaft, die dadurch zum Vorschein kommen. Wir konzentrieren uns auf das Positive. Auf den Blick nach vorn.

1. Coronavirus schiebt Digitalisierung an

Ein Frau zuhause am Schreibtisch

Die Corona-Krise beschleunigt in vielen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft die Digitalisierung. Vor allem die Arbeitswelt ist stark gefordert. Neben den privaten sind die beruflichen Kontakte durch die Corona-Maßnahmen stark eingeschränkt. Um weiterhin arbeitsfähig zu sein, müssen Firmen umdenken, kreativ werden, handeln. Die Lösung: Homeoffice. In Kürze Laptops, VPN-Zugänge, digitale Tools für Chats, Video- und Telefonkonferenzen bereitstellen? Es geht! Küche und Couch werden für Millionen Menschen innerhalb weniger Tage zum Büro.

Auch wenn das Homeoffice nach der Krise nicht zur Regel wird: Die positiven Aspekte sind das erlangte Wissen über effizientere Arbeitsmethoden, die Flexibilität, schnell ins Homeoffice wechseln zu können und die Erkenntnis, dass digitale Meetings die meisten Dienstreisen in Zukunft möglicherweise ersetzen – weniger CO2-Emissionen erfreuen die Umwelt.

Nur Bares ist Wahres? Nicht in der Corona-Krise. Die Digitalisierung verstärkt im Finanz- und Bankgeschäft die Nutzung kontaktloser Bezahlverfahren und den Einsatz von Giro- und Kreditkarten sowie Mobile Payment.

Viele Bankfilialen sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Mehr Online-Banking ist die Folge. Zum Schutz von Personal und Kunden vor dem Virus bieten Restaurants, Geschäfte und Handelsketten verstärkt kontaktloses Bezahlen an. Fast jede zweite Zahlung erfolgt per Girocard. Mobiles Zahlen per Smartphone wird vorangetrieben. Gut, dass Banken und Sparkassen Zahlungen über digitale Kanäle flächendeckend ermöglichen.

2. Die gewonnene Zeit

Eine Frau repariert ihr Fahrrad

Der Arbeitsweg entfällt, kulturell ist nicht viel los, Social Distancing ist an der Tagesordnung. Vielen von uns bleiben am Ende des Tages freie Stunden übrig. Zeit, die sie mit sich selbst, den Partnern, Kindern, der Familie verbringen. Zeit, in der sie die Natur wiederentdecken, länger schlafen, kochen, lesen, malen, puzzeln, mit Freunden telefonieren, Briefe schreiben, das Fahrrad reparieren, sich auf das Wesentliche besinnen.

Gibt es Dinge, die Sie schon lange erledigen wollten, aber dafür nie die richtige Muße gefunden haben? Oder haben Sie ein vernachlässigtes Hobby, dem Sie bislang nie die richtige Aufmerksamkeit schenken konnten? Vielleicht wollten Sie sich schon seit Langem ein Haustier zulegen? Dann ist jetzt die Möglichkeit, sich dem zu widmen. Denn: Verpassen kann man im Augenblick wenig.

3. Erholungspause für die Natur

Eine Straße führt durch einen Stadtpark

Delfine im Bosporus, Fische im Canale Grande und zwischen den Häuserreihen in deutschen Städten zwitschern Vögel aus voller Kehle, die bei Lärm den Schnabel halten. Von der Coronavirus-Pandemie profitiert besonders die Tier- und Pflanzenwelt.

In den Städten weltweit ist es durch die Ausgangsbeschränkungen ruhiger geworden. Das lockt die Tiere an. Das Brummen der Flugzeuge am Himmel hat aufgrund der Reisebeschränkungen stark abgenommen. Der Verkehr auf den Straßen ist erheblich reduziert. Sogenannte Pop-up-Radwege sorgen in mehreren Städten als temporäre Infrastruktur für mehr Platz und Sicherheit für Fahrradfahrer im Straßenverkehr. Die Schadstoffbelastung in Deutschland ist durch die aktuelle Situation vielerorts zurückgegangen.

Weltweit wird in Städten aufgrund der Corona-Pandemie der Straßenraum neu verteilt. In Brüssel wurde kürzlich die komplette Innenstadt zur Tempo-20-Zone erklärt. Fußgänger und Radfahrer haben Vorrang vor Autos.

Die Corona-Krise bietet eine riesige Chance für einen besseren Ausbau von Rad- und Fußwegen und die Möglichkeit, beim Umstieg auf sichere, saubere und klimafreundliche Verkehrsmittel in Städten voranzukommen.

4. Corona-Krise bringt Solidarität und Nächstenliebe hervor

Eine Frau stellt Kisten mit Lebensmitteln vor eine Tür

Eine Seuche wie Covid-19 macht Angst – und Angst frisst häufig Empathie. Umso erfreulicher ist die weitreichende, gegenseitige Unterstützung während der Corona-Pandemie.

Soziale Kontakte müssen wir wesentlich reduzieren. Plötzlich ist man mit Nachbarn, die man vorher kaum gegrüßt, hat per Du. Oder man trifft sich mit ihnen zum Wein von Balkon zu Balkon. Älteren oder erkrankten Hausbewohnern werden Lebensmittel vor die Tür gelegt.

Straßen und Fußgängerzonen sind überwiegend leer, die Tafeln geschlossen. Pfandflaschen zum Sammeln gibt es kaum. In vielen Städten werden Tüten mit Kleidung, Lebensmitteln und Hygieneartikeln an Gabenzäunen aufgehängt. Wohnungslose und bedürftige Menschen können sich nehmen, was sie brauchen.

Enkel nehmen Podcasts für ihre Großeltern auf, die sie zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus lange Zeit nicht besuchen dürfen. Kinder stellen Bilder und Kuscheltiere in die Fenster, um vorbeilaufende Passanten in der aktuellen Situation aufzuheitern.

Viele Menschen halten die Vorgaben der Behörden ein, bleiben auf Abstand, bedecken Mund und Nase, um sich gegenseitig vor einer Infektion zu schützen. Die Menschen merken, dass sie einander brauchen. Zusammenhalt statt Egoismus. Schön wäre es wenn diese Art der Menschlichkeit auch nach der Krise anhält.

5. Ideen und neue Geschäftsmodelle – Not macht erfinderisch

Ein Mann spielt auf dem Sofa Gitarre

Kontaktbeschränkungen, Schließungen, aber auch verändertes Kaufverhalten der Kunden aufgrund von Kurzarbeit und Jobverlust zwingen viele Händler zum Umdenken. Vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen leiden unter der Krise. Der lokale Einzelhandel, der bisher nur Vor-Ort-Verkauf anbot, nutzt zum Beispiel kommerzielle digitale Vertriebsplattformen, um Waren online zu vertreiben.

Lieferdienste sind nicht neu. Aber Restaurants, Cafés und Geschäfte führen zusätzliche, eigene Online-Vertriebskanäle ein, um Kaffee, Kuchen, Cocktails, Eis, Pizza oder Kleidung direkt am Ladenfenster anzubieten. Die Kunden bestellen vor – beispielsweise per Anruf oder WhatsApp-Nachricht – und können ihre Bestellung zur gewünschten Uhrzeit abholen.

Helferportale bieten Gutscheine für Termine nach der Krise an, um das regionale Lieblingslokal, Kino, Café, Friseur, Theater, oder einen Club mit dem Kauf vor der Insolvenz zu retten.

Nach dem Motto „Desinfektionsmittel statt Schnaps“ unterstützen einige Gin-Produzenten und Bierbrauereien medizinische Einrichtungen durch die Herstellung von Desinfektionsalkohol.

Viele Schneider und Designer nähen Mund-und-Nasen-Bedeckungen statt Kleidung und stellen sie beispielsweise Pflegeeinrichtungen zur Verfügung.

Sporteinrichtungen, Musikschulen und Künstler bieten ihre Kurse online an. So wird das Wohnzimmer zur Turnhalle, der Gitarren- oder Klavierunterricht kommt digital auf die Couch. Gegen die Langeweile und zur Gedankenzerstreuung können Sie Mal- und Bastelkurse buchen.

6. Kunst und Kultur finden neue Wege zum Publikum

Ein DJ am Musikpult

Viele hätten sich noch vor Kurzem eine Welt ohne Theaterbesuche, Konzerte oder Museen nicht denken können, geschweige denn eine Welt ohne Fußball. Aber wir leben noch.

Und die Kulturszene ist kreativ. Musikerinnen, DJs, Schauspielerinnen, Autorinnen, Kabarettisten und viele mehr stellen ihr Programm in selbst gedrehten Videos und Podcasts zur Verfügung.

Klassikfans genießen Beethoven-Konzerte in Jogginghosen vom Sofa aus. Die Lieblingsautorin liest direkt vom heimischen Schreibtisch aus ihrem neuen Werk. Tanzhungrige lassen ihr Wohnzimmer per Stream vom DJ direkt aus dem Lieblingsclub oder live von den Dächern der Städte beschallen. Und Kulturhungrige können jetzt sogar nachts ins Museum gehen. Viele Museen und Galerien bieten während der Corona-Einschränkungen 24 Stunden lang virtuelle Führungen und Einblicke in seltene Sammlungen an.

Für ausreichend Ablenkung und Unterhaltung ist also gesorgt. Probieren doch auch Sie mal etwas Neues aus!

7. Deutschland schwingt den Kochlöffel

Ein Paar kocht gemeinsam

Corona verändert das Leben der Deutschen in vielerlei Hinsicht – auch das Kochverhalten wird von der andauernden Pandemie geprägt.

Die Deutschen gelten häufig als Kochmuffel. Kantinenessen, Fast-Food und Fertiggerichte am Mittag, Restaurantbesuche am Abend gehörten bei vielen zum Alltag. Diese Angebote waren durch die Corona-Pandemie größtenteils weggefallen und sind jetzt oft nur eingeschränkt möglich. Selbst kochen war und ist die Konsequenz. Die Familie muss aufgrund teilweise geschlossener Kitas und Schulen sowie Homeoffice nicht nur am Wochenende verköstigt werden, sondern mehrfach täglich. Rund ein Viertel der Deutschen kocht inzwischen häufiger als vor Corona.

Erinnern Sie sich noch an den Anfang der Corona-Krise? Die Nachfrage nach Mehl lag über 200 Prozent höher als im Vorjahr. Die nach Brotmischungen bei weit über 300 Prozent, Hefe war dauerhaft ausverkauft. Die Menschen stehen im Supermarkt vor der Herausforderung: Wie mache ich aus wenigen, einfachen Zutaten eine schnelle, günstige und essbare Mahlzeit. Medien bieten vermehrt Rezepte für die schnelle Alltagsküche an.

Viele genießen es inzwischen, mittags nicht nur aus der Plastikdose zu leben, sondern auch mal frische Mahlzeiten zuzubereiten. Menschen verabreden sich zum gemeinsamen Kochen oder Abendessen mit Freunden oder der Familie im Rahmen einer Videokonferenz.

Vielleicht bringt die Krise sogar echte Koch-Fans hervor.

Die Corona-Pandemie bedeutet für jeden von uns Einschnitte unterschiedlichen Ausmaßes. Dennoch gibt es positive Nebeneffekte. Niemand weiß, wie lange wir noch mit den Einschränkungen leben müssen. Da kann es helfen, kleine positive Aspekte der Krise zu erkennen und sich diese bewusst zu machen.


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?