Corona-Gipfel: Mehr Maske, weniger feiern und Herbstferien daheim

Diese neuen Corona-Regeln gelten jetzt

Beherbergungsverbot, Kontaktbeschränkungen und Co.: Bei den unterschiedlichen Corona-Regeln der Bundesländer konnte man in den vergangenen Wochen leicht den Überblick verlieren. Wer darf unter welchen Voraussetzungen verreisen – und wohin? Was gilt für Übernachtungen? Für welche Reisen in den Herbstferien wird ein negativer Corona-Test benötigt? Der Corona-Gipfel im Kanzleramt sollte Klarheit bringen. Die beschlossenen Maßnahmen im Überblick.

Zwei Frauen begrüßen sich.

Einheitliche Regelungen statt Flickenteppich: So lautete die Hauptforderung vor dem Treffen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt. Denn, da waren sich die meisten Politikerinnen und Politiker einig: Die geltenden Maßnahmen müssten in erster Linie verständlich und nachvollziehbar sein, um von Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert und mitgetragen zu werden.

Dieses Ziel wurde beim Corona-Gipfel nur bedingt erreicht. Zwar gab es gemeinsame Beschlüsse etwa bei den Themen Maskenpflicht und Sperrstunde. Für das umstrittene Beherbergungsverbot blieb eine Einigung aus: Die Entscheidung soll erst nach den Herbstferien fallen.

Mit diesen neuen Regelungen reagieren Bund und Länder auf die steigenden Corona-Zahlen der vergangenen Wochen, um einen erneuten Shutdown zu verhindern. Folgende Beschlüsse sind gefasst worden:

Erweiterte Maskenpflicht

Werden in einer Woche 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, soll es in der jeweiligen Region strengere Maßnahmen geben. Dazu zählt eine ergänzende Maskenpflicht. Diese soll auch strenger kontrolliert werden und an Orten gelten, wo mehrere Menschen länger und dichter zusammenkommen – zum Beispiel in Fußgängerzonen.

Beschränkung von Veranstaltungen und Privatfeiern

Zudem soll die Zahl der Teilnehmer von Veranstaltungen und Privatfeiern begrenzt werden. Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche dürfen sich im Familien- und Bekanntenkreis 25 Personen in der Öffentlichkeit und 15 Personen in Privaträumen treffen. Übersteigt die Sieben-Tage-Inzidenz sogar den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, reduziert sich die Zahl auf zehn Personen im öffentlichen Raum und zehn Personen aus zwei Hausständen im privaten Raum. 

Sperrstunde ab 23 Uhr

Die Empfehlung, eine Sperrstunde in der Gastronomie einzuführen, gibt es bereits ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Eine verbindliche Sperrstunde um 23 Uhr inklusive eines Abgabeverbots von Alkohol soll ab einem Wert von 50 Neuinfektionen gelten.

Weitere gezielte Beschränkungsschritte

Gelingt es mithilfe dieser Maßnahmen nicht, die Infektionszahlen nach zehn Tagen zu senken, sollen die Regelungen weiter verschärft werden. Im ersten Schritt tritt eine Kontaktbeschränkung in Kraft, die den Aufenthalt im öffentlichen Raum auf fünf Personen reduziert. Für Veranstaltungen, an denen mehr als 100 Personen teilnehmen, muss ein Hygienekonzept vorliegen. 

Keine Einigung gab es hingegen beim sogenannten Beherbergungsverbot – einem der umstrittensten Punkte. Hier haben sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten auf ein erneutes Treffen nach Ende der Herbstferien – also frühestens ab dem 8. November – vertagt.

Das heißt: In den einzelnen Bundesländern gelten nach wie vor unterschiedliche Reisebeschränkungen. Reisende, die aus einer Region mit erhöhten Neuinfektionen stammen, brauchen einen aktuellen, negativen Corona-Test, um in bestimmten Bundesländern in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen übernachten zu dürfen. Dazu zählen aktuell:

  • Schleswig-Holstein,
  • Hamburg,
  • Sachsen-Anhalt.

 

Bund und Länder forderten zudem alle Bürger eindringlich auf, nicht erforderliche innerdeutsche Reisen in Gebiete hinein und aus Gebieten heraus zu vermeiden, die die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage übersteigen.

Für Reisende bleibt derzeit also nur, sich vor dem Urlaub in ein anderes Bundesland über die dort geltenden Regelungen zu informieren. Letztlich ist es den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beim Thema Übernachtungen in den Herbstferien nicht gelungen, den Flickenteppich zugunsten bundeseinheitlicher Regelungen zu korrigieren.  

Deutschlandkarte mit Bundesländern
In den rot eingefärbten Bundesländern gilt das Beherbergungsverbot. In den grün eingfärbten Bundesländern gilt kein Beherbergungsverbot.

(Stand: 21.10.2020, 9 Uhr)


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?