
Der Weltmarktpreis für Kakao ist seit seinem Rekordhoch Ende 2024 massiv gefallen, von etwa 12.000 Euro je Tonne auf 3.000 Euro.
Gründe sind bessere Ernten, die Erwartung eines leichten Angebotsüberschusses sowie weniger Spekulation an den Börsen.
Schokoladenpreise reagieren träge, weil Hersteller langfristige Lieferverträge haben und andere Kosten wie Zucker, Energie und Löhne hoch geblieben sind.
Zu Ostern ist deshalb eher mit stabilen oder nur moderat sinkenden Preisen für Schokolade zu rechnen.
Deutschland nascht – und zahlt
Deutschland gehört weltweit zu den größten Schokoladenmärkten. Pro Kopf landen hierzulande jedes Jahr ungefähr 8 Kilogramm Schokolade und kakaohaltige Produkte im Einkaufskorb. Für viele Haushalte ist Schokolade damit ein fester Bestandteil des Alltags. Zudem fallen vielen Preisänderungen durch die relativ festen Portions- und Packungsgrößen, beispielsweise bei der 100-Gramm-Tafel, relativ schnell auf. In den vergangenen Jahren ging es hier steil bergauf.
Vom Rekordhoch zum Preissturz
2024 hatte der Kakaopreis eine historische Rally hingelegt, zeitweise vervielfachte sich der Kurs und markierte im Dezember 2025 ein Allzeithoch von über 12.000 Euro je Tonne. Die Kombination aus schwachen Ernten in Westafrika, klimabedingten Ausfällen und Spekulation an den Märkten machte Kakao zu einem sehr teuren Rohstoff. Inzwischen hat sich das Bild gedreht: Aktuell notiert eine Tonne Kakao nur noch im Bereich von etwa 3.000 Euro.
Warum Kakao so stark schwankt
Kakao wird an internationalen Börsen gehandelt, der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage und reagiert sehr empfindlich auf Wetter, Ernten sowie politische Entwicklungen. In den wichtigsten Anbauländern wie der Elfenbeinküste und Ghana führten Dürren, Starkregen und Pflanzenkrankheiten in den vergangenen Jahren zu massiven Ernteausfällen. Zugleich verstärkten Finanzinvestoren die Ausschläge, indem sie auf weiter steigende oder fallende Preise setzten und damit kurzfristige Preisspitzen nach oben wie nach unten auslösten.
Extreme Bewegungen beim Kakaopreis sind historisch eher die Regel als die Ausnahme. Schon in den 1970er‑Jahren und Anfang der 2010er kam es zu starken Preisschüben, ausgelöst etwa durch politische Krisen in der Elfenbeinküste und Nigeria oder durch besonders schwache Ernten. Ebenso bekannt sind Phasen, in denen der Preis nach Rekordernten regelrecht einbrach und zeitweise auf weniger als die Hälfte früherer Niveaus fiel.
Warum Schokolade nicht sofort billiger wird
Trotz des abrupten Preissturzes beim Rohstoff Kakao werden Schokohasen und -tafeln im Supermarkt nicht von heute auf morgen günstiger. Viele Hersteller kaufen Kakao über langfristige Verträge oder Absicherungsgeschäfte, sodass sie aktuell oft noch zu den früheren, deutlich höheren Preisen einkaufen. Hinzu kommt, dass auch andere Kostenblöcke wie Zucker, Energie, Verpackung, Transport und Löhne im Vergleich zu den Vorjahren deutlich höher sind, was sich an den Verkaufspreisen bemerkbar macht. Einmal durchgesetzte Preiserhöhungen werden im Handel zudem meist nur zögerlich und in kleinen Schritten wieder zurückgenommen.
Shrinkflation und der Schokohase
Für Ostern 2026 bedeutet die Marktentspannung beim Kakao vor allem, dass sich ein weiterer, drastischer Preissprung für Schokohasen nicht abzeichnet. Allerdings ist es gut möglich, dass Hersteller und Handel weiterhin auf Strategien wie „Shrinkflation“ setzen: Die Packungen oder Figuren werden etwas kleiner, während der Preis am Regal gleich bleibt. Verbraucherzentralen kritisieren dieses Vorgehen seit Jahren, weil es Preissteigerungen versteckt und gerade bei Genussprodukten wie Schokolade nur schwer zu durchschauen sind. Wer seine Ostereinkäufe plant, sollte deshalb genauer auf Füllmengen und Stückzahlen achten.
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Stand: 17.02.2026



