
Lange galten US-Staatsanleihen als eine der sichersten Anlagen der Welt. Doch seit einigen Monaten gerät dieser Status ins Wanken. Die USA müssen relativ hohe Zinsen auf ihre Schulden zahlen. Mittlerweile geben sie mehr dafür aus als für ihr üppiges Militär.
Gleichzeitig wertet der US-Dollar ab – ein ungewöhnliches Zusammenspiel, das Fachleute aufhorchen lässt. Was bedeutet das für Menschen, die ihr Erspartes anlegen wollen? Wir haben nachgefragt bei dem Wirtschafts- und Finanzexperten Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

3 Fragen zu Geld an
Dr. Ulrich Kater
Herr Dr. Kater, was genau passiert gerade am Markt für US-Staatsanleihen und warum spricht man vom Phänomen „Sell America"?
Der Begriff „Sell America“ beschreibt eine breitere Marktbewegung, bei der nicht nur Anleihen, sondern auch US-Aktien und andere Vermögenswerte verkauft werden. Gründe hierfür sind Unsicherheiten über die geopolitische Verlässlichkeit der USA sowie die hohe Staatsverschuldung. Kapitalmärkte im Handelsstreit als Waffe einzusetzen, ist blanker Unsinn. Aber man wird privaten Akteuren an den Kapitalmärkten nicht verwehren können, ihre Portfolien ein wenig umzuschichten, und zwar weg von den USA.
Wie gefährlich ist dieser Trend für Privatanlegerinnen und Privatanleger in Deutschland? Entwickelt sich hier sogar ein systemisches Risiko?
Nein, dafür sind die US-Kapitalmärkte zu wichtig. Es gibt einfach keinen Ersatz, also keine Märkte, die derart stabil und liquide sind.
Steigende Renditen klingen für Anleger und Anlegerinnen zunächst positiv. Ist der aktuelle Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen also auch eine Chance?
Die Chancen des Renditeanstiegs bei US-Staatsanleihen sind begrenzt. Denn zwischen dem europäischen Anleger und dem US-amerikanischen Anleihemarkt liegt der Wechselkurs. Was man an höheren Renditen gewinnt, geht leicht durch einen schwächeren US-Dollar wieder verloren.
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Stand: 25.02.2026



