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So optimieren Sie Ihr Supply‑Chain‑Management

Lieferketten krisensicher aufstellen
Globale Spannungen, Kostensteigerungen und neue Berichtspflichten machen Lieferketten anspruchsvoller, unsicherer und teurer. Das stellt auch die Wirtschaft vor neue Belastungsproben. Diese Hebel können Sie zur Stabilisierung und Resilienz Ihrer Lieferketten nutzen – inklusive Handlungsansätze und praktischer Checkliste.
Das Wichtigste in Kürze
  • Transparenz über Zulieferer und Prozesse ist die Grundlage für belastbare Entscheidungen im Supply Chain Management (SCM).

  • Digitale Werkzeuge (Visibility Plattformen, KI gestützte Prognosen, IoT) verbessern Früherkennung und Reaktionsfähigkeit.

  • Compliance , Klima und Cyberrisiken gehören heute zum SCM Risikoportfolio.

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der Unternehmen wollen ihre Lieferketten anpassen, um einschneidende Veränderungen bewältigen zu können (Studie: „Reinventing Supply Chains 2030“, PWC).

Warum ist ein gutes Supply Chain Management jetzt wichtiger denn je?

Lieferketten durchlaufen derzeit den umfassendsten Wandel seit Langem. Geopolitische Spannungen, technologische Innovationen und Klimaveränderungen zwingen Führungskräfte heutzutage, Lieferketten robuster, umweltverträglicher und smarter umzubauen. Dazu gehört mehr Transparenz, der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik zur Leistungssteigerung sowie die Vernetzung aller Beteiligten zur frühzeitigen Problemerkennung und -bewältigung.

Unternehmen sind zudem gefordert, Versorgungssicherheit, Kostenstruktur und Nachhaltigkeitsanforderungen zugleich zu managen. Diese Ziele müssen sie mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in Einklang zu bringen.

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der Unternehmen haben Initiativen zur Regionalisierung ihrer Lieferketten gestartet (Studie: „Reinventing Supply Chains 2030“, PWC).

Wann Lieferketten auf den Prüfstand kommen

Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell Engpässe innerhalb der Lieferkette entstehen und wie anfällig sie sein können. „Dass sich Containerpreise innerhalb von Wochen verfünffachen könnten, hätte ich mir nie träumen lassen. Wann kommt die bestellte Ware, in welcher Qualität wird sie geliefert, zu welchem Preis kann ich nachbestellen? Die Beschaffung wurde zum Lotteriespiel,“ berichtet Jan Philippi, Eigentümer des gleichnamigen Design-Labels, über die damaligen Pandemiezeiten.

Um Lieferkettenunterbrechungen zu vermeiden, gaben 63 Prozent befragter Unternehmen an, dass sie ihre Lieferketten anpassen wollen, um Disruptionen zu bewältigen. 93 Prozent wollen dabei einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, wie die Studie „Reinventing Supply Chains 2030“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC zeigt.

40 Prozent der Unternehmen haben aufgrund der Krisen der vergangenen Jahre Initiativen zur Regionalisierung ihrer Lieferketten gestartet, so die Studie weiter. Auch Jan Philippi zieht mit: „Wir sehen uns wieder stärker in Europa um. Welche Produktionsstätten gibt es beispielsweise in Osteuropa und was könnten wir dort fertigen lassen.“

Was sind die Grundlagen und Ziele des Supply Chain Managements?

Zentrales Ziel des SCM ist die effiziente, kundenorientierte Gestaltung der gesamten Wertschöpfungskette. Durch die enge Abstimmung aller Beteiligten wie Hersteller, Lieferanten, Logistikdienstleister und Kunden, sollen Kosten gesenkt, Abläufe beschleunigt, Risiken minimiert und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gesteigert werden.

Supply Chain Management bezeichnet einen ganzheitlichen Ansatz zur Planung, Steuerung und Optimierung aller Prozesse entlang der Lieferkette. Moderne Supply Chain Management Systeme ermöglichen dabei die einheitliche Erfassung und Analyse aller Datenflüsse.

Erste Maßnahmen beginnen bereits bei der Produktentwicklung, weiter gehts bei der Beschaffung der Rohstoffe bis hin zur Auslieferung des Endprodukts an die Kundinnen und Kunden. Dabei werden Lieferzeiten, Waren-, Informations- und Finanzflüsse so aufeinander abgestimmt, dass Produkte in der richtigen Menge und in optimaler Qualität zuverlässig am passenden Ort bereitgestellt werden. Dabei sollten die Kosten so gering wie möglich ausfallen.

Ein professionelles Supply Chain Management trägt damit wesentlich zur Stabilität der gesamten Wirtschaft bei.

Was sind Herausforderungen im modernen Supply Chain Management?

Globale, eng vernetzte Märkte machen Lieferketten komplexer und anfälliger. Unternehmen benötigen leistungsfähige, moderne digitale Supply Chain Management Systeme und digitale Transparenz, Echtzeitdaten und eine enge Abstimmung aller Partner, um in der Logistik & Supply Chain Management leistungsfähig zu bleiben:

Cybersecurity und NIS 2

Mit der Digitalisierung steigen Angriffe auf die IT in der Lieferkette. Je verzweigter das Netzwerk, desto größer die Angriffsfläche. Unternehmen sollten ihre Sicherheitsmaßnahmen entsprechend anpassen und prüfen, ob sie vom NIS 2 Umsetzungsgesetz betroffen sind. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag.

Organisation und Fachkräfte

Unklare Zuständigkeiten, fehlendes Vertrauen, unterschiedliche Kompetenzniveaus und Fachkräftemangel in Logistik und SCM bremsen Prozesse und Entscheidungen. Klare Rollen, Schulungen und gezieltes Recruiting werden damit zum Erfolgsfaktor.

Externe Risiken

Geopolitische Konflikte, Sanktionen, Handelsbeschränkungen , Rohstoffengpässe, Klimarisiken und volatile Nachfrage erhöhen die Unsicherheit. Resiliente und flexible Liefernetzwerke helfen, Störungen schneller aufzufangen.

Compliance und Regulierung

Steigende rechtliche Anforderungen und Berichtspflichten selbst für kleinere Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette erfordern transparente Prozesse, lückenlose Dokumentation und systematisches Lieferantenscreening. So lassen sich Bußgelder, Reputationsschäden, rechtliche Risiken sowie der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen vermeiden.

Nachhaltigkeit und ESG

Zunehmende Anforderungen an die Einhaltung von ESG-Vorschriften (strengere CO₂ Ziele, Ressourceneffizienz und soziale Standards) zwingen Unternehmen, Emissionen und Umwelt sowie Sozialauswirkungen zu messen, zu reduzieren und offen zu kommunizieren. Nachhaltiges Supply Chain Management integriert diese Anforderungen strategisch in alle Prozesse – von der Rohstoffbeschaffung bis zur Logistik.

Diese Maßnahmen können zu notwendigen Umstellungen in Beschaffung, Produktion und Logistik führen und erhöhen zugleich die Verantwortung entlang der gesamten Supply Chain.

Die Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Lieferkette gelingt beispielsweise durch professionelle Supply Chain Beratung besonders effektiv. Expertinnen und Experten zeigen, wie Unternehmen CO₂-Emissionen durch optimierte Routen senken und recycelte Materialien strategisch einsetzen können.

Was sind Erfolgsfaktoren des SCM

Ein effektives Supply Chain Management verfolgt mehrere miteinander verknüpfte Ziele. Bei erfolgreicher Umsetzung können Unternehmen dadurch nicht nur ihre Kostenstruktur verbessern, sondern auch ihre Anpassungsfähigkeit an Marktveränderungen erhöhen. Das Resultat sind höhere Profitabilität, stabile Partnerschaften und langfristig zufriedene Kundinnen und Kunden:

  • Kostensenkung

    Reduktion von Lagerkosten und Kapitalbindung durch optimierte Lagerbestände.

  • Effizienzsteigerung

    Bessere Auslastung von Personal, Maschinen und Transportmitteln.

  • Zuverlässigkeit

    Aufbau stabiler und transparenter Lieferprozesse für hohe Liefertreue.

  • Flexibilität

    Anpassungsfähige, bedarfsorientierte Produktion bis hin zu Just-in-Time-Lieferungen.

  • Schnelligkeit

    Verkürzung von Durchlauf-, Reaktions- und Lieferzeiten entlang der gesamten Kette.

  • Innovation

    Schnellere Einführung neuer Produkte durch eine effizient vernetzte Lieferkette.

  • Kundenbindung

    Enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Endkunden zur Steigerung der Zufriedenheit und Servicequalität.

7 Schritte zum krisenfesten Lieferkettenmanagement

Interdisziplinär und agil arbeiten

Sie bilden ein interdisziplinäres Krisenteam aus Einkauf, Produktion, Logistik, Vertrieb, Finanzen, Recht und IT. Sie definieren klare Entscheidungswege, Vertretungsregeln und regelmäßige Meeting-Rhythmen für Krisen und Normalbetrieb. Klare Entscheidungswege plus schnelle Eskalationspfade erhöhen die Reaktionsfähigkeit. So verankern Sie Resilienz-Themen direkt in der Geschäftsführung.

Transparenz in der Lieferkette schaffen

Stellen Sie Stammdaten und Prozessdaten in einer einheitlichen Sicht zusammen. Supply Chain Management Systeme, Process Mining, Master Data Management und Visibility Plattformen helfen, Ist Prozesse zu erkennen und Abweichungen aufzudecken. Ziel: innerhalb weniger Klicks einen Überblick über Zulieferer, Warenflüsse und Bestände haben.

Risiken systematisch analysieren und priorisieren

Identifizieren Sie zentrale Risikoquellen wie geopolitische Spannungen, regulatorische Änderungen, Klima/Wetter, Pandemien, Cyberbedrohungen, Lieferantenbonität, Single-Sourcing und Nachfragevolatilität. Entwickeln Sie eine einheitliche Bewertungslogik nach Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Erkennbarkeit und führen regelmäßige Stresstests durch. Definieren Sie Risikoschwellen und Frühwarnindikatoren, ab denen Maßnahmen automatisch ausgelöst werden. Definieren Sie konkrete Notfallpläne für priorisierte Risiken mit alternativen Lieferanten, Ersatzmaterialien, Ausweichrouten und Priorisierung von Kundenaufträgen.

Lieferantenbasis diversifizieren und Nearshoring prüfen

Vermeiden Sie Single-Sourcing bei kritischen Gütern und setzen nach Möglichkeit auf Multi-Sourcing in unterschiedlichen Regionen. Prüfen Sie Reshoring und Nearshoring, wo Abhängigkeiten von weit entfernten oder politisch instabilen Regionen zu hoch sind. Integrieren Sie Resilienz-Kriterien wie Ausfallhistorie, Kapazität und Notfallpläne fest in das Lieferanten-Scoring und in Vergabeentscheidungen.

Compliance, Nachhaltigkeit und Dokumentation

Sie stellen sicher, dass Krisenmaßnahmen nicht zu Verstößen gegen Sanktionen, Embargos, Kartellrecht oder Menschenrechtsvorgaben wie das Lieferkettengesetz führen. Etablieren Sie dafür Prozesse zur Due Diligence, einschließlich Screening neuer Lieferanten, Audit-Konzepten und Vertragsklauseln zu ESG-Standards. Die Auslagerung bestimmter Prüf- und Kontrollaufgaben an einen Dienstleister oder nutzen digitaler Lösungen kann hier hilfreich sein.

KI und Automatisierung nutzen

Innovative Technologien verändern die Funktionsweise von Lieferketten grundlegend. Supply Chain Management Systeme mit integrierter KI werden zum Standard im Supply-Chain-Management.KI-gestützte Systeme analysieren Echtzeitdaten aus vielfältigen Quellen – von Wetterberichten über soziale Medien bis zu Verkehrsdaten – und identifizieren potenzielle Risiken frühzeitig.

Was kann KI im SCM leisten?

Predictive Analytics: Vorhersage von Nachfrageschwankungen, Lieferengpässen, Preisänderungen

Automatisierte Entscheidungen: Optimierung von Bestellmengen, Routenplanung, Ressourcenallokation

Früherkennung von Störungen: Proaktive Warnung vor Streiks, Naturkatastrophen, politischen Konflikten

Kontinuierliche Optimierung: Maschinelles Lernen verbessert Prognosen und Prozesse laufend

Investition in Digitalisierung: Die Einführung von KI-Tools erfordert oft externe Finanzierung. Ihre Sparkasse berät Sie zu Fördermöglichkeiten und Finanzierungslösungen für Digitalisierungsprojekte .

Organisation verankern und kontinuierlich verbessern

Verankern Sie Supply-Chain-Resilienz in Strategie, Zielsystemen und Management-Kennzahlen wie Resilience-Index, Time-to-Recover und Time-to-Survive. Schulen Sie regelmäßig Fach- und Führungskräfte zu Risikomanagement, Krisenkommunikation und neuen regulatorischen Anforderungen. Überprüfen und aktualisieren Sie mindestens jährlich Ihre Risikoanalysen, Lieferantenbewertungen und Notfallpläne. Idealerweise tun Sie das nach jeder Krise oder Beinahe-Störung, denn konsequente Supply Chain Optimierung ist ein fortlaufender Lernprozess.

Was sind die aktuellen Regelungen beim Europäisches Lieferkettengesetz und Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)?

Das europäische Lieferkettengesetz (CSDDD) wurde in einer abgeschwächten Form beschlossen, seine Anwendung aber auf 2028 verschoben, damit Unternehmen mehr Vorbereitungszeit haben und bürokratische Lasten reduziert werden. Die ersten Vorschriften sollen ab dem 26. Juli 2028 gelten, die vollständige Umsetzung der Richtlinie ist für Juli 2029 vorgesehen.

In Deutschland gilt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) seit 2023 und erfasst seit 2024 Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten. Das deutsche LkSG soll durch EU-Vorgaben (Corporate Sustainability Due Diligence Directive – CSDDD) ersetzt werden. Bis Deutschland die EU-Richtlinie bis Mitte 2028 in nationales Recht umgesetzt hat, gilt das LkSG weiter. In der Übergangszeit soll das LkSG angepasst werden, um administrative Lasten für Unternehmen zu begrenzen und die Anwendungs- und Vollzugsfreundlichkeit zu erhöhen. Beispielsweise entfallen die jährlichen Berichtspflichten für Unternehmen, die Sorgfaltspflichten bleiben zwar bestehen, Bußgelder werden aber reduziert, heißt es auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales .

7-Punkte-Checkliste: Quick Scan für Ihre Lieferkette

  1. Haben Sie eine priorisierte Liste der geschäftskritischen Teile/Komponenten?

  2. Sind Ihre Top 10 Lieferanten und deren Standort Tier Level dokumentiert?

  3. Verfügen Sie über eine zentrale Sicht auf Bestände und Transit Zeiten?

  4. Gibt es für kritische Lieferanten Alternativquellen (Ziel: mind. 2)?

  5. Existiert ein Monitoring für politische, klimatische und logistische Risiken?

  6. Sind Compliance und ESG Anforderungen geprüft und dokumentiert?

  7. Haben Sie Notfall und Kommunikationspläne für Lieferausfälle und Engpässe?

Sie möchten Ihre Lieferketten krisensicher aufstellen?

Lassen Sie sich von unseren Expertinnen und Experten beraten. Erreichen Sie hier Ihre Sparkasse vor Ort.
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Häufige Fragen zum Supply-Chain-Management

  1. Unter Supply-Chain-Management wird die ganzheitliche Planung, Steuerung und Optimierung aller Waren-, Informations- und Geldflüsse entlang der gesamten Lieferkette – von der Beschaffung der Rohstoffe über Produktion und Lagerung bis zur Auslieferung an den Endkunden oder die Endkundin verstanden. Ziel ist es, Lieferketten effizient, kostengünstig, zuverlässig und zunehmend auch nachhaltig zu gestalten sowie alle beteiligten Partner (Lieferanten, Produzenten, Logistikdienstleister, Kunden) abgestimmt zusammenarbeiten zu lassen.

  2. Supply-Chain-Management (SCM) umfasst verschiedene bewährte Methoden zur Optimierung von Prozessen, Kosten und Resilienz. Zu den Kernansätzen zählen prozessorientierte Methoden wie beispielsweise Lean Management, Just-in-Time und das SCOR-Modell. Darüber hinaus gibt es Kooperationsmethoden wie Vendor-Managed Inventory (VMI) oder Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR). Auch digitale Methoden werden immer wichtiger, zum Beispiel Supply Chain Analytics, KI und IoT.

  3. Logistiker und Logistikerinnen sind dafür da, dass Rohstoffe und Waren reibungslos ihren Weg zu ihrem Bestimmungsort finden. Nach der sogenannten „Seven-Rights-Definition“ des US-amerikanischen Eisenbahn-Transport-Experten E. Grosvenor Plowman stellt Logistik sicher, dass

    • das richtige Gut
    • in der richtigen Menge
    • im richtigen Zustand
    • am richtigen Ort
    • zur richtigen Zeit
    • für den richtigen Kunden oder die richtige Kundin
    • zu den richtigen Kosten

    verfügbar ist.

    Experten und Expertinnen für Supply-Chain-Management haben noch stärker den Gesamtprozess im Blick. Was lässt sich in der Wertschöpfungskette optimieren? Welche Fehler tauchen gehäuft auf? In welche digitalen Systeme sollte investiert werden?

    • Häufigere Unterbrechungen der Lieferkette
    • Erweiternde ESG-Anforderungen
    • Steigende Konkurrenz voll integrierter Ökosysteme
    • Zunehmender Bedarf zur Unterstützung neuer Geschäftsmodelle
    • Wachsende Knappheit an Talenten und Fachkräften
    • Rapide technologische Fortschritte
  4. Nein, Lieferkettenmanagement und Supply Chain Management (SCM) sind nicht exakt dasselbe, obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden. Lieferkettenmanagement ist die deutsche Übersetzung von Supply Chain Management, aber im deutschen Sprachgebrauch wird „Lieferkettenmanagement“ häufig enger gefasst, oft im Kontext gesetzlicher Vorgaben wie dem LkSG (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz).

    Hauptunterschiede

    • Umfang: SCM ist strategischer und integriert Logistik, Beschaffung, Produktion sowie Finanz- und Informationsflüsse über mehrere Unternehmen hinweg; Lieferkettenmanagement fokussiert stärker auf die Kette selbst und operative Aspekte.
    • Zielsetzung: SCM zielt auf Kostensenkung, Effizienzsteigerung und Resilienz ab; Lieferkettenmanagement betont oft Compliance und Risikominimierung (z. B. Menschenrechte).
    • Bezug zur Logistik: Logistik ist ein Teilbereich beider, aber SCM geht darüber hinaus und koordiniert Netzwerke von Lieferanten.

    Praxisbeispiel

    Bei einem Autohersteller optimiert SCM die gesamte Kette von Stahlzulieferern bis Händler, inklusive Prognosen und Digitalisierung. Das Lieferkettenmanagement prüft hingegen speziell Risiken wie Kinderarbeit bei Zulieferern gemäß LkSG.

  5. Supply Chain-Prozesse sind die zentralen Schritte im Supply Chain Management (SCM), die Material-, Informations- und Finanzflüsse von der Rohstoffbeschaffung bis zum Endkunden steuern und optimieren.

    Das Standardmodell SCOR gliedert SCM in fünf Hauptprozesse: Planung, Beschaffung (Sourcing), Produktion (Making), Lieferung (Delivery) und Rückgabe (Returns).

    • Planung: Nachfrageprognosen, Bestands- und Produktionspläne erstellen, um Engpässe zu vermeiden.
    • Beschaffung: Lieferanten auswählen, verhandeln und Rohmaterialien einkaufen.
    • Produktion: Rohstoffe in Fertigprodukte umwandeln, inklusive Montage und Qualitätskontrolle.
    • Lieferung: Logistik, Lagerung und Distribution an Kunden organisieren.
    • Rückgabe: Reverse Logistics für Retouren, Recycling oder Entsorgung handhaben.
  6. Strategische Schritte der Lieferkette umfassen langfristige Planungen und Entscheidungen, die die gesamte Supply Chain resilient, effizient und wettbewerbsfähig gestalten.

    Planungsphasen

    Zuerst wird die Lieferkette kartiert, um Strukturen, Lieferanten und Risiken zu analysieren; danach erfolgt die Nachfrageprognose unter Berücksichtigung von Trends und Szenarien.

    Anschließend folgt die Netzwerkoptimierung, inklusive Auswahl von Standorten, Regionalisierung und Lieferantenbewertung, um Kosten und Durchlaufzeiten zu minimieren.

    Umsetzung und Optimierung

    Strategien wie Automatisierung, Digitalisierung (z. B. IoT, ERP) und enge Partnerschaften mit Lieferanten werden implementiert, um Transparenz und Flexibilität zu steigern.

    Risikomanagement und Nachhaltigkeitsmaßnahmen (z. B. ESG-Anforderungen und LkSG-Compliance) runden den Prozess ab, mit kontinuierlicher Messung von KPIs.

  7. Der SCM-Prozess (Supply Chain Management) läuft zyklisch und iterativ ab, basierend auf Modellen wie SCOR, und umfasst die Koordination von Material-, Informations- und Finanzflüssen von Lieferanten bis zum Kunden.

  8. Lieferantenmanagement umfasst einen zyklischen Prozess zur Auswahl, Bewertung und Optimierung von Zulieferern, um Qualität, Kosten und Risiken zu steuern. Es ist ein zentraler Bestandteil des SCM und folgt typischerweise klaren Phasen. Die Kernphasen sind:

    • Auswahl: Marktanalyse, Bewertung (Preis, Qualität, Nachhaltigkeit), RFI/RFP.
    • Qualifizierung: Audits, Verhandlungen, Vertragsabschluss mit SLAs.
    • Einführung: Onboarding, Systemanbindung, Testlieferungen.
    • Bewertung: KPIs (Liefertreue, Defektrate), Scorecards, Monitoring.
    • Entwicklung: Optimierung, Schulungen, Innovationen oder Wechsel.
  9. Supply Chain Optimierung steigert Effizienz, senkt Kosten und erhöht Resilienz durch gezielte Maßnahmen.

    Kernmethoden:

    • Prozesse analysieren: Engpässe identifizieren, Prozessmapping nutzen.
    • Digitalisieren: ERP, KI-Prognosen, IoT für Echtzeit-Transparenz.
    • Automatisieren: Roboter im Lager, optimierte Routen und Transport.
    • Lieferanten kooperieren: Gemeinsame Ziele, Risikomanagement, VMI.
    • Bestände optimieren: Demand Planning, KPIs messen, Nachhaltigkeit integrieren.
  10. Ja, die Sparkassen-Finanzgruppe bietet Unternehmen Beratung zum Thema Supply Chain Management an, insbesondere über lokale Sparkassen.

    Lokale Expertinnen und Experten beraten zu krisensicheren Lieferketten, Risikomanagement, Digitalisierung und Optimierung. Kontaktieren Sie Ihre Sparkasse vor Ort für maßgeschneiderte Unterstützung.

  11. Ja, die Sparkassen-Finanzgruppe stellt über ihre regionalen Sparkassen lokale Beraterinnen und Berater für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bereit.

    Diese unterstützen bei Finanzierung, Nachfolge, Digitalisierung und Auslandsgeschäft – oft über Firmenkundencenter oder Business-Center vor Ort. Kontaktieren Sie Ihre Sparkasse lokal für persönliche Termine.

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