
925.000 Tarifbeschäftigte erhalten mehr Geld.
In drei Schritten steigen die Gehälter um insgesamt 5,8 Prozent.
Die Erhöhung beträgt mindestens 100 Euro monatlich.
3,5 Millionen Menschen betroffen
Im öffentlichen Dienst der Länder gibt es bald mehr Geld. Das betrifft direkt die Tarifbeschäftigten der Bundesländer (außer Hessen). In der Regel werden die Abschlüsse auf die Beamtinnen und Beamten in den Ländern und Kommunen sowie auf die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger übertragen.
Insgesamt profitieren von der Tarifeinigung dadurch etwa 3,5 Millionen Menschen. Dazu zählen unter anderem Lehrerinnen und Lehrer, das Kita- und Hochschulpersonal sowie die öffentliche Verwaltung.
So stark steigen die Entgelte
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:
Ab 1. April 2026: +2,8 Prozent mehr Entgelt – mindestens aber 100 Euro mehr im Monat
Ab 1. März 2027: weitere +2,0 Prozent
Ab 1. Januar 2028: weitere +1,0 Prozent
Gesamterhöhung: 5,8 Prozent über 27 Monate
Nachwuchskräfte: mindestens +150 Euro ab April 2026
Schichtzulage: künftig 100 Euro monatlich; Krankenhäuser 250 Euro
Schichtzulagen und Mindesterhöhung
Die Einigung sieht eine Gehaltserhöhung in drei Stufen vor. Ab dem 1. April 2026 steigen die Gehälter um 2,8 Prozent, aber mindestens um 100 Euro monatlich. Das Mindest-Prinzip sichert vor allem den unteren Einkommensgruppen eine spürbare Verbesserung. Wer etwa 2.000 Euro brutto verdient, hätte durch die Prozenterhöhung nur 56 Euro mehr. Die Mindestgrenze von 100 Euro greift und sorgt für mehr.
Für Auszubildende und Nachwuchskräfte gibt es von Beginn an mindestens 150 Euro mehr.
Wer in Schichten oder wechselnden Diensten arbeitet – klassischerweise Pflegekräfte, Feuerwehrleute, aber auch Mitarbeitende im technischen Dienst – profitiert zusätzlich: Die allgemeine Schichtzulage steigt auf 100 Euro im Monat. Diese betrug bisher 40 Euro, in Kliniken 60 Euro. Die Wechselschichtzulage steigt von 105 Euro auf 200 Euro pro Monat. In Krankenhäusern sind es sogar 250 Euro statt bisher 130 Euro.
Wie viel das pro Jahr macht
Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 27 Monate. Das macht rechnerisch eine Erhöhung von gut 2,5 Prozent pro Jahr. Das liegt über der angestrebten Inflationsrate von 2 Prozent.
Die letzte Erhöhung aus dem vorangegangenen Abschluss gab es vor gut einem Jahr zum 1. Februar 2025. Da erhöhten sich die Tarife um 5,5 Prozent. Zum 1. November 2024 erhöhten sich alle Tarife um 200 Euro. 2022 gab es zum 1. Dezember 2,8 Prozent mehr. Zudem gab es wiederholt Einmalzahlungen: im März 2022 in Höhe von 1.300 Euro, im Dezember 2023 1.800 Euro sowie von Januar 2024 bis Oktober 2024 jeden Monat 120 Euro.
Zum Vergleich: Das durchschnittliche Gehalt in Deutschland stieg nominal in den vergangenen 25 Jahren um 2,7 Prozent pro Jahr.
Keine Streiks bis Februar 2028
Der neue Tarifvertrag Länder (TV-L) läuft bis zum 31. Januar 2028. Das heißt, dass in diesen Bereichen bis dahin auch nicht wieder gestreikt werden darf.

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Anders sieht es in Hessen aus. Das Bundesland ist nicht Teil der Tarifgemeinschaft und verhandelt eigenständig. Dort ist der bisherige Tarifvertrag zum 31. Januar 2026 ausgelaufen. Hier sind also Streiks in den kommenden Monaten denkbar.
Warum gab es überhaupt Streiks?
Im öffentlichen Dienst bestimmt nicht jeder Arbeitgeber für sich, was er zahlt. Die meisten Bundesländer gehören der sogenannten Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) an. Dies ist ein gemeinsamer Arbeitgeberverband, der zentral für alle Länder verhandelt. Das bedeutet: Ein einziger Abschluss gilt für Lehrkräfte in Schleswig-Holstein genauso wie für Straßenwärter und -wärterinnen in Bayern oder Pflegekräfte an einer Uniklinik in Thüringen.
Verhandelt wird dabei auf der Gegenseite vor allem von der Gewerkschaft ver.di sowie dem dbb Beamtenbund und tarifunion. Beide Organisationen hatten sieben Prozent mehr Gehalt gefordert, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr. Als die Arbeitgeber zunächst deutlich weniger anboten, griffen die Gewerkschaften zum bewährten Druckmittel: dem Warnstreik. Krankenhäuser arbeiteten mit Notbesetzungen, Kitas blieben geschlossen, und an manchen Stellen staute sich der Verkehr, weil Brücken und Tunnel wegen Streiks bei der Straßenverwaltung gesperrt wurden.
Das sind die Kosten
Für die Länderhaushalte entstehen zusätzliche Ausgaben in Höhe von 12,34 Milliarden Euro, wie Verhandlungsführer Andreas Dressel (SPD, Hamburg) mitteilte. Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) sprach von einem „enormen Kraftakt“ angesichts der hohen Personalausgaben des Freistaats. Sein Kollege Danyal Bayaz aus Baden-Württemberg (Grüne) prognostizierte, der Abschluss werde den finanziellen Spielraum seines Landes in den kommenden Jahren spürbar einschränken.
Trotzdem halten die meisten Länder den Kompromiss für vertretbar. Der Druck durch die Streiks und die Notwendigkeit, qualifiziertes Personal zu halten und zu gewinnen, dürfte viele Finanzminister zur Akzeptanz bewogen haben.
Warum auch Beamte betroffen sind
Ein wichtiger Punkt: Der Tarifvertrag gilt zunächst nur für die rund 925.000 sogenannten Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Beamtinnen und Beamte, also etwa Lehrerinnen und Lehrer, Polizistinnen und Polizisten oder Richter, unterliegen nicht dem Tarifrecht. Sie werden vom Staat besoldet, und ihre Bezüge werden per Gesetz festgelegt, nicht verhandelt.
Traditionell werden Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst aber auf Beamte übertragen. Das fordern auch die Gewerkschaften jetzt: ver.di und dbb bestehen auf einer zeitgleichen Übernahme für die mehr als 1,3 Millionen Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfänger. Sicher ist das aber nicht: Bayern hat angekündigt, die Übertragung um sechs Monate zu verschieben. dbb-Chef Volker Geyer kündigte Widerstand an.
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Stand: 16.02.2026



