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Athlet in Helm und Rennanzug startet im gelben Zweier-Bobschlitten auf vereister Bahn, Zuschauer stehen am Rand und beobachten das Rennen.

Was kostet ein Bob? Winter-Olympia-Sportgeräte und ihre Preise

Mit Geld zu Gold
Curling-Stein, Biathlon-Gewehr und Vierer-Bob: Der Weg zu Olympia kostet nicht nur Schweiß und Tränen, sondern auch richtig viel Geld. Was Winter-Olympioniken für ihre Ausrüstung zahlen, ist atemberaubend. 5 Sportgeräte und ihre Preise.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Olympische Winter-Sportgeräte sind überraschend teuer.

  • Ein Vierer-Bob kostet bis zu 120.000 Euro, ein Satz Curling-Steine um die 10.000 Euro.

  • Ohne finanzielle Unterstützung durch Sponsoren oder Sportförderung ist der Weg zu Olympia für viele Athletinnen und Athleten kaum zu stemmen.

Der Traum von Olympia beginnt meist in der Kindheit, auf einer zugefrorenen Eisfläche, einer verschneiten Piste oder in einer zugigen Sporthalle. Doch bis zu den olympischen Winterspielen ist es ein weiter Weg, gepflastert mit unzähligen Trainingsstunden, Schweiß, Rückschlägen und dem Antrieb, immer wieder aufzustehen, weiterzumachen und besser zu werden.

Athletinnen und Athleten verzichten auf viel Freizeit, investieren Jahre in den perfekten Bewegungsablauf und kämpfen gegen Zweifel und Verletzungen. Doch bei aller Leidenschaft, allem Fleiß und aller mentalen Stärke: Spitzensport kostet auch Geld. Viel Geld. Denn ohne das richtige Equipment bleibt der olympische Traum unerreichbar.

Curling-Stein und Besen: Granit aus Schottland

Curling schickt sich ein bisschen an das Darts der Olympischen Winterspiele zu werden: Dieser Sport vermittelt den Zuschauerinnen und Zuschauern das Gefühl, wenn sie es nur schafften, von der Couch aufzustehen, wäre der Weg zu Olympia schon halb geschafft. Aber natürlich braucht es hier genauso viel Training wie in jedem anderen Sport, damit das Gefühl für Länge, Drehung und Kraft perfekt austariert ist und auch die taktischen Finessen sitzen.

Zudem gibt es nur wenige Orte zum Üben. Denn die Eisfläche muss speziell mit sogenannten Pebbles gespickt sein. Das sind kleine Wassertröpfchen, die gefroren das Eis einen Tick rubbelig machen und für das Curlen, also die Drehbewegung, entscheidend sind.

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kostet ein Satz Curling-Steine in etwa.

Noch mehr Präzision fließt in die Steine. Das Internationale Olympische Komitee setzt auf Steine, deren Granit von einer kleinen, unbewohnten Insel in Schottland stammt, der Aisla Craig.

Sie bestehen aus zwei Sorten Granit und wiegen etwa 18 bis 20 Kilogramm. Ein Stein kostet zwischen 500 und 700 Euro. Da pro Spiel 16 Steine (8 pro Team) benötigt werden, ergibt das pro Satz 8.000 bis gut 11.000 Euro.

Der große Vorteil: Sie sind sehr langlebig und können unter Umständen auch aufgearbeitet werden.

Größer ist der Verschleiß bei den Besen. Der Curling-Besen selbst ist mit 150 bis 300 Euro vergleichsweise erschwinglich. Die Besenköpfe müssen im Laufe der Saison aber regelmäßig gewechselt werden, damit sie die Reibung des Steins auf dem Eis optimal beeinflussen.

Biathlon-Gewehr: Präzision auf höchstem Niveau

Das Biathlon-Gewehr vereint zwei extreme Anforderungen: Für den Sprint auf Skiern ist Leichtigkeit entscheidend. Aber ein leichtes Gewehr reagiert stärker auf das Zittern der Hände. Dabei müssen die Biathletinnen und Biathleten aus 50 Metern Entfernung eine (im Liegendschießen) nur 5 Zentimeter große Scheibe treffen.

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sind für ein Profi-Biathlongewehr zu berappen.

Ein wettkampftaugliches Biathlon-Gewehr kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Spitzenathleten investieren oft noch mehr in individuell angepasste Modelle mit speziellen Schäften, Visierungen und Abzugssystemen.

Die Patronen erscheinen im Vergleich günstig: Eine Packung mit 50 Schuss Kleinkalibermunition (.22 lfB) kostet etwa 5 bis 15 Euro. Doch im Training verschießen Biathleten tausende Schuss pro Saison. Das summiert sich. Hinzu kommen natürlich noch die speziellen Ski, Bindungen und Anzüge.

Eishockeyschläger: Hightech auf dem Eis

Weniger kompliziert wirkt ein Eishockeyschläger. Doch moderne Profi-Schläger sind wahre Wunderwerke der Materialtechnologie. Sie bestehen aus Carbon-Verbundstoffen, die bei jedem Schuss durch eine leichte Elastizität Energie speichern und wieder abgeben. Ein professioneller Eishockeyschläger kostet zwischen 200 und 400 Euro. Da Schläger bei intensivem Gebrauch brechen können und Spielerinnen und Spieler oft mehrere Modelle mit unterschiedlichen Eigenschaften nutzen, kommen schnell mehrere tausend Euro pro Saison zusammen.

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kann ein ordentlicher Eishockeyschläger kosten.

Die Schutzausrüstung kostet im Profibereich mehr als tausend Euro. Auch die entsprechenden Schlittschuhe liegen oft im vierstelligen Bereich.

Eisschnelllauf-Schlittschuhe: Millimeterarbeit für Hundertstelsekunden

Eine Monatsmiete geht für Schlittschuhe beim Eisschnelllauf drauf. Da jede Hundertstelsekunde zählt, sind die Schlittschuhe entsprechend spezialisiert und auf den Fuß dank Kunststoffleder aus Kohlefasern perfekt angepasst. Die Schuhe verfügen über ein Klapp-System: Die Kufe bleibt beim Abdruck länger auf dem Eis, was mehr Vortrieb ermöglicht. Die Kufen selbst werden aus speziellem Stahl gefertigt und müssen regelmäßig professionell geschliffen werden.

Insgesamt kostet ein Eisschnelllauf-Schlittschuh 1.000 bis 2.000 Euro. Maßanfertigungen gerne auch das Doppelte. Immerhin sparen die Profis bei den Socken, da sie barfuß in die Schuhe schlüpfen.

Weitere Kosten: ein aerodynamischer Anzug und eine schützende Brille.

Bob: Das Formel-1-Auto auf Kufen

Das wohl teuerste Wintersportgerät ist der Bob. Er sieht zwar relativ spartanisch und fast klapprig aus. Aber dahinter verbirgt sich eine High-Tech-Konstruktion: Carbon-Bauweise, aerodynamisch optimierte Form und Spezialkufen aus gehärtetem Stahl, die je nach Eistemperatur und Bahnbeschaffenheit angepasst werden müssen. Dafür geht es dann mit bis zu 130 km/h den Kanal hinab.

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sind für einen Bob einzukalkulieren.

Ein professioneller Zweierbob kostet zwischen 40.000 und 80.000 Euro, ein Viererbob kann sogar mehr als 100.000 Euro verschlingen.

Teuer sind hier zudem die Kufen mit 8.000 bis 10.000 Euro pro Satz. Pro Saison braucht es davon meist mehrere Sätze. Hinzu kommen die Kosten für den Transport zu den Wettkampforten, die Wartung und die Lagerung in klimatisierten Räumen.

Der Preis des Traums

Beschrieben sind hier nur die Materialkosten. Meist steht noch ein ganzes Team dahinter. Olympia-Athletinnen und -Athleten investieren also nicht nur Zeit, Kraft und Tränen, sondern auch erhebliche finanzielle Mittel in ihre Karriere. Die Preisgelder gleichen das meist nicht aus. Viele sind auf Sponsoren, Sportförderung oder familiäre Unterstützung angewiesen.

Die Bobfahrerinnen, die bei -10 Grad die Bahn hinunterrasen, der Biathlet, der mit zitternden Händen auf die Scheibe zielt, die Eisschnellläuferin, die in der letzten Kurve alles gibt – sie alle verbindet nicht nur die Leidenschaft für ihren Sport, sondern auch das Wissen: Der Weg zu Olympia ist teuer.

Erfolgreich mit den Sparkassen

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist der größte nichtstaatliche Sportförderer in Deutschland. Mit mehr als 100 Millionen Euro jährlich fördern wir olympischen und paralympischen Spitzensport, den Nachwuchs sowie den Breitensport. Erfahren Sie hier mehr über unser Engagement.

Stand: 10. Februar 2026

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