
Trump, Kriege und Handelskonflikte führen weltweit zu Verunsicherung bei Anlegerinnen und Anlegern.
Viele Menschen neigen nun dazu, überstürzt zu handeln. Wer aber ruhig bleibt, trifft meist die besseren Finanzentscheidungen.
Die wichtigste Strategie bei der Geldanlage lautet: Breit streuen, auf Qualität setzen und langfristig denken. Besonnenheit zahlt sich in der Regel langfristig aus.
Trump und geopolitische Konflikte schüren Unsicherheit
Der Iran-Krieg sorgt für fallende Kurse an den Börsen. Allen voran die Blockade der Straße von Hormus, eine Meerenge südlich des Irans, lässt viele Annahmen obsolet erscheinen. Weil ein guter Teil der weltweiten Öl- und Gaslieferungen festsitzen, steigen die Energiepreise. Hohe Energiekosten sind für viele Unternehmen schlecht. Sie müssen im Zweifel ihre Preise erhöhen oder Verluste machen.
Zugleich führt Russland weiterhin Krieg gegen die Ukraine.
Hinzu kommt die erratische Zoll- und Handelspolitik von Donald Trump. Die 2025 verhängten Zölle wurden teilweise vom Obersten Gerichtshof aufgehoben, nur um auf anderen Wegen vom US-Präsidenten wieder erlassen zu werden.
Die Märkte sind nervös: So kann es – zumindest vorerst – jederzeit wieder passieren, dass eine seiner Verlautbarungen oder aber neue Entwicklungen im Nahen Osten zu neuen Turbulenzen führen.
Die möglichen Folgen des Iran-Kriegs
- Die Verknappung von Öl und Gas treibt die Preise für Energie.
- Die Lieferketten einer Reihe weiterer Produkte sind von den unterbrochenen Schiffs- und Flugrouten betroffen.
- Das könnte die Inflation insgesamt anheizen.
- Die Zentralbanken könnten mit höheren Zinsen reagieren, um die Inflation rechtzeitig einzudämmen.
- Die Konjunktur würde dadurch stärker belastet.
„America First“: Die neue Welt(un)ordnung
Auch Trumps Handelspolitik hat Folgen:
Handelskrieg 2.0
Zollkonflikte mit Exportnationen wie Deutschland, anderen Ländern der Europäischen Union (EU) oder China: Allein für die deutsche Pharma-, Automobil- und Stahlbranche drohen erhebliche Exportrückgänge. Jüngst drohte Trump, den Handel mit Spanien komplett abzubrechen. Die dortige Regierung hatte es nicht gestattet, dass US-Militärbasen in Spanien für den Krieg gegen den Iran genutzt werden.
Dollar unter Druck
Anlagen in US-Dollar verlieren an Attraktivität. Viele Investorinnen und Investoren zogen ihr Geld ab, weil sie die US-Wirtschaftspolitik als riskant oder destabilisierend wahrnehmen. Andere haben die Befürchtung vom US-Dollarsystem abgeschnitten zu werden. Das könnte Alternativen wie den Euro oder den chinesischen Yuan stärken.
Neue Bündnisse
Während die USA sich abschotten, bauen die EU, Kanada und einige Schwellenländer ihre Partnerschaften aus – etwa im Rahmen des Mercosur-Abkommens mit Südamerika.
Die Finanzmärkte haben ihren Kompass verloren
Über Jahrzehnte verlässliche Muster scheinen außer Kraft zu sein. Die Konsequenzen:
- Die traditionellen Wechselbeziehungen zwischen Aktien und Anleihen sowie zwischen Renditen und Volatilitäten haben sich stark relativiert.
- Der US-Kapitalmarkt ist kein sicherer Hafen mehr.
- Der US-Dollar fiel zeitweilig auf den tiefsten Stand seit November 2021. Euro, Yen und Franken legten zu: Kapital fließt von den USA nach Europa und Asien.
- Gold als sicherer Hafen erreicht mit zeitweise mehr als 5.300 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch.
Wann es wieder ruhiger wird
Die Turbulenzen werden so lange anhalten, wie im Nahen Osten Krieg geführt wird. Erst, wenn der Transport von Öl und Gas durch die Straße von Hormus wieder möglich ist oder sich alternative Routen auftun, fallen viele der negativen Folgen für die Weltwirtschaft weg.
Mit Blick auf den US-Handel wird das Misstrauen so lange erhalten bleiben, wie die US-Regierung an ihren Zielen festhält. Dazu zählen neben ihrer protektionistischen Wirtschaftspolitik vor allem die Strategie, Handelspartner zu Zugeständnissen zu bewegen und deren wirtschaftspolitische Spielräume zugunsten eigener Interessen einzuschränken.
Wie Sie jetzt falsche Entscheidungen vermeiden
Wachsende Unsicherheit haben viele Anlegerinnen und Anleger in den vergangenen Jahren dazu verleitet, in klassische psychologische Fallen zu tappen. Die Folge: Sie haben ihre Geldanlagen zum Teil mit großen Verlusten verkauft. Die verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie (Behavioral Finance) erklärt sehr anschaulich, welche typischen Fallen es gibt – und welche Alternativen besser wären:
- Overreaction Bias (Überreaktions-Verzerrung) „Trump kündigt Zölle an – sofort alles verkaufen!“ Besser: Langfristige Strategien ignorieren kurzfristige Schlagzeilen.
- Herdenmentalität „Alle kaufen Gold – dann muss ich das auch tun!“ Besser: Streuen statt Mitlaufen. Gold sollte weiterhin nur 5 bis 10 Prozent des Portfolios ausmachen.
- Loss Aversion (Verlust-Aversion) „Ich halte meine Verlustaktien, bis sie wieder steigen!“ Besser: Regelmäßige Portfolio-Überprüfung, um emotionale Entscheidungen zu minimieren.
Checkliste: 5 Regeln für unsichere Zeiten
Kombinieren Sie Aktien (zum Beispiel global gestreute ETFs und Fonds), Anleihen (Staatsanleihen für Stabilität) und Rohstoffe (Gold).
Qualität vor Hype
Setzen Sie auf Unternehmen mit stabilen Kennzahlen.
Wissen, was wirklich zählt
Nutzen Sie seriöse Quellen (wie EZB-Berichte oder Marktanalysen der Sparkassen), um sich zu informieren. Oder lassen Sie sich professionell beraten.
Langfristig denken
Der Dax hat sich historisch nach Krisen häufig innerhalb von 12 bis 18 Monaten erholt. Allerdings gab es auch längere Seitwärtsphasen mit stärkeren Einbrüchen. Dies betrifft insbesondere die Spanne von etwa 2000 bis 2012.
Vom Cost-Average-Effekt profitieren
Wenn Sie regelmäßig beispielsweise über einen Sparplan investieren, kaufen Sie automatisch auch in Phasen niedriger Kurse. Das macht sich auf lange Sicht bezahlt, wenn die Kurse wieder steigen.
Notfallreserve nicht vergessen
Halten Sie 2 bis 3 Monatsgehälter als Puffer, um bei Abstürzen nicht verkaufen zu müssen. So sind Sie gewappnet, falls unverhoffte Ausgaben durch einen kaputten Kühlschrank oder Reparaturen am Auto anfallen.
Besonnenheit ist die beste Strategie
Turbulenzen sind kein Grund zur Flucht, sondern eine Erinnerung an die 3 Grundregeln des Investierens:
- Streuung,
- Qualität und
- Langfristigkeit.
Das heißt: Wer jetzt besonnen bleibt, langfristig plant und Qualität bevorzugt, legt den Grundstein für zukünftigen Erfolg. Während sich die USA im Umbruch befinden und versuchen, die globale Wirtschaftsordnung neu zu justieren, ist Europa gezwungen, seine eigene Rolle zu stärken. Behalten Sie das große Ganze im Blick: Bleiben Sie aufmerksam, geduldig und lassen Sie die Achterbahn davonziehen.
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Stand: 04.03.2026



