Beherbergungsverbot: Das gilt zu Weihnachten und Silvester

Welche Bundesländer trotz Corona die Hotels öffnen wollen

Hotels und Pensionen sind derzeit für touristische und private Reisen überall in Deutschland geschlossen. Bis zum 10. Januar dürfen sie nur Dienstreisende beherbergen. Zu Weihnachten soll es in einigen Bundesländern Lockerungen des Beherbergungsverbots geben – und dadurch zusätzliche Übernachtungsoptionen für alle, die während der Feiertage ihre Familie besuchen möchten. Doch einheitliche Regelungen fehlen bislang.

Ein Mann betritt mit seinem Sohn ein Hotel mit Weihnachtsbaum

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere Länder haben angekündigt, die derzeit geltenden strengen Übernachtungsregeln über Weihnachten zu lockern.
  •  In manchen Bundesländern sollen Übernachtungen über die Weihnachtsfeiertage im Hotel möglich sein. Viele Details sind aber weiterhin unklar.
  •  Der Branchenverband Dehoga fordert Planungssicherheit für die Betriebe.
  • Wer Weihnachten Verwandte besuchen und im Hotel übernachten möchte, sollte weiterhin die aktuellen Entwicklungen verfolgen. Wir informieren auf sparkasse.de, sobald es neue Regelungen gibt.

Steigende Corona-Zahlen machen die Weihnachtsplanungen schwierig: Wurden Ende November zwischen Bund und Ländern noch Lockerungen für die Weihnachtsfeiertage und Silvester vereinbart, stehen jetzt neue Verschärfungen im Raum. Sachsen geht ab 14.12. in einen strikten Lockdown. Rheinland-Pfalz nimmt Lockerungen teilweise zurück. Bayern verhängt unter anderem nächtliche Ausgangssperren in Corona-Hotspots. Der Grund sind steigende und nach wie vor zu hohe Neuinfektionszahlen.

Unterscheidung zwischen Familienbesuch und touristischer Reise

Mit Blick auf Hotelübernachtungen zu Weihnachten gibt es bislang keine einheitlichen Beschlüsse. Generell lautet der Appell: Am besten gar nicht reisen. Wer aber in eine andere Stadt fährt, um zu Weihnachten seine Familie zu besuchen, der dürfe auch in einem Hotel übernachten. „Wenn es eine Reise ist, die nicht touristischer Natur ist, dann gibt es auch eine Übernachtungsmöglichkeit in den Hotels“, sagt beispielsweise der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) zur Situation in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte diese Haltung zuletzt kritisiert, da keiner kontrollieren könne, welche Gäste ihre Familie zu Weihnachten besuchen und welche nur Urlaub machten. Offene Fragen und ungeklärte Details wie diese sorgen nach Ansicht des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) für Unsicherheit und erschweren die Planungen für Hotelbetriebe.

„Man sollte sagen: Vom 23. bis 27. Dezember sind touristische Übernachtungen erlaubt“, fordert Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Berlin. Denn eine Einzelüberprüfung, ob Gäste zu Familienbesuchen oder aus touristischen Gründen übernachten wollten, sei für die Hotels nicht leistbar.

Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt vieles unklar: Welche Übernachtungsoptionen gibt es für alle, die die geplanten Lockerungen nutzen wollen, um im Kreis der Familie Weihnachten zu feiern? Und stehen über die Feiertage überhaupt genügend Hotelkapazitäten zur Verfügung?

5 wichtige Fragen und Antworten

1. Wie ist die aktuelle Situation rund um das Beherbergungsverbot?

Aufgrund des deutschlandweiten Lockdowns sind aktuell Hotels und Pensionen für Urlauber bis 10. Januar geschlossen. Einzig Geschäftsreisende dürfen übernachten. Für die Weihnachtsfeiertage und Silvester planen einige Bundesländer Lockerungen, damit Verwandte, die ihre Familie besuchen, untergebracht werden können. Details bezüglich dieser Regelungen sollen noch bekanntgegeben werden.

2. Wie sehen die Lockerungen der Bundesländer für die Übernachtungen während der Feiertage konkret aus?

Die Regelungen der Länder sind uneinheitlich – und zahlreiche Fragen noch nicht geklärt. Berlin, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Bremen haben angekündigt, Hotelübernachtungen an den Weihnachtsfeiertagen zu erlauben. Aus Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland oder Thüringen liegen diesbezüglich noch keine endgültigen Informationen vor. Ein Überblick zeigt die derzeit vorgesehenen Regelungen der Bundesländer.  

3. Wie steht der Branchenverbandes zu den geplanten Lockerungen?

Der Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) fordert klare Regeln, um Hotels und Gästen Planungssicherheit zu geben. Die Beschlüsse sollten mit entsprechendem Vorlauf bekanntgegeben werden, um den Betrieben eine rechtzeitige Planung zu ermöglichen, z. B. beim Personal oder bei der Bestellung von Waren.

4. Was ist sicherer: Couch oder Hotelbett?

Ist es besser, wenn engste Verwandte bei ihren Besuchen zu Weihnachten im Hotel übernachten oder privat unterkommen? Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbandes, hat auf diese Frage eine klare Antwort: „In jedem Fall ist es sicherer, in unseren Betrieben mit strengen Hygiene- und Schutzkonzepten zu übernachten als dicht gedrängt auf dem Sofa in einer Wohnung.“

5. Stehen zu Weihnachten genügend Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung?

Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass es ein Kapazitätsproblem geben könnte: Viele Hotels sind ja nach wie vor für Geschäftsreisende geöffnet. Zudem sind wegen des Verbots touristischer Reisen generell nur wenige Buchungen zu erwarten.

Dennoch ist unklar, ob viele Betriebe während der Weihnachtsfeiertage überhaupt öffnen werden – selbst, wenn sie es dürften. Einige Hotels wollten die geplanten Sonderregelungen an den Weihnachtstagen nutzen, so Hartges. Dem gegenüber stehe die Skepsis, ob sich eine Öffnung für nur wenige Tage zwischen Weihnachten und Neujahr wirtschaftlich überhaupt rechnet.

Für Hotels und auch Gäste bleibt daher aktuell nur, die Entwicklung der Lage bis Weihnachten weiter zu beobachten – bis endgültige Beschlüsse für alle Bundesländer feststehen. 

(Stand: 10.12.2020)


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?