Urlaub in Corona-Zeiten: Das bringt der Herbst

Was Sie bei der Planung von Reisen beachten müssen

Wer 2020 ins Ausland reisen möchte, muss bei der Planung flexibel bleiben. Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnungen für außereuropäische Länder bis Mitte September verlängert. Und auch so manche Region in Europa gilt wegen steigender Corona-Infektionszahlen als Risikogebiet. Was bedeutet das für Urlauber im Spätsommer und Herbst?

Warnung vor Fernreisen

In vielen Regionen der Welt führt die Corona-Pandemie zu Einschränkungen, die sich natürlich auch auf das Reisen auswirken. Vielerorts gelten Einreisebeschränkungen oder strenge Quarantänevorgaben für Touristen. Manche Staaten haben Ausgangssperren verhängt. Zudem ist der Flug- und Reiseverkehr stark eingeschränkt.

Das Auswärtige Amt (AA) warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in Länder außerhalb Europas. Das AA hat die weltweite Reisewarnung vorerst bis 14. September 2020 verlängert. Anschließend wird die Lage neu bewertet.

Die Bundesregierung kann die Reisewarnung für einzelne Länder oder Regionen aufheben, wenn die Gesamtumstände dies zu vertretbaren Risiken zulassen. So wurde die Reisewarnung für vier Provinzen in der Türkei aufgehoben: Aydin, Izmir, Muğla und Antalya.

Von Kreuzfahrten mit Länderhopping wird abgeraten

Von der Teilnahme an Kreuzfahrten rät das Auswärtige Amt wegen der besonderen Risiken dringend ab. Ausgenommen sind Flusskreuzfahrten in der EU beziehungsweise im Schengenraum sowie Kreuzfahrten, die in Deutschland beginnen und enden, ohne Zwischenstopp in einem ausländischen Hafen.

Ein Paar sitzt in Liegestühlen am Pool

Risikogebiete in Europa

Auch einige Regionen in Europa gelten wegen steigender Infektionszahlen als Risikogebiete. Dazu gehörten Ende August Gebiete in Frankreich, Belgien, Bulgarien, Rumänien, Albanien, Kroatien sowie Andorra und Gibraltar. In Spanien sind das Festland sowie die Balearen samt Mallorca betroffen. Nur die Kanarischen Inseln gelten nicht als Risikogebiet.

Die Einstufung als Risikogebiet nehmen das Bundesgesundheitsministerium, das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium gemeinsam vor. Dabei kann es sehr kurzfristig zu Änderungen kommen. Prüfen Sie also unbedingt, ob Ihr Urlaubsziel als Risikogebiet  ausgewiesen wurde, bevor Sie verreisen.

Illustration: Ein Corona-Absperrband

Was bedeutet eine Reisewarnung?

Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Auf die leichte Schulter nehmen sollten Urlauber sie aber nicht. Denn als Voraussetzung für diese höchste Warnstufe der Bundesregierung gilt eine „konkrete Gefahr für Leib und Leben“.

Wer in ein Land reisen möchte, für das eine Reisewarnung vorliegt, sollte sich unbedingt vorher über die genauen Einreisebedingungen informieren. Auch wichtig zu wissen: Infiziert sich ein Urlauber mit dem Corona-Virus, entscheiden die Behörden des jeweiligen Landes, welche Maßnahmen ergriffen werden. Die Behörden können Quarantänemaßnahmen anordnen. Eine Rückreise ist während dieser Zeit in der Regel nicht möglich.

Die Auslandsvertretungen unterstützen deutsche Staatsangehörige in Notlagen weiterhin. Rückholaktionen wie im März und April wird es aber nicht mehr geben.

Eine Reisewarnung kann sich auch auf die Gültigkeit einer Reisekrankenversicherung auswirken. Sprechen Sie also vor Reiseantritt mit Ihrem Versicherer.

Testpflicht für Reiserückkehrer

Wer in einem Risikogebiet Urlaub macht, muss bei seiner Rückkehr nach Deutschland ein negatives Testergebnis vorweisen, das höchstens 48 Stunden alt ist, oder sich innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft testen lassen. Kostenlose Tests   für Rückkehrer aus Risikogebieten sind an Flughäfen, Häfen und nach telefonischer Ankündigung bei niedergelassenen Ärzten möglich. (Stand 31.08.2020). Nähere Informationen dazu gibt es bei der Terminservicestelle unter 116 117.

Bis ein negatives Testergebnis vorliegt, muss der Reiserückkehrer in häusliche Quarantäne. In manchen Bundesländern ist ein zweiter Test nötig, bevor die Quarantänepflicht aufgehoben wird. Zuständig für die Überprüfung ist das örtliche Gesundheitsamt.

Weitere Informationen zu Coronatests für Rückkehrer aus Risikogebieten finden Sie in diesem FAQ  des Bundesministeriums für Gesundheit.

Illustration: Ein Paar beim Wandern

Das müssen Arbeitnehmer beachten

Achtung: Arbeitnehmer, die wissentlich in ein Risikogebiet reisen und dann zu Hause bleiben müssen, setzen die Entgeltfortzahlung ihres Arbeitgebers aufs Spiel. Anders sieht es aus, wenn die Urlaubsregion erst nach Reiseantritt zum Risikogebiet erklärt worden ist. Auch Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten können, haben hier einen Vorteil.

Jedes Land hat eigene Regeln

Auch in Europas Ländern und Regionen, die nicht als Risikogebiete gelten, ändern sich die Reisebedingungen ständig: Ob in Italien oder in Portugal – Abstands- und Hygieneregeln gelten in jeder Urlaubsregion. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung greift unterschiedlich weit. Mal gilt sie nur in Verkehrsmitteln und öffentlichen Innenräumen, mal auch am Strand. Und welche Regeln in Hotels gelten, ist auch von Land zu Land verschieden.

In einigen EU-Ländern müssen sich deutsche Urlauber erst einmal 14 Tage in Quarantäne begeben – was die Attraktivität dieses Reiseziels für Touristen mit normalem Zeitbudget Richtung null sinken lässt. Irland und Finnland gehören Ende August zu den Staaten mit derart strengen Regeln.

In manche Länder dürfen Touristen nur mit negativem Corona-Test einreisen. Für den Urlaub in anderen Staaten – etwa Griechenland oder Großbritannien – benötigt man vorab eine Online-Anmeldung. Wer die nicht hat, riskiert ein Bußgeld. Deutsche, die nach Dänemark reisen wollen, müssen eine Buchungsbestätigung für mindestens sechs Übernachtungen vorlegen.

Informieren Sie sich also unbedingt vor Ihrer Reise ins Ausland über die Corona-Regeln vor Ort und auch über die Transitregelungen, wenn Sie mit dem Auto durch mehrere Länder reisen.

Urlaub in Deutschland

Camping boomt

Ihre Sommerferien haben viele Deutsche dieses Jahr im eigenen Land verbracht und die Gelegenheit genutzt, unbekannte Regionen zu erkunden. Besonders beliebt während der Corona-Krise ist das Camping. Dabei verbringen Urlauber viel Zeit an der frischen Luft, und auf dem Campingplatz lassen sich Abstandsregeln relativ einfach umsetzen.

Zeitweise waren nur Wohnmobile oder Wohnwagen mit eigener Toilette erlaubt, inzwischen sind auch die Sanitäranlagen auf den Campingplätzen wieder geöffnet. Die konkreten Regeln hängen von den Corona-Maßnahmen der Bundesländer ab. Informieren Sie sich im Vorhinein, welche Bestimmungen auf den einzelnen Campingplätzen gelten.

Illustration: Ein Paar am Lagerfeuer

An der Küste

Selten war der Strandurlaub an Ost- und Nordsee so verlockend wie dieses Jahr. Die deutschen Küstenregionen zählen zu den beliebtesten Reisezielen 2020. Der Herbst ist nun die ideale Reisezeit für alle, die ans Meer wollen, aber den Ansturm in der Ferienzeit abwarten wollten.

Ab 4. September 2020 dürfen in Mecklenburg-Vorpommern auch wieder Tagesgäste einreisen, vorher mussten Urlauber Übernachtungen vorweisen.

National- und Freizeitparks

Mit Mund-Nasen-Bedeckung in der Achterbahn? Für viele sicher gewöhnungsbedürftig. Dennoch eine tolle Gelegenheit, um einen freien Kopf zu bekommen. Der Europa-Park oder der Heide Park in Soltau empfangen Gäste. Es gelten die üblichen Hygieneregeln. Tickets erhalten Sie online.

Wen es in die Natur zieht, sollte die Nationalparks Deutschlands erkunden. Eifel, Müritz oder Bayerischer Wald bieten facettenreiche Erholung in der Nachbarschaft. Achten Sie auf den Mindestabstand von 1,5 Metern und halten Sie die Bestimmungen zum Naturschutz ein.  

Städtereise

Der Tipp für Herbst und Winter: Jetzt ist die Gelegenheit, Städten in Deutschland einen Besuch abzustatten, die Sie sich schon immer mal anschauen wollten. Buchungen in Hotels sind kurzfristig möglich, und die Zahl der Touristen ist geringer als in den Vorjahren. Für Sie als Gast bedeutet das: freie Sicht auf die Sehenswürdigkeiten!

Illustration: Eine Familie beim Städtetripp

(Stand: 28.08.2020)


Sie brauchen Hilfe bei der Reisevorbereitung? Unsere Berater sind gern für Sie da.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?