Fluthilfe: So erkennen Sie seriöse Spenden-Plattformen

Wie Sie sichergehen, dass Ihr Geld bei den Betroffenen ankommt

Die Hilfs- und Spendenbereitschaft in Deutschland nach der Hochwasser-Katastrophe ist überwältigend. Viele Menschen möchten den Opfern der Flut helfen und geben dafür bereitwillig Geld. Aber wie erkennen Sie, ob eine Spendenorganisation seriös ist und die Spenden auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden? Hier erfahren Sie mehr.

Illustration einer Spendenwebseite

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seriöse Spendenorganisationen erkennen Sie in der Regel an einer Zertifizierung.
  • Holen Sie vor einer Spende Informationen über die Spendenorganisation ein – zum Beispiel auf dem Online-Auftritt der jeweiligen Organisation.
  • Organisationen wie betterplace.org und WirWunder weisen den Gebührenanteil Ihrer Spende für Sie einfach nachvollziehbar aus.

Die Menschen in Deutschland spenden gern und großzügig – das zeigt sich jetzt nach der Hochwasser-Katastrophe in Deutschland ganz besonders. Leider gibt es neben einer großen Zahl seriöser Spendenorganisationen, die sorgfältig und verantwortungsvoll mit Ihrem Geld umgehen, auch einige schwarze Schafe. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, damit Ihr Geld ganz in Ihrem Sinne eingesetzt wird.

3 wichtige Tipps, wie Sie richtig spenden

1. Achten Sie auf Spendensiegel

Hat eine Spendenorganisation ein Siegel oder Zertifikat einer anerkannten Institution, können Sie davon ausgehen, dass die Organisation seriös ist. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt an ehrliche Organisationen ein Spendensiegel. Geprüft wird nach festen Kriterien. Dazu gehören eine gute Leistungs- und Aufsichtsstruktur sowie Transparenz bei den Finanzen. Auf der Internetseite des DZI finden Sie eine Liste der Organisationen, die das Spendensiegel tragen.

Das Siegel hilft zur Orientierung – aber bitte beachten Sie: Ist eine Spendenorganisation nicht auf dieser Liste, heißt das nicht automatisch, dass sie unseriös arbeitet. Anbieter wie WirWunder, die Spendenplattform der Sparkassen-Finanzgruppe,arbeiten ebenfalls verlässlich und gewissenhaft.

Und: Viele kleinere Organisationen sparen sich oft die Kosten für eine Zertifizierung. Denn die jährliche Prüfung kostet Geld. Aber bei der Spenderberatung des DZI erhalten Sie zusätzliche Auskünfte zu Spendenorganisationen mit und ohne Siegel. Und zu Organisationen, von denen das DZI abrät.

2. Informieren Sie sich über die Hilfsorganisation

Spenden Sie nicht aus dem Bauch heraus. Überlegen Sie sich genau, wem Sie Ihr Geld anvertrauen. Holen Sie dazu vorab Informationen über die Spendenorganisation ein – zum Beispiel auf dem Online-Auftritt der jeweiligen Organisation.

Eine gute Spendenwebseite nennt Ansprechpartner und hinterlegt eine Adresse im Impressum. Außerdem gibt sie Auskunft über den Einsatz der Spendengelder. Seriöse Hilfswerke arbeiten sehr transparent und gewähren Einblick in ihren Jahresbericht.

3. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Die Werbung der Spendenorganisation wirkt aggressiv oder will Ihnen ein schlechtes Gewissen machen? Oder setzt Sie unter Zeitdruck? Keine gute Basis für eine Spende. Allzu emotionale Spendenbriefe oder aufdringliche Werber an der Haustür sprechen nicht für die Seriosität der Organisation.

Soforthilfe der Sparkassen

Für die Soforthilfe der Sparkassen wurde über das gemeinsame Spendenportal wirwunder.de und den Spendenpartner betterplace.org eine Möglichkeit zu Spenden eingerichtet, die ab sofort nutzbar ist:

www.wirwunder.de/fluthilfe

Die dort eingehenden Mittel werden Betroffenen direkt ausgezahlt. Die Kosten der Zahlungsabwicklung tragen die Sparkassen. Für die ordnungsgemäße Verwendung stehen die zuständigen regionalen Sparkassenverbände als Körperschaften öffentlichen Rechts sowie die Sparkassen in den betroffenen Gebieten ein.

Gebühren: Transparenz schafft Vertrauen

Was manche Menschen nicht im Blick haben: Bei jeder Spende fallen auch Verwaltungs- und Bearbeitungskosten an. Spenden Sie beispielsweise 100 Euro für einen einzigen Zweck, bleibt davon mehr im Spendentopf, als wenn Sie die gleiche Summe in viele kleine Einzelspenden aufteilen.

Seriöse Organisationen wie betterplace.org und WirWunder weisen den Gebührenanteil Ihrer Spende für Sie einfach nachvollziehbar aus.

Selbst Spenden sammeln – das müssen Sie wissen

Die Bundesländer haben das Sammeln von Geldspenden unterschiedlich geregelt. Und einige, wie etwa Bayern und Berlin, haben diese gesetzlichen Regelungen mittlerweile ganz aufgehoben. Grund dafür ist der hohe Verwaltungsaufwand.

Sammeln Sie Geld für die Flutopfer? Dann können Sie den Gesamtbetrag an das Bankkonto einer gemeinnützigen Organisation überweisen. Oder Sie bringen das Geld direkt zu den Empfängerinnen beziehungsweise Empfängern, für die Sie es vorgesehen haben. So stellen Sie sicher, dass es an der richtigen Stelle ankommt.

Möchten Sie lediglich zum Spenden aufrufen? Dann können Sie das ganz einfach über die Verteilung oder Versendung von Flyern tun. Online können Sie beispielsweise in den sozialen Medien entsprechende Aufrufe teilen und erreichen so Ihre Kontakte. Oder Sie stellen Sammeldosen in Geschäften oder Restaurants auf. Das geht jederzeit und Sie benötigen dafür – abgesehen von der jeweiligen Geschäftsführung – keinerlei Genehmigung.

Gutes tun und Steuern sparen

Ihre Spenden können Sie bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags Ihrer Jahreseinkünfte als Sonderausgabe von der Steuer absetzen. Bedingung dafür: Es muss sich um eine steuerbegünstigte Organisation zur Förderung mildtätiger, religiöser, wissenschaftlicher, kultureller oder anderer gemeinnütziger Zwecke handeln.

Für Spenden, die 200 Euro nicht übersteigen und überwiesen werden, reicht fürs Finanzamt der Zahlungs- oder Buchungsbeleg aus. Bei höheren Summen brauchen Sie eine Spendenbestätigung der begünstigten Organisation auf einem amtlichen Vordruck.

Bitte beachten Sie: Für Spenden an Stiftungen, politische Parteien und Wählervereinigungen gelten andere Regeln.

(Stand 26.07.2021)


Sie möchten den Opfern der Flutkatastrophe vor Ort helfen? Wir sind dankbar für jede Unterstützung!