Haustier-Boom im Lockdown

Wie sich Corona auf unsere tierischen Gefährten auswirkt und was Sie beim Kauf beachten müssen

Durch die Pandemie verbringen wir viel Zeit in den eigenen vier Wänden und müssen die Sozialkontakte massiv einschränken. Gut für unsere Haustiere, die die Extrazeit mit Frauchen und Herrchen genießen. Aber auch Vierbeiner aus dem Tierheim werden stärker nachgefragt. Wir informieren Sie über den Haustier-Boom und geben Tipps beim Haustierkauf. Schließlich sollen die tierischen Freunde nicht nur die Lockdownzeit überbrücken. 

Mann und Hund vorm Laptop

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Tierschutzorganisation Tasso meldet einen Zuwachs von 25 Prozent bei neu angemeldeten Hunden. Auch Tierheime stellen eine erhöhte Nachfrage nach Haustieren fest, allerdings lässt sich dort kein Zuwachs bei Vermittlungen erkennen.
  • Bei Käufen und Adoptionen wird besonders darauf geachtet, welche Motivation die Interessenten haben, um sicherzustellen, dass ein Tier nicht nur zur Überbrückung des Lockdowns angeschafft wird, sondern der Erwerb eine bewusste und gut durchdachte Entscheidung ist.
  • Auch der illegale Tierhandel und unseriöse Anfragen florieren – beides nicht zum Wohl des Tieres.
  • Für einen tierischen Begleiter muss man oft ein bis zwei Jahrzehnte Verantwortung übernehmen. Dies ist zusätzlich mit hohen Investitionen verbunden – sowohl Geld als auch Zeit. Darüber müssen Sie sich im Vorfeld im Klaren sein. 

1. Nachfrage nach Haustieren schnellt in ungewohnte Höhen

Die Tierschutzorganisation Tasso meldet, dass im letzten Jahr 25 Prozent mehr Hunde neu registriert wurden. Auch Katzen stehen hoch im Kurs, dicht gefolgt von Kleingetier oder sogar Hühnern. Seit Beginn der Krise haben Haustiere immens an Beliebtheit gewonnen, was daran liegt, dass viele, die sich vorher aus Zeitgründen kein Haustier angeschafft haben, nun die Möglichkeit dazu sehen. Außerdem helfen die tierischen Freunde dabei, nicht mehr einsam zu sein. Manche Züchter werden mit Anfragen regelrecht überrannt – und das, obwohl meistens gar nicht so viele Welpen zur Verfügung stehen.

2. Tierheime stellen steigendes Interesse fest, aber keinen Anstieg bei Vermittlungen

Auch Tierheime stellen fest, dass sich deutlich mehr Menschen für ein Tier interessieren, aber es gibt keinen signifikanten Zuwachs an Vermittlungen. Hier taucht schnell die Frage auf, woher die neu registrierten Haustiere dann stammen. Die Grenzöffnungen im letzten Sommer haben zur Zunahme des illegalen Welpenhandels in Deutschland geführt. Allerdings sollte von solchen Angeboten niemals Gebrauch gemacht werden. Die Tiere sind in den meisten Fällen nicht alt genug, um von der Mutter getrennt zu werden, mangelernährt oder krank. Mit jedem Kauf wird die Tierquälerei gefördert.

3. Potenzielle Tierhalter werden vor der Vermittlung genau geprüft

Tierheime prüfen nun noch intensiver, an wen sie ihre Tiere weitervermitteln. Das liegt mitunter daran, dass vermehrt unseriöse und unüberlegte Anfragen eingehen. Beispielsweise, ob die Möglichkeit besteht, sich ein „Tier auf Zeit“ zu holen und nach dem Homeoffice wieder zurückzugeben. Viele scheinen nicht zu verstehen, dass das für ein Tier unzumutbar ist und puren Stress bedeutet. Schließlich gewöhnt sich der neue Mitbewohner schnell an sein neues Zuhause und baut Vertrauen auf, das nicht nach wenigen Wochen wieder zerstört werden sollte.  

4. Verantwortung auf Lebenszeit

Ein Haustier bedeutet Verantwortung auf Lebenszeit – und die kann oft bis zu ein oder zwei Jahrzehnte andauern. Manchmal sogar länger. Der Lockdown verleitet dazu, in der Verzweiflung einen felligen Begleiter aufzunehmen, das ist verständlich. Jedoch muss man sich schon vorher genau überlegen, ob man auch später noch genug Zeit und Mittel hat, um das Tier angemessen zu versorgen. Sollten Sie darüber nachdenken, jedoch unsicher sein, dann haben wir hier für Sie eine Übersicht, welche Kosten auf Sie zukommen können.


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