Lockdown in Deutschland: Das gilt seit dem 16. Dezember

Bund und Länder beschließen strenge Maßnahmen

Seit dem 16. Dezember wird das öffentliche Leben in Deutschland erneut stark zurückgefahren. So soll die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesenkt werden, damit die Gesundheitsämter Infektionsketten wieder möglichst vollständig nachvollziehen und unterbrechen können.

Eine Frau mit Mundschutz zündet eine Wunderkerze an

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 16. Dezember sind viele Geschäfte geschlossen, es gibt allerdings Ausnahmen beispielsweise bei Lebensmittelhändlern und Apotheken.
  • Schulen und Kitas werden geschlossen.
  • Zu Weihnachten werden die Regeln für private Zusammenkünfte gelockert.
  • Die Regeln gelten vorerst bis um 10. Januar.

Die bisherigen Einschränkungen werden bis zum 10. Januar 2021 verlängert. Außerdem haben die Bundeskanzlerin und die Länderchefs weitergehende Regelungen beschlossen, die die Bundesländer nun im Detail in Landesverordnungen ausarbeiten:

Private Zusammenkünfte

Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind nach wie vor auf den eigenen und einen weiteren Haushalt beschränkt. Dabei dürfen maximal fünf Personen zusammenkommen. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.

Ausgangsbeschränkungen

In Regionen mit besonders extremen Infektionslagen mit einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche und diffusem Infektionsgeschehen sollen die umfassenden allgemeinen Maßnahmen nochmals erweitert werden. Dazu zählen weitgehende Ausgangsbeschränkungen.

In Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen gelten bereits Ausgangsbeschränkungen. Bürger dürfen dort ihre Wohnungen nur aus triftigem Grund verlassen, etwa um zur Arbeit zu gehen, zum Einkaufen oder für einen Arztbesuch. 

Ausnahme zu Weihnachten

Als Ausnahme von den sonst geltenden Kontaktbeschränkungen sind vom 24. bis 26. Dezember Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen (zuzüglich Kinder bis 14 Jahren) aus dem engsten Familienkreis erlaubt. Auch wenn das mehr als zwei Haushalte oder mehr als fünf Personen über 14 Jahren bedeutet.

Zu diesem engsten Familienkreis gehören:

  • Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
  • Verwandte in gerader Linie
  • Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige

Mit dieser Ausnahmeregelung verbunden wird der dringende Aufruf, Kontakte in den fünf bis sieben Tagen vor Familientreffen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Gottesdienste

Gottesdienste sind zulässig, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern gewahrt bleibt und Maskenpflicht auch am Platz gilt. Gemeindegesang ist nicht erlaubt.

Reisen im In- und Ausland

Bund und Länder appellieren eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, von nicht zwingend notwendigen Reisen im Inland und ins Ausland abzusehen. Ob die Hotels Übernachtungen bei Familienbesuchen anbieten dürfen, ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Bei Einreisen aus ausländischen Risikogebieten besteht eine zehntägige Quarantänepflicht. Die Quarantäne kann nur durch einen negativen Test beendet werden, der erst ab dem fünften Tag nach der Einreise vorgenommen werden darf.

Unterschiede in den Bundesländern

Auch wenn Bund und Länder einen gemeinsamen Beschluss über Eindämmungsmaßnahmen gefasst haben, kann sich die konkrete Umsetzung dieses Beschlusses von Land zu Land unterscheiden – auch abhängig vom Infektionsgeschehen in der jeweiligen Region. Informieren Sie sich in Ihrem Bundesland über die jeweils gültige Verordnung, zum Beispiel auf der Website Ihrer Landesregierung oder in den Regionalmedien.

Einzelhandel

Geschäfte müssen schließen. Ausnahmen gelten für:

  • Lebensmittel- und Getränkehandel sowie Wochenmärkte für Lebensmittel
  • Abhol- und Lieferdienste
  • Apotheken und Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Babyfachmärkte
  • Optiker und Hörgeräteakustiker
  • Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten
  • Banken und Sparkassen
  • Poststellen und Zeitungsverkauf
  • Reinigungen und Waschsalons
  • Märkte für Tierbedarf und Futtermittel
  • Weihnachtsbaumverkauf
  • Großhandel

Bau- und Möbelmärkte dürfen nicht öffnen.

Friseure und andere Dienstleister

Betriebe, die körpernahe Dienstleistungen anbieten, wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoostudios müssen schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Fußpflege, Physio-, Ergo- oder Logopädie bleiben erlaubt.  

Alkohol und Speisen außer Haus

„Außer Haus“ verkaufte Speisen dürfen nicht vor Ort verzehrt werden. Der Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit wird grundsätzlich untersagt. Auch darf kein Alkohol in offenen Behältnissen mehr verkauft werden.

Schulen und Kitas

Kinder sollen zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 10. Januar 2021 nach Möglichkeit zu Hause betreut werden. Die Präsenzpflicht an den Schulen wird ausgesetzt, Kitas werden geschlossen. Eine Notfallbetreuung soll eingerichtet werden. Außerdem sollen für Eltern zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, für die Kinderbetreuung bezahlten Urlaub zu nehmen.

Wir geben Tipps, wie Sie trotz Corona die Zeit mit Ihren Kindern genießen können. Außerdem haben wir für Sie Sport-Übungen für die ganze Familie zusammengestellt.

Versenden Sie Ihre eigene Danke-Botschaft

Senden Sie den Menschen, die Sie durch diese schwierige Zeit begleiten, eine persönliche Botschaft: Danken Sie zum Beispiel Ihrem Liebsten, der Sie tagaus und tagein in Jogginghose erträgt. Oder Kolleginnen und Kollegen, die Sie in Videocalls zum Lachen bringen. Hier geht’s zu Ihrer Danke-Botschaft.

Homeoffice oder Betriebsferien

Arbeitgeber werden dringend gebeten zu prüfen, ob sie vom 16. Oktober 2020 bis zum 10. Januar 2021 großzügige Home-Office-Lösungen oder Betriebsferien ermöglichen können, um den Grundsatz „Wir bleiben zuhause“ zu unterstützen.

Jahreswechsel

Zum Jahreswechsel gibt es keine Ausnahme wie zu Weihnachten. Es dürfen nicht mehr als fünf Personen über 14 Jahren aus zwei Hausständen zusammenkommen. Ansammlungen und Versammlungen sind zu Silvester und am Neujahrstag verboten.

Am 31. Dezember darf von 14 Uhr an bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr kein Alkohol verkauft werden. Außerdem gilt ein Feuerwerksverbot auf allen „publikumsträchtigen“ Plätzen. Welche das sind, legen die Kommunen fest.

Neu hinzugekommen ist nun das Verbot, Pyrotechnik zu verkaufen. Auch wenn es kein generelles Verbot gibt, Böller oder Feuerwerkskörper zu zünden, wird davon dringend abgeraten. Mit den Einschränkungen sollen vor allem die Krankenhäuser entlastet werden, die sich sonst zum Jahreswechsel um viele Unfallopfer kümmern müssen.  

Wunderkerzen sind nach wie vor erlaubt. Zünden wir die funkensprühenden Stäbe an und hoffen wir gemeinsam auf ein besseres Jahr 2021.

(Stand: 14.12.2020)


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