EU beschließt digitalen Impfpass

Reisen bald nur noch für Geimpfte?

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben Ende Februar 2021 die Einführung eines digitalen Corona-Nachweises beschlossen – dieser soll bis zum 1. Juni 2021 eingeführt werden. Wie genau der Nachweis funktioniert und für welche Personen der Pass greift, erläutern wir Ihnen hier. 

Zwei Smartphones mit digitalem Impfausweis

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich auf die Einführung eines digitalen Impfpasses verständigt.
  • Bis zum 1. Juni 2021 soll der digitale Nachweis für Geimpfte, aber auch negativ Getestete und Covid-19-Genesene eingeführt werden.
  • Die Umsetzung ist digital oder in Papierform geplant. Beides unentgeltlich.
  • Die Diskussion darüber, welchen Einfluss der Impfpass künftig auf das Reisen haben wird, ist in vollem Gange.  

Der Lockdown wurde bis zum 18. April verlängert, über stärkere Einschränkungen wird diskutiert. Ob und inwieweit es anschließend Lockerungen geben kann, ist bisher unklar. Um jedoch ein wenig Hoffnung auf einen möglichen Sommerurlaub zu machen, hat sich die Europäische Union (EU) auf ein digitales Zertifikat geeinigt, das ab 1. Juni eingeführt werden soll. 

Nachweis nicht nur für Geimpfte, sondern auch negativ Getestete und Genesene

Dieser Nachweis soll – um einer möglichen Diskriminierung entgegenzuwirken – nicht nur Geimpften, sondern auch negativ Getesteten und Covid-19-Genesenen die Möglichkeit auf Urlaubsreisen geben. Ein QR-Code soll Sicherheit und Authentizität gewährleisten. Die Kommission möchte zeitnah ein einheitliches Zugangsportal einrichten lassen, sodass die Nachweise per Überprüfungssoftware in der gesamten EU akzeptiert werden können.

Oberste Priorität hat die Bereitstellung einer benutzerfreundlichen, diskriminierungsfreien und sicheren Plattform, die den Schutz der eigenen Daten garantiert. Daher soll der Nachweis nur die nötigsten Informationen enthalten, darunter den vollen Namen, das Geburtsdatum und das Ausstellungsdatum. Wenn ein Mitgliedsstaat trotz Nachweis zu Quarantäne oder Tests verpflichtet, muss den anderen Mitgliedsstaaten darüber Auskunft gegeben und die Gründe mitgeteilt werden. 

Man kann sich keine leeren Versprechungen leisten

Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) betont: „Wir können uns hier keine leeren Versprechungen leisten.“ Um die zeitliche Einhaltung, das Zertifikat bis zum 1. Juni einzuführen, wird sich mit aller Kraft bemüht. Schließlich soll der Nachweis Freiheiten zurückgeben, die in der Corona-Pandemie eingeschränkt worden sind.

Trotzdem ist die Diskussion über „Privilegien“ für Geimpfte in vollem Gange: Mehrere EU-Staaten drängen auf Reiseerleichterungen für Geimpfte, darunter Griechenland, Zypern und Österreich. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis meint: „Die Personen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen.“ Eine Reihe von Ländern wie Polen, Rumänien oder Island gewähren Menschen mit Impfnachweis schon heute Vorteile bei der Einreise. Dort entfallen die Quarantäne- oder Testpflichten. 

Aufruhr um Alltours-Aussage, nur noch Geimpfte reisen zu lassen

Ende Februar sorgte der Reiseveranstalter Alltours mit der Information für Aufruhr, ab 31. Oktober 2021 nur noch Geimpfte in seine Hotels auf Mallorca, den Kanarischen Inseln und in Griechenland einchecken lassen zu wollen. In den sozialen Medien schlug Alltours viel Gegenwind von Kundinnen und Kunden entgegen und auch andere Unternehmen wie TUI distanzierten sich von der Aussage.

Dennoch gilt für Unternehmer die Vertragsfreiheit – sie können sich also aussuchen, wen sie an Bord oder ins Hotel lassen. Die australische Airline Quantas hatte bereits im November 2020 angekündigt, auf bestimmte internationale Flüge nur noch Menschen mit Impfnachweis mitzunehmen. Es wird erwartet, dass andere Fluglinien folgen.

Alltours-Firmenchef Willi Verhuven sagte im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“, man werde Impfnachweise erst fordern, wenn jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden könne. Familien mit Kindern, für die es derzeit keine zugelassenen Impfstoffe gebe, sollen während des Urlaubs mehrmals getestet werden. Wie genau sich die Situation entwickelt und ob andere Anbieter sich der Aussage von Alltours anschließen, ist bisher noch ungewiss. 

(Stand 31.03.2021)


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