
Der bundesweite Preis für Diesel liegt bei etwa 2,06 Euro pro Liter, Super E10 kostet rund 1,94 Euro. Ein starker Anstieg infolge des Krieges im Nahen Osten. (Stand: 6.3.2026)
Der Preisanstieg hat sich mittlerweile verlangsamt. Doch besonders Pendler, Familien mit mehreren Autos und Unternehmen mit Diesel-Flotten merken den Preisdruck.
Die Koalition richtet eine Taskforce ein, um Energiepreise zu prüfen, während über einen möglichen Tankrabatt noch debattiert wird.
Darum ist Sprit gerade so teuer
Wegen des Kriegs im Nahen Osten sind die Spritpreise in Deutschland weiter gestiegen, getrieben durch den Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus zwischen Iran und Oman. Durch diesen Schifffahrtsweg werden normalerweise rund 20 Prozent des globalen Rohöls transportiert. Die de facto Blockade treibt den Preis für Erdöl in die Höhe. Besonders Dieselpreise reagieren sensibel, da er für die Industrie unverzichtbar ist. Die Blockade verschärft die geopolitischen Spannungen und sorgt für Unsicherheit auf den Märkten.
Sind die hohen Preise berechtigt?
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie sieht alles im normalen Rahmen: Der Iran-Krieg treibt die Preise für Rohöl sowie fertige Benzin- und Dieselkraftstoffe auf dem Weltmarkt deutlich nach oben. Beispielsweise stieg der Dieselpreis in Rotterdam vom Samstag vor der Nahost-Eskalation bis Dienstag vier Tage später um rund ein Drittel. Eine Gewinnmitnahme durch Konzerne sei daher auszuschließen.
Vertreter der Tankstellenpächter betonen zwei andere Aspekte: Die Auswirkungen des Kriegs seien noch nicht vollständig an den Zapfsäulen angekommen, da die Lagerbestände ausreichend gefüllt sind. Zusätzlich hätten Autofahrer und Autofahrerinnen durch Hamsterkäufe direkt nach Kriegsbeginn (etwa durch mehrmaliges Tanken und Anlegen von Reserven in Kanistern) die Nachfrage kurzfristig erhöht und damit zu den Preissteigerungen beigetragen.
Das Bundeskartellamt empfiehlt dringend, Tank-Apps zu nutzen, um die preisgünstigste Zapfsäule in der Nähe zu finden. Dadurch fördern Sie als Verbraucher oder Verbraucherin den Wettbewerb und verhindern, dass Kosten ungehindert weitergegeben werden.
Zusätzlich sparen Sie bares Geld und stabilisieren die Nachfrage, indem Sie spritsparend fahren, Fahrgemeinschaften bilden oder den öffentlichen Nahverkehr öfter nutzen. Detaillierte Tipps dazu finden Sie in unserem Ratgeber Sprit sparen.
So entsteht der Spritpreis – Schritt für Schritt
- Rohölpreis:
Der Preis für Rohöl wird weltweit an Rohstoffbörsen festgelegt. Dabei einigen sich Käufer und Verkäufer auf einen Preis für eine zukünftige Lieferung. Krisen wie der Iran-Krieg treiben ihn durch Unsicherheit über das Angebot in die Höhe.
- Raffination und Industrie:
Aus dem Rohöl wird Benzin oder Diesel hergestellt. Dieser Schritt umfasst Kosten für die Verarbeitung, den Transport sowie Gewinne der Mineralölunternehmen.
- Energiesteuer:
Der Staat erhebt eine pauschale Energiesteuer von 47 Cent pro Liter Diesel bzw. 65,4 Cent pro Liter Benzin.
- CO₂-Abgabe:
Hinzu kommt die CO₂-Abgabe in Höhe von 20,5 Cent pro Liter Diesel oder 18,6 Cent pro Liter Benzin – diese ist im Jahr 2026 erneut gestiegen.
- Mehrwertsteuer:
Abschließend fällt 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den gesamten Nettopreis aller vorherigen Komponenten an.
So ergibt sich der Endpreis an der Zapfsäule. Bei der Preissetzung an der Tankstelle wird nicht gewartet, bis ein teurer gewordener Liter Rohöl auch wirklich in der Tankstelle ankommt. Stattdessen wird der Spritpreis in der Regel nahezu zeitgleich mit den Rohölpreisen erhöht, aber meist auch gesenkt.
Entlastung in Aussicht?
Die Bundesregierung von CDU/CSU und SPD hat eine Arbeitsgruppe mit Sepp Müller und Armand Zorn ins Leben gerufen, um Preissteigerungen genau zu prüfen und verfügbare Reserven zu nutzen. Wirtschaftsexperten bleiben vorsichtig: Ifo-Chef Clemens Fuest sieht Rabatte als volkswirtschaftlich problematisch, weil sie die sparfördernde Wirkung hoher Preise abschwächen. DIW-Chef Marcel Fratzscher schlägt stattdessen Unterstützung für Geringverdienende vor, etwa durch reduzierte Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel und eine Steuer auf Übergewinne großer Konzerne. RWI-Experte Manuel Frondel mahnt hohe Kosten und verzerrte Umweltsignale an.
Kartellamt beobachtet aufmerksam
Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt stellt klar: Geopolitisch bedingte Preissteigerungen lassen sich nicht per Knopfdruck stoppen, wohl aber Wettbewerbsverstöße. Die Behörde hält die Entwicklungen im Blick und fokussiert sich besonders auf die Raffinerie-Ebene.
Unfaire Preisgestaltung bei Mineralölkonzernen nachzuweisen ist jedoch schwierig, da der Rohölpreis nur ein Faktor unter vielen ist. Vom Rohstoff bis zur Zapfsäule durchlaufen Kraftstoffe eine komplexe Kette mit Schiffstransporten, Pipelines, Raffinerien, Lagern und Tankwagen.
Stand: 06.03.2026



