Bus und Bahn werden teurer

Darum steigen die Preise

Zuletzt wurden Autofahrerinnen und Autofahrer mit hohen Spritpreisen getroffen. Nun ziehen Bus und Bahn nach. Millionen Nutzerinnen und Nutzer müssen mit höheren Kosten im Fern- und Nahverkehr rechnen. Doch woran liegt das und ist das Auto im Vergleich vielleicht doch günstiger? 

Ein Paar kauft Bahntickets am Automaten

Das Wichtigste in Kürze:

  • Viele Verkehrsverbände heben zum Jahreswechsel die Ticketpreise an. Die Erhöhungen fallen allerdings regional unterschiedlich aus.
  • Steigende Sprit- und Energiekosten sowie neue Angebote sind nach Informationen der Betriebe die ausschlaggebenden Gründe für die höheren Preise.
  • Die Änderungen erschweren die Verkehrswende. Das Auto ist weiterhin beliebt. Welche Variante günstiger ist, bleibt individuell. 

Die Preise steigen – jedoch mit regionalen Unterschieden

Viele Verkehrsverbände planen, zum Jahreswechsel die Ticketpreise anzuheben. Im Winter werden Fern- und Nahverkehr teurer. Allerdings unterscheiden sich die Preiserhöhungen regional.

Verhältnismäßig gering fallen beispielsweise die Preissteigerungen im Raum Hamburg aus. Hier soll es durchschnittlich 1,3 Prozent teurer werden. Mit 1,5 Prozent zieht der Rhein-Sieg- und Rhein-Main-Verkehrsbund nach. Anschließend Rhein-Ruhr mit 1,7 Prozent.

Auch in München steigen die Preise ab Mitte Dezember mit einem Plus von 3,7 Prozent. Am teuersten wird es im Großraum Nürnberg. Nachdem die Preise in den vergangenen drei Jahren stabil blieben, müssen Fahrgäste nun mit im Schnitt 5,5 Prozent höheren Kosten rechnen.

Lediglich Bremen und Berlin sowie Brandenburg wollen die bestehenden Tarife beibehalten und damit Kundinnen und Kunden gewinnen. Ihrer Meinung nach sei dies der beste Weg, um Fahrgäste zu Bus und Bahn zurückzuholen.

Bundesweit wird es ebenfalls teurer: Bereits Anfang Oktober kündigte die Deutsche Bahn an, dass ab Mitte Dezember zusätzlich zum Nahverkehr die Fernverkehrspreise um durchschnittlich 1,9 Prozent steigen sollen. 

Anstieg der Bus- und Bahnpreise  
Raum Hamburg  1,3 Prozent
Rhein-Sieg- und Rhein-Main-Gebiet  1,5 Prozent
Rhein-Ruhr  1,7 Prozent
Stuttgart und Umgebung  2,5 Prozent
München  3,7 Prozent
Großraum Nürnberg  5,5 Prozent

Die Gründe sind vielfältig

Alles wird teurer – diese Entwicklung schlägt sich auch auf die Verkehrsbetriebe nieder. Hohe Spritpreise, Energiekosten und neue Angebote bringen Verkehrsunternehmen in Bedrängnis. Die Preissteigerung bei den Tarifen ließe sich nicht verhindern – so die Verbände. Außerdem sind in der Corona-Pandemie Pendlerinnen und Pendler sowie Reisende auf andere Verkehrsmittel umgestiegen oder gleich zu Hause geblieben. Diese fehlenden Fahrgäste sorgten zusätzlich für eine schwierige finanzielle Lage bei den Unternehmen.  

Außerdem wird argumentiert, dass dennoch nur ein geringer Teil der steigenden Kosten auf den Fahrgästen abgeladen werde. Der deutlich größere Kostenpart würde von der Steuerkasse übernommen werden. 

Die Situation erschwert die Verkehrswende

Bus und Bahn müssen sinnvoller erscheinen als die Fahrt mit dem eigenen Fahrzeug. Zwar ist die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln in der Regel nach wie vor günstiger als der Besitz eines Wagens, allerdings werden die teils zeitlichen Vorzüge sowie Bequemlichkeit und Flexibilität außer Acht gelassen. Zusätzlich spielt Anbindung eine wichtige Rolle. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes besonders außerhalb von Städten müsste gefördert werden, um mehr Menschen vom Auto weg und stattdessen zu Bus und Bahn zu bringen. Durch die Gesamtsituation wird die Verkehrswende erschwert.  

So packen Sie es an

Auf ein eigenes Auto zu verzichten, ist an sich gar nicht so schwierig. Besonders in Städten können Sie auf Carsharing, Fahrgemeinschaften, das Fahrrad oder eben die Öffentlichen umsteigen. Die Erstellung einer Kostenübersicht kann Ihnen bei Unsicherheiten weiterhelfen – beispielsweise, wenn das Auto eigentlich nur für den Sommerurlaub benötigt wird und zur Arbeit auch Bus oder Bahn fahren würden. Für Reisen, größere Einkäufe oder Umzüge lassen sich ganz einfach Fahrzeuge mieten. Diese kommen Ihnen auch günstiger als die Finanzierung eines Autos.

Auf dem Land sieht das Ganze schon etwas komplizierter aus. Hier lässt der öffentliche Nahverkehr meist zu wünschen übrig. Fahrrad oder Fahrgemeinschaft sind oft die einzigen Möglichkeiten, die Fahrt mit dem eigenen Auto zu vermeiden. Ein gänzlicher Verzicht ist kaum umsetzbar. 

(Stand 11.11.2021)


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