100 Euro Kinderfreizeitbonus für bedürftige Familien

So wollen Bund und Länder die Lockdown-Folgen bei Kindern abschwächen

Kein Treffen am Bolzplatz, kein Tanzkurs und auch kein Schultheater – Corona hat in den vergangenen anderthalb Jahren vieles auf Eis gelegt. Darunter haben besonders Kinder und Jugendliche gelitten. Die Bundesregierung will deshalb vor allem Familien mit geringem Einkommen mit dem Corona-Aufholpaket unterstützen und unter anderem 100 Euro pro Kind als Kinderfreizeitbonus auszahlen. 

Ein Erwachsener verbringt mit Kindern Zeit draußen in der Natur

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit dem Corona-Aufholprogramm will die Bundesregierung die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche abschwächen.
  • Lernrückstände sollen aufgeholt, frühkindliche Bildung gefördert, Schulen unterstützt und ein Kinderfreizeitbonus ausgezahlt werden. Dieser Bonus umfasst einmalig 100 Euro pro Kind.
  • Die Corona-Hilfe erhalten Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind, Anspruch auf Wohngeld oder den Kinderzuschlag haben oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.

Milderung der Corona-Folgen für Kinder und Jugendliche

Im Mai 2021 haben Bund und Länder das „Aktionsprogramm Aufholen“ beschlossen. Darin sollen verschiedene Maßnahmen die Folgen der Pandemie aufgrund der langen Einschränkungen abschwächen und Familien mit geringem Einkommen unterstützen. Insgesamt umfasst das Programm zwei Milliarden Euro und soll 2,7 Millionen Kindern und Jugendlichen zugutekommen. 

Kinderfreizeitbonus

Ab August bekommen Familien mit kleinem Einkommen einmalig 100 Euro pro Kind ausgezahlt. Familienministerin Christine Lambrecht (SPD) sagt, der Kinderbonus könne „je nach Lust und Laune“ ausgegeben werden – egal ob für Ferien-, Sport- oder Freizeitaktivitäten. Einen gesonderten Antrag auf den Bonus müssen die meisten Familien nicht stellen, die Auszahlung beginnt automatisch ab August.

Berechtigt sind Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind, Anspruch auf Wohngeld oder den Kinderzuschlag haben oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Nur Familien, die ausschließlich Wohngeld und keinen Kinderzuschlag beziehen sowie Familien, die Sozialhilfe erhalten, müssen bei ihrer Familienkasse einen formlosen Antrag einreichen.

Abbau von Lernrückständen

Mit einer Milliarde Euro sollen zusätzliche Förderangebote ins Leben gerufen werden, um Lernrückstände aufgrund der vielen Fehlzeiten in Schulen aufzuholen. Im Fokus stehen die Kernfächer und -kompetenzen sowie psychische Entlastung. Wie genau diese Angebote umgesetzt werden, entscheidet jedes Bundesland für sich. Die Sommerferien sollen für Camps und Werkstätten genutzt werden, ehe im neuen Schuljahr unterrichtsbegleitende Förderungen folgen.

Außerdem sollen Kinder und Jugendliche nicht das Gefühl bekommen, alle Rückstände schnellstmöglich aufholen zu müssen. „Aktion Zukunft“ plant, Lehramtsstudierenden als Mentorinnen und Mentoren einzusetzen, um die Schulsozialarbeit zu unterstützen. Mit der Aktion „Kultur macht stark“ setzt sich das Bundesbildungsministeriums zudem das Ziel, die Kreativität, Persönlichkeit und Sozialkompetenz von Kindern zu stärken.  

Förderung frühkindlicher Bildung

Bundesweit sollen von den Corona-Hilfen 1.000 „Sprach-Kitas“ profitieren. Das im Jahr 2016 veröffentlichte Programm der Sprach-Kitas fördert alltagsintegrierte sprachliche Bildung in der Kindertagesbetreuung, um die Chancengleichheit zu erhöhen. Außerdem folgt Unterstützung durch die Bundesstiftung „Frühe Hilfen“, die Kurse für belastete Familien mit Kindern unter drei Jahren anbieten.

Außerschulische Angebote

In Naturwissenschaften, Technik, Sprachen, Wirtschafts- und Politikwissenschaften sollen durch das „Netzwerk der Schülerlabore“ außerschulische Lernangebote bereitgestellt werden. Familien haben außerdem die Möglichkeit, einen kostengünstigen und einwöchigen Erholungsaufenthalt in einer Familienferienstätte wahrzunehmen. Dort soll es pädagogische Angebote für Kinder und Gesprächsunterstützung für Eltern geben.

Hier finden Sie weitere Informationen und mehr zum Corona-Aufholprogramm.

(Stand 23.06.2021)


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