„Wir hoffen auf einen schnellen Neustart“

Unternehmen kämpfen um ihr Überleben – aber vielerorts helfen die Sparkassen

Geschlossene Friseursalons, Cafés, Geschäfte und Fitnessstudios: Der Handel, das Handwerk und die Freizeiteinrichtungen sind besonders stark vom Lockdown der Coronakrise betroffen. Viele Unternehmen warten dringend auf das von der Bundesregierung zugesagte Überbrückungsgeld. Ihre Geschäftsführungen gleichen einem Krisenstab. Dabei sind die Sparkassen zurzeit einer ihrer wichtigsten Verbündeten. Sie helfen unkompliziert mit individuellen Lösungen – und viel Know-how.

Eine Frau und ein Mann beim Tanzen

In vielen Städten in Deutschland ist es ruhig in diesen Tagen. Nur wenige Menschen und Autos sind zu sehen, Schnee hüllt Straßen und Gehwege in ein leuchtendes Weiß. Der Blick in die Schaufenster vieler Geschäfte beschert ein ähnlich ruhiges Bild. Wo sonst Kundschaft ein- und ausgeht und die Angestellten sich um die Wünsche der Menschen kümmern, sind die Türen verschlossen und die Räume dunkel.

Seit Mitte Dezember 2020 ist Deutschland im zweiten Corona-Lockdown. Die Menschen sind dazu angehalten, möglichst zu Hause zu bleiben. Auch die Berliner Dance Company Flying Steps, die größte urbane Tanzschule Deutschlands, musste erneut die Türen ihrer Academy schließen.

Die sechs Studios und das Café der Flying Steps in Kreuzberg, in denen Hip-Hop-, Breakdance- und Ballettkurse stattfinden oder Afro House getanzt wird, sind leer. Einer der Gesellschafter, Timm Benjamin Zolpys, und seine beiden Mitgesellschafter haben von Anfang an versucht, den Schaden zu begrenzen, den die Schließung verursacht.

Kreativ und online durch die Krise

„Wir hoffen auf einen schnellen Neustart“, sagt Zolpys. „Wir mussten Kurzarbeit anmelden und schweren Herzens mehrere unserer 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen.“

Aufgeben war für ihn und sein Team von Anfang an keine Option: „Wie bei jedem Projekt sind nun Probleme aufgetaucht, die wir lösen“, betont er. Schon im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 produzierten die Flying Steps Tutorial-Videos mit Choreografien für ihre Schülerinnen und Schüler. So entstanden 40 Filme, die sie auf ihrem Youtube-Kanal posteten. Bis zu 15.000 Aufrufe haben einige Videos.

Für die 1.800 Tanzbegeisterten, die regelmäßig in der Flying Steps Academy trainieren, finden täglich Onlineklassen statt. So wurden bisher nur wenige Verträge gekündigt und es fließen regelmäßig Einnahmen. Doch sie decken die laufenden Kosten nicht und die Überbrückungsgelder vom Bund und dem Land Berlin lassen auf sich warten.

„Wir machen schön – nicht krank“

Ähnlich wie den Flying Steps ergeht es vielen mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Gerade Restaurants, Kosmetik- und Fitnessstudios sowie Friseursalons sind aufgrund des erneuten Lockdowns und der ausbleibenden finanziellen Unterstützung des Staates in eine bedrohliche Schieflage geraten.

Obwohl viele von ihnen schon während oder nach dem ersten Lockdown die von Bundes- und Landesregierungen geforderten Belüftungs- und Hygienekonzepte für viel Geld umgesetzt hatten, mussten auch sie Mitte Dezember erneut schließen. Virtuelle Lösungen wie Onlineunterricht sind für sie keine Option.

Einige der Betroffenen zogen gegen die geltende Corona-Verordnung vor Gericht. Sie wollten eine frühzeitige Wiedereröffnung erwirken, weil die Maßnahmen ihre berufliche Existenz gefährden. Aber die Gerichte lehnten ab.

Das Verbot körpernaher Dienstleistungen sei in der gegenwärtigen Infektionslage verhältnismäßig, argumentierten sie. Auch bei eingehaltenen Hygieneregeln gebe es eine erhöhte Infektionsgefahr, wenn der Mindestabstand dauerhaft und regelmäßig erheblich unterschritten werde.

Um ihrem Unmut über die ausweglose Situation Luft zu machen, zogen viele Inhaberinnen und Inhaber von Geschäften und Handwerksbetrieben auf die Straße und demonstrierten. Unter dem Motto „Wir machen schön – nicht krank“ protestierten Friseurinnen und Friseure in Nordrhein-Westfalen gegen die Corona-Schließungen und forderten schnellere staatliche Hilfen.

Unkomplizierte Hilfe von der Sparkasse

Die Flying Steps wählten einen anderen Weg: „Wir griffen zum Telefonhörer und sprachen mit unserer Hausbank, der Berliner Sparkasse, über die Situation“, erklärt Timm Benjamin Zolpys. Ihre Kundenberaterin informierte sie über Möglichkeiten jenseits der Corona-Hilfen – von Kurzarbeitergeld über Stundung der Zahlungen an das Finanzamt und die Krankenkasse bis hin zu einer Liquiditätshilfe der Investitionsbank Berlin.

„Sie empfahl uns auch einen Schnellkredit der KfW-Bank“, so Zolpys weiter. Die Konditionen seien ideal: „In den ersten beiden Jahren müssen wir ihn nicht zurückzahlen. Aber es entstehen uns auch keine Nachteile durch eine vorzeitige Beendigung. Schließlich kann niemand vorhersehen, wann diese schwere Zeit vorbei ist.“ Unter diesen Umständen sei eine flexible Finanzierung besonders wichtig.

Zolpys versucht trotz der anhaltenden Unsicherheiten optimistisch zu bleiben: „Ich glaube nicht, dass wir pleitegehen. Wir sind zurzeit gut aufgestellt. Nach der Krise wird bei uns wieder getanzt.“


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