Warum der Mundschutz wichtig bleibt

6 Fragen und Antworten zur Maskenpflicht

Maske tragen beim Einkaufen bleibt erst einmal Pflicht in Deutschland. So haben es die Gesundheitsminister der Bundesländer entschieden. Aber brauchen wir den Mundschutz wirklich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Frau trägt Mundschutz im Supermarkt.

Seit Ende April gilt in Deutschland die Maskenpflicht. Wie hoch die Bußgelder bei Nichtbeachtung sind und wo sie genau gilt – zum Beispiel auch auf Wochenmärkten – variiert von Bundesland zu Bundesland. Überall aber gilt: Beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) muss der Mundschutz getragen werden.

1. Warum wird jetzt über die Maskenpflicht öffentlich diskutiert?

Kein Wunder, dass manche Menschen im Moment von der Maske genervt sind. Gerade jetzt in den Sommermonaten ist es besonders stickig und viele schwitzen unter der Maske. So richtig gewöhnt daran haben sich wohl nur die wenigsten.

Derzeit bringt aber vor allem der Handel ein Ende der Maskenpflicht ins Spiel. Verständlich, schließlich haben die Läden unter den Eindämmungsmaßnahmen der vergangenen Monate stark gelitten. „Für den Einzelhandel ist es gut, wenn die Maskenpflicht, sobald dies gesundheitspolitisch möglich und vernünftig ist, abgeschafft wird", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, der Deutschen Presse Agentur.

Unterstützt wurde dies beispielsweise von Harry Glawe (CDU), Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern.

2. Welche Auswirkungen hat die Maskenpflicht auf die Wirtschaft?

Der Handel hat es nicht leicht seit Beginn der Corona-Krise. Zukunftsangst und finanzielle Sorgen plagen viele Menschen und sorgen für eine Eintrübung des Konsumklimas. Es ist ein altbekanntes Phänomen: In unsicheren Zeiten kaufen die Menschen weniger ein.

Seit Juni deutet sich vorsichtig eine Erholung an. Verschiedene Studien belegen, dass die Menschen in Deutschland langsam wieder mehr einkaufen, ohne dass allerdings das Vor-Corona-Niveau erreicht wird.

Ohne dass sich dies mit verlässlichen Zahlen belegt lässt, scheint die Maske beim Einkaufen zu stören. Vertreter des Handels gehen jedenfalls davon aus, dass der Mundschutz das Einkaufserlebnis erheblich eintrübt. Vor allem die Modebranche sei davon betroffen. „Die Maskenpflicht hemmt die Shoppinglust bei vielen Kundinnen und Kunden. Einkaufsbummel und Spontankäufe haben es schwer“, so der HDE in einer Stellungnahme.

Andererseits wäre eine zweite Corona-Welle und ein erneuter Lockdown fatal für viele Geschäfte. Deshalb haben sich viele Händler mit der Maskenpflicht so gut wie möglich arrangiert. Nach dem Motto: Lieber die Leute kaufen mit Maske ein, als dass eine zweite Welle uns Herbst- und Weihnachtsgeschäft verdirbt.

3. Was bringen die Masken beim Kampf gegen das Corona-Virus?

Vertreter des Einzelhandels erkennen an, dass die Masken durchaus sinnvoll sind. Schließlich sorgen sie dafür, dass die Leute schon relativ schnell wieder einkaufen gehen konnten. Die überwiegende Mehrheit der Experten spricht sich auch klar für das Tragen der Masken aus.

Gestützt wird dies von Studien, die Forscher in den vergangenen Monaten erstellt haben. So untersuchte beispielsweise eine Forschergruppe die Wirkung der Maskenpflicht in Jena und verglich diese mit anderen Städten. Die Ergebnisse  deuten für die Forscher klar darauf hin, dass die Maskenpflicht die Ausbreitung des Virus spürbar verlangsamt.

4. Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Jedes Land handhabt die Eindämmungsmaßnahmen unterschiedlich. In fast allen Ländern gilt oder galt eine Maskenpflicht beim Einkaufen oder beim ÖPNV. Einige Länder haben die Pflicht mittlerweile aufgehoben. Zum Beispiel muss in Österreich seit Mitte Juni kein Mundschutz mehr getragen werden. Schweden hatte schon zu Beginn der Krise einen Sonderweg eingeschlagen. Dort besteht keine Maskenpflicht.

In vielen anderen europäischen Ländern allerdings schon, so zum Beispiel in den beliebten Urlaubsländern Spanien, Italien oder in der Schweiz.

In manchen Staaten lässt außerdem feststellen, dass die Maske lokal verpflichtend ist: Im US-Bundesstaat Arizona ist der Mundschutz vorgeschrieben, wenn Menschen sich in der Nähe eines Corona-Ausbruchsortes aufhalten. Eine generelle Pflicht gibt es aber nicht mehr.

5. Was kann ich tun, wenn ich von der Maske genervt bin?

Angenehm ist die Maske nie, aber an heißen Sommertagen macht sie so manche Bahnfahrt oder Shopping-Tour zur Tortur. Dagegen kann man nicht so viel machen.

Allerdings gibt es drei Tipps, die das Masketragen zumindest ein wenig angenehmer gestalten:

  • Während Experten davor warnen, die Maske zu lockern, könnten Menschen zur Einwegmaske greifen, wenn sie sich beim Atmen schwer beeinträchtigt fühlen.  Weil sie dünner sind, können sie auch an heißen Tagen leichter getragen werden.
  • Ein eng anliegender Drahtbügel hilft gegen das Beschlagen von Brillengläsern beim Atmen.
  • Wer seine Maske öfter reinigt und/oder wechselt, beugt Verunreinigungen und Infektionen im Gesichtsbereich vor.

6. Wie lange wird es die Maskenpflicht noch geben?

Bislang ist ein Ende der Maskenpflicht nicht in Sicht. Falls sich die gute Entwicklung der Fallzahlen bei uns fortsetzt, ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die Diskussion erneut geführt wird. Wenn die Länderparlamente aus der Sommerpause zurückkehren, werden sich die Wirtschaftsminister wieder in Stellung bringen. Spätestens Ende August wird es also wieder heißen: Wann fällt die Maske in Deutschland?

Stand: 07.07.2020


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