Geschenke-Umtausch: Das sollten Sie im Lockdown beachten

Der Handel kommt den Kunden meist entgegen – aber es gibt Grenzen

Der harte Corona-Lockdown erschwert nicht nur den Kauf der Weihnachtsgeschenke. Er verkompliziert auch den Umtausch nach Heiligabend. Wann, wie und vor allem ob Sie Weihnachtsgeschenke überhaupt umtauschen können, erfahren Sie hier.

Eine Frau mit Mundschutz trägt Geschenke

Das Wichtigste in Kürze:

  • Generell gilt: Es gibt kein automatisches Umtauschrecht für einwandfreie Ware.
  • Viele Händler gewähren aber eine 14-tägige Umtauschmöglichkeit.
  • Aufgrund des harten Corona-Lockdowns gestatten viele Händler auch danach noch den Umtausch.
  • Auf schadhafte Ware besteht in der Regel ein Rückgaberecht von 24 Monaten.
  • Im Internet erworbene Waren haben ein generelles Rückgaberecht von 14 Tagen.
  • Die in 2020 auf 16 Prozent reduzierte Mehrwertsteuer wird bei Rückgabe Anfang 2021 nicht angehoben.

Egal ob Lockdown oder nicht – Kunden haben nicht grundsätzlich das Recht, einmal gekaufte Ware umzutauschen. Das oft gebräuchliche 14-tägige Umtauschrecht ist ein Entgegenkommen der Händler – kein Gesetz. Fast alle Händler tun dies aus Gründen der Kulanz: Entweder geben sie ihren Kunden das Geld zurück oder einen Gutschein.

Umtausch nach dem Lockdown – am besten direkt klären

Es ist davon auszugehen, dass sie diese Umtauschregel auf die Zeit nach dem harten Lockdown verschieben werden. Doch auch das ist dem Verkäufer überlassen – Kunden können das nicht einfordern.

Wer sichergehen möchte, sollte das direkt – also noch vor dem Kauf – klären. Dabei sollte der Verkäufer deutlich festlegen, wie er sich entscheidet: Umtausch, Gutschein – oder keins von beiden.

Wer die Geschenke besorgt hat, ohne sich darüber zu informieren, kann das auch meist im Nachhinein tun. In der Regel steht das auf den Internet- oder Social Media-Seiten der Anbieter.

Mit oder ohne Corona: Um das Umtauschproblem zu umgehen, empfehlen sich Gutscheine. Sie sind im Normalfall drei Jahre lang gültig. Und sie bieten gerade jetzt die Möglichkeit, den Einzelhandel zu unterstützen.

Verkäuferin scannt Kassenbon

Ausnahme: Defekte Ware

Funktioniert hingegen ein Geschenk nicht, oder es ist beschädigt, ist die Situation gesetzlich geregelt: Dann haben die Kunden einen Anspruch auf Ersatz. Die sogenannte Gewährleistung – oft auch Mängelhaftung genannt – gilt ab dem Kauf zwei Jahre.

Dabei macht der Lockdown keinen Unterschied. Händler haben zweimal die Möglichkeit, ihre Kunden mit einer einwandfreien Ware zu beliefern. Ob das durch Umtausch oder Reparatur geschieht, bleibt dem Verkäufer überlassen.

Weist die Ware nach dem Umtausch oder der zweiten Reparatur immer noch Mängel auf, können Verbraucher vom Kaufvertrag zurücktreten und ihr Geld zurückverlangen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, mangelhafte Ware zu behalten und den Kaufpreis zu reduzieren.

Umtausch von Waren aus Online-Shops oder Apps

Bestellen Kunden ihre Ware online – also im Internet oder per App – haben sie fast immer ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Das bedeutet, dass sie in diesem Zeitraum die Ware zurückschicken können und ihr Geld erstattet bekommen. Dafür müssen sie nicht einmal Gründe anführen.

Allerdings können die Anbieter den Kunden die Kosten für die Rücksendung auferlegen. Ausgenommen sind dabei personalisierte Waren oder jene, die aus hygienischen Gründen vom Umtausch ausgeschlossen sind.

Genauere Informationen dazu stehen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) des jeweiligen Anbieters.

Corona-Mehrwertsteuer – neue Regeln durch Lockdown?

Aufgrund der Coronakrise haben viele Unternehmen im Jahr 2020 Verluste gemacht. Daher beschloss die Bundesregierung im Frühjahr, die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent (ermäßigter Satz) abzusenken – befristet bis zum 31. Dezember 2020. So wollte sie die Kauflaune der Deutschen und damit die Konjunktur der Wirtschaft beflügeln.

Wer bis zum Jahresende Ware mit gesenkter Mehrwertsteuer gekauft hat und erst 2021 umtauscht, sollte wissen: Die Händler erstatten immer genau den Betrag, der tatsächlich beim Kauf bezahlt wurde.


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