Das sind die neuen Corona-Regeln

Hospitalisierungsrate wird maßgebliche Größe

Die Corona-Lage ist dramatisch. Bund und Länder stellen sich bei der Pandemiebekämpfung neu auf – mit weitreichenden Konsequenzen für die Bürgerinnen und Bürger. Das gilt für den Arbeitsplatz, aber auch beispielsweise für öffentliche Verkehrsmittel. 

Mann schaut am Bahngleis auf sein Smartphone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Hospitalisierungsrate wird zur maßgebenden Größe für die Maßnahmen im Alltag: Ab einem Wert von 3 gilt flächendeckend die 2G-Regel. Ab 6 können die Bundesländer 2G-Plus einführen. Ab 9 sollen die Länder weitergehende Maßnahmen ergreifen.
  • Laut Infektionsschutzgesetz gilt grundsätzlich nun die 3G-Regel am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nah- und Fernverkehr.
  • Eine Impflicht für Pflegeberufe wurde vereinbart, muss allerdings noch vom Bund umgesetzt werden. 

Täglich gibt es neue Höchstwerte bei den Corona-Infektionen. Gleichzeigt läuft in der kommenden Woche die „Epidemische Lage von nationaler Tragweite“ aus. Entspannung ist aber nicht angesagt – ganz im Gegenteil. Da die Inzidenzen derzeit täglich in neue Rekordhöhen schnellen, war es höchste Zeit, dass Bund und Länder konkrete Entscheidungen für den weiteren Umgang mit der Pandemie getroffen haben.

Mit einem überarbeiteten Infektionsschutzgesetz und den Vereinbarungen aus der Ministerpräsidentenkonferenz stellt sich Deutschland nun neu auf und versucht, der dramatischen Lage Herr zu werden. Die neuen Maßnahmen betreffen sowohl den Arbeitsplatz als auch das öffentliche Leben.

Hospitalisierungsrate: Auf diese Werte kommt es künftig an

Während bislang die Inzidenz herangezogen wurde, wird künftig die Hospitalisierungsrate wichtig, wenn es um die Maßnahmen der Pandemiebekämpfung geht. Der Wert ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner.

Künftig wird es Schwellenwerte geben:

  • Ab einer Hospitalisierungsrate von 3 sollen die Bundesländer flächendeckende Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G-Regel) etwa zu Veranstaltungen und der Gastronomie einführen. Unter dem Wert von 3 greift die 3G-Regel.
  • Ab einer Hospitalisierungsrate von 6 sollen die Bundesländer außerdem in bestimmten Einrichtungen wie Pflegeheimen auch für Geimpfte und Genesene zusätzlich Corona-Testnachweise oder andere Maßnahmen vorschreiben (2G plus).
  • Ab einer Hospitalisierungsrate von 9 sollen die Bundesländer von „weitergehenden Beschränkungen“ gebraucht machen. Heißt: Spätestens dann sollen die Landesregierungen wieder beispielsweise Kontaktbeschränkungen einführen oder Veranstaltungen absagen. 

Das bedeuten 2G, 2G-Plus, 3G und 3G-Plus

  • 2G heißt geimpft oder genesen. Als geimpft gelten Personen, bei denen die abschließende Impfung mindestens zwei Wochen zurückliegt. Als genesen gelten Personen, bei denen die Corona-Infektion mit einem PCR-Test festgestellt wurde. Dieses Testergebnis muss mindestens 28 Tage alt sein, darf aber nicht länger als sechs Monate zurückliegen.
  • 2G-Plus:  2G und ein aktueller Test der geimpften und/oder genesenen Personen.
  • 3G heißt vollständig geimpft, genesen oder getestet. Der Test muss ein negativer Antigen-Schnelltest sein, der höchstens 24 Stunden alt ist.
  • 3G-Plus heißt geimpft, genesen oder PCR-getestet. Ungeimpfte müssen also einen negativen PCR-Test vorlegen.

Ausnahmen wird es für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geben. 

3G-Regel am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln

Am Arbeitsplatz gilt die 3G-Regel. Ab dem 24. November 2021 wird der Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests am Arbeitsplatz verlangt. Wie genau die Arbeitgeber diese Regel umsetzen und überprüfen, ist noch unklar und wird sich je nach Arbeitgeber wohl unterscheiden. Die Unternehmen sollen die Einhaltung der Regel in jedem Fall „täglich kontrollieren und dokumentieren“, hieß es.

Im öffentlichen Personennahverkehr und den Zügen des Regional- und Fernverkehrs wird zusätzlich zur geltenden Maskenpflicht ebenfalls die 3G-Regel eingeführt. Sofern Fahrgäste nicht geimpft oder genesen sind, müssen sie bei der Nutzung eines Verkehrsmittels einen Nachweis über einen negativen Corona-Schnelltest mit sich führen.

Impfpflicht für Pflegeberufe soll kommen

Der Bund soll eine Impfpflicht für Pflegeberufe auf den Weg bringen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie in Alten- und Pflegeheimen und bei mobilen Pflegediensten müssen demnach geimpft sein. Ein Gesetz dazu steht allerdings noch aus. 

Boostern für alle

Auch wenn die Erst- und Zweitimpfung wohl entscheidend bleibt: Die Auffrischungsimpfung wird von der STIKO nun für alle über 18 Jahren empfohlen. In der Praxis müssen Booster-Willige allerdings einen zeitlichen Abstand zur letzten Impfung von fünf (z.B. in Berlin) oder sechs Monaten haben, um einen Impftermin zu bekommen. Deshalb werden die Länder nun viele Impfzentren wieder öffnen und zusätzliche Impfangebote vorantreiben.  

Corona-Wirtschaftshilfen werden verlängert

In der Corona-Krise besonders belastete Unternehmen bekommen länger Unterstützung in Form von Wirtschaftshilfen. Der Bund hat die bisher bis Jahresende befristete Überbrückungshilfe III Plus bis Ende März 2022 verlängert. Die Regelungen zur Kurzarbeit und die Neustarthilfe für Soloselbständige sollen ebenfalls noch verlängert werden.

Nächste Ministerpräsidentenkonferenz am 9. Dezember

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten wollen am 9. Dezember erneut zusammenkommen. Dann wird sich wohl entscheiden, ob es mit Hinblick auf das Weihnachtsfest zu weiterreichenden Maßnahmen kommen wird. 

Quelle: www.bundesregierung.de

(Stand: 19.11.2021)


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.