Corona-Impfung beim Hausarzt: Was Sie über Termine und Reihenfolge wissen sollten

Seit Anfang April sind hausärztliche Impfungen möglich – bald auch bei Betriebsärzten?

Seit dem 5. April sind hausärztliche Impfungen gegen das Coronavirus möglich. Nach den Impfverzögerungen der letzten Monate wird jetzt der große Durchbruch erwartet. Doch wie sieht die Situation aktuell wirklich aus? Wir beantworten Ihnen alle wichtigen Fragen und klären auf, wie es um die Impfung beim Betriebsarzt steht. 

Mann bekommt Spritze in den Oberarm

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 5. April ist es niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten erlaubt, in ihren Arztpraxen Corona-Impfungen durchzuführen. 35.000 Praxen möchten nun schnellstmöglich mit Impfen loslegen. 
  • Die Terminvergabe ist auch hier von der Priorisierung abhängig. Zu welcher Gruppe man gehört entscheidet letztendlich darüber, wann man geimpft wird.
  • Eine Nachfrage beim Hausarzt beschleunigt den Prozess vermutlich nicht.
  • Das Impfen durch Betriebsärzte ist in Planung. Allerdings sind noch Fragen offen. 

Seit dem 5. April sind Impfungen möglich – massig Impfstoff gibt es jedoch noch nicht

Wie vom Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, ist es seit 5. April möglich, sich beim Hausarzt in der Praxis impfen zu lassen. Dieser Schritt soll dafür sorgen, dass Impfzentren entlastet werden und das Impfprogramm beschleunigt wird. Dafür – so das Gesundheitsministerium – soll auch zeitnah genug Impfstoff zur Verfügung stehen. Bisher können die 35.000 Praxen, die sich beteiligen wollen, mit 18 bis 50 Impfdosen pro Arzt und Woche rechnen. Insgesamt sind für die erste Impfwoche 940.000 Dosen vorgesehen. 

Ende April soll es eine größere Liefermenge von mehr als drei Millionen Impfdosen geben, die flächendeckend eingesetzt wird. Bis dahin wird erstmal das Vakzin von BioNTech/Pfizer verimpft, AstraZeneca soll Mitte des Monats folgen, allerdings nur für Menschen ab 60 Jahren. Manche Praxen, wie beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, konnten bereits im März erste Impfungen durchführen, viele haben schon Impfstoff erhalten und andere warten noch auf ihre Lieferungen. 

Wollen Sie einen Termin vereinbaren, so müssen Sie bedenken, dass auch beim Hausarzt die gleiche Priorisierung wie in den Impfzentren gilt. Wer nicht aufgrund des Alters oder der beruflichen Situation geimpft wird oder schon einen vereinbarten Termin vorweisen kann, der wird sich vermutlich noch gedulden müssen. 

Die Hausärztin oder der Hausarzt können bei Nachfrage in den meisten Fällen nur eine etwaige Einschätzung zum Impftermin geben. Geplant ist außerdem, dass sich die Ärztinnen und Ärzte bei den Patientinnen und Patienten melden, um über mögliche Impftermine zu informieren. 

Diese drei Gruppen werden bisher zuerst geimpft:

Gruppe I: An erster Stelle wird Menschen, die 80 Jahre oder älter oder aufgrund Ihres Berufes einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, die Impfung gegen Corona verabreicht.

Gruppe II: Dem folgen Personen zwischen 70 bis 79 Jahren mit Vorerkrankungen wie Krebs, Demenz, schwere Lungenerkrankungen, chronische Nierenleiden, einer Organtransplantation oder Trisomie 21. Außerdem Polizei- und Kitapersonal.

Gruppe III: Zuletzt werden alle über 60-Jährigen mit chronischen Erkrankungen oder einem Body-Mass-Index von über 30 geimpft. Wer im Lebensmittelhandel tätig ist, gehört ebenfalls zu dieser Gruppe.

Die anschließend folgende Priorisierung ist bisher unklar. Laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung ist es denkbar, dass alle Erwachsenen, die geimpft werden sollen, bis spätestens Mitte August durch sind. 

Impfung beim Betriebsarzt noch nicht möglich

Mit Covid-19-Impfungen im Betrieb werden sich Beschäftigte noch gedulden müssen. Die entsprechende und bereits im März diskutierte Neufassung der Impfverordnung steht noch aus, sodass nicht vor Juni mit Impfmöglichkeiten beim Betriebsarzt gerechnet wird. 

Gefördert wird das Impfen beim Betriebsarzt vom Verband der Deutschen Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW). Unternehmen wie Allianz, Adidas, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Siemens und Axel Springer haben eine Impfallianz gegründet, die aktiv zu einem schnelleren Prozess beitragen soll. Der Plan ist, auf den Betriebsgeländen 25 Impfstraßen zu errichten.

Wichtig: Möglicherweise wird die Impfpriorisierung bei Betriebsärztinnen und Betriebsärzten aufgeweicht. "Ein Mann von 69 Jahren mit Hypertonus und Diabetes sollte vielleicht eher die Impfung erhalten als eine 72-jährige Triathletin", sagt Ulrich Weigeldt vom Hausärzteverband im WDR. 

Vor dem Impfstart beim Betriebsarzt gibt es noch einige offene Fragen zu beantworten. Dazu zählen beispielsweise die Vergütung von zusätzlich benötigtem Personal oder andere Zahlungen wie Entschädigungen oder Schadensersatz bei möglichen Impfschäden. 

(Stand: 07.04.2021)


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