„In Hamburg redet man wenig über Geld. Aber viel über die Fußball-Bundesliga.“

Der Pianist Sebastian Knauer im Podcast „Reden ist Geld“ von Sparkasse und detektor.fm

Klassischer Pianist. Hamburger. Kaufmannsfamilie. Der neue Gast bei Nina Sonnenberg im Podcast „Reden ist Geld“. Sebastian Knauer verrät, warum er Banken mit Unmengen von Kleingeld ärgert, was eine Gliedertaxe ist und wieso das Familienvermögen aus dem 19. Jahrhundert bis heute verschwunden ist.

„Reden ist Geld“ – der Podcast

Über Geld spricht man nicht? Pah! Im Podcast „Reden ist Geld“ trifft sich Nina Sonnenberg mit bekannten Personen, um mit ihnen über das Thema zu sprechen, über das selten jemand öffentlich reden will. Hier hört ihr ganz persönliche Geschichten. Können wir nicht alle von mehr Offenheit beim Thema Geld profitieren?

Zur Person

Sebastian Knauer ist 1971 in Hamburg geboren und kommt aus einer einflussreichen Hamburger Kaufmannsfamilie. Nach dem Ur-Knauer wurde sogar eine Straße benannt, im Stadtteil Hamburg-Eppendorf steht ein Denkmal. Knauer ist in Hamburg aufgewachsen, hat dort seine Karriere begonnen und ist bis heute dort geblieben.

Meine Ansage war nicht: Ich möchte bitte Pianist werden. Sondern: Ich will Pianist werden.
Sebastian Knauer

Im Hause Knauer war Musik gang und gäbe. So wusste Knauer Junior bereits mit vier Jahren, dass er Pianist werden will. Er hat Glück: Infrastruktur (Klavier) und das nötige Geld für gute Klavierlehrer sind vorhanden. Ein Jahr später sitzt er an den Tasten. 

Knauer legt einen hervorragenden Karrierestart hin, steht früh auf der Bühne. Mit 14 Jahren Konzertdebüt in seiner Heimatstadt Hamburg. Jahre später spielt er für den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton im Berliner Hotel „Adlon“. Sein umfangreiches Repertoire reicht vom Barock bis zur Moderne.

Er ist zudem Geschäftsmann und macht mit seinen Kontakten in die Hamburger High Society einem Hamburger Kaufmann alle Ehre.

Von der Bundesbank bekam ich eine ordentliche Ermahnung.
Sebastian Knauer

Sebastian Knauer ärgert gerne Banken

Nina Sonnenberg schaut ihren Gästen immer zuerst in die Geldbörse. Im Portemonnaie von Sebastian Knauer fehlt das Kleingeldfach: „Ich werfe alles Kleingeld in einen Topf und zahle es einmal im Jahr in der Bank ein. Da kommen lustige Summen zusammen“, lacht Knauer. Die Banken sind darüber nicht immer erfreut, welches Gewicht Knauer ihnen da hin und wieder auf die Theke stellt: „Im vergangenen Jahr waren es fast 1.000 Euro Kleingeld“, sagt er.

Momentan ist alles auf Null.
Sebastian Knauer

Das Jahr 2020: „Wie ein Nebel, der alles umgibt“

Die Corona-Einschränkungen bekommt auch Sebastian Knauer massiv zu spüren. Bis zu 200 Tage ist er wegen der Musik im Jahr sonst auf Reisen. Noch sind fast alle Veranstaltungen nahe Null. „Wir gehen uns zu Hause aber nicht auf den Zeiger, ich genieße die viele Zeit mit der Familie“, sagt er. Inzwischen fehlt ihm das Reisen: „Es ist meine Welt, von A nach B nach C und D zu fahren und zu fliegen.“

Zwei kleine Trips für Konzerte innerhalb Deutschlands, die anschließend gestreamt wurden, hatte er mittlerweile und er war sehr aufgeregt, wie er sagt: „In Bonn zu Ehren von Beethoven hatten wir nur circa 21 Besucher mit gefühlten acht Meter Abstand zwischen ihnen. Aber sie haben geklatscht. Nach drei Monaten ohne Arbeit und ohne Applaus hatte ich Tränen in den Augen. Es war berührend“, sagt Knauer.

Sein Geld reicht erst mal, auch wenn die Gagen ausbleiben: „Allerdings kann ich nicht sagen, dass ich nie wieder arbeiten muss, bei Weitem nicht.“

Das Familienerbe ist verschwunden. Entweder fiel es einem Feuer, dem Krieg oder einer Frau zum Opfer.
Sebastian Knauer

Obwohl er aus einer alten, reichen Kaufmannsfamilie stammt, kann Sebastian Knauer nicht auf dicke Familienkonten zurückgreifen. Wo das Geld hin ist? Er weiß es nicht. Trotz Nachforschungen ist das Familiengeld aus dem 19. Jahrhundert nicht wieder aufgetaucht.

„Geschäftsmann muss ich sein“

Sebastian Knauer vereint beides: das Kreative und das sachlich Geschäftige. „Die Zeit ist abgelaufen, wo sich die PR, die Manager, das Plattenlabel ausschließlich um die Künstler kümmerten und die Künstler sich nur ums Kreative.

Ich habe schon in der Schule Klassenfeste organisiert und dafür gesorgt, dass es eine anständige Musikanlage gibt.
Sebastian Knauer

Sebastian Knauer wollte schon als Kind immer etwas auf die Beine stellen, hatte Spaß an der Planung von Schulfesten: „Ich habe Veranstaltergene“, sagt er. Daher ist er heute neben seinem professionellen Musikerdasein auch Veranstalter, plant Musikfestivals und Klassik-Konzerte, produziert seine Alben selbst: „Dafür muss ich geschäftstüchtig sein, ich betreibe Sponsorenakquise, muss Projekte finanzieren, die ich veranstalten möchte“, sagt er.

Zwei Leidenschaften des Sebastian Knauer: das Piano und Hockey

Der Hockey-Sport war neben dem Klavierspiel ein perfekter Ausgleich. Bis zum Ende seiner Jugend betrieb Knauer das intensiv. Noch heute ist er Mitglied im Hockeyclub in Hamburg. „Das Risiko, beim Hockey dicke Finger durch Verletzungen zu bekommen, ging ich ein“, sagt Knauer.

Mit neun Fingern kann ich nicht mehr Klavier spielen
Sebastian Knauer

Inzwischen sind seine Finger versichert. „Es gibt nicht viele Versicherungen, die das machen“, sagt er. Ursprüngliche Unfallversicherungen zahlen bei Verletzung eines Fingers nur ein Zehntel, da einem ja noch neun Finger blieben, so Knauer. „Aus diesem Grund habe ich jedes Fingergelenk versichern lassen, das nennt man Gliedertaxe“, sagt Sebastian Knauer.

Im Podcast mit Nina Sonnenberg spricht Sebastian Knauer außerdem über das verschobene Beethoven-Jubiläumsjahr, sein politisches Engagement und die Erfahrung mit negativen Kommentaren in sozialen Medien.

Hören Sie doch mal beim Podcast „Reden ist Geld“ von Sparkasse und detektor.fm rein.

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