Ganz ehrlich: Darum kostet Ihr Konto bei der Sparkasse Geld

Viele Sparkassen haben in den vergangenen Monaten die Kontoführungsgebühren erhöht oder Entgelte für das Abheben oder Überweisen eingeführt. Was soll das eigentlich?

In den vergangenen Wochen war vieles über die Gebühren und Entgelte von Sparkassen und Banken in der Presse zu lesen.  Da ist die Rede von Gebühren-Hammer, explodierenden Kontogebühren und dreisten Gebühren fürs Abheben. Ganz ehrlich: Ja, die Leistungen der Sparkassen sind nicht umsonst. Klar, denn ein Konto, Online-Banking, Beratung, die Sparkassen-Apps oder Funktionen wie Kwitt haben ihren Wert. Doch es gibt noch weitere Gründe für Gebühren. 

Ohne Moos nix (mehr) los

Die Sparkassen haben einen öffentlichen Auftrag. Das bedeutet: Sie sind in ihrer jeweiligen Region ein verlässlicher Partner rund ums Geld – für alle Menschen. Niemand wird ausgeschlossen. Schnelle, risikoreiche Geschäfte auf internationalen Finanzmärkten gibt es nicht. Die Sparkassen legen Wert auf Nachhaltigkeit und auf langfristige Kundenbeziehungen.
Das bedeutet auch: Gewinnmaximierung entspricht nicht dem, was die Sparkassen leben. Doch um am Markt zu bestehen und Sie weiterhin mit hochwertigen Finanzdienstleistungen zu versorgen, sind die knapp 400 Institute jedoch trotzdem darauf angewiesen, Geld zu verdienen. In diesem Punkt unterscheiden sich die Sparkassen nicht von anderen Unternehmen. Sie haben Ausgaben und die müssen gedeckt werden. Das ist aufgrund der Niedrigzinsphase jedoch nicht mehr so einfach möglich. Trotzdem möchten die Sparkassen Sie und alle anderen Kunden wie gewohnt mit guten Konten, vielen Geldautomaten, ausreichend Filialen und modernen digitalen Lösungen versorgen. Riskante Spekulationsgeschäfte, mit denen schnell viel Geld gewonnen (aber auch verloren) werden kann, gehören nicht zum Auftrag der Sparkassen. Deshalb müssen die Sparkassen heute einen Teil der Kosten an ihre Kunden weitergeben. 

Jeder Kunde kostet Geld

Verstehen Sie das nicht falsch: Wir möchten Ihnen nicht den schwarzen Peter zuschreiben. Dennoch lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen.
Die Dienstleistungen, die die Sparkassen anbieten, kosten Geld. Das geht bei der Kontoeröffnung los und hört bei einer Beratung für einen Immobilienkredit nicht auf. Alleine dafür, dass Sie an einem Automaten Geld abheben, entstehen den Sparkassen Kosten. Ein Geldautomat muss gekauft und in Schuss gehalten werden. Der Automat muss mit Geld bestückt werden. Der Raum, in dem der Automat steht, muss gemietet, geheizt, beleuchtet und gesichert werden. Schätzungen zufolge kostet jeder Kunde die Sparkassen alleine durch die Nutzung von Basisdienstleistungen jährlich ungefähr 100 Euro. 

Die Sache mit den kostenlosen Konten bei Direktbanken

Ja, wie kann es eigentlich sein, dass es Finanzdienstleister gibt, die kostenlose Konten anbieten? Schließlich bieten die doch die gleichen Leistungen an wie die Sparkassen. Oder? Das ist nicht ganz richtig. Denn wie sagt man so schön: Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Direktbanken haben oft nur ein eingeschränktes Produktangebot und arbeiten unter anderen Bedingungen als die Sparkassen. Sie haben keine Filialen, die betreut und in Stand gehalten werden müssen. Eine Beratung zu komplexen Anlagethemen vor Ort findet daher nicht statt. Direktbanken haben außerdem weniger oder gar keine Geldautomaten, die sie bereitstellen müssen, sondern schicken ihre Kunden zu den Automaten anderer Institute. Damit entstehen für diese Banken natürlich auch weniger Kosten. Nur so ist es möglich, dass Sie für die Nutzung eines Kontos nicht zahlen müssen.

Jeder zahlt das, was er braucht

Egal ob die Kugel Eis oder das Konto: Wenn etwas teurer wird, ist das nie ein Grund zur Freude. Darum ist es den Sparkassen wichtig, gute und passende Lösungen für ihre Kunden zu finden – trotz der momentanen Lage.
Die Sparkassen bieten daher unterschiedliche Kontomodelle für unterschiedliche Bedürfnisse an. Zum Beispiel ein Konto, bei dem die monatliche Gebühr gering ist und bei dem einzelne Leistungen extra berechnet werden. Jeder, der nur selten Dienste wie das Abheben oder Überweisen von Geld in Anspruch nimmt, spart damit Geld. Denn Sie zahlen nur für tatsächlich genutzte Leistungen. Nutzen Sie das „All-Inclusive“-Konto ist die Grundgebühr höher, dann fallen keine Extra-Kosten mehr an. Mit dieser Lösung haben beide Seiten gewonnen: Sie haben die Möglichkeit, Geld zu sparen und die Sparkassen decken noch genauer ihre eigenen Kosten. Konten für Schüler und Studenten sind in den meisten Fällen noch immer komplett kostenlos.

Zu guter Letzt: Qualität hat ihren Preis

Ja, Zeiten ändern sich. Während es den Sparkassen früher möglich war, Gebühren so gut es geht von ihren Kunden fernzuhalten, wird das heute immer schwieriger. Dafür können Sie sich jedoch darauf verlassen, dass Sie die besten Lösungen für Ihr Konto, individuelle Beratungen vor Ort und die modernsten Lösungen fürs Banking erhalten. Qualität hat immer und überall ihren Preis. Und die Sparkassen geben ihr Bestes, um diesen Preis für Sie trotz allem verständlich und fair zu gestalten.