
Der Verkauf von CO₂-Zertifikaten brachte Deutschland 21,4 Milliarden Euro ein – rund 3 Milliarden mehr als im Vorjahr.
Die kompletten Einnahmen fließen in den Klima- und Transformationsfonds, der zentrale Klimaschutz- und Energieprojekte finanziert.
Trotz hoher Einnahmen bleiben die Emissionen in den Sektoren Verkehr und Gebäuden zu hoch, was die Klimaziele gefährdet.

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Milliarden fürs Klima: Einnahmerekord durch CO₂-Zertifikate
Der Verkauf von Treibhausgaszertifikaten brachte Deutschland im vergangenen Jahr rund 3 Milliarden Euro mehr als 2024 ein. Die Erlöse stammen aus dem europäischen und dem nationalen Emissionshandel, beide verwaltet von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA). Seit Start des Systems im Jahr 2008 hat der Staat so bereits über 100 Milliarden Euro eingenommen: „Der Emissionshandel hat sich zum zentralen sektorübergreifenden Klimaschutzinstrument entwickelt“, sagte UBA-Präsident Dirk Messner der Deutschen Presseagentur (dpa).
Geldquelle für die Transformation
Die kompletten Erlöse fließen in den Klima- und Transformationsfonds, aus dem Energiewende- und Klimaschutzmaßnahmen finanziert werden. Dazu zählen unter anderem der Umbau der Industrie Richtung Klimaneutralität, die energetische Gebäudesanierung, der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und der Ausbau von Ladesäulen für Elektroautos.
Hinter den Rekordeinnahmen steckt ein klares Prinzip. Wer CO₂ ausstößt, muss zahlen: Pro Tonne Kohlendioxid ist ein Zertifikat nötig. Zu erwerben sind diese Verschmutzungsrechte unter anderem bei Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig. Das schafft Anreize, umzudenken. Der Preis auf Treibhausgase soll Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher dazu bringen, fossile Brennstoffe Schritt für Schritt zu ersetzen. Dabei greift ein doppeltes System: Auf europäischer Ebene handeln Kraftwerke, Industrieanlagen, Luft- und Seeverkehr mit Zertifikaten, während national zusätzlich Emissionen aus Wärme und Verkehr bepreist werden.
- 1 Zertifikat = 1 Tonne CO₂.
- Unternehmen müssen für jede ausgestoßene Tonne CO₂ eine Berechtigung besitzen.
- Im europäischen System wird die Zahl der Zertifikate jährlich reduziert, um Emissionen zu senken.
- 2025 lag der Durchschnittspreis für ein europäisches Zertifikat bei 73,86 Euro pro Zertifikat (2024: 65 Euro).
Nationales Emissionshandelssystem: senken von CO2-Ausstoß in den Bereichen Wärme und Verkehr
Um im nationalen Bereich den klimaschädlichen CO2-Ausstoß zu senken, existiert bereits seit 2021 das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Demnach werden die Brennstoffe Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas sowie Kohle erfasst. Seit 2024 wird die Abgabe auch auf die Verbrennung von Abfällen erhoben.
CO₂-Abgaben werden beispielsweise bei Energieversorgern und Unternehmen der Mineralölbranche erhoben. Diese geben die zusätzlichen Kosten meist über Heiz- und Kraftstoffpreise an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter.
Auf die Preise kommt es an: Im nationalen Bereich stieg der Preis pro Tonne CO₂ mit dem Jahreswechsel von 45 auf 55 Euro. Dadurch kletterten die Einnahmen durch die Abgabe auf 16 Milliarden Euro. Rund 3 Milliarden Euro mehr als 2024.
Im Jahr 2026 werden die Berechtigungen erstmals auch national versteigert – zwischen 55 und 65 Euro je Zertifikat. Die Versteigerungen an der Leipziger Energiebörse EEX sollen laut DEHSt im Juli beginnen.
Druck auf Verkehr und Gebäude: deutlich zu hohes Emissionsniveau
Wegen hoher Verkaufsmengen nationaler Berechtigungen (2025: 294 Millionen) bleibt der CO₂-Ausstoß im Verkehrs- und Gebäudebereich zu hoch. Fachleute mahnen: Ohne raschere Modernisierung sind die deutschen Klimaziele kaum zu halten. „Der klimapolitische Handlungsdruck ist in diesen Sektoren enorm“, sagte der kommissarische Leiter des UBA-Fachbereichs Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle, Christoph Kühleis, der dpa.
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Stand. 23.01.2026, mit dpa



