
D-Mark-Münzen und -Scheine haben immer noch ihren Wert, auch mehr als 20 Jahre nach der Euro-Einführung.
Mehr als 12 Milliarden D-Mark sind noch nicht umgetauscht. Das Geld kann in Filialen der Bundesbank kostenlos umgetauscht werden.
Der Wechselkurs ist seit dem Jahreswechsel 2001/2002 immer gleich geblieben. Der amtliche Umtauschkurs beträgt 1 Euro für 1,95583 DM.
Viele Jahre ist es her, dass die D-Mark durch den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel abgelöst worden ist. Die Deutsche Mark war von Juni 1948 bis Ende Dezember 2001 gesetzliches Zahlungsmittel in der Bundesrepublik. Dann kam der Euro. Doch immer wieder passiert es auch heute noch, dass alte D-Mark auftauchen.
D-Mark taucht weiter in Haushalten auf
Alte D-Mark-Bestände werden selten feierlich aufbewahrt; sie tauchen meist zufällig wieder auf. Bei Wohnungsauflösungen privater Haushalte, in Nachlässen oder beim Kauf älterer Häuser finden sich Scheine in Vorhänge eingenäht oder in Jacken, auf dem Dachboden, hinter Treppenstufen, in Werkzeugkästen, Mehldosen oder Kaffeekannen. Ein prüfender Blick lohnt sich auch bei Briefumschlägen, Aktenordnern, alten Reisetaschen oder zwischen Buchseiten. Umschläge mit handschriftlichen Notizen oder alte Sparbeträge in Schubladen gehören zu den typischen Funden. Die Erfahrung zeigt: Wer systematisch aufräumt, stößt eher auf alte Währungen als beim gezielten Suchen. Und manchmal lohnt sich der zweite Blick – nicht aus Nostalgie, sondern ganz pragmatisch.
Allein 2025 wurden bundesweit 53,1 Millionen D-Mark (rund 27 Millionen Euro) umgetauscht. Nahezu unverändert zum Vorjahr. Ein stabiler Wert, der zeigt, dass das Thema auch für die Wirtschaft weiterhin relevant ist.
Warum die D-Mark wechseln?
Alte D-Mark-Bestände tauchen oft unerwartet wieder auf, häufig spielen Erbschaften oder alte Münz- und Geldsammlungen eine Rolle.
- Für viele ist der Umtausch vor allem praktisch: Aus ungenutztem Bargeld wird wieder nutzbares Geld.
Gleichzeitig ist die D-Mark für zahlreiche Menschen emotional wertvoll.
- Manche rechnen gedanklich noch heute in Mark um,
- andere bewahren Scheine und Hartgeld aus Nostalgie auf und entscheiden sich erst nach Jahren, diese doch noch umzutauschen.
Was noch gilt – und was nicht? D-Mark und DDR-Mark
- Deutsche Mark – Banknoten
Umtauschbar sind Scheine der Bank deutscher Länder (Vorgängerinstitution) als auch der Deutschen Bundesbank. Der Umtausch ist unbefristet möglich.
- Deutsche Mark – Münzen und Pfennige
Gleiches gilt für D-Mark-Münzen und Pfennige: Dieses Kleingeld wird weiterhin angenommen. Eine Ausnahme bildet die 2-DM-Münze der ersten Ausgabe aus dem Prägejahr 1951: Sie ist vom regulären Umtausch ausgeschlossen und kann nur im Rahmen eines Prüf- oder Erstattungsverfahrens bei der Deutschen Bundesbank eingereicht werden. Der Umtausch von Münzen ist, wie bei Geldscheinen, kostenlos.
- DDR-Mark
Nicht umtauschbar ist die Mark der DDR; weder als DDR-Banknote noch als DDR-Münze. In besonderen Einzelfällen kann jedoch eine Prüfung durch das Nationale Analysezentrum der Bundesbank erfolgen.
- Weitere historische oder ausländische Währungen
Hier gelten je nach Herkunftsland unterschiedliche Regelungen: In vielen Fällen ist der Umtausch zeitlich begrenzt oder bereits beendet. Zuständig sind ausschließlich die jeweiligen nationalen Zentralbanken – die Europäische Zentralbank (EZB) tauscht kein Bargeld um.
Wo kann ich D-Mark umtauschen?
Wer alte Geldscheine oder Münzen findet, kann diese je nach Währung, Zustand und möglichem Wert bei staatlichen Stellen, Banken oder spezialisierten Dienstleistern eintauschen oder prüfen lassen. Welche Anlaufstelle sinnvoll ist, hängt davon ab, ob es sich um Umlaufgeld oder ein mögliches Sammlerstück handelt.
- Deutsche Bundesbank – Umtausch in Filialen
Der Umtausch von D-Mark-Scheinen und -Münzen erfolgt in allen 31 Niederlassungen der Deutschen Bundesbank bundesweit. Und das für unbegrenzte Zeit.
- Deutsche Bundesbank – Umtausch per Post
Alternativ bietet die Bundesbank einen Postweg zum Umtausch an. D-Mark-Bestände können ausschließlich an die Bundesbank-Filiale in Mainz eingesendet werden. Nach der Prüfung wird der Gegenwert in Euro direkt auf das angegebene Konto überwiesen. Dabei sind die offiziellen Vorgaben zu beachten, insbesondere
- zur korrekten Adresse,
- zur Identitätsangabe,
- zur IBAN
- sowie zur sicheren Versandart.
Wichtig ist, dass alle Angaben korrekt und gut lesbar sind. Zudem sollten Einreicher auf eine sichere Versandart achten, da die Bundesbank keine Haftung für Verluste auf dem Postweg übernimmt. Unzureichend frankierte Sendungen oder Sendungen mit anderen Währungen werden nicht angenommen.
Bei hohen Beträgen ab einem Gegenwert von 15.000 Euro ist vor dem Versand eine vorherige Kontaktaufnahme mit der Bundesbank erforderlich. In diesem Fall informiert die Bank darüber, welche zusätzlichen Unterlagen oder Angaben notwendig sind.
- Sparkasse – Beratung und Services
Sparkassen tauschen selbst keine D-Mark um, unterstützen Kundinnen und Kunden aber häufig mit Beratung zum Vorgehen, zu Versandmöglichkeiten oder zu Alternativen bei besonderen Fällen.
- Privatdienstleister und Münzhändler
Diese Anlaufstellen sind vor allem dann sinnvoll, wenn es sich nicht um reines Umlaufgeld handelt, sondern ein Sammlerwert vermutet wird. Seltene Münzen oder Banknoten, etwa Gedenkprägungen, Fehlprägungen oder sehr alte Jahrgänge, können deutlich mehr wert sein als ihr Nennbetrag. Seriöse Münzhändler, Auktionshäuser oder spezialisierte Bewertungsstellen helfen bei der Einordnung und Wertermittlung.
Wichtig: Ein vorschneller Verkauf ohne Fachkenntnis kann zu finanziellen Verlusten führen. Handelt es sich um sehr alte, seltene oder ungewöhnliche Fremddevisen, ist ein pauschaler Umtausch oft nicht die beste Lösung. Spezialisierte Numismatiker (Fachleute für Münzen und Geldgeschichte) oder Auktionshäuser können helfen einzuschätzen, ob ein Sammlerwert über dem Umtauschwert liegt. Mindestens eine zweite Einschätzung ist empfehlenswert.
Der Umtausch alter Geldscheine oder Münzen lässt sich mit wenigen Schritten vorbereiten und durchführen. Wer systematisch vorgeht, vermeidet Rückfragen und unnötige Verzögerungen.
1. Geld finden und vorsortieren: Alte Bestände aus Schubladen, Umschlägen oder Kisten sammeln und nach Scheinen und Hartgeld trennen. Fremdwährungen oder beschädigte Stücke separat bereitlegen.
2. Zustand prüfen und dokumentieren: Kurz prüfen, ob Scheine oder Münzen vollständig, stark beschädigt oder ungewöhnlich sind. Bei größeren Mengen kann eine grobe Übersicht (z. B. Stückelung oder Gesamtbetrag) hilfreich sein.
3. Filiale finden oder Vorgehen festlegen: Entscheiden, ob der Umtausch persönlich vor Ort oder per Post erfolgen soll. Bei sehr großen Beträgen vorab die Hinweise der zuständigen Stelle prüfen.
4. Umtausch durchführen: Den Umtausch entweder direkt in einer Filiale erledigen oder die Bestände entsprechend der Vorgaben einsenden. Beim Postweg auf vollständige Angaben und sicheren Versand achten.
5. Nach dem Umtausch die Unterlagen aufbewahren: Überweisungsbelege, Quittungen oder Kopien des Antrags für die eigenen Unterlagen aufbewahren, insbesondere bei größeren Beträgen oder Nachfragen.
Beschädigte Banknoten und Münzen einwechseln
Auch beschädigte oder stark verschmutzte Geldscheine und Münzen können unter bestimmten Voraussetzungen noch umgetauscht werden. Voraussetzung ist, dass wesentliche Teile erhalten sind und die Stücke eindeutig als echtes Zahlungsmittel erkennbar bleiben. Leicht eingerissene Scheine, geklebte Geldscheine oder angelaufene Geldstücke stellen in der Regel kein Hindernis dar. Stark beschädigte oder nur teilweise vorhandene Banknoten werden von der Deutschen Bundesbank im Einzelfall geprüft. Kann die Echtheit und der ursprüngliche Wert festgestellt werden, ist ein Ersatz oder Umtausch möglich. Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, die Stücke nicht weiter zu beschädigen.
Tipp: Beschädigte Scheine oder Münzen nicht reinigen, nicht weiter kleben und nicht verändern. Der ursprüngliche Zustand erleichtert die Prüfung und erhöht die Chancen auf einen erfolgreichen Umtausch.
Gebühren, Fristen und Formalitäten
Bevor der Umtausch erfolgt, lohnt ein kurzer Blick auf Kosten, notwendige Unterlagen und formale Vorgaben. So lassen sich Rückfragen und Verzögerungen vermeiden. Vergleichen Sie deshalb die Kosten: Bundesbank vs. private Anbieter:
- Umtausch bei der Deutschen Bundesbank
Der Umtausch von D-Mark-Geldscheinen und -Münzen ist gebührenfrei, zeitlich unbegrenzt und ohne betragsmäßige Obergrenze möglich.
- Private Anbieter (zum Beispiel Wechselstuben, Münzhändler)
Hier können Gebühren anfallen, die je nach Anbieter, Währung oder Aufwand variieren. Bei Sammlerstücken wird häufig kein Umtausch, sondern eine Bewertung oder ein Ankauf angeboten.
Umtausch von Währungen anderer Euro-Länder
Der Euro ist das offizielle Zahlungsmittel von 21 der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union. Wie der Umtausch früherer Landesdevisen vonstatten geht, ist von Land zu Land unterschiedlich. Während einige Staaten den Umtausch von Scheinen und Hartgeld zeitlich unbegrenzt ermöglichen, haben andere Fristen festgelegt oder den Umtausch bereits beendet.
Der Umtausch alter ausländischer Devisen ist möglich – aber nicht überall und nicht automatisch. Anders als bei der D-Mark gelten hier unterschiedliche Regeln je nach Land, Währung und Anbieter.
Reisebank und Wechselstuben: Einige Anbieter, etwa die Reisebank oder spezialisierte Wechselstuben, nehmen bestimmte ausländische Altwährungen noch an. Der Umtausch ist in der Regel gebührenpflichtig und auf ausgewählte Währungen beschränkt. Vorab sollte unbedingt geklärt werden, ob das Zahlungsmittel aktuell angenommen wird, in welchem Zustand sie sein muss und welche Gebühren anfallen.
Zentralbank des Herkunftslandes: In manchen Ländern können alte Banknoten noch direkt bei der jeweiligen Zentralbank umgetauscht werden. Fristen, Bedingungen und Annahmestellen unterscheiden sich jedoch stark. Ein Blick auf die Website der zuständigen Zentralbank oder auf offizielle Bank- und Außenhandelsseiten lohnt sich in jedem Fall.
Warum Milliarden D-Mark wohl nie zurückkehren
Vergessen, verloren, behalten: Trotz kontinuierlicher Umtauschzahlen geht die Deutsche Bundesbank davon aus, dass ein erheblicher Teil der noch ausstehenden D-Mark-Bestände dauerhaft nicht zurückkehren wird. Gründe dafür sind verlorenes oder vernichtetes Bargeld, bewusst aufbewahrte Reserven, Sammlerbestände sowie D-Mark-Scheine und Münzen, die ins Ausland gelangt sind oder in Haushalten nie gefunden werden. Zwar tauchen jedes Jahr Millionenbeträge wieder auf, doch angesichts von mehr als 12 Milliarden D-Mark, die rechnerisch noch im Umlauf sind, erscheint eine vollständige Rückgabe unrealistisch. Ein bemerkenswertes Detail der deutschen Wirtschaftsgeschichte.
Kurios ist daran weniger der Fundort als die Erkenntnis: Bargeld verschwindet nicht. Es wartet oft nur sehr lange darauf, wiederentdeckt zu werden.
Oft gestellte Fragen zum Umtausch alter Zahlungsmittel
Die Deutsche Bundesbank tauscht ausschließlich D-Mark-Scheine und D-Mark-Münzen um, keine ausländischen Währungen. Für alte Fremdwährungen kommen je nach Land Wechselstuben, die Reisebank oder die jeweilige Zentralbank des Herkunftslandes infrage. Der Umtausch ist dort häufig gebührenpflichtig und auf bestimmte Währungen beschränkt. Vorab sollte immer geprüft werden, ob die Währung noch angenommen wird und welche Kosten entstehen.
Der Umtausch per Post ist bei der Deutschen Bundesbank möglich und erfolgt über die Filiale in Mainz. Dazu müssen die D-Mark-Bestände zusammen mit dem ausgefüllten Umtauschformular eingesendet werden. Nach der Prüfung wird der Euro-Gegenwert auf das angegebene Konto überwiesen. Die Bundesbank nennt keine feste Bearbeitungsdauer; je nach Auslastung kann es mehrere Wochen dauern. Eine Eingangsbestätigung erfolgt in der Regel nicht.
Auch beschädigte Geldscheine oder Geldstücke können unter Umständen noch getauscht werden. Entscheidend ist, ob sie eindeutig als echtes Zahlungsmittel erkennbar sind und wesentliche Teile erhalten geblieben sind. Stark beschädigte Stücke werden im Einzelfall geprüft. Wichtig: Geldstücke nicht weiterbearbeiten, nicht reinigen oder zusätzlich kleben, sondern im Originalzustand vorlegen oder einsenden.
Bei Erbschaften oder größeren Bargeldbeständen empfiehlt sich eine systematische Vorbereitung: Geld vorsortieren, grob erfassen und prüfen, ob es sich um reines Umlaufgeld oder mögliche Sammlerstücke handelt. Ab einem Gegenwert von 15.000 Euro ist vor dem Postumtausch eine vorherige Kontaktaufnahme mit der Bundesbank erforderlich. Bei seltenen oder ungewöhnlichen Stücken kann eine fachliche Schätzung sinnvoll sein.
Ja. D-Mark-Noten und D-Mark-Münzen können weiterhin unbefristet in Euro umgetauscht werden. Es gibt keine zeitliche Begrenzung und keine betragsmäßige Obergrenze. Der Umtausch ist sowohl in den Niederlassungen der Bundesbank als auch per Post möglich. Der Umrechnungskurs ist gesetzlich festgelegt.
Nein. Der Umtausch von D-Mark bei der Deutschen Bundesbank ist vollständig kostenlos. Es fallen weder Gebühren noch Provisionen an. Kosten können lediglich entstehen, wenn private Anbieter oder Wechselstuben genutzt werden oder wenn Versand- bzw. Versicherungsleistungen gewählt werden.
Grundsätzlich nein. Die Deutsche Mark ist seit der Einführung des Euro kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr und kann im regulären Zahlungsverkehr nicht verwendet werden. Im Alltag gilt ausschließlich der Euro.
In sehr seltenen Einzelfällen akzeptieren Händler D-Mark freiwillig, etwa im Rahmen zeitlich begrenzter Aktionen oder aus Kulanz. Solche Fälle beruhen nicht auf einer rechtlichen Verpflichtung, sondern allein auf der Entscheidung des jeweiligen Geschäfts. Ein Anspruch darauf besteht nicht.



