So sparen Sie für Ihre Kinder

Mit diesen 5 Geldanlagen bauen Sie ein finanzielles Polster für Ihren Nachwuchs auf

Je größer die Kinder, desto größer deren Bedürfnisse und Wünsche. Wir verraten Ihnen, wie Sie ganz einfach frühzeitig für den Führerschein, einen Auslandsaufenthalt, das Studium oder die erste eigene Wohnung Ihrer Sprösslinge sparen können.

So schön es ist, Kinder zu haben – der Nachwuchs kostet Geld. Laut einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes geben Eltern im Schnitt 763 Euro im Monat für den Nachwuchs aus. Auf 18 Jahre gerechnet kommt so eine Summe von über 164.000 Euro zusammen. Ein ganz schöner Batzen Geld. Aber damit ist es zumeist noch nicht getan. Es folgen Ausbildung, Studium oder die erste eigene Wohnung.

Nur wenige Jugendliche und junge Erwachsene schaffen es, diese Ausgaben ohne die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern zu stemmen. Umso besser, wenn diese frühzeitig begonnen haben, für größere Posten zu sparen. Und so geht es: 

1. Sparen für den Führerschein und das erste Auto

Mädchen bei einer Fahrstunde

Gerade junge Menschen wünschen sich oft, mobil und unabhängig zu sein. Trotzdem geht die Zahl der Jugendlichen, die einen Führerschein machen, seit 2010 zurück. Einer der Gründe: Die hohen Kosten für Fahrstunden und Fahrprüfung. Denn der Weg zum Führerscheinerwerb ist ein langer – und vor allem ein teurer. Im Osten Deutschlands müssen Fahrschülerinnen und Fahrschüler mit durchschnittlichen Gesamtkosten von 2.022 Euro rechnen. Im Süden Deutschlands, zum Beispiel in der Stadt München, ist ein Durchschnittspreis von 2.352 Euro üblich. Noch einmal teurer wird es, wenn die Fahrprüfung wiederholt werden muss.

Mit einem Sinken der Preise ist in den nächsten Jahren nicht zu rechnen. Ganz im Gegenteil: Die Kosten werden voraussichtlich sogar noch steigen. Eltern, die ihren Kindern den Erwerb einer Fahrerlaubnis finanzieren möchten, sollten deshalb einen Sparbetrag von rund 2.000 Euro anvisieren. Wer zusätzlich für den ersten fahrbaren Untersatz des Nachwuchses sparen möchte, muss weit mehr drauflegen.

Unser Spar-Tipp: Fangen Sie so früh wie möglich an, für den Führerschein und das Auto Ihres Kindes zu sparen. So haben Sie genug Zeit, mit kleineren monatlichen Beiträgen auf die Gesamtsumme zu kommen. Um diese zu erreichen, können Sie zum Beispiel einen Sparplan nutzen. Bei einer monatlichen Sparsumme von 25 Euro erreichen Sie so in weniger als neun Jahren Ihr Sparziel – auch bei niedrigen Zinsen.

Ein weiterer Vorteil des Sparplans: Sie bleiben bei dieser Anlageform flexibel, können Sparraten aussetzen und kommen leicht an Ihr Geld.Weitere Infos zu den Kosten eines Führerscheins finden Sie hier.

2. Sparen für eine Traumreise oder den Auslandsaufenthalt

Junger Mann vor der Tower Bridge in London

Eine neue Sprache lernen, an einem Work-and-Travel-Programm teilnehmen oder einfach den eigenen Horizont erweitern – viele junge Menschen wünschen sich nach dem erworbenen Schulabschluss eine Auszeit im Ausland.

Diese Phase im Leben junger Menschen ist ohnehin ein idealer Zeitpunkt, um Auslandserfahrungen zu sammeln. Später rufen familiäre Verpflichtungen oder der erste richtige Job im Heimatland. Warum also nicht die Zeit nach der Schule nutzen, um ein paar Wochen oder Monate zu überbrücken und eine Erfahrung fürs Leben zu machen.

Eines der größten Hindernisse dabei: Geld. Denn Traumreisen oder längere Expeditionen sind nicht günstig. Je nach Reiseziel unterscheiden sich die Kosten immens. Für einen längeren Aufenthalt im Ausland fallen inklusive Flug gut und gerne 5.000 Euro an.

Unser Spar-Tipp: Über einen Zeitraum von zehn Jahren bietet sich für ein Sparziel in dieser Höhe das Ratensparen an. Dabei sparen Sie per Dauerauftrag jeden Monat einen festen Betrag auf ein Konto. Auch Dritte können sich einfach daran beteiligen. Perfekt für Unentschlossene: Die Laufzeit ist flexibel. Bei vielen Angeboten gibt es zudem eine Sparprämie.

3. Sparen für das Studium oder die Ausbildung

Junge Frau in einer Uni-Bibliothek

In der Regel wird Ihr Kind während des Studiums oder der Ausbildung wenig bis gar kein Geld verdienen. Trotzdem wird es Ausgaben haben – besonders die Kosten für Miete und Nebenkosten steigen aktuell stark an. Es ist deshalb für junge Erwachsene hilfreich, wenn sie bereits über einen finanziellen Grundstock verfügen. So können sie sich darauf konzentrieren, ihre Berufsausbildung zügig und möglichst reibungslos abzuschließen. Denn klar ist: Wer jobben muss, hat weniger Zeit fürs Lernen.

Wie viel Geld Ihr Kind tatsächlich zusätzlich braucht, um für seinen Lebensunterhalt während der Ausbildung oder des Studiums aufzukommen, lässt sich schwer schätzen. Über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren kommen aber schnell 10.000 bis 20.000 Euro zusammen – je nachdem wo ihr Kind lebt und was es für seine Ausbildung benötigt.

Unser Spar-Tipp: Für dieses Sparziel ist das Bildungssparen genau das Richtige. Dabei zahlen Sie monatlich eine feste Rate ein und profitieren über die Zeit von Zins und Zinseszins. Zusätzlich erhalten Sie jedes Jahr eine Prämie. Je länger Sie einzahlen, desto höher fällt diese aus.

Ein weiterer Vorteil: Auch beim Bildungssparen können sich Großeltern oder Patinnen und Paten beteiligen.

4. Sparen für die erste Einrichtung

Junger Mann in Umzugschaos

Mit jedem Umzug sind Kosten verbunden – auch dann, wenn Ihr Kind Ihr Haus verlässt. Egal wo es hingeht, ob in die erste eigene Wohnung oder das WG-Zimmer: Zuerst fallen Renovierungsarbeiten an, dann gilt es, eine erste Einrichtung zu kaufen.

Sofa, Bett, Schreibtisch, Schrank, Computer, Küchentisch und -stühle: Es gibt viele günstige Anbieter von Möbeln, sowohl in Geschäften vor Ort als auch im Internet. Trotzdem kommen für die Erstausstattung schnell einige Tausend Euro zusammen.

Unser Spar-Tipp: Um Summen in dieser Höhe über mehrere Jahre anzusparen, sind Aktienfonds eine Möglichkeit. Entweder zahlen Sie dabei direkt einen Einmalbetrag ein, setzen auf einen Sparplan oder kombinieren diese beiden Möglichkeiten. Gerade bei längerfristigen Anlagen sind Aktien eine gute Alternative, weil eine höhere Rendite als bei anderen Sparformen zu erwarten ist. Bitte beachten Sie aber: Aktienfonds unterliegen Schwankungen.

5. Sparen für den langfristigen Vermögensaufbau

Sie möchten die Startchancen Ihres Kindes in ein eigenes Leben verbessern? Dann legen Sie schon heute den Grundstein für einen langfristigen VermögensaufbauSchon kleine Beträge, die regelmäßig in Aktien und Fonds gespart werden, zahlen sich langfristig aus. 

Eine Alternative zur monatlichen Sparrate ist die Verwendung des Kindergeldes. Statt diese staatliche Förderung jeden Monat auszugeben, können Sie den Betrag – wenn es Ihre Finanzen erlauben – in einen Fondssparplan investieren. Legen Sie eine feste Summe in einem thesaurierenden Fonds an, kann sich Ihre Rendite über die Jahre zu einem stattlichen Betrag summieren. Thesaurierende Fonds schütten Gewinne nicht direkt aus, sondern behalten die Erträge ein und legen diese wieder an. Sie machen sich also den Zinseszinseffekt  zunutze.

Sie scheuen sich vor dem Auf und Ab der Börse? Die Tatsache, dass Kurse auch mal fallen, ist kein Grund, Fonds grundsätzlich zu meiden. Mit einem Dax-Indexfonds erlitten Anlegerinnen und Anleger in den vergangenen fünf Jahrzehnten laut Statistik des Deutschen Aktieninstitutes noch nie Verluste – solange sie den Fonds länger als zwölf Jahre behielten.

Wichtig: Je früher Sie anfangen, desto besser. Je mehr Zeit Sie haben und je länger Sie einzahlen, desto stärker entfaltet sich die Macht des Zinseszinses – und desto höher ist die Rendite.

Beispiel: Wer ab der Geburt des Kindes monatlich 100 Euro in einen Fondsparplan investiert, hat rechtzeitig zur Volljährigkeit nach 18 Jahren einen Betrag von knapp 35.000 Euro angespart (bei einer angenommenen Rendite von jährlich fünf Prozent).

Natürlich kann niemand gewährleisten, dass sich diese überdurchschnittlichen Renditen aus der Vergangenheit auch in Zukunft wiederholen werden. Denn die frühere Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Aber im Vergleich zu sicheren null Prozent bei vielen anderen Sparformen ist das Fondssparen eine interessante Alternative.

Richtig für Ihr Kind sparen

Welche der obengenannten Möglichkeiten und welcher Sparbetrag für Sie infrage kommen, müssen Sie individuell entscheiden. Alternativen zu den vier vorgestellten Sparformen gibt es viele. Informieren Sie sich auch über ein

•              Festgeldkonto

•              Sparbuch

•              ETF-Portfolio

Grundsätzlich gilt: Der Vorsatz, seinem Kind durch frühzeitiges Sparen finanziell unter die Arme zu greifen, ist löblich. Sie sollten jedoch nicht vergessen, dass auch Sie nicht zu kurz kommen dürfen. Decken Sie zunächst Ihre regelmäßigen Kosten, zahlen Sie Schulden ab und beginnen Sie erst dann nach einer geeigneten Anlage für Ihr Kind zu suchen.

Die besten Geldanlagen für junge Leute oder Kinder sind die, mit denen Sie jeden Monat mit einem bestimmten Betrag sparen – ohne hohes Risiko. Statt Sparkonto oder Festgeld ist es aufgrund der aktuellen Niedrigzinssituation sinnvoller, zum Beispiel einen Fondssparplan für Baby oder Kind aufzusetzen. Dank Post-Ident-Verfahren ist eine Einrichtung schnell und unkompliziert. So können Sie Monat für Monat einen Sparbetrag und zu besonderen Anlässen auch größere Summen einzahlen. Nebenbei profitieren Sie vom Cost-Average-Effekt. 

Es ist nicht nötig, jeden Monat ein Vermögen zur Seite zu legen, um für ein Kind zu sparen. Denn die lange Sicht ist es, die den Vermögensaufbau möglich macht. Einen Fondssparplan können Sie beispielweise bereits ab 25 Euro im Monat besparen. Gibt es einmal größere Geldgeschenke von der Familie, zum Beispiel zum Geburtstag, können Sie diese einmalig ins Junior-Depot investieren. Mit dem eigenen Depot fürs Kind spart es sich am einfachsten – so können Sie auch von Steuervorteilen profitieren.

Mit einem kostenlosen Girokonto können Kinder schon früh lernen, mit Geld umzugehen. Für eine langfristige Geldanlage, in die regelmäßig Geld eingezahlt wird, ist ein Girokonto allerdings nicht geeignet. Auch ein Tagesgeldkonto bei Sparkasse oder Bank eignet sich aufgrund der Niedrigzinsen nur sehr bedingt. Stattdessen ist es sinnvoll, zum Beispiel ein Junior-Depot für das Kind zu eröffnen. Dort kann über das Online-Banking ganz einfach eine monatliche Sparrate eingestellt werden und die gesetzlichen Vertreter (im Regelfall die Eltern oder Großeltern) managen das Depot des Kindes bis zur Volljährigkeit. 

Legen Sie für Ihren Nachwuchs was auf die hohe Kante!

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