8 Tipps für Unternehmen und Selbständige zum Jahreswechsel

So verbessern Sie Ihr Jahresergebnis

Zum Jahresende nutzen viele Betriebe die Gelegenheit, ihr Jahresergebnis zu optimieren. In unserer Liste finden Sie einige der wichtigsten Tipps für Unternehmen und Selbstständige zum Jahreswechsel, um sinnvoll Steuern zu sparen.

Mann vor Laptop telefoniert

Das Wichtigste in Kürze:

  • Um das Jahresergebnis zu optimieren, lohnt sich ein genauer Blick auf potenzielle Steuereinsparungen.
  • Dafür ist das Jahresende ein besonders wichtiger Zeitpunkt: Viele Fristen laufen aus, andere beginnen.
  • Unter anderem lassen sich Ausgaben vorziehen und Einnahmen aufs nächste Jahr verschieben.

Um zum Jahresende nicht unnötig viele Steuern zu zahlen, gibt es einige Dinge, die Selbständige und Unternehmen berücksichtigen können. Hier finden Sie eine Übersicht über die 8 wichtigsten davon:

1. Wertverluste abschreiben und Investitionen geltend machen

Nutzen Sie die Abnutzung von Fahrzeugen, Hard- und Software, Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Diesen Wertverlust können Sie steuerlich als Betriebsausgabe absetzen. Außerdem können Sie mit Investitionen vor Jahresende den Gewinn beeinflussen. Allerdings sind neue Anschaffungen nur unter bestimmten Voraussetzungen komplett abziehbar.

2. Grenzen für umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung einhalten

Gelten Sie als Kleinunternehmerin oder Kleinunternehmer? Dann können Sie umsatzsteuerliche Erleichterungen nutzen. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass Ihre umsatzsteuerpflichtigen Umsätze 2021 nicht mehr als 22.000 Euro betrugen und 2022 voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreiten werden. Sollte beides nicht der Fall sein, werden Sie im Jahr 2023 umsatzsteuerpflichtig. Das heißt, Sie müssen in Ihren Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen und Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben.

Es kann aber auch sein, dass die Umsatzsteuerpflicht für Sie von Vorteil ist. Denn dann dürfen Sie die Vorsteuer abziehen. In diesem Fall können Sie sich für die Umsatzsteuerpflicht entscheiden – selbst wenn Sie für die Prüfung des Jahres 2023 die Kleinunternehmergrenzen nicht überschreiten.

3. Fristende für Endabrechnung der Corona-Neustarthilfen

Im Rahmen der Coronakrise erhielten Soloselbständige, kurz befristet und unständig Beschäftigte sowie kleine Kapitalgesellschaften die sogenannte Neustarthilfe – wenn sie durch die Pandemie erhebliche finanzielle Einbußen erlitten. Nach Ablauf des Förderzeitraums waren direktantragstellende Empfängerinnen und Empfänger der Neustarthilfe Plus beziehungsweise der Neustarthilfe 2022 verpflichtet, eine Endabrechnung zu erstellen.

Haben sogenannte prüfende Dritte – das können Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte sein – die Neustarthilfen beantragt, kann die Endabrechnung noch bis Ende Dezember 2022 eingereicht werden. Erst mit dem finalen Bescheid steht fest, ob Sie die Neustarthilfe ganz, anteilig oder gar nicht zurückzahlen müssen. Reichen Sie keine Endabrechnung ein oder erst nach dem 31. Dezember 2022, müssen Sie die ausgezahlte Soforthilfe komplett zurückzahlen.

4. Die 10-Tage-Regel nutzen

Über die Höhe des Jahresgewinns entscheidet einerseits, ob alle Einnahmen bereits in der Kasse registriert oder auf dem Bankkonto gutgeschrieben wurden. Andererseits ob alle Betriebsausgaben bereits bezahlt sind. Verschieben Sie Zuflüsse in das kommende Jahr beziehungsweise ziehen Sie zahlungswirksame Aufwendungen noch in den Dezember vor, können Sie damit den zu versteuernden Unternehmensgewinn mindern.

Bei diesem sogenannten Zu- und Abflussprinzip gibt es aber eine wichtige Ausnahme: die 10-Tage-Regel. Sie bezieht sich auf regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben, die kurze Zeit vor oder nach Ende des Jahres entstehen. Laut dieser Regel gelten diese Einnahmen und Ausgaben als im Wirtschaftsjahr der Verursachung zugeflossen, wenn sie in diesem Zeitraum auch fällig sind. Als kurze Frist gelten dabei 10 Tage. Die Regel bezieht sich also auf Zahlungen zwischen dem 22. Dezember und dem 10. Januar des Folgejahres. Um dies zu steuern, können Sie unter anderem mit Ihren Kundinnen und Kunden sowie mit Lieferanten andere Zahlungsziele vereinbaren.

5. Letzte Frist für nicht aufrüstbare Kassensysteme endet

Am 31. Dezember 2022 müssen auch die letzten elektronischen Kassen, die nicht mit einer technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) nachrüstbar sind, abgebaut werden. Eigentlich besteht die Pflicht für den Anschluss von elektronischen PC- und Registrierkassen an eine TSE schon seit dem 1. Januar 2020. Doch für nicht nachrüstbare Kassen, die nach dem 25. November 2010 und vor dem 1. Januar 2020 angeschafft wurden, gibt es eine Zusatzfrist bis Ende 2022.

Nutzen Sie noch ein solche Kasse? Dann sollten Sie schnell handeln, denn mit einer erneuten Fristverlängerung ist nicht zu rechnen. Außerdem können sich die Lieferfristen aufgrund der aktuellen weltwirtschaftlichen Lage kurzfristig verlängern. Ohnehin sollten Sie gut mit Ihrer neuen Kasse vertraut sein. Denn die komplexen Systeme sind oft nicht sofort verständlich. Daher können Bedienungsfehler leicht passieren. Das kann zu Ärger bei Betriebsprüfungen führen.

6. Offene Forderungen nicht verjähren lassen

Schulden Ihnen Kundinnen oder Kunden noch Zahlungen aus dem Jahr 2019? Dann haben Sie bis zum Jahresende noch die Gelegenheit zu prüfen, ob eine drohende Verjährung mit einem gerichtlichen Mahnverfahren hinausgeschoben werden kann. Denn im Geschäftsalltag gilt in der Regel eine dreijährige Verjährungsfrist. Sie beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem ein Anspruch auf Tun oder Unterlassen entstanden ist. Damit verjähren zum 31. Dezember 2022 alle offenen Forderungen aus 2019, bei denen kein gerichtliches Mahnverfahren, keine Klage oder kein Schuldanerkenntnis vorliegt.

7. Umweltbonus für PlugIns läuft aus

Bereits seit einigen Jahren fördert der Staat die Elektromobilität mit einem Umweltbonus. Den wird es für batterie- und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge auch 2023 geben. Aber für Plugin-Hybride läuft der Bonus 2022 aus. Wenn Sie also die Anschaffung eines Elektroautos für Ihr Unternehmen planen, sollten Sie schnell handeln. Hinzu kommt, dass die Fördermittel im Klima- und Transformationsfonds bereitgestellt werden und die Förderung endet, wenn diese Mittel ausgeschöpft sind.

Tipp: Seit Anfang Januar 2022 können Halterinnen und Halter von reinen Elektrofahrzeugen die Treibhausgasminderungs-Prämie (THG-Prämie) für ihre eingesparten Emissionen beantragen. Wenn Sie sich diese zusätzliche Einnahme nicht entgehen lassen wollen, müssen Sie bis spätestens Ende Februar 2023 die Prämie für die THG-Quote für 2022 beantragen.

8. Schlauer schenken

Sie möchten sich zum Jahresende mit einem Geschenk bei Ihren Geschäftspartnerinnen und -partnern für die gute Zusammenarbeit bedanken? Achten Sie dabei vor allem auf zwei Dinge:

  • Für Geschenke, die pro Jahr und Empfänger netto mehr als 35 Euro kosten, dürfen Sie die Ausgaben nicht vom Gewinn abziehen.
  • Können die Beschenkten ihre Präsente ausschließlich beruflich nutzen, dürfen sie auch mehr kosten.

(Stand 16.12.2022)


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