
Tagesgeld und Sparbuch dienen vor allem der sicheren und flexiblen Rücklage für die finanzielle Reserve – nicht dem Vermögensaufbau.
Tagesgeld bietet oft einen etwas flexibleren Zugriff auf das Geld als das klassische Sparbuch.
Ein Sparbuch kann dennoch in bestimmten Fällen punkten, etwa beim Sparen für Kinder: Es ist besonders übersichtlich und funktioniert auch ohne separates Girokonto.
Tagesgeld und Sparbuch einfach erklärt: Funktionsweise und Zweck
Sparbuch (bei uns auch: Sparkassenbuch) und Tagesgeld eignen sich vor allem als flexible Rücklage für den Notgroschen. Beide Produkte gelten als besonders sichere Möglichkeit, Geld zu parken und wieder darauf zuzugreifen. Das ist nötig, damit Sie sich für unerwartete Ausgaben oder finanzielle Engpässe absichern können. Von einem Sparbuch können Sie in der Regel monatlich bis zu 2.000 Euro abheben. Beim Tagesgeldkonto können Sie ohne Limit über Ihr Guthaben verfügen. Je nach Marktlage können Sie Zinsen auf Ihr Guthaben erhalten. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Tagesgeld und Sparbuch jedoch aufgrund der normalerweise eher niedrigen Zinsen nicht geeignet.
Sowohl Tagesgeld als auch Sparbuch gelten als besonders sicher, um Geld auf die hohe Kante zu legen. Das Guthaben ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kundin oder Kunde geschützt. Zusätzlich verfügen die Sparkassen über ein eigenes Sicherungssystem innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Seit das Sicherungssystem in den 1970er-Jahren gegründet wurde, hat noch nie ein Kunde oder eine Kundin eines Mitgliedsinstitutes einen Verlust ihrer Einlagen erlitten. Anders als Wertpapiere unterliegen Tagesgeld und Sparbuch außerdem keinen Kursschwankungen. Für Sparerinnen und Sparer unterscheiden sich beide Produkte daher weniger bei der Sicherheit als vielmehr bei Zinsen und Flexibilität. Prüfen Sie bei den Zinsen die aktuellen Konditionen.
Welche Sparform passt zu welcher Lebenssituation?
Grundsätzlich können für den Notgroschen sowohl ein Tagesgeldkonto als auch ein Sparbuch gut geeignet sein. Bei beiden können Sie Geld kurzfristig parken und bei Bedarf auf ersparte Beträge zugreifen. Doch Achtung: Im Vergleich kann das Tagesgeld in Sachen Flexibilität für Ihren Fall möglicherweise etwas mehr bieten als das Sparbuch. Das gilt etwa, wenn es Ihnen wichtig ist, jederzeit über einen beliebigen Betrag auf dem Konto verfügen zu können. Schließlich lässt sich bei unerwarteten Ausgaben die Höhe oft nicht genau vorhersagen. Von einem Tagesgeldkonto können Sie jederzeit einen beliebigen Guthabensbetrag auf Ihr Referenzkonto zurücküberweisen. Beim Sparbuch gilt oft: Es sind bis zu 2.000 Euro monatlich verfügbar. Für höhere Beträge kann eine Kündigung mit Frist erforderlich sein.
Tipp: Mit unseren Spartipps können Sie versteckte Sparpotenziale gezielt aufdecken und zum Aufbau Ihres Notgroschens nutzen. Auch kleine Beträge können sich über einen längeren Zeitraum oft rechnen.
Das klassische Produkt dafür ist das Sparbuch. Seit über 200 Jahren sammeln Kinder damit bereits ihre ersten Erfahrungen mit Geld. Traditionell besteht es aus einem Heft mit mehreren Seiten. Darin werden flexible Ein- und Auszahlungen sowie Zinserträge in der Filiale vermerkt. Mittlerweile gibt es auch eine SparCard, ähnlich wie eine Girokarte. Damit können die Beschenkten Beträge auch am Geldautomaten abheben.
Je nach Zielen und Anlagedauer kann aber auch möglicherweise ein anderes Produkt besser passen. Wenn die Kinder oder Enkel längerfristig nicht auf das Geld zugreifen, kann beispielsweise ein passend ausgewählter ETF-Sparplan infrage kommen – mit höheren Renditechancen.
Hinweis: Mehr Informationen dazu finden Sie auch in unseren Tipps zum Sparen für Kinder.
Tagesgeld und Sparbuch gelten als besonders flexibel. Wenn das Geld über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten bis hin zu mehreren Jahren für Sie arbeiten darf, kann für Ihr Ziel aber möglicherweise Festgeld besser geeignet sein.
Mit einem Festgeldkonto können Sie zwar nicht jederzeit auf den Betrag zugreifen, sondern erst am Ende der vereinbarten festen Laufzeit. Doch Sie bekommen meist höhere Zinsen als bei Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Auch ein Festgeldkonto gilt als besonders sichere Anlageform. Ihre Spareinlagen bei einer Sparkasse sind damit ebenfalls durch die gesetzliche Einlagensicherung und das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe geschützt. Sie profitieren darüber hinaus von einem festen Zinssatz über die komplette Laufzeit.
Tipp: Je nach Sparkasse oder Bank gelten beim Festgeld eine unterschiedlich hohe Mindesteinlage sowie unterschiedlich hohe Zinsen. Manchmal gibt es im Rahmen spezieller Aktionen besonders attraktive Angebote. Darüber hinaus sind die Zinsen von der Marktlage abhängig. Prüfen Sie aktuelle Konditionen.
Wenn Sie langfristig Vermögen aufbauen möchten, spielen mögliche Ertragschancen eine größere Rolle als beim kurzfristigen Sparen. Daher können sich unter Umständen passende Produkte eignen, mit denen Sie unkompliziert an den Renditechancen an der Börse teilhaben können. Ein entsprechender ETF-Sparplan kann beispielsweise je nach Anlageziel eine geeignete Lösung sein. Durch eine gezielte Anlage in ETFs, die breite Indizes abbilden, sowie die Anlage in mehrere ETFs mit unterschiedlicher regionaler und inhaltlicher Ausrichtung, streuen Sie Ihr Risiko. Der Einstieg ist schon mit monatlichen Sparraten ab 25 Euro möglich. Durch regelmäßige Sparraten profitieren Sie außerdem vom Durchschnittskosteneffekt. Sie reduzieren also im Vergleich zur Einmalanlage Ihr Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts.
Tipps:
- Für ETFs fallen Kosten an. Diese sind jedoch in der Regel geringer als die Kosten für aktiv verwaltete Fonds. Was sich mehr lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Lesen Sie dazu auch unseren Vergleich „ETFs oder aktiv gemanagte Fonds?“.
- Ein Vergleich verschiedener ETF-Anbieter kann helfen, die passenden Konditionen für Ihren Sparplan zu finden.
- Für Ihre Situationen können möglicherweise auch die Möglichkeiten zum automatisierten Sparen spannend sein.
Tagesgeldkonto oder Sparbuch: Was passt für Studierende, Berufstätige, Unternehmen, Eltern und Paare?
Welche Sparform besser passt, hängt vor allem davon ab, wie flexibel das Geld verfügbar sein soll und welches Sparziel verfolgt wird.
Studierende
Für Studierende ist Tagesgeld für die kurzfristige Reserve oft sinnvoller, weil das Geld besonders flexibel verfügbar bleibt. Ein Sparbuch kann dagegen für kleinere, eher feste Rücklagen geeignet sein. Sobald die feste Rücklage größer wird, sollten Sie vergleichen, ob sich beispielsweise Festgeld mehr für Sie lohnt. Die Mindesteinlagen für Festgeld variieren je nach Sparkasse oder Bank. Außerdem können Sie auf das Festgeld während der Laufzeit nicht zugreifen. Es ist daher für den flexiblen Notgroschen für unerwartete Ausgaben nicht geeignet, sondern nur für feste Rücklagen, die Sie nicht spontan brauchen.
Berufstätige
Berufstätige nutzen Tagesgeldkonten häufig für die finanzielle Reserve oder für kurzfristige Sparziele, etwa Urlaube oder größere Anschaffungen. Das gilt für Angestellte ebenso wie für Selbstständige. Wer Geld kurzfristig separat vom Girokonto parken möchte, findet im Tagesgeldkonto häufig eine passende Lösung.
Unternehmen
Unternehmen, Selbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler können außerdem mit Firmentagesgeld ein spezielles Tagesgeldkonto nutzen. Damit können Sie überschüssige Liquidität kurzfristig sicher parken. Vorteile gegenüber dem Geschäftsgirokonto: Das Geld für die Rücklagen ist sauber getrennt und Sie bekommen oft zumindest eine geringe Verzinsung.
Eltern
Eltern legen häufig Geld für unvorhergesehene Ausgaben oder für ihre Kinder zurück. Tagesgeld bietet dabei häufig mehr Flexibilität, während ein Sparbuch manchen Familien hilft, Geld bewusst „beiseitezulegen“. Für die Kinder können Sie mit einem Sparbuch bereits sparen, bevor diese ein Girokonto als Referenzkonto haben.
Paare
Für gemeinsames Sparen sowie Rücklagen – etwa für Reisen, Möbel oder falls im Haushalt etwas kaputtgeht – eignet sich Tagesgeld als Gemeinschaftskonto oft besser, weil beide flexibel auf das Geld zugreifen können. Ein Sparbuch kann alternativ infrage kommen, vor allem wenn das Sparen langfristiger und disziplinierter erfolgen soll.
Kontoeröffnung: So funktioniert’s beim Tagesgeldkonto
Ein Tagesgeldkonto können Sie bei der Sparkasse bequem über Ihr Online-Banking oder in der Filiale eröffnen. Sie brauchen dafür ein Girokonto als Referenzkonto, über das Ein- und Auszahlungen laufen. Anschließend steht das Konto meist sofort zur Verfügung.
Kontoeröffnung: So funktioniert’s beim Sparbuch
Ein klassisches Sparbuch können Sie in Ihrer Sparkassen-Filiale eröffnen. Dabei wird Ihnen die Sparurkunde (das Sparkassenbuch) in gehefteter Form direkt ausgehändigt. Bei einigen Sparkassen ist die Eröffnung eines Sparkontos außerdem online möglich. Informieren Sie sich dazu bitte bei Ihrem Institut.
Fazit: Wann Tagesgeld die bessere Wahl ist – und wann sich ein Sparbuch noch lohnen kann
Wenn es um flexible Rücklagen und kurzfristiges Sparen geht, ist Tagesgeld heute in vielen Fällen die bessere Wahl. Dass Sie Ihr Guthaben jederzeit und ohne Limit online aufs Referenzkonto zurücküberweisen können, macht es besonders attraktiv für den Notgroschen oder ungeplante Ausgaben. Ein Sparbuch kann sich dennoch lohnen, wenn vor allem Einfachheit, Übersichtlichkeit und ein bewusstes „zur Seite legen“ von Geld im Vordergrund stehen. Wird das Geld längerfristig nicht gebraucht, kann sich jedoch ab einer bestimmten Summe der Vergleich mit Festgeld lohnen. Welche Sparform letztlich am besten passt, hängt davon ab, wie flexibel das Ersparte verfügbar sein soll und welche Ziele Sie damit verfolgen.
Ihren Notgroschen sicher und flexibel anlegen
Häufige Fragen zu Sparbuch und Tagesgeld
Ja, Sie können ein Tagesgeldkonto und ein Sparbuch problemlos gleichzeitig nutzen. Viele Menschen kombinieren beides, um unterschiedliche Ziele abzudecken.
Sie können jederzeit über Ihre Einlagen auf dem Tagesgeldkonto verfügen. Dazu überweisen Sie diese einfach auf Ihr Referenzkonto (Girokonto) zurück. Ein Übertrag ist in der Regel sofort verfügbar. Auf dem Girokonto können Sie also direkt über das Guthaben verfügen.
Ja, ein Tagesgeldkonto kann unter Umständen für Kinder geeignet sein, etwa um Geldgeschenke oder erste Ersparnisse flexibel und sicher zurückzulegen. Bei den Sparkassen gibt es dafür teilweise mit dem „Tagesgeld Young“ spezielle Produkte. Voraussetzung: Die Kinder müssen bereits ein Girokonto haben, da für Tagesgeld ein Referenzkonto benötigt wird.
Viele Eltern nutzen alternativ weiterhin das klassische Sparbuch für Kinder, weil es einfach verständlich ist und das bewusste Sparen fördern kann. Tagesgeld bietet dagegen einen schnelleren Zugriff auf das Geld. Welche Sparform besser passt, hängt vor allem davon ab, ob Flexibilität oder die klassische Sparlösung im Vordergrund steht.
Ja, bei einem Tagesgeldkonto kann ein Zinseszinseffekt entstehen. Dazu kommt es, wenn die gutgeschriebenen Zinsen auf dem Konto bleiben und in der nächsten Zinsperiode mitverzinst werden. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt unter anderem von der Höhe des Zinssatzes und davon ab, wie häufig die Zinsen ausgezahlt werden. Je häufiger die Zinsgutschrift erfolgt, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken.
Doch Achtung: Wenn die Inflation Ihr angelegtes Geld stärker entwertet als Zinsen und Zinseszinsen es vermehren, verlieren Sie real betrachtet Geld. Tagesgeldkonten oder Sparbücher sind daher zwar gut für die flexible Rücklage des Notgroschens geeignet, nicht aber für den Vermögensaufbau. Gern beraten wir Sie zu alternativen Produkten zur mittel- bis langfristigen Geldanlage und zur Altersvorsorge.



