Die 6 wichtigsten Assetklassen auf einen Blick

Was Assetklassen leisten und welche Rolle sie im Anlagemix spielen

Jeder Mensch hat eigene Vorstellungen davon, was er mit seinem Geld machen will. Das trifft sich gut: Denn für jedes Bedürfnis gibt es Vermögensanlagen mit unterschiedlich hohen Risiken und Chancen – sogenannte Assetklassen. Welche Assetklassen das sind und wodurch sie sich unterscheiden erklären wir hier. 

Der Blick auf den Kontoauszug frustriert Sie zunehmend? Sie haben Ihr Erspartes vor allem als Festgeld oder auf dem Girokonto liegen? Wenn Sie möchten, dass sich Ihre Rücklagen kontinuierlich entwickeln, ist es Zeit, Ihre Vermögensplanung strukturiert anzugehen. 

Zwei Dinge sollten Sie anpacken: 

  • Erstens sollten Sie sich klarmachen, welches Ziel Sie mit Ihrer Anlage verfolgen und welches Risiko Sie eingehen möchten. Sprich: Sie sollten analysieren, welche Assetklassen für Sie in Frage kommen.
  • Zweitens sollten Sie klären, welche Struktur ihre Geldanlage haben soll, also wie sich die verschiedenen Anlageklassen zusammensetzen.

Was bedeutet das genau?

Jede Assetklasse hat verschiedene Eigenschaften: Sie reichen von gleichmäßig bis volatil, von kurzfristig bis langfristig. Das bedeutet: Je nachdem welche Eigenschaften eine Assetklasse hat, unterscheidet sich das Verhältnis von Chancen und Risiken.

Es gibt drei Hauptanlageklassen:

  • Erstens Aktien, also Anteile an Unternehmen.
  • Zweitens verzinste Anlagen wie Renten oder Anleihen.
  • Drittens Immobilien, zum Beispiel über Immobilienfonds.

Darüber hinaus gibt es Anlageklassen wie Liquidität, Rohstoffe oder Gegenstände mit Sammlerwert.

Es geht darum, die für sich richtigen Assetklassen herauszufinden und diese entsprechend zu mischen. Denn: Für jeden Anleger ist ein anderer Mix richtig. Je nachdem wie Ihre persönlichen Vorstellungen von Risiko und Chancen sind, gewichten Sie in Ihrem Portfolio die Anlageklassen. Sie teilen Ihr Vermögen auf verschiedene Anlageklassen auf. Der Fachbegriff dafür heißt Asset-Allokation.

Ein Stuhl steht vor einem Regal mit Venylplatten

Wichtig zu wissen: Je mehr Risiko, desto mehr Rendite ist möglich. Und: Je länger Sie Ihr Geld anlegen, desto mehr wirkt sich eine positive Rendite aus.

Hier die sechs wichtigsten Assetklassen im Überblick:

Aktien

Viele Menschen sind bei Aktien eher skeptisch. Sie haben vor allem seit der Finanzkrise Bedenken, in Aktien zu investieren. Dieses Unwissen führt meist dazu, dass Aktien als Assetklasse vernachlässigt werden. Das kann ein Fehler sein: Wer richtig in Aktien investiert, verringert die damit verbundenen Risiken erheblich.

Aktien sind verbriefte Eigentumsanteile an Unternehmen. Wer eine Aktie kauft, wird also Miteigentümer des Unternehmens. Dazu gehören auch dessen Sachwerte wie Fabriken, Maschinen, Produktionshallen oder Immobilien.

Der Vorteil: Als Teilhaber partizipiert man an positiven Geschäftsentwicklungen, zum Beispiel über regelmäßige Ausschüttungen (Dividenden). Erfolgreiche Unternehmen oder Unternehmen mit einer guten Marktperspektive sind im Markt gefragt. Als Mitinhaber profitiert man von steigenden Aktienkursen.

Außerdem: Die Aktienkurse am Markt berücksichtigen die Inflation ganz automatisch. Anders als bei monetären Vermögenswerten sind die Preise von physischen Gegenständen relativ flexibel und passen sich an die Inflation an. Aktien bieten insgesamt also einen deutlich besseren Inflationsschutz als herkömmliche Anlageformen.

Aktien lohnen sich vor allem auf lange Sicht. Die langfristige durchschnittliche Renditeannahme liegt bei fünf Prozent und ist damit die höchste unter allen Anlageklassen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Anlage in Aktien breit streuen, um von einzelnen Ereignissen eines Unternehmens möglichst wenig betroffen zu sein. Dazu eignen sich vor allem Fonds.

Gut zu wissen: Fonds mit einem speziellen Anlageschwerpunkt haben grundsätzlich ein stärker ausgeprägtes Risiko- und Ertragspotenzial als Fonds mit breiter Streuung. Zwar sind dadurch die Kurschancen höher, aber auch das Risiko. Die Marktentwicklung hängt stark vom konjunkturellen Umfeld ab. Entwickelt sich der Gesamtmarkt rückläufig, kann dies die Kursentwicklung negativ beeinträchtigen. Kaufen Sie Anteile international anlegender Fonds, ändert sich der Wert Ihrer Anlage auch mit der Entwicklung des Wechselkurses der jeweiligen Währung. 


Liquidität und Geldmarktinstrumente

Der Geldmarkt ist die risikoärmste Assetklasse, heißt es. Darunter fallen zum Beispiel Tagesgeldkonten, Festgeldkonten oder Geldmarktfonds. Ein Tagesgeldkonto oder Festgeld gilt – verglichen mit Anleihen oder Aktien – als weniger risikobehaftet. Doch das stimmt nur auf den ersten Blick.

Richtig ist: Liquidität ist wichtig, um unvorhergesehene Ausgaben bedienen zu können. Sie sollten also einen Teil Ihres Geldes flüssig – also kurzfristig – verfügbar zu haben. Zum Beispiel für eine Autoreparatur.

Doch die jederzeit sichere Verfügbarkeit hat ihren Preis. Entsprechend niedrig sind die zu erwartenden Renditen. Wenn Sie Ihr Geld auf Tagesgeldkonten parken, sind Sie außerdem dem Risiko der Inflation ausgesetzt. Auf lange Sicht verliert Ihr Geld schleichend an Wert – mehr als es durch die Zinsen wächst. Fachleute sprechen von der Realzinsfalle.

Unser Tipp: Halten Sie Ihre Liquidität so groß wie nötig und so niedrig wie möglich.

Liquide können Sie Ihr Geld nicht nur auf dem Girokonto anlegen, sondern auch in Geldmarktfonds. Ein Geldmarktfonds investiert in ein Portfolio aus Geldmarktinstrumenten, also zum Beispiel in Tagesgelder. Die Bank kann so höhere Zinsen für den Anleger erwirtschaften, als sie üblicherweise auf das ersparte Guthaben zahlt. 

Geldmarktfonds sind besonders schwankungsarm. Da die Erträge niedriger sind, eignen sich Geldmarktfonds besonders für vorsichtige Anleger oder um Geld zwischenzulagern.

Für Anleger, die ihr Geld auf lange Sicht anlegen möchten, sind Geldmarktfonds weniger zu empfehlen: Die Renditeannahme liegt bei Null Prozent. Besser ist es, sich mittelfristig für eine renditestärkere Anlage zu entscheiden.

Gut zu wissen: Auch bei Geldmarktfonds können Kursverluste nicht ausgeschlossen werden. Im Zeitablauf können sich einzelne Aussteller oder Geschäftspartner in ihrer Zahlungsfähigkeit verschlechtern, was zu Ausfällen führen kann.


Anleihen

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere. Unternehmen oder Staaten geben diese Anleihen aus und beschaffen sich so Kapital. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Kredit. Das bedeutet: Sie kaufen mit Ihrem Kapital eine Forderung gegenüber dem Schuldner, zum Beispiel Deutschland. Ihr Schuldner muss Ihnen Ihr Kapital zuzüglich Zinsen zurückzahlen.

Als Anleger erhalten Sie kontinuierlich einen festen Betrag. Festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen punkten daher mit Transparenz. Vor allem die klare Planbarkeit der Erträge ist der große Vorteil dieser Anlageklasse.

Risikofaktoren der Geldanlage sind die Bonität des Schuldners und die Laufzeit. Je höher die Bonität des Schuldners und je kürzer die Laufzeit, desto niedriger das Risiko. Anleihen reagieren außerdem empfindlich auf Zinsänderungen.

Insgesamt können Anleihen also stabile Erträge bieten. Weil Ihre Ansprüche selbst in einem Insolvenzfall vor denen der Aktionäre bedient werden, ist das zu erwartende Risiko geringer als bei einer Aktienanlage. Möchten Sie Ihr Geld möglichst sicher verwahren, eignen sich Staatsanleihen mit höchster Bonität und einer kurzen Laufzeit von unter zwei Jahren.

Langfristig werfen Anleihen in der Regel niedrigere Erträge ab. Die üblicherweise angenommene Rendite liegt bei 0,5 Prozent.

Gut zu wissen: Änderungen des Zinsniveaus beeinflussen die Kursbewegung. Der Kurs einer Anleihe steigt, wenn die Zinsen in ihrem Laufzeitbereich fallen. Umgekehrt fallen die Kurse, wenn die Zinsen steigen. International anlegende Fonds unterliegen Wechselkursrisiken. Je nachdem, wer Anleiheschuldner ist, können Rententitel stärkeren Kursschwankungen unterliegen oder ausfallen.


Immobilien

Die Deutschen lieben Immobilien. Der Kauf eines Eigenheims oder einer Wohnung gehört zur beliebtesten Anlageform. Doch das bindet meistens sehr viel Kapital und birgt die Gefahr des Klumpenrisikos: Wer sein komplettes Vermögen in ein Haus steckt, kann sein Vermögen nicht mehr streuen. Außerdem kann der Wert eines Hauses auch sinken: Zum Beispiel, wenn in der Nähe des Hauses eine Straße oder eine Industrieanlage gebaut wird.

Die gute Nachricht: Es gibt andere Wege, um am Immobilienmarkt teilzunehmen. Zum Beispiel über Immobilienfonds. Der Vorteil: Sie partizipieren langfristig an der Entwicklung zahlreicher attraktiver Gewerbeimmobilien. Gut vermietete Bürogebäude, gefragte Einkaufszentren und Hotels ermöglichen eine stabile Wertentwicklung. Immobilienfonds haben in der Regel auch eine sehr schwache Schwankungsbreite, sind also nicht so volatil wie Aktienfonds. Und Sie sorgen für die richtige Streuung Ihres Vermögens. Die angenommene Rendite von Immobilienfonds liegt bei zwei Prozent.

Was bedeutet das? Wer eine Immobile zur Selbstnutzung kauft, trifft immer auch eine persönliche Entscheidung. Für den einen überwiegt der Traum von den eigenen vier Wänden. Für den anderen die Sicherheit eines gut gestreuten Vermögens.

Gut zu wissen: Immobilientypische Risiken wie Mietausfall können zur Wertminderung der Anlage führen. Auch Konjunkturzyklen beeinflussen die Wertentwicklung der Immobilien.

Wer in Anlagen außerhalb der Euroländer investiert, muss mit Wechselkursschwankungen rechnen. Möglich ist auch, dass sich die Zinsen ändern und dadurch die Anlage der liquiden Mittel beeinflusst wird.


Rohstoffe

Typische Rohstoffe sind Gold, Silber, Öl, Kohle, Holz oder Kaffee. An Rohstoffanlagen können sich Privatanleger häufig nur über Umwege beteiligen. Denn: In Rohstoffe zu investieren birgt einige Tücken. Bei jedem Rohstoff gibt es jeweils andere Faktoren, die den Preis beeinflussen können. 

Zum Beispiel hängen Energierohstoffe wie Öl stark von der weltweiten Konjunktur ab. Bei Agrarrohstoffen beeinflusst das Wetter die Entwicklung. Umwelteinflüsse wie Hurrikane oder Dürreperioden können den Preis in die Höhe schnellen lassen, wenn sich das verfügbare Angebot auf dem Weltmarkt verknappt.

Ob Rohstoffe als Beimischung sinnvoll sind, darüber gehen die Meinungen auseinander. Gold zum Beispiel gilt bei vielen als absolut krisensicher. Doch Privatanleger sollten höchstens einen kleinen Teil ihres Vermögens in Gold stecken. Denn Gold hat viele Nachteile. 

Gold wirft keine Zinsen ab. Es muss gelagert werden – was ebenfalls Geld kostet. Der Goldkurs kann stark schwanken. Und vor allem: Gold an sich ist nicht produktiv. Es erarbeitet keine Gewinne wie die Unternehmen, in die Aktionäre investieren. Gold als Anlage lässt sich also eher mit der Spekulation einer Einzelaktie zu vergleichen. Das wiederum erhöht das Klumpenrisiko.

Unser Tipp: Als Assetklasse können Sie Rohstoffe zum Beispiel über Mischfonds mit einbeziehen. Als Einzelanlage ist sie für die meisten Privatanleger meist nicht empfehlenswert.


Gegenstände mit Sammlerwert

Oldtimer, Uhren, Möbel, Turnschuhe, Rotweine, Kunstwerke oder Turnschuhe: Wer Spaß an besonderen Sammlerstücken hat, kann das in seiner Vermögensstruktur berücksichtigen. Doch das Risiko einer möglichen Wertentwicklung tragen Sie komplett selbst. Verlässliche historische Renditedaten dazu gibt es nicht.

Ein weiterer Nachteil ist die Illiquidität. Die Lagerung und Instandhaltung zum Beispiel bei einem wertvollen alten Auto kostet oft sehr viel Geld. Die Käufer für Sammlerstücke sind rar. Wenn Sie kurzfristig verkaufen möchten, finden Sie eventuell nur schwer einen Abnehmer und machen hohe Verluste.

Letztlich muss jeder selbst wissen, ob er eine besondere Leidenschaft zum Teil seiner Vermögensstrategie machen möchte. Falls ja, empfehlen wir Ihnen, dies nur für einen kleinen Bruchteil Ihres Vermögens zu tun. Und nur das Geld zu investieren, auf das Sie im Ernstfall auf lange Sicht – zum Beispiel für die private Altersvorsorge – gut verzichten können.

Älteres Paar in einem Cabrio, aufgenommen aus der Vogelperspektive

Mix it!

Fakt ist: Für Ihr Geld ist alles besser, als nichts zu tun. Ganz egal, ob Ihnen Stabilität, Verfügbarkeit, Rendite oder Planbarkeit besonders wichtig sind: Gehen Sie Ihren Vermögensaufbau an.

Das Wichtigste: Die richtige Mischung. Je nachdem, welche Ziele Sie haben und welche Chancen Sie wahrnehmen möchten, wählen Sie den für Sie richtigen Fonds oder die passende Anlage. Gemeinsam mit Ihrem Sparkassenberater definieren Sie systematisch die geeigneten Assetklassen für Ihr Portfolio und entwickeln Ihre individuelle Anlagestrategie. 

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