
Die Zinsen für Festgeld, Sparbriefe und Tagesgeld werden maßgeblich durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst.
Die EZB hat die Leitzinsen am 19. März 2026 zum sechsten Mal unverändert gelassen. Die kurzfristigen Sparzinsen sind derzeit weitgehend stabil (Stand: 30.03.2026).
Die genaue Höhe der Sparzinsen variiert je nach Sparkasse, Produkt und Laufzeit.
Verzinste Anlagen bieten Sicherheit und Planbarkeit, bleiben jedoch in ihrer Rendite begrenzt und können durch Inflation an Wert verlieren
Wie hoch sind die Zinsen aktuell bei der Sparkasse?
Die Zinsen der Sparkassen variieren nach Institut, Produkt und Laufzeit. Es gibt also für die über 300 Sparkassen keine einheitlichen Zinssätze. Aktuelle Konditionen erfahren Sie direkt bei Ihrer Sparkasse oder auf deren Website. Die folgende Tabelle zeigt Beispielwerte ausgewählter Sparkassen für Festgeld (Stand: 26.03.2026).
Warum steigen Sparzinsen, wenn die EZB die Leitzinsen erhöht?
Die Zinsentscheidungen der Notenbanken wirken sich auf die Zinsen Ihrer Geldanlage aus. Vereinfacht gesagt: Steigt die Inflation über den gewünschten Zielwert von jährlich 2 Prozent, heben Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) tendenziell ihre Leitzinsen an. In der Folge legen meist auch die Sparzinsen zu, insbesondere bei kurzfristigen Geldanlagen. Geld festverzinst zu investieren, wird attraktiver, und die Menschen konsumieren weniger. Die Inflation wird gedämpft.
Die Leitzinssätze, die die Sparzinsen – etwa beim Tagesgeld – beeinflussen, sind der Spitzenrefinanzierungssatz und der Einlagesatz. Das lässt sich so erklären:
Welchen Einfluss der Spitzenrefinanzierungssatz auf das Tagesgeld hat
Wenn eine Sparkasse oder Bank sehr kurzfristig Geld braucht (zum Beispiel für einen Tag), hat sie verschiedene Möglichkeiten:
- So kann sie sich beispielsweise Geld von einer anderen Sparkasse oder Bank leihen.
- Oder sie leiht sich das Geld direkt bei der EZB. Dort bekommt sie es zum sogenannten Spitzenrefinanzierungssatz.
Natürlich möchte das Kreditinstitut das Geld möglichst günstig leihen. Kein Kreditinstitut wird am Markt mehr zahlen als den Spitzenrefinanzierungssatz, weil es sich Geld notfalls auch zu diesem Satz bei der EZB beschaffen kann. Damit ein Geschäft zustande kommt, müssen Sparkassen und Banken also günstiger bleiben als dieser Zinssatz. Dadurch ist der Spitzenrefinanzierungssatz faktisch die Obergrenze für kurzfristige Zinsen am Markt.
Diese Obergrenze wirkt sich auch auf die Zinsen für Tagesgeld aus: Sparkassen und Banken refinanzieren sich zu den am Markt verfügbaren Zinssätzen und kalkulieren auf dieser Basis ihre Angebote für Kundinnen und Kunden. Liegen die Marktzinsen unterhalb des Spitzenrefinanzierungssatzes, können auch Tagesgeldzinsen dieses Niveau nicht dauerhaft überschreiten.
Der Spitzenrefinanzierungssatz ist faktisch die Obergrenze für kurzfristige Zinsen am Markt.
Welchen Einfluss der Einlagesatz auf das Tagesgeld hat
Zum Einlagesatz können Sparkassen und Banken kurzfristig Geld bei der EZB anlegen. Je nach Marktsituation bekommen sie dafür Zinsen. Sie würden bei ihren Wettbewerbern nicht weniger Zinsen akzeptieren, wenn sie bei der EZB mehr bekommen. Oder in Zeiten negativer Zinsen: Sie würden nicht woanders mehr bezahlen, wenn es bei der EZB günstiger wäre. Deshalb müssen die Kreditinstitute mehr Zinsen (beziehungsweise weniger negative) bieten, um ein Geschäft abzuschließen. Der Einlagesatz ist dadurch die Untergrenze für kurzfristige Marktzinsen.
Für Tagesgeldzinsen gilt diese Logik aber nur eingeschränkt: Zwar können Sparkassen und Banken überschüssige Liquidität zum Einlagesatz bei der EZB anlegen. Dennoch können sie diese Rendite nicht vollständig an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Daher können Tagesgeldzinsen unter dem Einlagesatz liegen. Die Kreditinstitute orientieren sich jedoch daran.
Wie haben sich die Zinsen in den vergangenen Jahren entwickelt?
Nach der Niedrigzinsphase bis 2022 haben die Zinsen auf viele Sparprodukte wieder Fahrt aufgenommen. Denn als die Inflation in den Jahren 2021 und 2022 immer weiter stieg – bis auf 8,8 Prozent im Oktober und November 2022 – entschloss sich die EZB, dieser Entwicklung entgegenzuwirken: Sie hob die Leitzinsen sukzessive an. Mitte September 2023 erreichte der Einlagesatz den Spitzenwert von 4 Prozent. Daraufhin stiegen auch die Zinsen auf bestimmte Sparprodukte wieder. Vor allem die Anlagen in Festgeld und Sparbriefe profitierten davon.
Nachdem die Inflation spürbar nachgelassen hatte, senkte die EZB die Leitzinsen wieder. Die Sparzinsen auf viele Anlageprodukte sanken. Aktuell liegt der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,4 Prozent und der Einlagesatz bei 2 Prozent (Stand: 26.03.2026). Derzeit halten sich die Zinsen bei der Geldanlage auf einem stabilen Niveau.
Prognose: Wie werden sich die Zinsen 2026 weiterentwickeln?
Die EZB entscheidet am 30. April 2026 wieder, ob die Leitzinsen angepasst werden. Ihre Entscheidung wird davon abhängen, wie sich Inflation und Wirtschaft entwickeln. Dabei gibt es drei unterschiedlich wahrscheinliche Szenarien:
- Die Inflationsrate im Euroraum lag im Februar 2026 bei 1,9 Prozent. Durch die Konflikte im Nahen Osten ist jedoch davon auszugehen, dass sie im März steigen wird. Je nachdem, wie stark, halten einige Expertinnen und Experten eine Leitzinserhöhung für möglich.
- Andererseits ist das Wirtschaftswachstum in der EU zurückgegangen. Eine schwächere Konjunktur könnte den Druck in Richtung Zinssenkungen erhöhen. Eine Zinssenkung gilt jedoch aktuell als eher unwahrscheinlich.
- Der EZB-Rat könnte außerdem entscheiden, die Leitzinsen zum siebten Mal stabil zu halten. Dieses Szenario gilt als relativ wahrscheinlich. Für Sparerinnen und Sparer würde das tendenziell bedeuten: Die Zinsen für kurzfristige Sparprodukte bleiben weiterhin auf stabilem Niveau.
Festgeld, Sparbrief, Tagesgeld oder Sparbuch – welches Produkt passt wann?
Zinsen gibt es auf unterschiedliche Anlageprodukte. Jedoch: Nicht immer fallen Zinsen an. Ein Richtwert: Je höher die Verfügbarkeit, desto niedriger sind üblicherweise die Zinsen. So gibt es beispielsweise auf Tagesgeldkonten, bei denen Sie Ihr Geld jederzeit abheben können, je nach Marktlage mitunter überhaupt keine Zinsen. Auf Festgeldkonten, insbesondere über eine längere Laufzeit von mehreren Jahren, bekommen Sie hingegen normalerweise mehr.
Beachten Sie in jedem Fall auch unsere Hinweise unten zur Inflation. Denn selbst mit Zinsen können Sie bei einer Geldanlage an Kaufkraft verlieren. Zunächst stellen wir Ihnen 4 unterschiedliche Zinsprodukte vor.
1. Festgeldkonto – fest verzinst und planbar
Auf einem Festgeldkonto können Sie Geld über eine bestimmte Laufzeit fest verzinst anlegen. Sie wissen also von Anfang an, wie viel Rendite Sie für die Anlage bekommen. Während der Laufzeit können Sie nicht über das Geld verfügen. Festgeld ist ein klassisches und einfach aufgebautes Anlageprodukt: Sie eröffnen ein Konto, zahlen einen Betrag ein und erhalten dafür feste Zinsen. Je nach Vertrag bekommen Sie diese in regelmäßigen Abständen oder am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Je nach Anbieter stehen verschiedene Laufzeiten zur Auswahl – häufig zwischen 6 Monaten und 10 Jahren.
2. Sparbrief – fest verzinst mit unterschiedlichen Varianten
Auch Sparbriefe sind festverzinste Anlagen mit festen Laufzeiten. Sie legen einen bestimmten Betrag für einen festgelegten Zeitraum an und erhalten dafür einen garantierten Zinssatz. Im Unterschied zum Festgeld sind Sparbriefe jedoch oft stärker strukturiert und in verschiedenen Varianten erhältlich. Dazu zählen etwa Sparbriefe mit jährlicher Zinsauszahlung, aufgezinste Modelle (Zinsen werden angesammelt und am Ende ausgezahlt) oder abgezinste Sparbriefe, bei denen die Zinsen bereits im Voraus berücksichtigt werden.
3. Tagesgeld – flexibel, keine feste Laufzeit, praktisch für den Finanzpuffer
Ein Tagesgeldkonto eignet sich gut für den Notgroschen als finanzielle Rücklage. Denn auf das Geld auf diesem Konto können Sie bei Bedarf rasch zugreifen, ohne sich an Laufzeiten halten zu müssen. Das geht auch bequem online. So vermeiden Sie, dass Sie bei einem unvorhergesehenen Ereignis Geld für einen Kredit ausgeben müssen. Für größere Anlagesummen eignet es sich jedoch eher nicht. Die Zinsen sind variabel und in der Regel niedriger als beim Festgeld. Nicht immer bekommen Sie überhaupt Zinsen auf Tagesgeld. Im Vergleich zum Girokonto gibt es jedoch häufig mehr Rendite.
4. Sparbuch – ein Klassiker für Rücklagen, doch wenig Zinsen
Wie bei einem Tagesgeldkonto können Sie auch auf einem Sparbuch Geld flexibel ein- und auszahlen. Ganz klassisch ist es ein kleines Heft mit mehreren Seiten. Mittlerweile gibt es auch die papierlose SparCard, die einer girocard gleicht. Auch darauf werden Ein- und Auszahlungen sowie Zinserträge gespeichert. Das Guthaben können Sie in einer Sparkassen-Filiale auszahlen lassen.
Auch ein Sparplan auf Sparprodukte kann feste Zinsen bieten. Sie legen dabei regelmäßig Geld zurück. Das geht schon mit kleinen Beträgen. Das Spartempo bestimmen Sie selbst. Ziel ist es, Schritt für Schritt für eigene Wünsche zu sparen.
Entscheidungshilfe: Das sind die Vor- und Nachteile der verzinsten Anlageprodukte
Vorteile
Hohe Sicherheit: Durch die Einlagensicherung sind Bankeinlagen bei Sparkassen und Banken gesetzlich geschützt (bis 100.000 Euro pro Person). Das gilt beispielsweise für Ihr eingesetztes Geld auf dem Tagesgeldkonto und Festgeldkonto.
Planbare Erträge bei Festgeld: Sie wissen genau, welche Zinserträge Sie zu welchem Zeitpunkt bekommen.
Kein Kursrisiko: Der angelegte Betrag unterliegt keinen marktbedingten Kursschwankungen wie bei Aktien.
Hohe Verfügbarkeit bei flexiblen Produkten wie Tagesgeld: Sie können rasch und unkompliziert auf Ihr Geld zugreifen, auch spontan.
Einfache und transparente Produkte: Es handelt sich in der Regel um leicht verständliche Anlageprodukte. Sie brauchen keine Marktkenntnisse.
Zinseszinseffekt: Je nach Produkt und Anlagedauer können Sie in den Genuss des Zinseszinseffekts kommen.
Nachteile
Vergleichsweise geringe Rendite: Das gilt etwa im Vergleich zu Anlagen mit Chancen auf eine höhere Rendite, wie entsprechenden Exchange Traded Funds (ETFs).
Inflationsrisiko: Wenn die Inflationsrate das Zinsniveau übersteigt, verliert Ihr Geld während der Geldanlage an Kaufkraft. Das ist vor allem bei kürzeren Laufzeiten eher die Regel als die Ausnahme.
Zinsänderungsrisiko bei variablen Zinsen: Bei Produkten mit variablen Zinsen kann der Zinssatz sinken, zum Beispiel auf dem Tagesgeldkonto.
Teilweise eingeschränkte Verfügbarkeit bei Produkten wie Festgeld: Sie überlassen das Geld für eine vereinbarte Laufzeit. Erst nach Ablauf dieser Frist können Sie wieder darüber verfügen.
Warum Sie nicht allein auf verzinste Produkte setzen sollten
Eine einzelne „perfekte“ Geldanlage gibt es nicht. Jede Anlageform bringt eigene Vor- und Nachteile mit sich – etwa in Bezug auf Sicherheit, Verfügbarkeit und Renditechancen. Während verzinste Produkte vor allem Stabilität bieten, können andere Anlageklassen höhere Erträge ermöglichen. Sie gehen jedoch meist auch mit höheren Risiken einher.
Deshalb setzen viele Anlegerinnen und Anleger auf eine Kombination verschiedener Anlageformen. Dazu zählen beispielsweise auch Wertpapiere wie aktiv gemanagte Fonds, passiv verwaltete ETFs oder Aktien. Durch eine solche Streuung – auch Diversifikation genannt – lässt sich das Risiko verteilen und gleichzeitig die Chance auf eine Rendite erhöhen.
Wichtig: Das Portfolio sollte zu Ihrem Anlagetyp passen. Faktoren wie Anlagehorizont, Risikobereitschaft und finanzielle Ziele spielen eine entscheidende Rolle. Während sicherheitsorientierte Personen einen größeren Anteil in stabilen Anlagen wie Festgeld halten, können renditeorientierte Anlegende stärker auf chancenreichere Investments setzen. Ziel ist es, Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen – abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse.
Checkliste: Diese alternativen Anlagemöglichkeiten sollten Sie prüfen
- Aktien
- aktiv gemanagte Fonds beziehungsweise Fondssparen
- passiv verwaltete ETFs beziehungsweise ETF-Sparen
- Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin
- Anleihen
Erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten einer Geldanlage mit Nachhaltigkeitskriterien.
Zusammenfassung: Verzinste Sparprodukte bieten Sicherheit, sollten aber nur einen Teil des Anlageportfolios ausmachen
Die Zinsen für Festgeld & Co. sind derzeit weitgehend stabil. Sie werden maßgeblich durch die Geldpolitik der EZB beeinflusst. Verzinste Anlagen eignen sich vor allem für planbare und sichere Bestandteile des Vermögens, etwa für Rücklagen oder kurzfristige Ziele. Sie bieten jedoch nur begrenzte Ertragschancen und können durch die Inflation an Wert verlieren. Für den langfristigen Vermögensaufbau sollten Sie daher zusätzlich auf weitere Anlageformen setzen. Strukturieren Sie Ihr Portfolio so, dass Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite zu Ihren persönlichen Zielen passen.
Diese Zinsen zahlt Ihre Sparkasse
Häufige Fragen zu Zinsen bei den Sparkassen:
Auch die Zinsentwicklung bei Krediten von Sparkassen und Banken orientiert sich unter anderem an den Leitzinsen der EZB. Das gilt etwa für die Bauzinsen bei der Baufinanzierung. Für diese ist der Hauptrefinanzierungssatz zentral: Senkt die EZB diesen Leitzins, können die Kreditinstitute dort günstiger Geld beschaffen. Weil die Sparkassen und Banken untereinander in Wettbewerb stehen, geben sie das an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Diese können dann günstiger Darlehen aufnehmen. Dieser Zusammenhang wirkt jedoch nicht 1:1, da auch Faktoren wie Kreditrisiko, Laufzeit und Wettbewerb sowie Erwartungen eine Rolle spielen. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt bei variablen Krediten oder neu abgeschlossenen Darlehen. Fest vereinbarte Kreditzinsen bleiben dagegen während der Laufzeit unverändert.
Aktuell liegt der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 Prozent (Stand: 30.03.2026).
Die Höhe der Zinsen variiert je nach Produkt, Laufzeit und Anbieter. Generell gilt: Längere Laufzeiten bringen oft höhere Zinsen – etwa beim Festgeld oder bei Sparbriefen. Auch bei bestimmten Angeboten oder befristeten Aktionen können höhere Zinssätze möglich sein.
Wenn Sie möglichst attraktive Konditionen nutzen möchten, lassen Sie sich am besten individuell bei Ihrer Sparkasse beraten. So finden Sie das Anlageprodukt, das zu Ihrer Anlagesumme, Ihrem Zeithorizont und Ihrem Sicherheitsbedürfnis passt.



