Kinderbetreuung im Lockdown: Regelungen für Sonderurlaub

Mit Sonderurlaub Kinder und Arbeit unter einen Hut bekommen?

In den Kitas gibt es weiterhin nur eine Notbetreuung, die Schulen bleiben bis mindestens Ende Januar für den Präsenzunterricht geschlossen. Wann Eltern einen Anspruch auf Sonderurlaub haben und was sie dabei beachten sollten.

Ein Vater macht mit seinem Sohn Schulaufgaben

Das Wichtigste in Kürze:

  • Jeder Elternteil darf zehn Wochen Sonderurlaub nehmen.
  • Das gilt aber nur, wenn es keine andere „zumutbare“ Betreuungsmöglichkeit für die Kinder gibt und das Arbeiten im Homeoffice nicht möglich ist.
  • Der Staat zahlt 67 Prozent des Nettogehalts als Entschädigung.
  • Der Maximalbetrag liegt bei 2.016 Euro monatlich.

Eltern, die während des Lockdowns ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, können unter bestimmten Voraussetzungen Sonderurlaub nehmen. Zahlt der Arbeitgeber in dieser Zeit kein Gehalt, hat jedes Elternteil für maximal zehn Wochen Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Alleinerziehende erhalten diese Leistung bis zu 20 Wochen lang. 

Wie hoch ist die Entschädigungszahlung?

Die staatliche Zahlung beläuft sich auf 67 Prozent des Nettogehalts. Maximal gibt es 2016 Euro pro Monat.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Das Kind ist jünger als zwölf Jahre. Eine Ausnahme: Bei Kindern mit Behinderung gilt diese Altersgrenze nicht.
  • Es besteht kein Anspruch auf Notbetreuung und es gibt auch keine Möglichkeit, dass ein anderes Familienmitglied auf das Kind aufpasst.
  • Arbeiten ist nicht möglich und deshalb kommt es zum Verdienstausfall.
  • Es wird kein Kurzarbeitergeld bezogen.

Wo kann ich den Sonderurlaub und die Entschädigung beantragen?

Der Arbeitgeber beantragt die Leistung und zahlt das Geld aus. Zurückholen kann er sich den Betrag von der jeweiligen Landesbehörde. Selbstständige müssen die Zahlung selbst beantragen. Das funktioniert über die Website ifsg-online.de

Mit zwei Dritteln meines Gehaltes komme ich nicht über die Runden. Was kann ich tun?

Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber nach einer Lösung, wie Sie Arbeit und Kinderbetreuung möglichst gut vereinbaren können, um weiter ihr reguläres Gehalt beziehen zu können. Vielleicht ist eine Kombination aus diesen Optionen möglich:

  • Homeoffice und Gleitzeit: Eventuell können Sie sich mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin bei der Kinderbetreuung abwechseln und Ihre Arbeitszeit zum Beispiel auch in den Abendstunden ableisten.
  • Wochenendarbeit: Erlaubt Ihr Arbeitsvertrag das Arbeiten am Sonnabend, fragen Sie, ob Ihr Arbeitgeber mit einer Verschiebung einverstanden ist.
  • Regulärer Urlaub: Ist wegen der Kinderbetreuung kein Arbeiten möglich, sollten Sie überlegen, ob sie nicht lieber erst einmal normalen Urlaub nehmen, um weiter das volle Gehalt zu beziehen. Beachten Sie dabei: Ihr Arbeitgeber kann nicht verlangen, dass Sie Ihren vollen Jahresurlaub gleich zu Beginn des Jahres nehmen, einen Teil aber schon.
  • Kinderkrankengeld: Berufstätige Eltern haben auch in diesem Jahr Anspruch auf zusätzliche Tage Kinderkrankengeld, wenn sie ihren Nachwuchs wegen der Kita- und Schulschließungen zu Hause betreuen müssen. Pro Elternteil sind es 20 zusätzliche Tage, Alleinerziehende erhalten 20 weitere Tage. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Nettoeinkommens. Hier erfahren Sie mehr zum Kinderkrankengeld.  

(Stand: 15.1.2021)


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.