5 wichtige Fakten zur Inflation

So beeinflusst Geldentwertung Ihre Kaufkraft – und Ihre Geldanlage


Von der Milch im Supermarkt bis zum Benzin an der Tankstelle – alles ist teurer geworden. Anders gesagt: Deutschland und Europa erleben gerade eine bislang ungekannte Inflation. Die Inflationsrate auf Rekordniveau trifft alle – auch Ihren Geldbeutel. Was Inflation genau bedeutet und wie Sie Ihr Geld davor schützen können: 5 wichtige Fakten zum Thema.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Inflation bedeutet, dass der Wert Ihres Geldes abnimmt.
  • Das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent.
  • Die Inflationsrate lag im Oktober 2022 nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts bei 10,4 Prozent.
  • Um sich vor der Inflation zu schützen, sollten Sie ihr Geld in eine Geldanlage mit Renditechancen investieren.

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100 Euro sind 100 Euro – an dieser Aussage lässt sich zunächst nicht rütteln. Welche Waren oder Dienstleistungen Sie mit diesen 100 Euro kaufen können, ändert sich mit der Zeit allerdings. Denn durch teurere Waren und Güter nimmt der Wert Ihres Geldes möglicherweise ab. Der Fachbegriff für diese Form der Wertminderung: Inflation.

Die 5 wichtigsten Fakten zum Thema:

1. Die Inflationsrate steigt aktuell an

Mit dem Begriff Inflation verbinden die meisten Menschen steigende Preise. Tatsächlich ist die Inflationsrate (auch Teuerungsrate), also das Tempo der Preissteigerungen, in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen – sie lag nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts im Oktober 2022 bei 10,4 Prozent.

Im Jahr 2020 lag die Rate noch deutlich niedriger – bei 0,5 Prozent, dem niedrigsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Bedingt war dies vor allem durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. So trug zum Beispiel die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer zu der niedrigen Jahresteuerungsrate bei – besonders im zweiten Halbjahr 2020.

Grundsätzlich gilt eine Inflationsrate von unter zwei Prozent als kein guter Zustand. Sie passt nach Ansicht vieler Expertinnen und Experten nicht zu einem gesunden Wirtschaftswachstum. Deswegen hat die EZB mit niedrigen Zinsen versucht, die Inflation anzufachen.

Die aktuell hohe Inflationsrate halten Expertinnen und Experten mehrheitlich für temporär. Längerfristig erwarten sie eine Rate, die wieder deutlich näher an der EZB-Vorgabe von zwei Prozent liegt.  

2. Eine stabile Preisentwicklung sorgt für Planungssicherheit

Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich stabile Preise. Ob für Lebensmittel, Heizöl oder Baumaterialien – wer die Preise kennt, kann finanziell gut planen. Gerade bei Bauvorhaben oder anderen finanziellen Großprojekten können plötzlich steigende Preise schnell zu bösen Überraschungen führen.

Ein Auge auf die Inflation hat die EZB. Sie gibt als Ziel eine Inflationsrate von rund zwei Prozent vor. Der Grund: Eine Teuerungsrate in der Nähe von zwei Prozent gilt als passend für ein stabiles wirtschaftliches Wachstum. So werden Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen dazu ermutigt, Anschaffungen und Investitionen zeitnah zu tätigen, statt sie aufzuschieben. Gleichzeitig steht die vergleichsweise moderate Inflation für eine stabile, sprich vorhersagbare Preisentwicklung.

3. Inflation vernichtet Kaufkraft

Für den täglichen Einkauf oder bei der Hausbauplanung sind stabile Preise wünschenswert. Zum Problem wird die Stabilität allerdings, wenn es um Geldanlagen geht. Denn die sollen ja im Wert steigen und nicht stagnieren oder gar sinken. Auch wenn zwei Prozent weniger Kaufkraft in einem Jahr nicht unbedingt viel ausmacht – über einen Zeitraum von 10 oder 20 Jahren gerechnet fällt der Unterschied schon deutlicher aus.

Anschaulich wird das in einer Beispielrechnung. Diese zeigt, wie sich die Kaufkraft von 100 Euro bei einer jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent entwickelt:

Jahr Kaufkraft Jahresbeginn Inflationsrate Kaufkraft Jahresende
2021 100,00 Euro 2,0 Prozent 98,00 Euro
2022 98,00 Euro 2,0 Prozent 96,04 Euro
2023 96,04 Euro 2,0 Prozent 94,12 Euro
2024 94,12 Euro 2,0 Prozent 92,24 Euro
2025 92,24 Euro 2,0 Prozent 90,39 Euro
2026 90,39 Euro 2,0 Prozent 88,58 Euro
2027 88,58 Euro 2,0 Prozent 86,81 Euro
2028 86,81 Euro 2,0 Prozent 85,08 Euro
2029 85,08 Euro 2,0 Prozent 83,37 Euro
2030 83,37 Euro 2,0 Prozent 81,71 Euro
2031 81,71 Euro 2,0 Prozent 80,07 Euro

Das Rechenbeispiel zeigt: Real haben 100 Euro in elf Jahren knapp ein Fünftel an Kaufkraft verloren. Wenn auch schleichend, sorgt die Inflation dafür, dass 100 Euro nach 10 Jahren deutlich weniger wert sind. 

4. Wer auf Festgeld oder Tagesgeld setzt, tappt in die Realzinsfalle

Eine zusätzliche Schwierigkeit für Sparerinnen und Sparer ist die sogenannte Realzinsfalle. Diese ist besonders bei der aktuell hohen Inflation ein Problem. Denn Anlegerinnen und Anleger bekommen auf viele Anlageprodukte derzeit noch sehr niedrige Zinsen.

Selbst wenn Ihr Geld auf dem Konto möglicherweise wieder Zinsen abwirft, wird der Zinsgewinn doch zumeist durch die hohe Inflation wieder aufgefressen: Der – nominale – Wertzuwachs in Zahlen auf dem Kontoauszug gilt nichts in der Realität, wo die Teuerung zuschlägt. Die Realzinsfalle ist Gift für Ihre Finanzen: Wenn Sie im Moment auf Tages- oder Festgeldkonten setzen, verlieren Sie Geld.

Leeres Portemonnaie

5. Es ist möglich, der Inflation entgegenzuwirken

Geld auf Sparbuch, Tages- oder Festgeldkonto zu parken, ist vor dem Hintergrund von hoher Inflationsrate und aktuellem Niedrigzinsumfeld keine sinnvolle Option. Eine gute Möglichkeit, der Inflation entgegenzuwirken: Investieren Sie Ihr Geld mit Chance auf Rendite. Welche Geldanlage genau zu Ihnen passt, hängt von Ihrer finanziellen Situation, Ihren Lebensumständen und Ihren Sparzielen ab.

Eine Möglichkeit zur Geldanlage ist der Kauf einer Immobilie. Diese können Sie als Kapitalanlage verwenden und vermieten. Zwar sind die Immobilienpreise vielerorts bereits recht hoch – mithilfe einer guten Beratung könnten Sie dennoch nach ein paar Jahren auf eine Rendite kommen, die höher liegt als die Inflationsrate – dank der zusätzlichen Mieteinnahmen und einer Wertsteigerung der Immobilie. Oder Sie können die Immobilie selbst bewohnen. So investieren Sie gleichzeitig in Ihre Altersvorsorge

Übrigens: Wenn Sie die Immobilie über einen Kredit finanziert haben, kann sich eine höhere Inflationsrate positiv auswirken. Der Grund: Ist Geld weniger wert, sinkt die reale Schuldenlast.

Mit Fonds gegen Inflation und Realzinsfalle

Eine weitere Möglichkeit, Geld anzulegen, ist die Investition in Wertpapiere. Besonders attraktiv sind Aktienfonds. Diese streuen das Risiko breit und bieten eine gute Renditeerwartung. Aktienfonds eignen sich besonders gut für Anfängerinnen und Anfänger. 

Wichtig zu wissen: Sie sollten immer über einen langen Zeitraum investieren. Aktienfonds unterliegen konjunkturell bedingten Schwankungen, die Sie über einen längeren Anlagezeitraum von 10 oder 20 Jahren besser ausgleichen können. Außerdem profitieren Sie so noch stärker vom Zinseszinseffekt. So schützen Sie Ihr Geld nicht nur vor Inflation – sondern machen nebenbei noch zusätzlich Rendite.  

(Stand: 31. Oktober 2022)

Häufige Fragen und Antworten

Im Oktober 2022 lag die Inflationsrate nach Schätzungen des Statistisches Bundesamt in Deutschland bei 10,4 Prozent  – im Vergleich also hoch. In 2020 hingegen war die Rate niedrig – sie lag bei 0,5 Prozent. Ein Grund dafür war die Corona bedingte Senkung der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020. Grundsätzlich hält die EZB aber eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent für ein angemessenes Ziel.

Stellen Sie sich einen typischen Einkaufswagen vor: Brot, Milch, Käse, etwas Fleisch und eine Flasche Wein. Nun schreiben Sie sich bei jedem Einkauf auf, was diese Waren einzeln kosten. So können Sie einfach erkennen, wie sehr die Preise steigen oder sinken.

Ähnlich misst das Statistische Bundesamt jeden Monat die Preissteigerung im Land. In einem imaginären Warenkorb liegen hier die Produkte, die ein deutscher Durchschnittshaushalt benötigt. Dazu zählen vor allem Wasser, Gas und Nahrungsmittel, aber auch Ausgaben für Wohnung, Gesundheit und Freizeit. Addiert ergibt sich daraus der sogenannte Verbraucherpreisindex. Auf dessen Basis wird dann die Inflationsrate errechnet.

Für steigende Verbraucherpreise gibt es verschiedene Ursachen. Zum Beispiel eine Nachfrage, die größer ist als das Angebot. Oder Kosten, die sich für Unternehmen verändern, wenn zum Beispiel Rohstoffe teurer werden oder Löhne steigen. Um weiterhin Gewinne zu machen, geben die Unternehmen erhöhte Kosten an Verbraucherinnen und Verbraucher weiter.

Auch wenn die Zentralbanken die Geldmenge erhöhen, indem sie einem Staat mehr Geld zukommen lassen, steigt die Inflationsrate. Denn: Wo es mehr Geld gibt, kann auch mehr Geld ausgegeben werden. Die Nachfrage steigt, und damit steigen auch die Preise.

Eine gute Möglichkeit, der Inflation entgegenzuwirken, ist die Investition in eine renditeträchtige Geldanlage. Statt Geld auf dem Sparbuch zu parken oder zu einem niedrigen Zinssatz auf Tages- oder Festgeldkonto zu legen, lohnt zum Beispiel die Anlage in Aktienfonds. Aufgrund der Renditechancen sind Aktienfonds besonders über einen langen Anlagezeitraum besser in der Lage, den inflationären Werteverlust des Geldes auszugleichen – und nebenbei noch Gewinne einzufahren.  

Vorteile hat eine Inflation zum Beispiel für Immobilienbesitzerinnen und -besitzer, die ihren Immobilienkauf über einen Kredit finanziert haben. Der Grund: Wenn Geld im Laufe der Zeit immer weniger wert ist, sinkt auch die Last der aufgenommenen Schulden. 

Negativ betroffen von Inflation sind besonders Sparerinnen und Sparer, die ihr Geld auf niedrigverzinsten Tages- oder Festgeldkonten liegen haben. Ist die Inflation hoch, die Zinsen aber niedrig, trifft das den Geldbeutel besonders hart.

Eine zu starke Inflationsrate hat verschiedene Folgen für die Wirtschaft: Zum einen können sich Verbraucherinnern und Verbraucher aufgrund der Preissteigerung weniger für ihr Geld kaufen. Zum anderen ist eine hohe Inflation auch für Unternehmen ein Problem. Wird die Nachfrage aufgrund steigender Preise weniger, müssen Unternehmen die Preise erhöhen, um ihre Kosten zu decken. Auch investieren sie weniger –das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich.

Inflation herrscht, wenn die Preise für Waren und Dienstleistungen langfristig steigen. Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen dann weniger für ihr Geld. Sinken dagegen die Preise für Waren und Dienstleistungen langfristig, herrscht Deflation – und der Wert des Geldes steigt.


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