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Eine ältere Frau im Supermarkt, die Lebensmittel aus einem Kühlschrank herausholt.

Inflation: Was sie ist, wie sie berechnet wird und was Sparer tun können

Steigende Preise
Alles wird teurer. Sagt das Gefühl. Doch wie stark die Preise wirklich steigen, beschreibt die Inflation. Sie sorgt dafür, dass Geld an Wert verliert. Wie Inflation entsteht, wie sie berechnet wird und wie Sie Ihr Erspartes davor schützen können.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Bei einer Inflation verliert Ihr Geld an Wert. Das bedeutet: Sie können für die gleiche Menge Geld weniger Produkte oder Dienstleistungen kaufen als zuvor.

  • Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent an.

  • Damit Ihr Geld an Wert zulegt, muss die Rendite Ihrer Geldanlage höher sein als die Inflationsrate.

Was ist Inflation? Definition und kurze Beispiele

Vom Brot beim Bäcker bis zum Benzin an der Tankstelle: in einer Marktwirtschaft verändern sich Preise ständig. Manchmal betrifft das nur einzelne Produkte. Doch wenn die Preise für viele Waren und Dienstleistungen gleichzeitig steigen, nennt sich die Steigerung Inflation.

Ein einfaches Beispiel: Angenommen, Sie kaufen jede Woche für 50 Euro ein. Heute füllen Sie damit Ihren Einkaufskorb. Bei einer Inflationsrate von 5 Prozent bekommen Sie ein Jahr später für dieselben 50 Euro weniger Produkte – nämlich nur noch Waren im Wert von etwa 47,50 Euro nach heutigem Stand. Ihr Geld hat also an Kaufkraft verloren, weil das allgemeine Preisniveau gestiegen ist.

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Tipps für die Inflation

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Wie entsteht Inflation?

Inflation kann verschiedene Ursachen haben:

  1. Angebotsinflation

    Wenn die Produktionskosten steigen, geben Unternehmen diese Kosten an die Kunden und Kundinnen weiter. Ein Beispiel: Steigen die Strompreise, wird es für den Bäcker teurer, Brot zu backen. Will der Bäcker nicht auf Gewinn verzichten, muss der Brotpreis steigen. Da viele Produkte voneinander abhängig sind, kann der Preisanstieg bei einem Produkt (wie Strom) viele andere Produkte mitziehen.

  2. Nachfrageinflation

    Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigen die Preise. Beispiel: Wenn plötzlich alle mehr Strom verbrauchen (etwa durch mehr E-Autos und Wärmepumpen), aber die Stromanbieter nicht schnell genug mehr Strom produzieren können, erhöhen sie die Preise.

  3. Importierte Inflation

    Was in anderen Ländern passiert, betrifft auch uns. Steigt weltweit der Preis für Produkte, die Deutschland aus dem Ausland importieren muss wie beispielsweise Öl, zahlen die Menschen in Deutschland mehr für Benzin und Heizöl.

  4. Geldpolitik der Zentralbanken

    Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) mehr Geld in Umlauf bringt – etwa durch den Kauf von Staatsanleihen – steht mehr Geld zur Verfügung. Mehr Geld kann die Nachfrage ankurbeln, was wiederum die Preise nach oben treiben kann, wenn die Produktion nicht mitwächst.

Darum strebt die EZB eine Inflation von 2 Prozent an

Eine hohe Inflation lässt den Wert von Vermögen schnell dahinschmelzen. Sie macht auch die Planung langfristiger Vorhaben wie Bauprojekte kompliziert. Fallende Preise (Deflation) hingegen sind schlecht für die Wirtschaft. Wer weiß, dass nächstes Jahr etwas günstiger sein wird, kauft es mitunter nicht schon heute. Das gilt vor allem für größere Anschaffungen wie ein neues Auto. Einmal gemachte Schulden würden zudem im Laufe der Jahre immer schwerer wiegen.

Das Ziel von 2 Prozent hat die EZB von der Bundesbank übernommen. Nach Einschätzung der Zentralbänker und -bänkerinnen ist hier der Anreiz zu investieren, zu konsumieren und zu sparen am besten austariert, sodass die Wirtschaft solide wächst, Schulden allmählich entwertet werden, aber Vermögenswerte nicht zu schnell an Wert verlieren.

Um das Ziel zu erreichen, nutzt sie den Leitzins und weitere Instrumente der Geldpolitik. Dazu gehört auch die Steuerung der Geldmenge.

Unterschied: Nominale vs. reale Werte

Wer über den Wert des Geldes spricht, muss zwischen nominalen und realen Werten unterscheiden:

Nominaler Wert: Das ist der Betrag, der auf Ihrem Kontoauszug steht – also die reine Zahl. Wenn Sie 10.000 Euro auf dem Konto haben, ist das der nominale Wert.

Realer Wert: Das ist die tatsächliche Kaufkraft Ihres Geldes. Die 10.000 Euro sind real weniger wert, wenn durch Inflation die Preise gestiegen sind. Angenommen, die Inflationsrate liegt bei 3 Prozent pro Jahr. Dann haben Ihre 10.000 Euro nach einem Jahr nur noch eine Kaufkraft von etwa 9.700 Euro – obwohl nominal immer noch 10.000 Euro auf Ihrem Konto stehen.

Für Ihre Geldanlage bedeutet das: Eine Rendite von 2 Prozent klingt erst einmal gut. Liegt die Inflation aber bei 3 Prozent, verlieren Sie real trotzdem Geld – nämlich 1 Prozent Kaufkraft pro Jahr.

Wie wird die Inflationsrate berechnet?

Woher wissen wir eigentlich, wie hoch die Inflation ist? Die Antwort: Das Statistische Bundesamt misst jeden Monat die Preisentwicklung in Deutschland von allen gekauften Waren und Dienstleistungen. Es vergleicht dann ähnlich wie Sie es mit Ihren Kassenzetteln machen könnten, wenn Sie immer dasselbe einkaufen würden.

Verbraucherpreisindex (VPI) & Warenkorb

Das wichtigste Messinstrument ist der Verbraucherpreisindex (VPI). Dabei nutzt das Statistische Bundesamt einen imaginären "Warenkorb", der die typischen Ausgaben eines durchschnittlichen deutschen Haushalts abbildet.

In diesem Warenkorb liegen zum Beispiel:

        Nahrungsmittel und Getränke

        Wohnung, Wasser, Strom und Gas

        Verkehr (Benzin, öffentliche Verkehrsmittel, Auto)

        Gesundheit

        Freizeit und Kultur

        Kleidung

Wichtig dabei: Nicht alle Produkte zählen gleich viel. Haushalte geben mehr Geld für Miete und Energie aus als für Schuhe, deshalb werden diese Posten im Warenkorb stärker gewichtet.

Beispiele aus dem Warenkorb zur Inflationsberechnung

So machen Nahrungsmittel 11,9 Prozent des Warenkorbes aus. Verdoppeln sich beispielsweise die Preise für Nahrungsmittel in einem Jahr, während alle anderen Preise unverändert bleiben (ein sehr fiktives Beispiel), läge die Inflationsrate für das Jahr insgesamt bei 1,19 Prozent. Verdoppeln sich hingegen nur die Preise für Schuhe und Kleidung, wäre der Effekt auf die gesamte Inflationsrate niedriger, da sie einen geringeren Anteil am Warenkorb ausmachen. Die Annahme ist also, dass die Menschen im Jahr weniger für Kleidung ausgeben als für Lebensmittel.

Jeden Monat wird dieser Warenkorb neu "eingekauft" und der Gesamtpreis mit dem Vorjahresmonat verglichen. Die prozentuale Veränderung ist die Inflationsrate.

Wichtig zu beachten: Die Warenkorb-Zusammensetzung entspricht in etwa dem Durchschnitt der deutschen Haushalte. Selbstverständlich kaufen alle Menschen unterschiedlich ein, sodass die persönliche Inflation vom statistischen Wert abweichen kann. Zudem fließen Dienstleistungen ohne Preis nicht mit ein. Das betrifft viele digitale Dienstleistungen wie kostenlose Websites und Spiele.

Beispielrechnung: So rechnen Sie die Rate aus

So wird die Inflationsrate konkret berechnet:

Schritt 1: Der Warenkorb kostet im Januar 2024 genau 1.000 Euro.

Schritt 2: Im Januar 2025 kostet derselbe Warenkorb 1.030 Euro.

Schritt 3: Berechnung: (1.030 – 1.000) ÷ 1.000 × 100 = 3 Prozent

Ergebnis: Die Inflationsrate beträgt 3 Prozent.

Das bedeutet: Für alles, was im Januar 2024 noch 100 Euro gekostet hat, zahlen Sie im Januar 2025 durchschnittlich 103 Euro. Oder anders gesagt: Ihre 100 Euro haben nur noch eine Kaufkraft von etwa 97 Euro.

Ergänzung: Der HVPI

Neben dem VPI gibt es noch den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Er wurde von der Europäischen Union eingeführt, um die Inflation in allen Mitgliedsländern vergleichbar zu machen. Alle Länder der Eurozone berechnen ihren HVPI nach denselben Regeln, sodass das statistische Amt der EU, Eurostat, eine Gesamtinflationsrate für den Euroraum ermitteln kann.

Wenn die Inflation sinkt, werden Waren dann günstiger?

Ein häufiges Missverständnis entsteht, wenn es heißt, die Inflation sinkt oder fällt. Das heißt nicht, dass Waren und Dienstleistungen billiger werden. Sie werden nur weniger schnell teurer. Ein Beispiel hilft: Im Jahr 2023 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 5,9 Prozent. Ein Jahr später fiel sie auf 2,2 Prozent. Das heißt, dass der Warenkorb 2024 nochmals gut 2 Prozent teurer wurde.

Günstiger sind die Waren und Dienstleistungen geworden, wenn die Inflationsrate negativ ist, also kleiner als Null. Dann spricht man von Deflation, was sinkende Preise beschreibt. Das ist allerdings nur sehr selten zu beobachten.

Wird die Inflation oft überschätzt?

Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Inflation höher ist, als die offiziellen Zahlen es ausweisen. Und tatsächlich: Die gefühlte Inflation kann von der gemessenen Inflation abweichen.

Psychologische Effekte & Medien

Warum fühlt sich die Inflation manchmal höher an als der Wert aus den Nachrichten?

  1. Aufmerksamkeit für Preiserhöhungen

    Menschen bemerken es schneller, wenn Benzin, Brot oder Butter teurer werden, da sie diese Dinge regelmäßig kaufen. Aber wenn gleichzeitig Elektronik oder Kleidung günstiger wird, nehmen wir das weniger bewusst wahr.

  2. Medienberichterstattung

    In den Nachrichten werden vor allem drastische Preissteigerungen thematisiert. Das prägt unsere Wahrnehmung stärker als die nüchternen Durchschnittswerte.

  3. Individuelle Unterschiede

    Der offizielle Warenkorb bildet einen Durchschnittshaushalt ab. Ihre persönlichen Ausgaben können aber ganz anders aussehen. Wenn Sie viel Auto fahren und die Spritpreise stark steigen, trifft Sie die Inflation härter als jemanden, der hauptsächlich öffentliche Verkehrsmittel nutzt.

  4. Erinnerungsverzerrung

    Wir erinnern uns oft an niedrigere Preise aus der Vergangenheit, vergleichen aber nicht immer fair. Ein Liter Milch für 1,50 Euro erscheint teuer, wenn wir uns an 80 Cent von vor 15 Jahren erinnern. Dass in der Zwischenzeit auch die Löhne und Gehälter erheblich gestiegen sind, ist weniger präsent.

Dennoch: Die offiziellen Inflationszahlen sind das beste verfügbare Instrument, um die Preisentwicklung objektiv zu messen. Ihre persönliche Situation kann davon abweichen, aber im Durchschnitt bilden die Daten die Realität gut ab.

Wie kann ich mein Geld vor Inflation schützen?

Die gute Nachricht: Sie sind der Inflation nicht hilflos ausgeliefert. Mit der richtigen Anlagestrategie können Sie Ihr Vermögen schützen und im besten Fall sogar vermehren trotz steigender Preise.

Die Grundregel: Ihre Rendite muss höher sein als die Inflationsrate – und zwar nach Abzug von Steuern und Kosten. Nur dann wächst Ihr Vermögen real.

Kurzfristige Optionen

Für Geld, das Sie in den nächsten 1 bis 3 Jahren brauchen oder als Notgroschen vorhalten möchten:

Tagesgeld und Festgeld: Wenn die Zinsen ausreichend hoch sind, können verzinste Anlagen wie Tagesgeld und Festgeld eine gute Wahl sein. Besonders Festgeld kann attraktiv sein, wenn Sie sich für längere Zeit Garantiezinsen oberhalb der Inflationsrate sichern können.

Wichtig: Achten Sie auf die reale Rendite. Ein Festgeld mit 2 Prozent Zinsen bringt Ihnen real nichts, wenn die Inflation bei 3 Prozent liegt. Außerdem sollten Sie einen Freistellungsauftrag einreichen, damit Ihre Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben.

Tipp: Lassen Sie nicht zu viel Geld auf dem Girokonto liegen. Das ist praktisch für den Alltag, bringt aber keine Zinsen und verliert durch die Inflation an Wert.

Langfristige Optionen

Für Geld, das Sie längerfristig (5-10 Jahre oder mehr) nicht benötigen, bieten sich renditeorientierte Anlagen an:

  1. Aktienfonds und ETFs

    Aktien gelten historisch als eine der besten Möglichkeiten, der Inflation langfristig zu trotzen. Warum? Unternehmen können gestiegene Kosten oft an ihre Kundschaft weitergeben. Eine (mäßige) Inflation lässt nominell Umsatz und Gewinne steigen, was in der Regel zu höheren Aktienkursen führt.

    Mit breit gestreuten Aktienfonds oder ETFs (börsengehandelten Indexfonds) investieren Sie in viele Unternehmen gleichzeitig und verteilen damit das Risiko. Über längere Zeiträume – etwa 10 bis 15 Jahre – haben Aktienfonds in der Vergangenheit durchschnittlich deutlich höhere Renditen erzielt als die Inflationsrate.

    Wichtig: Aktienkurse schwanken. Es kann auch mal Jahre geben, in denen Ihr Depot im Minus ist. Deshalb sind Aktienfonds nur für Geld geeignet, das Sie kurzfristig nicht brauchen.

  2. Immobilien

    Immobilien sind eng verzahnt mit der Inflation, weil Wohnen einen großen Teil des Warenkorbs ausmacht und der Bau von Häusern material- und arbeitsintensiv ist.

    Sie haben zwei Möglichkeiten:

             Kapitalanlage: Sie kaufen eine Wohnung oder ein Haus und vermieten es. Die Mieteinnahmen und mögliche Wertsteigerungen können Ihnen eine Rendite oberhalb der Inflationsrate bringen. Beachten Sie aber die Kosten (Instandhaltung, Verwaltung) und dass Mieteinnahmen versteuert werden müssen.

             Selbstnutzung: Sie bewohnen die Immobilie selbst. Dann sparen Sie Miete und investieren gleichzeitig in Ihre Altersvorsorge.

    Besonderer Vorteil bei Kreditfinanzierung: Wenn Sie die Immobilie über ein Darlehen finanziert haben, kann eine höhere Inflation sogar positiv sein. Denn wenn Geld weniger wert wird, sinkt auch die reale Last Ihrer Schulden. Vorausgesetzt, Ihr Einkommen steigt in etwa so stark wie die Inflation.

    Wichtig: Immobilienpreise sind vielerorts bereits hoch. Eine gute Beratung ist entscheidend, um die richtige Lage und Immobilie zu finden. Zudem sind sie kein perfekter Inflationsschutz. Wenn die Zahl der Menschen sinkt oder deutlich langsamer steigt als die Anzahl der Wohnungen, kann der Wert von Immobilien auch langsamer steigen als die Inflationsrate insgesamt oder sogar sinken. Zudem kostet die Instandhaltung Geld.

  3. Mischstrategie

    Die meisten Expertinnen und Experten empfehlen eine Mischung verschiedener Anlagen. So kombinieren Sie Sicherheit (Tages- und Festgeld) mit Renditechancen (Aktien, Immobilien) und gleichen Schwankungen aus. Wie diese Mischung genau aussieht, hängt von Ihrem Alter, Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Zielen ab.

Wie kann man die Inflation berechnen?

Sie möchten selbst ausrechnen, wie die Inflation Ihr Erspartes beeinflusst? Das geht ganz einfach mit dieser Formel:

Realer Wert = Nominaler Betrag ÷ (1 + Inflationsrate)

Beispiel:

Sie haben 10.000 Euro auf dem Konto. Die Inflationsrate beträgt 3 Prozent pro Jahr.

Nach einem Jahr:

Realer Wert = 10.000 ÷ 1,03 = 9.709 Euro

Obwohl nominal noch 10.000 Euro auf Ihrem Konto stehen, haben diese nur noch die Kaufkraft von etwa 9.709 Euro. Sie haben real 291 Euro verloren.

Nach fünf Jahren bei gleichbleibender Inflation:

Realer Wert = 10.000 ÷ (1,03)^5 = 10.000 ÷ 1,159 = 8.628 Euro

Nach fünf Jahren hätten Ihre 10.000 Euro nur noch eine Kaufkraft von etwa 8.628 Euro. Sie würden real fast 1.400 Euro verlieren – und das, obwohl Sie das Geld "sicher" geparkt haben.

Welche Folgen hat Inflation für Sparer und Rentner?

Inflation trifft nicht alle gleich. Besonders betroffen sind zwei Gruppen:

Sparer mit niedrig verzinsten Konten

Wenn Sie Ihr Geld auf dem Girokonto oder einem niedrig verzinsten Sparkonto liegen haben, ist die Inflation Ihr größter Feind. Liegt die Inflationsrate bei 3 Prozent, Ihr Sparkonto bringt aber nur 0,5 Prozent Zinsen, verlieren Sie jedes Jahr real 2,5 Prozent Ihres Vermögens.

Über 10 Jahre können sich diese Verluste zu einem erheblichen Kaufkraftverlust summieren.

Rentner und Menschen mit geringem Einkommen

Rentner und Menschen mit niedrigen Einkommen trifft die Inflation besonders hart. Warum? Weil ein größerer Anteil ihres Einkommens für Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Wohnung und Energie draufgeht – also genau für die Dinge, die bei hoher Inflation oft am stärksten im Preis steigen.

Wenn die Rente nicht im gleichen Maße steigt wie die Preise, sinkt der Lebensstandard spürbar. Auch hier gilt: Eine clevere Geldanlage kann helfen, den Kaufkraftverlust zumindest teilweise abzufedern. Allerdings sind die Renten in Deutschland an die Lohnentwicklung gekoppelt, weshalb sie seit 2024 deutlich schneller als die Inflation gestiegen sind.

Positive Effekte für Schuldner

Auf der anderen Seite gibt es auch Gewinner der Inflation: Menschen mit Schulden – etwa durch einen Immobilienkredit. Denn wenn das Geld weniger wert wird, sinkt auch die reale Last der Schulden. Ein Kredit von 200.000 Euro fühlt sich nach einigen Jahren Inflation leichter an, weil die durchschnittlichen Gehälter und damit vermutlich auch Ihr Einkommen spürbar gestiegen sein dürften. Der Kredit lässt sich so schneller zurückzahlen. Voraussetzung ist aber, dass die Inflation nicht zu höherer Arbeitslosigkeit führt und insbesondere nicht dazu, dass Sie Ihren Job verlieren.

Sichern Sie sich gegen die Inflation ab.

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Häufige Fragen zur Inflation

  1. Eine Inflation ist ein allgemeiner Anstieg des Preisniveaus, die eine Geldentwertung zur Folge hat. Das heißt: Für die gleiche Geldmenge kann die Verbraucherin oder der Verbraucher weniger kaufen als vorher.

    Inflation entsteht, wenn die Preise für viele Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt steigen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot. Oder wenn die Produktion teurer wird, etwa durch steigende Rohstoffpreise. Auch mehr Geld im Umlauf kann dazu führen, dass die Kaufkraft sinkt und alles teurer wird.

  2. Stellen Sie sich vor, Sie würden im Supermarkt immer dasselbe einkaufen. Bei jedem Einkauf bewahren Sie den Kassenzettel auf. So können Sie einfach erkennen, wie stark die Preise steigen oder sinken.

    Ähnlich misst das Statistische Bundesamt jeden Monat die Preissteigerung im Land. In einem imaginären Warenkorb liegen dabei die Produkte, die ein deutscher Durchschnittshaushalt braucht. Dazu zählen etwa Wasser, Gas und Nahrungsmittel, aber auch Ausgaben für Wohnung, Gesundheit und Freizeit. Diese werden unterschiedlich gewichtet. Addiert ergibt sich daraus der sogenannte Verbraucherpreisindex. Die Inflationsrate ist die prozentuale Veränderung dieses Preisindex gegenüber dem Vorjahresmonat.

  3. Mit dem Verbraucherpreisindex (VPI) misst das Statistische Bundesamt in Deutschland, wie sich die Preise von Waren und Dienstleistungen verändern, die Haushalte kaufen. Nicht alle Produkte sind dabei gleich wichtig. Daher gibt es eine Gewichtung: Dinge, für die Haushalte viel Geld ausgeben, zählen stärker.

    Neben dem VPI gibt es außerdem den sogenannten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Auch diesen misst das Statistische Bundesamt für Deutschland. Der HVPI wurde von der Europäischen Union (EU) eingeführt, um Preisänderungen international vergleichbar zu machen. Er wird nach einheitlichen europäischen Richtlinien berechnet. Weil alle Länder der Eurozone ihren nationalen HVPI messen, lässt sich damit beispielsweise eine Gesamtinflationsrate für den Euroraum berechnen. Die Koordination und Veröffentlichung dieser Gesamtinflationsrate übernimmt Eurostat, das statistische Amt der EU.

    Die Ergebnisse von VPI und HVPI können voneinander abweichen. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Gewichtung unterscheidet. Es zählen also unterschiedliche Ausgabenposten stärker. Einige werden nur in einem der Indizes berücksichtigt.

  4. Eine gute Möglichkeit, der Inflation entgegenzuwirken, ist die Investition in eine renditeträchtige Geldanlage. Statt viel Geld auf dem Girokonto zu parken oder zu einem niedrigen Zinssatz auf dem Tagesgeldkonto anzulegen, haben Sie zum Beispiel bei der Anlage in Aktienfonds Chancen auf eine Rendite. Wir beraten Sie ausgewogen zu Chancen und Risiken verschiedener Geldanlagen.

  5. Um Geld gewinnbringend anzulegen, muss die Rendite – selbst unter Berücksichtigung von Steuern – über der Inflationsrate liegen. Welche Geldanlage dabei konkret für Sie geeignet ist, hängt von Ihrem Anlagetyp ab. Ihre Sparkassen-Beraterin oder Ihr Sparkassen-Berater zeigt Ihnen gern verschiedene Möglichkeiten.

  6. Vorteile hat eine Inflation zum Beispiel für Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer, die ihren Immobilienkauf über einen Kredit finanziert haben. Der Grund: Wenn Geld im Laufe der Zeit immer weniger wert ist, sinkt auch die Last der aufgenommenen Schulden. Dieser Effekt tritt aber nur ein, wenn die Inflation auch zu einem Anstieg der Löhne und Einkommen führt.

    Negativ betroffen von Inflation sind besonders Sparerinnen und Sparer, die ihr Geld auf niedrigverzinsten Giro- oder Tagesgeldkonten liegen haben. Ist die Inflation hoch, die Zinsen aber niedrig, trifft das den Geldbeutel besonders hart. Außerdem hat die Inflation einen besonders negativen Effekt für Menschen mit geringen Einkünften. Denn in Phasen erhöhter Inflation ist der Preisanstieg von Produkten und Diensten für sie oft überproportional hoch. Einem Anstieg der Lebensmittelpreise lässt sich nur schwer begegnen. Werden hingegen Konzertkarten teurer, lässt sich darauf im Zweifel leichter verzichten.

  7. Eine zu hohe Inflationsrate hat verschiedene Folgen für die Wirtschaft: Zum einen können sich Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund der Preissteigerungen weniger für ihr Geld kaufen – wenn die Gehälter und Löhne nicht mitsteigen. Zum anderen ist eine hohe Inflation auch für Unternehmen ein Problem. Wird die Nachfrage aufgrund steigender Preise weniger, können Unternehmen unter Druck geraten, ihre Preise zu erhöhen. Denn sie müssen gestiegene Kosten decken, was wiederum die Nachfrage weiter dämpfen kann. Auch investieren sie weniger und bremsen so das Wirtschaftswachstum.

    Besonders kritisch ist eine Hyperinflation, wenn die Preise nahezu täglich erhöht werden. Das führt oft zu hoher Arbeitslosigkeit.

  8. Inflation herrscht, wenn die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen. Verbraucherinnen und Verbraucher können dann für die gleiche Menge Geld weniger kaufen. Sinken dagegen die Preise für Waren und Dienstleistungen, herrscht Deflation. Das heißt, dass der Wert des Geldes steigt.

  9. Das Statistische Bundesamt misst die Inflationsraten unter anderem auf Basis des Verbraucherpreisindexes. Die durchschnittliche Inflationsrate in den vergangenen Jahren lag:

    2022 bei 6,9 Prozent

    2023 bei 5,9 Prozent

    2024 bei 2,2 Prozent

    2025 bei 2,2 Prozent

    Das Preisniveau ist in den vergangenen Jahren nicht gefallen, aber der Anstieg hat sich verlangsamt.

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