Sommerferien und Reiselust – diese neuen Regelungen müssen Sie vor und nach Reiseantritt beachten

Alle Regelungen für Urlauberinnen und Urlauber im Überblick

In vielen Ländern nehmen die Infektionszahlen wieder zu, die Delta-Variante breitet sich weltweit aus. Reisen ist deswegen immer noch möglich, allerdings gelten wieder strengere Regeln – besonders nach Reiserückkehr. Wir informieren Sie über die aktuellen Änderungen. 

Ein Paar sitzt auf einer Bank am Bahnhof

Das Wichtigste in Kürze:

  • Trotz der steigenden Inzidenzen ist Sommerurlaub noch möglich. Jedoch mit verschärften Regelungen und einer Testpflicht bei der Rückkehr nach Deutschland. Alle Reiserückkehrerinnen und Rückkehrer über zwölf Jahren müssen grundsätzlich entweder eine vollständige Impfung („Vollständiger Impfschutz“), eine Genesung oder ein negatives Testergebnis vorweisen.
  • Für Reisende, die aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückkehren, ist eine zehntägige Quarantäne verpflichtend. Diese entfällt nur für Personen, die nachweislich geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Bei Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet gilt eine 14-tätige Isolierungspflicht, die sich nicht verkürzen lässt. 
  • Welche Bestimmungen für das von Ihnen ausgewählte Reiseziel gelten, können Sie auf der Webseite des Auswärtigen Amts nachlesen.

Unterteilung in Hochrisiko- und Virusvariantengebiete

Zukünftig soll es nur noch zwei Arten von Risikogruppen bei Ländern geben: Hochrisiko- und Virusvariantengebiete. Die Bezeichnung als einfaches Risikogebiet wird abgeschafft. Da das RKI die Einordnung allerdings noch verwendet, wird der Begriff nachfolgend für die einzelnen Reiseziele benutzt. Als Hochrisikogebiet gelten Staaten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz über 200. 

Neue Bestimmungen zur Anmelde- und Testpflicht sowie Quarantäne

Trotz der steigenden Inzidenzen ist es weiterhin möglich, zu verreisen. Allerdings verschärfen sich – je nach Urlaubsregion – die Maßnahmen für Reiserückkehrerinnen und Rückkehrer. Personen ab zwölf Jahren müssen grundsätzlich entweder eine vollständige Impfung („Vollständiger Impfschutz“), eine Genesung oder ein negatives Testergebnis vorweisen. Die bisher nur für Fluggäste geltende Regel wurde nun auf Auto-, Bus- und Bahnreisende erweitert. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet müssen sich alle Personen zuvor testen lassen – auch Geimpfte.

Außerdem müssen Sie Ihre Rückkehr nach Deutschland anmelden, sollten Sie sich zuvor in einem Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet aufgehalten haben, und die Quarantänebestimmungen beachten. Wer ein (Hoch-)Risikogebiet besucht hat, ist zu einer Quarantäne von zehn Tagen verpflichtet. Sie können diese Zeit allerdings vorzeitig beenden, wenn Sie einen Genesungsbescheid, einen vollständigen Impfnachweis oder ein negatives Testergebnis vorweisen. Der Test darf frühestens fünf Tage nach der Einreise erfolgen. Bei Virusvariantengebieten erhöht sich die Absonderungszeit auf vierzehn Tage.  Diese Zeit lässt sich nicht verkürzen.  

Hohe Strafen möglich

Die Preise für den benötigten Test sind von Land zu Land unterschiedlich. So gibt es beispielsweise in Italien kostenlose Teststationen an Bahnhöfen, in Frankreich hingegen müssen Sie bei einem Antigen-Schnelltest mit 29 Euro und für einen PCR-Test mit 49 Euro rechnen. Wer sich der Regelung widersetzt, muss unter Umständen hohe Geldstrafen entrichten. Bei einem Verstoß werden die Daten an das Gesundheitsamt gesendet und je nach Bundesland eine Strafe verlangt. Dieses Bußgeld kann mehrere tausend Euro hoch sein. 

Spanien, Italien, Frankreich & Co.: Wo welche Einreisebestimmungen gelten

Wir haben für Sie die fünf beliebtesten Reiseländer der Deutschen angeschaut und die aktuellen Reiserichtlinien für Sie zusammengefasst.

Spanien

Das gesamte Land wird derzeit als Hochrisikogebiet eingestuft. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen wird daher gewarnt. Die Einreise ist allerdings dennoch möglich. Wenn Sie aus einem Risikogebiet nach Spanien einreisen, müssen Sie ein negatives PCR-, LAMP- oder TMA-Ergebnis, den Nachweis einer vollständigen Impfung oder einen Genesungsbescheid vorweisen können. Der Test darf höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein. 

Wichtig: Deutschland gilt derzeit nicht als Risikogebiet.

Reisende, die über den Luft- oder Seeweg nach Spanien gelangen, sind verpflichtet, sich vor Einreise im Spain Travel Health-Portal zu registrieren. Dies kann frühestens 48 Stunden vorher geschehen. Bei Ankunft findet eine Gesundheitskontrolle in Form einer Temperaturmessung statt und die Unterlagen werden überprüft.

Beschränkungen im Land: Die Beschränkungen in den autonomen Regionen sind je nach Infektionsgeschehen unterschiedlich. In Madrid beispielsweise wurde die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben, in Valencia gilt sie weiterhin von 1 bis 6 Uhr – ebenso in Katalonien. Auch die Anzahl an Personen, die sich in geschlossenen Räumen sowie im Freien treffen dürfen, ist beschränkt. Welche Bestimmungen in welcher Region gelten, können Sie auf der Website des spanischen Gesundheitsministeriums nachlesen. 

Italien

Italien wird derzeit nicht als Risikogebiet eingestuft. Allerdings raten die Behörden aufgrund der starken Unwetter in der Lombardei derzeit von Reisen besonders rund um den Comer See ab.

Auch in Italien müssen Sie Ihre Einreise vorher anmelden. Außerdem wird verlangt, ein negatives Testergebnis, einen vollständigen Impfnachweis, der mindestens 14 Tage alt ist, oder einen Genesungsbescheid vorzulegen. Reisende ohne Nachweis sind dazu verpflichtet, sich zehn Tage zu isolieren und im Anschluss einen Test durchzuführen.

Beschränkungen im Land: Es gilt weiterhin der Notstand. Die Regionen sind je nach epidemiologischer Lage in vier verschiedene Kategorien unterteilt – weiß, gelb, orange und rot. Je nach Klassifizierung gelten neue Verordnungen. So können Sie das Infektionsgeschehen und die Einschränkungen vor Ort auf einen Blick einordnen. 

Frankreich

Vor Reisen nach Frankreich wird derzeit abgeraten. Das Land gilt als einfaches Risikogebiet. Wer dennoch einreisen möchte, muss einen höchstens 72 Stunden vor Reisebeginn vorgenommenen negativen PCR-Test vorweisen können. Gleichwertig sind der Nachweis einer vollständigen Impfung oder ein Genesungsbescheid. Zudem müssen Sie eine Erklärung zur Symptomfreiheit abgeben, egal ob Sie über den Luft-, Land- oder Seeweg einreisen. Eine Ausnahme von der Testpflicht wird gemacht, wenn Sie über den Landweg einreisen, sich nicht länger als 24 Stunden im Land aufhalten und sich in einem Umkreis von höchstens 30 Kilometern um Ihren eigenen Wohnort bewegen.

Beschränkungen im Land: Die im Festland geltende nächtliche Ausgangssperre wurde aufgehoben. In den Überseegebieten Martinique (21 bis 5 Uhr) und La Réunion (23 bis 5 Uhr) gilt sie weiterhin. Gastronomie im Außenbereich, Geschäfte, Museen, Konzertsäle und Ähnliches sind mit Einschränkungen geöffnet. Die Maskenpflicht im Freien ist entfallen, gilt allerdings bei größeren Menschenansammlungen wie beispielsweise in Warteschlangen oder auf Märkten weiter. 

Griechenland

Seit Mitte Juli gilt das Land wieder als Risikogebiet. Personen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise ein negatives Testergebnis vorweisen. Diese Pflicht entfällt, wenn ein Nachweis zur vollständigen Impfung oder ein Genesungsbescheid erbracht werden kann. Bei Ankunft wird in Einzelfällen ein kostenloser und verpflichtender COVID-19-Schnelltest durchgeführt. Sollte dieser positiv sein, wird eine zehntägige Quarantäne an einem von den zuständigen Behörden festgelegten Aufenthaltsort angeordnet. Vor der Einreise müssen Sie Ihren Aufenthalt in Griechenland zudem anmelden. Das Online-Formular dazu finden Sie hier.

Beschränkungen im Land: Beschränkungen betreffen unter anderem Kapazitätsbegrenzungen in Geschäften und Museen. Außerdem besteht die generelle Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und auch auf belebten Plätzen im Freien weiterhin. Verstöße werden mit einem Bußgeld in Höhe von 300 Euro geahndet. 

Österreich

Österreich gilt nicht mehr als Risikogebiet. Bei der Einreise müssen Sie einen „Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr“ einreichen. Dazu zählen ein negatives Testergebnis, ein Impfnachweis, ein Genesungsbescheid oder ein Antikörpertest, der maximal 90 Tage alt ist. Sollten Sie keinen Nachweis erbringen, ist vor der Einreise ein elektronisches Registrieren notwendig. Außerdem sind Sie verpflichtet, spätestens 24 Stunden nach Einreise einen COVID-19-Test auf eigene Kosten nachzuholen.

Beschränkungen im Land: Einschränkungen bei der Größe von Gruppen sind entfallen. Gaststätten haben allerdings nur begrenzte Kapazitäten.



Flexibilität steht im Fokus

Die Lage kann sich überall schnell verändern. Daher empfiehlt es sich, regelmäßig die aktuellen Nachrichten und Entwicklungen zu verfolgen. Im Falle einer Stornierung erhalten Sie nicht immer das Geld zurück. Daher sollten Sie über eine Reiserücktrittsversicherung nachdenken. 

(Stand: 03.08.2021)


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