Ein junger Mann sitzt barfuß auf dem Dach eines Hausboots, auf einem von grünen Laubbäumen umgebenen See, und schaut auf seinen Laptop.

Checkliste für den Umzug ins Ausland

Die besten Tipps zum Auswandern
Über 1.2 Millionen Menschen sind 2022 aus Deutschland ausgewandert. Denken Sie auch über diesen Schritt nach? Was Sie beachten sollten, damit Ihr Traum wahr werden kann.

Bieten sich international bessere Karrierechancen? Oder soll der Neuanfang im Ausland mehr Sinn in den Alltag bringen? Vielleicht zieht Sie auch die Liebe in die Ferne? Warum auch immer Sie umziehen wollen – die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, den Traum zu verwirklichen. Beantworten Sie die folgenden Fragen für sich. Recherchieren Sie die Informationen, wenn Sie eine Antwort nicht kennen.

Weiterführende Informationen finden Sie in der Regel auf den Webseiten des Auswärtigen Amts Ihres Traumlands. Haben Sie die Möglichkeit, mit anderen zu sprechen, die in das Land ausgewandert sind? Das hilft dabei, Ihren Plan zu konkretisieren. Auch in den sozialen Medien finden Sie entsprechende Kontakte. Zum Beispiel gibt es auf Facebook Gruppen, die sich dem Auswandern widmen. Professionelle Hilfe vor Ort bekommen Sie von Relocation-Services. Diese Unternehmen beraten rund ums Thema Umzug ins Ausland.

Checkliste: Was müssen Sie beim Umzug ins Ausland planen?

Was kostet Sie ein Neuanfang im Ausland?

Die Kosten für einen Neuanfang im Ausland hängen einerseits von Ihren Antworten auf die obigen Fragen ab. Besonders gering sind sie tendenziell, wenn Sie in einem Beruf arbeiten, der von Ihrem Wohnort unabhängig ist. Digitale Nomaden brauchen in der Regel vor allem einen Internetanschluss. Andererseits sind die Kosten fürs Auswandern eine Frage Ihres Lebensstils. Während die Villa am Strand eines beliebten Touristenorts finanziell ordentlich zu Buche schlägt, kann ein Neuanfang auf einem abgelegenen Hof in Frankreich sogar Kosten sparen.

Erfahrungsbericht von Regine Rompa: „Wir sind auf einen Hof in der Bretagne ausgewandert.“

Es ist einige Jahre her, dass mein Freund Anton und ich zum ersten Mal die Tür zu unserem Hof in der Bretagne aufgeschlossen haben – und damit zu unserem neuen Leben als Auswanderer und Selbstversorger!

Junges Paar vor einem alten Bauernhof mit Reetdach in der Bretagne. Um sie herum sind Hunde und Hühner.

Wir waren furchtbar aufgeregt! Kein Wunder, denn ein bisschen naiv war unser Selbstversorgerplan schon. Wir haben vorher in Berlin gewohnt und keine Ahnung von Landleben. Anton ist Software-Entwickler, ich bin Redakteurin. Unser Wissen über Landwirtschaft war also eher schlicht. Wir konnten nicht einmal Französisch. Doch wir wollten gern nachhaltiger leben. Und dieser Plan erschien uns dafür sinnvoll, zumindest wollten wir ihm eine Chance geben. Als wir mehr zufällig den wunderschönen reetgedeckten Hof in der Bretagne entdeckt haben, wurde es konkreter. Er hat samt seinen 13.000 Quadratmetern Land weniger gekostet als eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung in Berlin. Mit einem Kredit konnten wir das stemmen. Und haben einfach losgelegt, an unserem Plan zu arbeiten.

Mittlerweile haben wir in der Bretagne gute Freunde gefunden. Wir haben auf unserem Land ein offizielles Wildtierschutzgebiet gegründet, halten Hühner und genießen die viele Natur. Letztes Jahr konnten wir uns von Juni bis Oktober mit Essen selbstversorgen. Und wir haben Französisch gelernt. Klar, machen wir immer noch viele Fehler und haben starke Akzente, aber wir können uns verständigen. Weil wir dennoch etwas Geld brauchen (zum Beispiel für den Hofkredit, Altersvorsorge und Versicherungen), arbeite ich noch etwa drei bis vier Stunden am Tag am Computer. Ich schreibe Artikel für Kunden in Deutschland. Und ich habe für den Rowohlt Verlag ein Buch geschrieben. Es soll anderen Menschen Mut machen, die auch von einem einfacheren Leben näher an der Natur und mit mehr Zeit träumen. „Unser Hof in der Bretagne“  enthält viele Beispiele von anderen Menschen, die ausgewandert sind. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Keiner bereut es!

Draufsicht auf eine Schüssel mit selbst angebautem Gemüse auf einer verwitterten Holzbank

Was uns das Auswandern gekostet hat? Die Frage hört sich für mich fast schon fremd an, wie aus einem anderen Leben. Denn dadurch dass wir hier viel einfacher leben, hat Geld einen geringeren Stellenwert bekommen. Wir haben unsere Kosten extrem reduziert. Nicht nur durchs Selbstversorgen, sondern auch weil es keine Cafés, Shops oder kostenpflichtigen Freizeitaktivitäten in der Nähe gibt. In unserer Freizeit gehen wir mit Freunden wandern oder mountainbiken, schwimmen im Meer oder veranstalten einen Spieleabend. Auch die Rate für den Hofkredit ist pro Monat viel geringer, als es unsere Wohnkosten in Berlin waren. Klar, haben wir einmalig ein paar hundert Euro für ein Umzugsunternehmen bezahlt, das uns einzelne Möbel aus Berlin in die Bretagne gebracht hat. Ansonsten müssen wir den Begriff „Kosten“ aber weiter fassen, um überhaupt in Bezug auf unseren Neuanfang davon sprechen zu können.

Die schwerwiegendsten Kosten sind aus meiner heutigen Sicht, dass ich meine Familie und meine Freunde in Deutschland seltener sehe. Und man könnte argumentieren, dass ich meine Chancen auf eine Karriere eingeschränkt habe. Denn eine Karriereleiter wie in der Stadt gibt es so abgelegen auf dem Land nicht. Außer Anton und mir wohnt in unserem „Dorf“ nur noch eine weitere Frau ganzjährig. Und sie hat nicht vor, jemanden beruflich anzustellen. Persönlich stört es mich aber nicht, dass mir die Leiter für eine Karriere fehlt. Denn dafür ist auch das Hamsterrad weggefallen.

Träumen Sie auch vom Auswandern ins Ausland? Dann würde ich Ihnen die Frage gern umgekehrt stellen: Was kostet es Sie, wenn Sie NICHT auswandern?

Buchtipp: Regine Rompa: Unser Hof in der Bretagne . Neuanfang zwischen Beeten, Bienen und Bretonen. Rowohlt Verlag, 2019.

Es geht los? Das sollten Sie bei einer Spedition ins Ausland beachten

Fordern Sie so früh wie möglich Kostenvoranschläge an, um ein günstiges Angebot für ein Umzugsunternehmen zu finden. Dabei sollte aber nicht nur der Preis eine Rolle spielen, sondern auch Erfahrung, Leistungen und Referenzen des Unternehmens. Das Angebot vieler Speditionen reicht vom Verladen und Transport bis hin zu einem sogenannten Relocation-Service. Er beinhaltet alles: vom Auslandsumzug über das Beschaffen einer Wohnung, Beratung in sprachlichen und kulturellen Fragen bis hin zu der bürokratischen Abwicklung. Die Umzugskosten lassen sich angesichts dieser Bandbreite nicht pauschal berechnen. Außerdem spielen neben der Spedition auch das Zielland und gegebenenfalls dessen Zollgebühren eine entscheidende Rolle. Und natürlich die Frage, ob und – wenn ja – wie viele Möbel Sie überhaupt in die neue Heimat mitnehmen möchten.

Übrigens: Weitere Informationen rund um kleine und große Umzüge finden Sie in unserem Umzugs-Checker.

Wie finanzieren Sie den Umzug ins Ausland?

Oft reicht das Ersparte nicht, um die Kosten für das Auswandern zu decken. Vor allem natürlich, wenn Sie im Ausland eine Immobilie kaufen möchten. Dann kann ein Kredit bei der Finanzierung helfen. Vorausgesetzt, das neue Einkommen deckt mehr als die Lebenshaltungskosten – und die Tilgung stellt keine Belastung dar.

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