Jobwechsel zu Coronazeiten – wenn die Pandemie zu einem Neuanfang zwingt

5 Tipps für Umschulung, Weiterbildung & Jobstart

Durch die Krise hat sich die Arbeitswelt verändert. Etliche Branchen stehen still, viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in Kurzarbeit und einige haben ihre Jobs verloren. Wir erklären Ihnen, wie Sie am besten wieder auf die Füße kommen, sich im neuen Job zurechtfinden oder – im Falle einer Kündigung – eventuell wehren können. 

Frau arbeitet in Schreinerwerkstatt

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sie sind nicht allein – die Arbeitslosenquote lag laut dem Statistischen Bundesamt im Januar 2021 bei 6,3 Prozent, 1,4 Prozent höher als noch im Dezember 2019.
  • Die Krise kann neue Türen öffnen. Aktuell werden mehr Quereinsteiger eingestellt.
  • Viele Branchen suchen derzeit händeringend nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Selbst wenn der Job nicht hundertprozentig gefällt, kann er als gute Überbrückung dienen – gleiches gilt für Weiterbildungen oder Umschulungen.
  • Die Bewerbungsprozesse sind digital(er). Machen Sie sich darauf gefasst, ein erstes Kennenlernen via Videocall oder Telefon zu führen. Auch die Einarbeitung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit online stattfinden.
  • Kündigungen, die mit Corona begründet werden, sind oft nicht rechtens. Hier sollten Sie nachforschen und sich eventuell Hilfe beim Arbeitsschutz holen. 

Zahl der Arbeitslosen steigt seit Pandemiebeginn

Laut Statistischem Bundesamt lag die Arbeitslosenquote im Januar 2021 bei 6,3 Prozent. 1,4 Prozent höher als noch im Dezember 2019. Die Pandemie sorgt dafür, dass viele Branchen wie die Hotellerie, die Gastronomie oder auch Reisebüros ihre Türen schließen und etliche Firmen Stellen abbauen müssen.

Im Herbst vergangenen Jahres gingen in Deutschland mehr als 40.000 Stellen allein bei den 30 DAX-Konzernen verloren, so die Recherchen des Handelsblatts. Der „Trend“ wird sich vermutlich in diesem Jahr fortsetzen, weil die Krise Veränderungen in den Branchen auslöst und/oder beschleunigt. Auch die Reallöhne sanken im Jahr 2020 um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Phänomen, das auf die Kurzarbeit zurückzuführen ist. 

Die Krise kann Türen öffnen

Doch auch wenn viele Berufszweige leiden und Arbeitsplätze gestrichen werden, gibt es einige Bereiche, die einen Aufschwung erleben, leere Stellen besetzen und neue digitalisierte Arbeitsweisen schaffen. Durch die Krise haben es Quereinsteiger oft leichter, einen Arbeitsplatz zu ergattern. Ihr Vorteil ist klar der Einblick in andere Fachbereiche und vielfältige Erfahrungen, die für Firmen eine Bereicherung darstellen können. Der Fachkräftemangel ist nämlich auch in Coronazeiten ein Problem. Besonders in der Pflege oder im Handwerk ist es möglich, wichtige Kenntnisse über Weiterbildungen oder Umschulungen zu erlangen, um den Beruf ausüben zu können. 

Händeringende Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Besonders sichere Berufszweige sind der Lebensmittelhandel, der öffentliche Dienst, alles rund um Medizin und Pharmazie, Bereiche der Chemiebranche und die IT. Viele Firmen schaffen neue Stellen, damit sie bestmöglich auf digitale Veränderungen vorbereitet sind. Auch im E-Commerce sind Sie in der Regel gut aufgehoben. Online-Shops haben aufgrund der Ladenschließungen deutlich mehr Arbeit. Zudem suchen bereits vor der Krise unterbesetzte Bereiche wie beispielsweise das Handwerk oder die Pflege händeringend nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch die Sparkassen-Finanzgruppe hat offene Stellen und freut sich über neue Gesichter. Hier gibt es alle Infos zur Karriere bei den Sparkassen.

Verlassen Sie sich aber nie allein auf den Fachkräftemangel und die Unterstützung der Arbeitsagentur. Engagement ist gefragt, Jobbörsen im Netz müssen durchforstet und Skills gefördert werden – beispielsweise durch das Aneignen neuer (digitaler) Fähigkeiten oder dem Auffrischen von Fremdsprachen. Von selbst fällt einem schließlich meist nichts in den Schoß. 

Bewerbung digital – so gelingt’s

Recruitingprozesse sind digitaler geworden. Online-Tools wie Zoom oder Bluejeans ersetzen Meetings vor Ort. Sie sollten sich daher darauf gefasst machen, Ihre zukünftigen Vorgesetzten erst einmal via Videokonferenz oder Telefonat kennenzulernen. Bereiten Sie sich außerdem – wie bei jedem Bewerbungsgespräch – gut vor und seien Sie offen für Veränderungen wie beispielsweise vermehrtes oder ausschließliches Homeoffice. Werfen Sie nicht sofort die Flinte ins Korn, wenn Rückmeldungen auf sich warten lassen. Nicht nur Sie, sondern auch die Firmen müssen sich noch immer auf die Situation einstellen und benötigen möglicherweise mehr Zeit, eine Entscheidung zu fällen, wenn das Kennenlernen ausschließlich digital stattfindet. 

Nicht jede Kündigung ist rechtens

Sollten Sie während der Pandemie Ihren Job verloren haben, ist in manchen Fällen die Kündigung nicht rechtens. „Coronabedingt“ können Arbeitgeber nicht kündigen, es müssen schon andere triftigere Gründe vorliegen. Verhaltens- oder personenbedingte Kündigungen lassen sich nicht leicht durchsetzen – dazu muss ein Fehlverhalten Ihrerseits vorliegen. Lediglich eine betriebsbedingte Kündigung kann rechtens sein. Eine Kündigungsschutzklage des Arbeitsschutzes kann für Klärung sorgen. 

5 Tipps für Umschulung, Weiterbildung & Jobstart

  1. Eine Umschulung muss nichts Schlechtes sein. Bewahren Sie einen kühlen Kopf und seien Sie bereit für Veränderungen. Vielleicht entdecken Sie so eine neue Leidenschaft.
  2. Achten Sie darauf, eine sichere Branche zu wählen. Möglicherweise erwartet Sie nicht Ihr Traumberuf, aber eine gute Überbrückung, aus der Sie wichtige Kenntnisse mitnehmen können.
  3. Umschulungen und Weiterbildungen können gefördert werden. Erkundigen Sie sich hierzu beim Arbeitsamt, um finanzielle Entlastung zu erhalten.
  4. Sollte Ihr neuer Job erst einmal nicht im Büro starten, versuchen Sie Fettnäpfchen zu vermeiden. Pünktlichkeit, Engagement und angemessene Kleidung sind auch im Homeoffice unabdingbar.
  5. Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten. Es ist selbstverständlich, dass nicht alles auf der Stelle funktioniert. Besonders, wenn man sich vieles allein aneignen muss. Interesse und ein offenes Zugehen auf Kolleginnen und Kollegen wird gern gesehen. 
 
(Stand 30.04.2021)

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