Ein Haus mit Geschichte

Wie ein denkmalgeschütztes Gebäude liebevoll saniert wurde

Viele Menschen träumen davon, in einem denkmalgeschützten Haus zu wohnen. Aber einige haben Angst vor unerwarteten Kosten bei der Sanierung. Doch: Wer nachhaltig und professionell vorgeht, wird lange seine Freude am neuen Zuhause in der historischen Immobilie haben.

Idyllisch liegt das „Landhaus Luise“ in seiner klassizistischen Schlichtheit am Park des alten Sommerresidenzortes Paretz. König Friedrich Wilhelm III. und seine Ehefrau, Königin Luise, hatten sich hier um 1800 ein Schloss mit Park errichten lassen. Wenig später entstand in den Niederungen der Havel auch ein Gasthof mit Stallungen. Dort logierten die Gäste des Königspaares mit ihren Bediensteten. Doch knapp zweihundert Jahre später war der Zustand dieses architektonischen Kleinods „teilweise ruinös“, sagt der heutige Besitzer Wolfgang Stich. Dennoch verliebten seine Frau und er sich in das alte denkmalschützte Ensemble.

„Wir haben uns den Zustand der Gebäude angeschaut und erkannten das große Potenzial“, erinnert er sich. Gemeinsam nahmen sie Einsicht in die Satzung zum Schutz des Denkmalbereichs Paretz und das Paretzer Skizzenbuch, in dem alle historischen Gebäude des Dorfes um 1805 dargestellt sind. „Dann beschlossen wir, uns auf das Wagnis einzulassen!“

Spannende Spurensuche ohne Stolperfallen

Traum des Ehepaars war, selbst in das alte Gebäude einzuziehen und hier wieder Gäste zu beherbergen. Wolfgang Stich ist Statiker und Sibylle Stich ist Architektin. Dennoch waren auch sie nicht vor Überraschungen gefeit. Besonders wichtig sei, sehr kritisch mit den eigenen Einschätzungen in puncto Zeitaufwand und Kosten umzugehen, sagt Stich rückblickend. „Die zu optimistische Einschätzung ist eine klassische Stolperfalle. Erst wenn man den Zustand des Objekts sehr genau geprüft hat, kann der letztendliche Aufwand genauer eingeschätzt werden“, betont er. Gerade wenn die Bausubstanz erheblich in die Jahre gekommen  sei, falle eine fachgerechte Sanierung häufig deutlich kostspieliger aus. Fäulnis in den Balken, zerbröckelnder Mörtel in den Fugen oder ein maroder Dachstuhl verursachen oft unerwartete Probleme. „Da ist qualifizierte Handwerksarbeit unerlässlich. Denn geschädigte Bauteile wie Fußböden, Treppen, Deckenbalken, Dachverbandshölzer, Mauerwerk, Putz und Anstriche müssen fachgerecht saniert werden.“ Aber auch die Forderungen des Amtes für Denkmalschutz führe häufig zu erheblichen Zusatzkosten.

Zugleich sei die Wiederinstandsetzung eines historischen Gebäudes aber eine spannende Spurensuche, schwärmt der Statiker. „Wir haben mit einer restauratorischen Untersuchung und dem Paretzer Skizzenbuch viel Ursprüngliches entdecken und erhalten können.“ In jedem Falle sei es ratsam, auch mit einem qualifizierten Restaurator zu arbeiten, empfiehlt er. „Denn er kann mit seiner Erfahrung alte Befunde feststellen und die freigelegten Gebäudespuren richtig deuten.“

Kleinod in Ocker

Es dauerte ein paar Jahre. Doch dem Ehepaar gelang es, die ursprünglichen Materialien und den Charakter des Hauses zu erhalten. Nun leben Wolfgang und Sibylle Stich inmitten von restaurierten Einrichtungsgegenständen und vielen Büchern im ersten Stock. Aus den Fenstern schauen sie durch den Schlosspark bis hin zu der alten Sommerresidenz. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Ferienwohnungen, im Ziegelgewölbe des Kellers lagert Wein. Und von außen leuchtet das Haus, das den Namen der Königin erhalten hat, wie es auch die historischen Skizzen zeigen: in hellem Ocker.

Ein Haus mit Geschichte

Früher: Vor seiner aufwändigen Sanierung war das Landhaus Luise in dem alten Residenzort Paretz zuerst ein Gasthof, nach Ende des Zweiten Weltkrieges eine Flüchtlingsunterkunft, dann eine Schule und zum Schluss ein Mietshaus.

Ein Haus mit Geschichte

Heute: Das Haupthaus und die ehemaligen Stallungen sind in ihrer klassizistischen Schlichtheit und Funktionalität wieder instandgesetzt – und ihrer einstigen Funktion als Gästelogis zugeführt. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Ferienwohnungen.

Ein Haus mit Geschichte

Stilvoll innen wie außen: Die konsequent-klassizistische Handschrift der Fassade findet sich auch in den Räumen des Hauses wieder.

Ein Haus mit Geschichte

Landhaus-Charme: Seinen Gästen bietet das Ehepaar Stich Eleganz und Komfort. Dabei spielt auch die königliche Namensgeberin des Landhauses eine Rolle – so wie hier auf einem Porträt.

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