Ein Mann zeigt seiner kleinen Tochter die neue PV-Anlage auf dem Dach.

Sonne tanken dank Photovoltaik-Förderung

Solarenergie
Die Zukunft ist grün und Sonne tanken ist eine gute Alternative. Solarenergie hilft, den Strombedarf der Menschen klimafreundlich zu decken. Wir erklären, was Photovoltaik kann, wann sie Pflicht oder eine gute Entscheidung ist und wie sie gefördert wird.

Sonnenklar: Die bürokratischen Hürden müssen abgebaut werden

Klimaneutralität und grüne Transformation sind die Herausforderungen unserer Zeit. 2030 sollen in Deutschland 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden, 2035 soll die Stromversorgung nahezu klimaneutral sein. Deshalb wird immer mehr auf Wasserstoff, Windenergie und eben auch Photovoltaik gesetzt. Mit der vom Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, im Mai 2023 vorgelegten Photovoltaik-Strategie wurden die Hürden reduziert. Beispielsweise sind jetzt

Halbe-Halbe: Gebäude und Freiflächen auf der Sonnenseite

Photovoltaik wird immer privater. Denn nahezu jeder – egal, ob Eigentümerin oder Mieter – kann sich schon jetzt entscheiden, eine Anlage auf dem Dach, an der Fassade oder doch zumindest auf dem Balkon zu installieren. Und immer mehr Menschen entscheiden sich für Solarenergie. Denn sie hilft direkt, den steigenden Strombedarf der Bewohner und Bewohnerinnen zu decken, der klimafreundlich die Wärmepumpen, Haushaltsgeräte oder Elektroautos versorgt. Schon kleine Anlagen können den Strombedarf bis zu 30 Prozent decken, größere erzeugen oft mehr Strom als man benötigt. Ziel der Bundesregierung ist es, dass ab dem Jahr 2026 die eine Hälfte aller neuen Solaranlagen auf oder an Gebäude angebracht werden. Die andere Hälfte soll auf Freiflächen wie zum Beispiel Felder entfallen. Anlagen auf Freiflächen lassen sich schneller und günstiger errichten, schon wegen der größeren Materialmengen. Pro Gigawatt (1.000.000 Kilowatt) an installierter Leistung ist der Personalaufwand am geringsten.

Der Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik

Wenn von Solaranlagen oder Photovoltaik die Rede ist, ist oft dasselbe gemeint und doch: Es gibt Unterschiede. Solaranlagen ist der große Überbegriff für Techniken, die die Energie der Sonne nutzen. Gemeint sind in der Regel diese beiden Systeme:

1.      Solarthermieanlagen erzeugen Wärme: Hier können Sonnenkollektoren für den Warmwasserbedarf und für Heizungen genutzt werden. Dabei wandeln Kollektoren die Sonnenenergie in Wärme um, wobei in schmalen Röhren Flüssigkeit erwärmt wird, die schließlich an der Heizung oder am Warmwasseranschluss ankommt.

2.      Photovoltaikanlagen erzeugen Strom. Dabei nutzen Solarpanels die Sonneneinstrahlung, um diese in elektrischen Strom umzuwandeln. Damit können Haushaltsgeräte versorgt, Wärmepumpen angetrieben oder auch E-Autos geladen werden. Der Strom, der nicht verbraucht wird, kann gespeichert oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Private Unabhängigkeit: Mit der eigenen PV-Anlage auf der Sonnenseite

Photovoltaikanlagen haben viele Vorteile: Sie können den eigenen Haushalt mit Strom versorgen und machen somit unabhängig, etwa auch von steigenden Energiepreisen. PV-Anlagen sind umweltfreundlich und energieeffizient. Und schließlich können Mieter oder Eigentümerinnen den überschüssigen Strom später verwenden oder ins Netz einspeisen und damit Geld verdienen.

Gesellschaftliche Unabhängigkeit: Im Interesse der Wirtschaft

Und nicht die Bürger und Bürgerinnen werden unabhängiger, etwa von den Energiepreisen oder der Versorgung. Auch Deutschland kann wieder unabhängiger werden.

  1. Unabhängiger von China: Die Volksrepublik dominiert weltweit den Markt – allein Deutschland importiert für den landeseigenen Bedarf von dort Photovoltaikanlagen in einem Umfang von immerhin 87 Prozent (3,1 Milliarden Euro). Nun will Deutschland wieder mehr Solarunternehmen im heimischen Land halten und hier vor Ort die Technik produzieren. Tatsächlich stieg innerhalb eines Jahres die Produktion von Solarmodulen um 44 Prozent (Stand: Oktober 2022).
  2. Unabhängiger von Russland: Als größter Gasimporteur für Deutschland hat sich durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Sanktionen alles geändert. Deutschland bezieht aktuell gar kein Gas mehr aus Russland und hat indessen Lieferverträge mit anderen Ländern wie Norwegen, Belgien oder den Niederlanden abgeschlossen. Perspektivisch soll Gas (wie auch Kohle und Öl) als fossile Energie ohnehin durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Die Energiewende kommt durch die aktuellen Umstände sehr viel schneller voran als geplant. Und Strom aus Sonnenkraft ist ein wesentlicher Teil der Energiewende. Da ist es sinnvoll, weniger Abhängigkeiten zu schaffen.

Sonnige Aussichten? Das ehrgeizige Ziel für Deutschland

Erneuerbare Energien sollen den Strom bezahlbarer machen. Solarstrom hat dabei große Bedeutung:

  • Bis 2030 soll Solarenergie 215 Gigawatt erreichen.
  • Knapp die Hälfte aller erneuerbaren Energien (142 Gigawatt) entfiel im Jahr 2022 auf die Solarenergie (66,5 Gigawatt).
  • Bis 2040 sollen es 400 Gigawatt sein.

Eine Photovoltaikanlage anschaffen: Worauf zu achten ist

Haben Sie die Anschaffungskosten im Blick, vergessen Sie nicht die Nebenkosten und laufenden Kosten in Ihre Rechnung miteinzubeziehen. Wichtig ist außerdem, wie viel Strom erzeugt werden kann – also wie viele Kilowattstunden die PV-Anlage im Jahr produziert. In Deutschland kann mit 1 Kilowatt pro Quadratmeter kalkuliert werden. Wo soll die Anlage installiert werden (beispielsweise Dach oder Fassade), wohin kann sie ausgerichtet werden (am besten nach Süden), wie stark ist die Dachneigung (30 bis 45 Grad gelten als optimal). Haben Sie dies alles berücksichtigt und die Voraussetzungen Ihres Zuhauses geprüft, empfiehlt es sich, nach Förderungen zu schauen. Möglicherweise kommt auch die Anmietung einer PV-Anlage in Betracht – diese sollten Sie ebenfalls in Ruhe durchkalkulieren, nicht immer ist sie günstiger.

Wo die Solarpflicht gilt – und wo nicht

Baden-Württemberg:

Bayern:

Berlin:

Bremen:

Hamburg:

Hessen:

Niedersachsen:

Nordrhein-Westfalen:

Rheinland-Pfalz:

Schleswig-Holstein:

Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt und Thüringen

Förderungen vor dem Kauf beantragen

Die Kosten einer PV-Anlage haben Sie nach 10, spätestens 15 Jahren wieder drin. Noch schneller geht es, wenn Sie Förderungen in Anspruch nehmen. Diese sollten Sie unbedingt vor dem Kauf beantragen.

Förderprogramme 2024
Bundesweite und regionale Förderungen

Auch nach dem überarbeiteten Bundeshaushalt 2024 und der reformierten Förderrichtlinie „Bundesförderung für effiziente Gebäude-Einzelmaßnahmen (BEG M)“ fördert der Staat den Ausbau der Photovoltaik weiterhin. Diese Förderungen sind aktuell möglich:

Bundesweit: Die KfW fördert in Deutschland die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage für Privatpersonen, aber auch für Unternehmen mit dem Kredit (270) Erneuerbare Energien – Standard  ab 5,21 Prozent (effektiver Jahreszins).

Regional: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat alle öffentlichen Förderungen der jeweiligen Bundesländer in seiner Förderdatenbank  gebündelt, beispielsweise:

  • bis zur "Förderrichtlinie Erneuerbare Energien und Speicher" (Sachsen ).

Licht und Schatten: Balkonkraftwerke werden stark bis gar nicht gefördert

Balkonkraftwerke sind seit Januar 2023 von der Mehrwertsteuer befreit – und wurden dadurch wieder preiswerter. Teilweise sind sie schon ab 400 Euro erhältlich. Dabei sind die Bedingungen und Zuschüsse durch Förderung in deutschen Städten und Gemeinden nicht einheitlich. Das wirft Licht und Schatten: So können Mieter und Mieterinnen mit Hauptwohnsitz in Schleswig-Holstein  bis zu 200 Euro Zuschuss, in  Berlin  bis zu 500 Euro Zuschuss erhalten, das Nachbarland Brandenburg verweist auf seinem Energieportal  lediglich auf die KfW-Kredite – die nur für größere PV-Anlagen gelten. Die Unterschiede zwischen den vielen regionalen Förderungen sind enorm. Förderprogramm ist nicht gleich Förderprogramm. Bundesländer, Gemeinden und Städte haben verschiedene Prioritäten. Einen ersten Überblick bietet die Förderbank des Bundes , ebenso können Sie sich an Ihren Energieversorger mit Fragen zur Förderung wenden.Solarstrom vom Balkon in die Steckdose

Solarstrom vom Balkon in die Steckdose

Mit einem Solarmodul auf dem eigenen Balkon kann jeder selbst erzeugten Strom nutzen– und damit die Stromkosten reduzieren. Der Mieter oder die Mieterin montiert das Stecker-Solargerät (auch Mini-Solaranlage, Balkonmodul, Plug-In-Solargerät genannt) an die Balkon-Brüstung und schließt es dann an die Haushaltssteckdose an. Fertig. Ein „Balkonkraftwerk“ hat in der Regel eine Leistung von bis zu 600 Watt. Zum Vergleich: Große Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugen 3.000 bis 20.000 Watt. Aber für den WLAN-Router (bis zu 12 Watt), den Computer (60 Watt), Fernseher (100 Watt) oder eine Waschmaschinenladung (bis zu 900 Watt) reicht es allemal. Das ersetzt zwar nicht völlig den erzeugten Strom des Energieversorgers, reduziert aber die Stromkosten. Mindestens 60 Prozent des Eigenbedarfs können durch Solar auf dem Balkon abgedeckt werden. Wenn der Balkon die Technik im Haushalt abdeckt, heißt es. Was kostet der Strom für den Kühlschrank? Nichts. Den macht der Balkon!

Häufige Fragen zu Photovoltaik und Solaranlagen

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Wie viel Förderung bekommt man bei einer Photovoltaikanlage?

Für PV-Anlagen werden bis zu 100 Prozent der Kosten als Förderdarlehen finanziert. Dazu zählen nicht nur die Anschaffungskosten der Solarmodule, finanziert werden auch die erforderlichen Planungen, die notwendigen Baumaßnahmen, die Installationskosten und der Anschluss an das öffentliche Stromnetz.

Ja. Nicht nur Unternehmen und öffentliche Einrichtungen werden gefördert, sondern auch Privatpersonen können Förderungen für größere und kleinere PV-Anlagen erhalten. Die Förderungen fallen jedoch regional sehr unterschiedlich  aus. Lohnen kann es sich trotzdem.

Ein Pauschalpreis lässt sich nicht nennen. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen für Leistung der PV-Anlage. Diese hängt unter anderem von ihrem Standort, ihrer Größe und ihrer Ausrichtung ab. In der Regel sind Mindest-Anschaffungskosten zwischen 7.000 und 12.000 Euro realistisch. Hinzu kommen die Netzanschlussgebühr, weitere Nebenkosten, erforderliche Umbaumaßnahmen und laufende Kosten.

Anders bei der PV-Anlage auf dem Balkon: Diese gibt es schon ab 400 Euro, je nach der Anzahl der Module können sie auch zwischen 800 und 1.200 Euro kosten.

Seit das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) voll umfänglich gilt, gibt es für Besitzer von Solaranlagen  Vereinfachungen: So entfällt für einige Anlagen die Pflicht, einen besonderen Erzeugerstromzähler installieren zu lassen. Solarmodule müssen nun nicht mehr nur aufs Dach, sondern können auch im Garten aufgestellt werden; es gibt keine Leistungsbegrenzungen mehr, Netzbetreiber müssen Anfragen in vorgegebenen Fristen beantworten und es gibt Steuerfreiheiten (bei Mehrwert- und Einkommensteuer). Jedoch: Seit Februar 2024 sind die Einspeisevergütungen um ein Prozent gesunken; ab dem 1. August 2024 wird eine weitere geringfügige Absenkung um 1 Prozent für Anlagen vorgenommen.

Um den Ausbau der erneuerbaren Energie anzukurbeln, möchte die Regierung die gesetzliche Pflicht vorgeben, solare Anlagen einzubauen. Dazu zählen sowohl Solarthermieanlagen (sie erzeugen Wärme) als auch Photovoltaikanlagen (sie erzeugen Solarstrom). Schrittweise wird die Pflicht umgesetzt bei Nichtwohngebäuden, Wohngebäuden, Parkflächen, Industrie- und Gewerbebauten. Im Koalitionsvertrag von 2022 steht, dass alle geeigneten Dachflächen künftig für die Solarstrom genutzt werden sollen. Bei privaten Neubauten soll es die Regel werden, bei gewerblichen Neubauten sogar Verpflichtung. Aktuell ist die Dynamik, das umzusetzen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich.

Baden-Württemberg:

  • seit Januar 2022 für Nichtwohngebäude
  • seit Mai 2022 für Wohngebäude
  • seit Anfang 2023 bei grundlegender Dachsanierung
  • Solarthermie ist eine alternative Option

Bayern:

  • keine direkte Solarpflicht für Wohngebäude
  • seit Juli 2023 auf Nicht-Wohngebäuden
  • Installation einer Solaranlage wird empfohlen, die mindestens ein Drittel der geeigneten Dachfläche abdeckt

Berlin:

  • seit Januar 2023 bei neuen Gebäuden mit mehr als 50 Quadratmetern sind mindestens 30 Prozent der Dachfläche mit Solar verpflichtend
  • bei größeren Dachumbauten gilt dies auch für Bestandsbauten

Bremen:

  • ab Juli 2024 verpflichtend bei Dachsanierung privater Bauten
  • ab Juli 2025 für alle Neubauten
  • mindestens die Hälfte der geeigneten Fläche muss mit einer PV-Anlage ausstatten werden

Hamburg:

  • in Hamburg seit 2023 verpflichtend für neue Häuser
  • ab 2025 auch für Bestandsbauten bei kompletter Dacherneuerung

Hessen:

  • derzeit PV-Pflicht nur für landeseigene Gebäude und Parkplätze mit mehr als 50 Stellplätzen

Niedersachsen:

  • seit 2023 verpflichtend für neue Gewerbeimmobilien mit mehr als 75 Quadratmetern Dachfläche
  • seit 2024 für alle öffentlichen Neubauten
  • ab Januar 2025 für alle neu errichteten Wohngebäude und bei allen grundlegenden Dachsanierungen.

Nordrhein-Westfalen:

  • seit 2023 für kommunale Gebäude
  • seit 2024 für gewerblichen Neubau
  • ab 2025 für neue Wohnhäuser
  • ab 2026 bei Dachsanierungen mit mehr als 50 Quadratmetern Fläche, egal ob gewerbliche oder private Bestandsgebäude

Rheinland-Pfalz:

  • vorgeschrieben ist, dass alle Neubauten und bei umfassenden Dachsanierungen der „PV-Ready-Zustand“ hergestellt werden muss

Schleswig-Holstein:

  • seit 2023 Pflicht nur für neue gewerbliche Immobilien und bestimmte Sanierungen sowie für Parkplätze ab 100 Stellplätzen
  • ab 2025 allgemeinere Solarpflicht, Details unklar

Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt und Thüringenaben derzeit keine Solarpflicht für Wohngebäude oder keine genauen Zeitpläne (Stand: Februar 2024):

  • Thüringen plant Solargesetz
  • Mecklenburg-Vorpommern plant Solarpflicht im Klimaschutzgesetz
  • Sachsen plant schrittweise Umsetzung, beginnend mit Nicht-Wohngebäuden
  • Sachsen-Anhalt und Saarland haben keine konkreten Pläne für Wohnhäuser
  • Hessen bisher Solarpflicht nur für größere Parkplätze

Je größer eine Anlage ist, desto niedriger werden die Kosten. Das bedeutet: Kleine Anlagen lohnen sich nicht schnell. Hier spielt der klimafreundliche Aspekt bei der Anschaffung eine größere Rolle als der wirtschaftliche. Eine wichtige Kenngröße ist darüber hinaus der Kilowatt-Peak (kWp), damit ist die Spitzenleistung der PV-Module gemeint. Wer bei der Anschaffung mehr als 1.800 Euro pro kWp zahlt – für den kann sich die Investition aus finanziellen Gründen nicht lohnen. Ein Rendite-Rechner  für PV-Anlagen schafft mehr Klarheit.

Für den Eigenbedarf braucht ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von etwa 4.500 kWh im Jahr eine Solaranlage mit 5 bis 10 Kilowatt-Peak (kWp). Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.000 kWh im Jahr benötigt etwa 3 bis 6 kWp. Ein Single-Haushalt mit einem Verbrauch von etwa 1.500 kWh im Jahr kann mit 4 bis 5 kWp auskommen.

Stand: 07.02.2024

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