Weniger Falschgeld: Schaden so gering wie seit 20 Jahren nicht mehr

Corona und Kartenzahlungen machen Fälschern das Leben schwer

2021 gab es in Deutschland rund 30 Prozent weniger gefälschte Banknoten und Münzen als im Vorjahr. Grund: Kriminelle hatten schlicht weniger Gelegenheiten, zuzuschlagen. Dennoch hat die Bun­des­bank im Jahr 2021 rund 42.000 fal­sche Bank­no­ten im Nennwert von 1,9 Mil­lio­nen Euro im re­gis­triert. Worauf Sie bei verdächtigen Scheinen achten sollten. 

Ein 50-Euroschein unter einer Lupe

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Zahl der falschen Banknoten im Umlauf ist deutlich gesunken: Die Deutsche Bundesbank hat 2021 knapp 42.000 falsche Scheine registiert. Das sind 28,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 
  • Der 20-Euro-Schein wurde 2021 am häufigsten gefälscht bzw. eingezogen. 
  • Ursache für den deutlichen Rückgang an falschen Banknoten: Durch die Corona-Einschränkungen gab es für Fälscher weniger Gelegenheiten, Blüten in Umlauf zu bringen.
  • Da Falschgeld nicht ersetzt wird, sollten Sie verdächtige Banknoten nach dem Prinzip „Fühlen-Sehen-Kippen“ prüfen.

So viel Falschgeld ist im Umlauf

In Deutschland tauchten nach Angaben der Bundesbank im Jahr 2021 rund 42.000 falsche Banknoten auf. Der dadurch entstandene Schaden lag bei 1,9 Millionen Euro. Das ist der niedrigste Stand seit der Euro-Bargeld-Einführung 2002. Weltweit wurden laut Falschgeldbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) etwa 347.000 gefälschte Euro-Banknoten sichergestellt. 

Verglichen mit der Gesamtmenge an im Umlauf befindlichen Banknoten – laut EZB sind das derzeit rund 28 Milliarden – ist der Falschgeldanteil sehr gering.

Das liegt vor allem daran, dass die Sicherheitsmerkmale von Banknoten  immer besser werden. Nach der Einführung der neuen Euro-Banknoten ab 2013, der Europa-Serie mit verbessertem Fälschungsschutz, sank die Zahl der sichergestellten gefälschten Geldscheine kontinuierlich.

Der Hauptgrund für den besonders starken Rückgang beim sichergestellten Falschgeld im letzten Jahr ist jedoch vermutlich ein anderer: die Corona-Einschränkungen. „Die Konsummöglichkeiten waren gerade in den Bereichen, in denen Bargeld eine bedeutende Rolle spielt, stark eingeschränkt“, sagt Johannes Beermann, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. In der Pandemie gab es schlicht weniger Gelegenheiten, bar zu zahlen und damit gefälschte Geldscheine in Umlauf zu bringen. Weihnachtsmärkte, Volkfeste und andere Großveranstaltungen, wo überwiegend bar bezahlt werde, fanden nicht statt.

Hinzu kommt, dass die Menschen in Deutschland aus hygenischen Gründen in der Pandemie generell viel häufiger zu Karte als Zahlunsgmittel griffen.  

Welche Scheine wurden am häufigsten gefälscht?

Der 20-Euro-Schein wurde 2021 in Deutschland am häufigsten gefälscht, gefolgt vom 50-Euro-Schein. Das verwundert nicht: Diese Geldscheine kommen im täglichen Gebrauch am häufigsten vor und bringen den Kriminellen bei Akzeptanz die höchsten Gewinne ein. Rund 78 Prozent der Fälschungen fielen demnach auf diese beiden Banknoten. 

Noten Anzahl Anteil (gerundet)
5 € 711 2 %
10 € 4.536 11 %
20 € 16.888 40 %
50 € 16.157 38 %
100 € 2.545 6 %
200 € 340 1 %
500 € 773 2 %
Gesamt 41.950  

Quelle: Deutsche Bundesbank

Auch Münzgeld wird gefälscht

Trotz des geringeren Wertes sind auch Münzen vor Fälschungen nicht sicher. 41.100 gesicherte falsche Münzen waren es im Jahr 2021 in Deutschland. Alle Fälschungen umfassten die 50-Cent- und die 1- und 2-Euro-Stücke. 

Fühlen, Sehen, Kippen – so erkennen Sie falsche Banknoten problemlos

Nicht jeder Geldfälscher ist ein Profi oder gibt sich besonders viel Mühe. Von einseitig bedruckten Scheinen über Spielgeld bis hin zu professionellen Nachahmungen ist alles dabei.

Banknoten weisen viele kleine Echtheitsmerkmale auf. Nehmen Sie sich eine zweifelsfrei echte Banknote am besten schon einmal in die Hand, bevor Sie Falschgeld in die Finger bekommen und schauen Sie sich diese in Ruhe an.

An Geldscheinen können Sie diverse Sicherheitsmerkmale ganz einfach und ohne Hilfsmittel überprüfen. Checken Sie nicht nur ein Sicherheitsmerkmal, sondern immer mehrere. Fälscher konzentrieren sich bei der Nachahmung meistens auf ein Sicherheitsmerkmal oder wenige Sicherheitsmerkmale. Nach dem Prinzip "Fühlen-Sehen-Kippen", das von der Bundesbank empfohlen wird, können Sie die bekannten Merkmale der Reihe nach durchgehen.

Eine Kasse mit Geldscheinen

1. Fühlen:

Nehmen Sie sich einen Geldschein bewusst in die Hand und fühlen Sie. Echtes Banknotenpapier besteht zu 90 Prozent aus Baumwolle und fühlt sich griffig und fest an. Es ist reißfester und weicher als normales Papier.

Die Banknoten haben auf der Vorderseite an einigen Stellen ein fühlbares Relief. Bei der Euro-Serie der ersten Generation ist das der Schriftzug mit den Abkürzungen der Europäischen Zentralbank "BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand.

Die neue Europa-Serie hat den erweiterten Schriftzug "BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC" an der linken Seite.

Zusätzlich gibt es erhöhte kurze Linien am rechten und linken Rand, die Sie ebenfalls ertasten können.

Beim Anfassen von Geldscheinen sind bereits einfache Fälschungen zu erkennen, wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen.

2. Sehen:

Halten Sie die Banknote gegen das Licht und überprüfen Sie:

  • Das Wasserzeichen: Das Porträt der „Europa“, einer Gestalt aus der griechischen Mythologie, ist im unbedruckten Bereich jeder Note der Europa-Serie als Schattenbild mit entsprechender Wertzahl zu sehen. Bei der ersten Euro-Serie sieht man ein schemenhaftes Motiv plus die Wertzahl.
  • Den Sicherheitsfaden: Der Sicherheitsfaden erscheint im Licht als dunkler Streifen. Auf ihm werden das Wort „EURO“ und die Wertzahl, bei Scheinen der ersten Generation das €-Zeichen und die Wertzahl, sichtbar.
  • Das Porträt-Fenster: Ab der 20-Euro-Note der Europa-Serie befindet sich im oberen Bereich des Hologrammstreifens ein kleines durchsichtiges Fenster mit dem Gesicht der „Europa“.

3. Kippen:

  • Hologramm: Beim Hin-und-her-Kippen der Banknoten der Europa-Serie zeigt der silberne Streifen auf der Vorderseite rechts, das sogenannte Hologramm, das Porträt der mythologischen Gestalt „Europa“, das €-Symbol, das Hauptmotiv des Scheins und die Wertzahl der Banknote. Bei den 100- und 200-Euro-Scheinen gibt es zusätzlich das „Satelliten-Hologramm“ auf der Vorderseite rechts oben. Beim Neigen der Banknoten bewegen sich kleine Euro-Symbole um die Wertzahl.
    Bei älteren Scheinen erscheint bei den 5- bis 20-Euro-Scheinen die Wertzahl und das €-Symbol. Bei 50- bis 500-Euro-Scheinen die Wertzahl und ein Fenster beziehungsweise ein Tor.
  • Smaragdzahl: Die Scheine der Europa-Serie weisen auf der Vorderseite unten links zusätzlich die Smaragdzahl auf. Kippen Sie die Banknote, verändert sich die Farbe. Ein heller schimmernder Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

Besonders die Smaragdzahl und das Porträt-Fenster der neuen Euro-Serie machen es Fälschern bei der Nachahmung schwer.

Zur Überprüfung der Sicherheitsmerkmale können Sie auch Hilfsmittel wie eine Lupe oder UV-Licht einsetzen. An einigen Stellen wurden Fasern in die Euro-Geldscheine eingearbeitet, die unter UV-Licht leuchten.

Sollten Sie nach der sorgfältigen Prüfung nach wie vor unsicher sein, ob das Geld echt ist, können Sie das Bargeld auch beim nächstgelegenen Kreditinstitut oder einer Filiale der Deutschen Bundesbank überprüfen lassen.

Gefälschte Münzen erkennen

Gefälschte Münzen kommen seltener vor. Sollten Sie doch mal eine erwischen, erkennen Sie das häufig an der vom Original abweichenden Farbtönung.

Haben Sie einen Magneten zur Hand, können Sie auch damit feststellen, ob Ihre Münze gefälscht ist. Echte 1- und 2-Euro-Münzen sind magnetisch, aber lassen sich leicht wieder vom Magneten ablösen. Fälschungen hingegen kleben entweder sehr stark am Magneten oder werden gar nicht angezogen.

Das Münzbild tritt bei echten Münzen deutlich aus dem Münzgrund hervor. Münzfälschungen wirken dagegen oft schwammig und weisen Unebenheiten auf.

Falschgeldverdacht – so handeln Sie richtig

Sind Sie sicher, dass Sie Falschgeld in den Händen halten, egal ob Banknoten oder Münzen, melden Sie das sofort bei der Polizei und übergeben das Geld. Haben Sie den Verdacht, es könnte sich um Falschgeld handeln, können Sie sich auch an ein Kreditinstitut oder an die Deutsche Bundesbank wenden.

Gemäß § 36 des Bundesbankgesetzes sind die Deutsche Bundesbank, Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute verpflichtet, falsches beziehungsweise als falsch verdächtigtes Geld aus dem Verkehr zu ziehen. Einen Ersatz für das eingezogene Geld erhalten Sie nicht.

Leiten Sie Falschgeld weiter oder geben es dorthin zurück, wo Sie es herhaben, können Sie sich – wie bei der Herstellung von gefälschtem Geld – strafbar machen. Bei Verstößen sind Geldstrafen in Höhe von 100.000 Euro oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren möglich.

Wenn möglich, versuchen Sie, den Falschgeldherausgeber bis zum Eintreffen der Polizei zum Bleiben zu bewegen oder prägen Sie sich das Aussehen ein und notieren sich gegebenenfalls das Kfz-Kennzeichen.

Wichtig: Unternehmen Sie nichts, was Sie oder andere in Gefahr bringt.

Nach unseren Tipps zur Falschgelderkennung spüren Sie auf den ersten Blick die meisten Fälschungen auf und sind vor Kriminellen gut gewappnet.

Wichtige Fragen und Antworten

Kennen Sie das echte Geld mit den diversen Echtheitsmerkmalen, erkennen Sie auch Falschgeld. Achten Sie vor allem bei Bargeldgeschäften mit unbekannten Privatpersonen, beispielsweise beim Kauf von Waren bei eBay-Kleinanzeigen oder beim Gebrauchtwagenverkauf mit Bargeld, darauf, ob das Geld echt ist. Prüfen Sie immer das erhaltene Bargeld auf Echtheit, bevor Sie die Ware an andere herausgeben.

Bargeld ist mit diversen Schutzmerkmalen versehen. Prägen Sie sich die bekannten Echtheitsmerkmale von Banknoten und Münzen gut ein, dann sind Sie vorbereitet und erkennen Falschgeld meist problemlos. Die Sicherheitsmerkmale der ersten und zweiten Euro-Schein-Generation finden Sie auf den Seiten der Deutschen Bundesbank.

Ansonsten können Sie das verdächtige Geld bei Ihrer Hausbank oder der Deutschen Bundesbank überprüfen lassen.

Sind sie eindeutig sicher, dass es sich um Falschgeld handelt, egal ob Banknoten oder Münzen, melden Sie das sofort bei der Polizei. Bei Verdacht können Sie auch Ihr Kreditinstitut oder die Deutsche Bundesbank kontaktieren.

Leiten Sie Falschgeld niemals weiter und geben es nicht dorthin zurück, woher Sie es bekommen haben, denn damit machen Sie sich genau wie bei der Herstellung von gefälschtem Geld strafbar. Bei Verstößen drohen zum Teil hohe Strafen.

Haben Sie Falschgeld erhalten, nehmen Sie die Sache ernst. Bringen Sie das Falschgeld weiter in Umlauf oder melden es nicht den Behörden, machen Sie sich nach § 147 StGB strafbar. Stehen Sie unter Verdacht, kann es schnell ungemütlich werden. Hausdurchsuchungen, Gerichtsverfahren, hohe Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren können die Folge sein.

Nein. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Prüfen Sie daher immer sofort, ob es sich um echtes Geld handelt.

(Stand: 4.2.2022)


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