Das Metaversum: Was steckt hinter dem Hype aus dem Silicon Valley?

Was Mark Zuckerbergs Virtual-Reality-Welt für die Menschen und die Wirtschaft bedeutet

Nach dem realen Universum entsteht nun im Internet das Metaversum, auf Englisch: the Metaverse. Sein Schöpfer, der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, kreiert die auf virtueller Realität basierende Kommunikationsplattform der Zukunft. Ihre Nutzerinnen und Nutzer werden mit Virtual-Reality-Brillen nicht mehr nur auf Bildschirme schauen, sondern das Gefühl haben, in diese digitale Welt einzutauchen und Teil von ihr zu werden.

Frau trägt eine Virtual-Reality-Brille

Zu den namhaftesten Investoren zählen neben dem ehemaligen Facebook-Konzern Meta die anderen großen Tech-Konzerne wie Google, Microsoft, Apple, Intel und Verizon. Das Metaversum wird noch zu unseren Lebzeiten die Gegenwart stark verändern. Dazu gehört unsere Art zu lernen, zu arbeiten, zu kommunizieren und Geschäfte zu machen.

Was ist das Metaversum?

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat die Vision einer virtuellen Parallelwelt, die die Zukunft des Internets darstellen soll. Das Metaversum ist ein virtueller Raum im Internet. Betreten und durchwandern sollen sie diesen Raum etwa mittels Virtual-Reality-Ausrüstung. Dadurch soll es möglich werden, gemeinsam mit anderen Menschen beispielsweise Fitnesskurse zu besuchen, tanzen zu gehen oder Partys zu feiern.

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3 Fragen zu Geld an
Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt der Deka

Herr Dr. Kater, ist Zuckerbergs virtuelle Welt nur das Wunschdenken eines Digital-Milliardärs aus dem Silicon Valley? Oder gibt es Gründe, sie ernst zu nehmen?

Wenn man in der jüngsten Innovationsgeschichte eines gelernt hat, dann dass alle kommerziell erfolgreichen Firmen und Produkte von heute aus dem Wunschdenken und den Visionen von wagemutigen Unternehmern entstanden sind. Natürlich gibt es darunter auch viele Ideen, die scheitern. Vorläuferversionen vom Metaversum, wie etwa die Internetwelt „second life“ waren am Ende Flops.

Seitdem hat die Technik aber schon wieder riesige Fortschritte gemacht, und die Idee des Metaversums ist für viele so faszinierend, so dass wir uns wohl auf größere und erfolgreichere Projekte gefasst machen können.

Das Metaverse soll in absehbarer Zeit 10 bis 20 Prozent der Weltwirtschaft ausmachen. Welche Branchen würden davon profitieren, welche darunter leiden?

Solche Zahlen sind meistens mehr oder weniger willkürlich gegriffen. Genauso wie man über die Verwendung eines solchen Angebots durch die Konsumenten noch wenig sagen kann. Werden sie mehr Zeit im Metaversum verbringen als bisher im Internet? Dann würden sich viele Einkaufsaktivitäten ins Metaversum verlagern, was wie schon beim Internet zu Problemen etwa beim stationären Handel führen würde.

Profitieren würden natürlich erst einmal die Produzenten eines Metaverse, die Betreiber, die Softwarefirmen, die Datenzentren und Internet-Infrastrukturanbieter. Das Thema könnte auch bei Luxusmarken sehr bedeutsam sein, wenn etwa zusätzlich zum „echten“ Leben jetzt auch noch Avatare mit Marken-Bekleidung und Luxusuhren ausgestattet werden. Auch für Kryptowährungen würde das Metaversum weitere Anwendungsmöglichkeiten erschließen. 

Ist die Anlage in Wertpapiere von Unternehmen, die die Realisierung des Metaversums vorantreiben, schon jetzt interessant? Oder ist es für Privatanlegerinnen und -anleger eher ratsam, noch etwas zu warten?

Das Vorhaben ist von erheblicher Größenordnung, fast vergleichbar mit der Gründung einer neuen Branche. Und wie es bei neuen Industrien so ist, gibt es sehr viele Möglichkeiten und Erfolgskandidaten, von denen jedoch nur wenige wirklich erfolgreich werden. Es wird spannend sein zu beobachten wie viele Anbieter sich an diese Aufgabe wagen werden, wie viele Metaversen es also geben wird.

Die Entwicklung ist ja noch sehr jung, so dass die Gewinner noch nicht feststehen. Anscheinend entwickelt sich hier jedoch gerade eine neue interessante Landschaft für die Börse. Je früher man jedoch hier einsteigt, desto mehr Aufmerksamkeit muss man den Investments widmen, um bei Fehlentwicklungen möglichst frühzeitig eingreifen zu können.

(Stand 24.01.2022)


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