Aktienindex

Kurz & knapp:

Ein Aktienindex stellt die durchschnittliche Kursentwicklung von mehreren ausgewählten Aktien dar.

Mehr zum Aktienindex:

Mit einem Aktienindex wird die Entwicklung einer definierten Gruppe von Wertpapieren an der Börse gemessen. Er soll einen Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation und Entwicklung der betrachteten Aktienunternehmen vermitteln. Durch den fortlaufend ermittelten Kurswert der Aktien  ergibt sich ein Chart, das die Wertentwicklung darstellt.

In einen Aktienindex werden nur börsengelistete Aktiengesellschaften (AG) einbezogen, da nur für diese ein Aktienkurs existiert. Der Aktienkurs repräsentiert den Wert der jeweiligen AG an der Börse. In den Index werden die Börsenwerte mehrere Unternehmen, zum Beispiel einer bestimmten Branche einbezogen. Der durchschnittliche Wert aller einbezogenen Aktienkurse bildet den Aktienindex.

Betrachtete Märkte

In der Regel wird die Gruppe für die Indexbildung nach den folgenden Kriterien ausgewählt:

  • geografisch (z. B.: Weltmarkt, Europa, Deutschland)
  • Branchen (z. B.: Autoindustrie, Chemiekonzerne)
  • Unternehmensgröße (z. B.: Marktkapitalisierung, Börsenumsatz)

Zur Indexbildung können auch mehrere Kriterien herangezogen werden. So wird beispielsweise ein Durchschnittswert aus den 30 größten an der Frankfurter Börse gelisteten Technologiewerten errechnet – der TecDAX.

Nicht nur für Aktienmärkte werden Indizes berechnet. Auch für andere Märkte wie den Anleihenmarkt oder für Währungen lassen sich (fortlaufende) Durchschnittswerte bilden. Das Unterscheidungskriterium wäre dementsprechend Produkte (z. B. Währung, Aktienmarkt, Rohstoffmarkt).

Berechnungsregelungen

Zur Erstellung von Aktienindizes gibt es zwei Berechnungsformen.

Die erste Form sind Kursindizes. Diese werden auf Grundlage der reinen Aktienkurse bestimmt. Sie zeigen die tatsächliche Marktentwicklung, da ausschließlich die Kursentwicklungen der Wertpapiere beachtet werden. Dividenden  und Kapitalveränderungen werden nicht berücksichtigt.

Hingegen werden bei der zweiten Form, den sogenannten Performanceindizes, die Ausschüttungen in die Indexberechnung einbezogen. Denn Dividendenausschüttungen und sonstige Einnahmen aus dem Aktienbesitz nehmen Einfluss auf die Rendite der Anleger. Daher werden Einnahmen aus dem Aktienbesitz bei einem Performanceindex als Reinvestition angesehen und zum Aktienkurs addiert. Reinvestition bedeutet, dass die Anleger sämtliche Einnahmen aus ihren Aktien direkt wieder investieren. Im Englischen spricht man von einem „Total Return Index“ – zu Deutsch: „Gesamtrenditeindex“.

 

Gewichtungsregelungen

Indizes lassen sich auch nach der Art Ihrer Gewichtung unterscheiden. Weil nicht alle Unternehmen gleich groß sind, haben sie entsprechend ihrer Größe verschieden starke Einflüsse auf den Markt. Die Aktienwerte werden entsprechend ihres Markteinflusses gewichtet. Meist unterscheidet man dabei zwischen dem kapitalisierungsgewichteten und dem preisgewichteten Verfahren.

Bei einem kapitalisierungsgewichteten Aktienindex wird die Marktkapitalisierung, also der Börsenwert der Unternehmen, betrachtet. Der Marktkapitalisierungswert errechnet sich vereinfacht so: Die Anzahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs. Er ist also der gesamte Börsenwert aller sich frei im Umlauf befindlichen Aktien. Die Aktienunternehmen erhalten entsprechend ihrer Größe nach Marktkapitalisierung einen Anteil am Aktienindex.

Bei preisgewichteten Indizes geht es um den Kurs der Aktien. Jedes Unternehmen ist mit der gleichen Anzahl an Aktien im Index vertreten. Die Aktiengesellschaften gehen also entsprechend dem Kurswert ihrer Aktie in die Berechnung ein. Also: Je größer der Kurswert einer Aktie ist, desto größer ist der Einfluss des Unternehmens bei der Indexberechnung.

Zusätzlich gibt es gleichgewichtete Indizes, bei denen alle Einzelwerten - unabhängig von der Größe der AG - die gleiche Gewichtung zukommt. Bei 100 betrachteten Einzelwerten wäre beispielsweise jeder Wert mit einem Prozent vertreten. Der Einfluss des Unternehmens auf die Indexberechnung ist daher sowohl vom Kurswert seiner Aktien als auch von der Größe der AG unabhängig.

Berechnung und Nutzen

Um den Börsenindex zu bestimmen, werden die nach den zuvor genannten Kriterien (geografisch, Branche, Unternehmensgröße) ausgewährten Aktienwerte herangezogen. Unter Beachtung der gewählten Berechnungsregeln (Kursindex oder Performanceindex) und Gewichtungsregeln (Kapitalisierungsgewichteter Index oder Preisgewichteter Index) werden die Kurswerte der Aktien aufaddiert. Entsprechend der gewählten Regelungen wird nun der Durchschnittswert gebildet. Dies ergibt den aktuellen Wert des Indizes.

Steigen nun die Aktienkurse der betrachteten Klasse, steigt auch der Indizes und er fällt entsprechend sinkender Kurswerte. Der Verlauf des Indizes dient beispielsweise für Fonds, ETFs (börsengehandelte Investmentfonds) und einzelne Wertpapiere als Benchmark, also als Vergleichsbasis. Es lassen sich Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung des bestimmten Marktes ablesen.

Aktienindizes in Deutschland und der Welt

Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, wird in Deutschland auch Leitindex genannt. Der DAX fasst die Kursentwicklung der 30 größten und wichtigsten Aktienunternehmen unseres Landes zusammen und ist ein kapitalisierungsgewichteter Performanceindex. Andere deutsche Indizes sind der MDAX für mittlere Aktienunternehmen und der TecDAX für die Technologie-Branche.

Der Swiss Market Index (SMI) ist ein reiner Preisindex, also ohne Dividende. Er ist ein Indikator für die gesamtwirtschaftliche Situation der Schweizer Aktienunternehmen.

Der amerikanische Leitindex ist der Dow Jones Industrial Average. Er bildet die 30 größten US-Aktien ab. Der Dow Jones ist ein preisgewichteter Index. 

Die Amerikaner schauen zudem auf den „Standard & Poor’s 500“ Index (kurz: S&P 500), während die Japaner den durchschnittlichen Börsenwert ihrer größten Unternehmen am „Nikkei 225“ ablesen. Der Nikkei gehört zu den bedeutendsten Aktienindizes des asiatischen Raums. 

Besonders dem ein oder anderem Europäer dürfte der „Euro STOXX 50“ bekannt sein. Dieser enthält die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euroländer. Weltweit ist der MSCI World der bedeutendste Aktienindex. Er stellt die Entwicklung von über 1.600 Aktien dar. Die nach ihrer Marktkapitalisierung gewichteten Aktienunternehmen stammen aus 23 verschiedenen Industrieländern weltweit.