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Neue Erhebung: So hoch waren die Lebenshaltungskosten 2023
Die Lebenshaltungskosten umfassen alle Ausgaben, die ein Haushalt monatlich für das Leben benötigt. Dazu zählen Miete, Lebensmittel, Kleidung, Verkehr, Freizeitaktivitäten, Kommunikation, Gesundheit, Bildung sowie einiges mehr. Verschiedene Faktoren – wie Einkommen, Wohnort und persönlicher Lebensstil – führen dazu, dass diese Ausgaben stark variieren können.
Zunächst die wichtigsten Werte: Die monatlichen Konsumausgaben im Jahr 2023 betrugen 3.032 Euro je Haushalt. Das waren 186 Euro mehr als noch im Jahr 2022, wie die laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) des Statistischen Bundesamts (Destatis) zeigen.
Haushalte haben im Durchschnitt über die Hälfte (52 Prozent) für Lebensmittel und Wohnen ausgegeben. Bei Menschen mit geringem Einkommen waren es sogar über 60 Prozent.
Das heißt, je weniger Menschen verdient haben, desto höher waren anteilsmäßig ihre Ausgaben für Lebensmittel und Wohnen. 2023 verwendeten Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro im Durchschnitt 64 Prozent (780 Euro) ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel und Wohnen. Insgesamt gaben diese Haushalte durchschnittlich 1.210 Euro im Monat für den privaten Konsum aus.
Im Vergleich entfiel bei Haushalten mit einem Monatseinkommen von mindestens 5.000 Euro 2023 weniger als die Hälfte der Ausgaben (47 Prozent) auf Lebensmittel und Wohnen. Im Durchschnitt gaben diese Haushalte dafür rund 2.250 Euro pro Monat aus. Insgesamt lagen ihre monatlichen Konsumausgaben bei durchschnittlich 4.760 Euro.
Grundlage der Daten von Destatis sind die Ergebnisse aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) , die im Dezember 2025 veröffentlicht wurde. Die EVS wird alle fünf Jahre erhoben. Für die aktuelle EVS wurden im Jahr 2023 rund 54.000 private Haushalte befragt.
Wohnen: Der höchste Posten im Haushalt
Die Wohnkosten wie Miete plus die Energie- und Wohnungsinstandhaltungskosten sind für die meisten Haushalte der größte monatliche Ausgabenposten. Im Durchschnitt gaben die Menschen in Deutschland 38 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus, wobei dieser Anteil in Großstädten oft noch höher ist. Somit sind die Wohnkosten im Vergleich zu 2022 um 10 Prozent gestiegen.
Wohnen wird vielerorts deutlich teurer. Die sogenannte Mietbelastungsquote – hierfür werden die Kaltmiete und das örtliche Nettoeinkommen zueinander ins Verhältnis gesetzt – lag in Deutschland bei der letzten Erhebung durchschnittlich bei rund 28 Prozent.
Am höchsten ist sie im Stadtstaat Bremen mit 30,8 Prozent, gefolgt von Schleswig-Holstein (30,3 Prozent) sowie dem Stadtstaat Hamburg (30,2 Prozent) an dritter Stelle, wie die Statistischen Bundes- und Landesämter ermittelt haben. Am niedrigsten ist sie in Sachsen. Dort bezahlen die Menschen gut 23,3 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Bruttokaltmiete.
Mit Wohneigentum ist die Lage ähnlich, da die meisten einen ähnlich hohen Anteil für die Tilgung des Kredits aufwenden. Sie sind jedoch wie Steuern und Versicherungen nicht Teil der privaten Konsumausgaben und werden hier nicht näher betrachtet.
Spartipp: Wer seltener umzieht, kann im Durchschnitt mit einer Ersparnis rechnen. Je länger Menschen in ihrer Wohnung wohnen, desto geringer ist die Mietbelastung relativ zum Einkommen, wie die Daten zeigen.
Nutzen Sie unseren Haushaltsrechner, um einen Anhaltspunkt zu ermitteln, was Sie finanziell jeden Monat für den Alltag zur Verfügung haben.
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Lebensmittel: Ein variabler Kostenpunkt
Lebensmittel sind ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Lebenshaltungskosten. Sie lagen 2023 mit 14 Prozent an zweiter Stelle der durchschnittlichen Ausgaben. Das sind 1 Prozent mehr als zum Vorjahr. Die Preise für Nahrungsmittel variieren stark, je nach Ernährungsgewohnheiten und Einkaufsort. Laut Destatis geben Haushalte durchschnittlich 436 Euro pro Monat für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Hier besteht Sparpotenzial, indem Sie auf Sonderangebote achten oder Markenprodukte durch günstigere Alternativen ersetzen.
Ausgaben für Mobilität liegen an dritter Stelle
Im Schnitt zahlten die Menschen in Deutschland 2023 für Verkehr 12 Prozent. Der Posten macht somit den dritthöchsten Anteil an den Konsumausgaben aus. Hier gilt allerdings: Je höher das Einkommen, desto höher ist der Anteil der Ausgaben an den gesamten Konsumausgaben.
Freizeitaktivitäten und Urlaub
Mal ins Kino, auswärts essen gehen oder in den Urlaub fahren: für die kleinen Annehmlichkeiten des Alltags gaben die deutschen Haushalte rund 460 Euro monatlich aus.
Davon fielen 260 Euro (8,6 Prozent) auf Freizeit, Sport und Kultur, 206 Euro (6,8 Prozent) auf Ausgaben für Gastronomiebesuche sowie Unterkünfte auf Reisen.
Bekleidung und Schuhe
Shoppen gilt einigen als Hobby, anderen als notwendiges Übel. Der Anteil an den monatlichen Gesamtausgaben ist jedenfalls eher gering. 111 Euro monatlich fließen in einem deutschen Haushalt in Bekleidung und Schuhe. Vergleichen Sie sich gern: Da der durchschnittliche Haushalt etwa zwei Personen zählt, liegt der Mittelwert pro Person im Jahr bei rund 660 Euro.
Kommunikation und Information
Ohne Internet, Smartphone oder Streaming-Abos ist für viele das Leben heute nicht mehr denkbar. Im Durchschnitt gibt ein Haushalt für die Kategorie „Information und Kommunikation“ 142 Euro im Monat aus. Auch hier ist zu beobachten, dass bei sinkendem Einkommen der Anteil an den gesamten Konsumausgaben für Kommunikation und Information ansteigt:
- bei einem Monatseinkommen von unter 1.300 Euro waren es 7 Prozent
- bei einem Monatseinkommen von über 5.000 Euro waren es 4 Prozent.
Spartipp: Ein DSL- oder Mobilfunkvertrag, der schon länger als zwei Jahre läuft, kommt Sie meistens teuer zu stehen. Denn oftmals sind die Angebote so aufgebaut, dass Sie im ersten Jahr weniger zahlen als im zweiten. Nach Ablauf der typischerweise zweijährigen Vertragslaufzeit lohnt sich ein Wechsel in der Regel. Sollte sich der Vertrag nach dieser Laufzeit automatisch verlängert, können Sie ihn jederzeit mit einer einmonatigen Frist kündigen. Stellen Sie sich am besten rechtzeitig eine Erinnerung in Ihren digitalen Terminkalender ein.
Die Daten zu den Lebenshaltungskosten ermittelt das Statistische Bundesamt über die Angaben von Freiwilligen. Wenn Sie Ihre Daten auch anonymisiert teilen möchten, erhalten Sie dafür vom Statistischen Bundesamt 70 Euro Aufwandsentschädigung. Alles weitere erfahren Sie auf der zugehörigen Website.
Sparen und Budgetieren
Um mit den steigenden Lebenshaltungskosten umzugehen, ist es wichtig, ein gutes Verständnis für das eigene Geld und die monatlichen Ausgaben zu entwickeln. Ein Haushaltsbuch kann dabei helfen, den Überblick zu behalten und Sparpotenziale zu identifizieren. Es ist ratsam, regelmäßig Einnahmen und Ausgaben zu vergleichen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Am einfachsten geht das digital mit dem Finanzplaner der Sparkassen. Sie finden die Funktion in Ihrem Online-Banking und in Ihrer Sparkassen-App.
Sie haben keine Zeit und Muße, all Ihre Verträge im Blick zu behalten? Das Wechseln erscheint Ihnen zudem zu mühsam? Wir können Sie gut verstehen. Deswegen enthält der Finanzplaner der Sparkassen nun auch die Vertragsoptimierung.
Automatisch erkennt der Finanzplaner Ihre regelmäßigen Ausgaben und kategorisiert diese Fixkosten entsprechend. Wenn Sie beispielsweise Ihre DSL-Gebühren bezahlen, können Sie im Finanzplaner die Option „Vertrag wechseln“ wählen. Mit Unterstützung der Sparkassen-Partner Verivox und aboalarm können Sie dann gegen eine Gebühr bequem und sicher den Anbieter wechseln oder Ihren Vertrag kündigen.
Verpassen Sie auch keine Kündigungsfrist mehr. Die Erinnerungsfunktion weist Sie rechtzeitig auf auslaufende Verträge hin.
Aktivieren Sie den Finanzplaner in Ihrem Online-Banking.
Fazit
Durch bewusstes Budgetieren und Anpassen der Ausgaben können Sie auch in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten gut wirtschaften. Verschaffen Sie sich dazu einen Überblick über Ihre Finanzen.
Teuer leben und clever haushalten: Wir zeigen Ihnen, wo Sie sparen können.
Häufige Fragen zu den Lebenshaltungskosten
Eine feste allgemeingültige Grenze gibt es nicht, weil Haushaltsgröße, Wohnort und Einkommen die Ausgaben stark beeinflussen. Als wichtige Orientierungsgröße gilt aber: Die Wohnkosten allein sollten möglichst nicht deutlich über 30 Prozent des Nettoeinkommens liegen. Zur Einordnung: Hauptmieterhaushalte in Deutschland verwendeten 2022 im Durchschnitt 27,9 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Bruttokaltmiete.
Lebenshaltungskosten steigen, wenn sich wichtige Ausgabenposten wie Wohnen, Energie, Lebensmittel oder Mobilität verteuern. Besonders stark spürbar war das in den vergangenen Jahren durch die hohe Inflation. Auch wenn die Inflationsrate später wieder sinkt, bleibt das Preisniveau meist erhöht. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Das Leben wird nicht automatisch wieder günstiger, nur weil die Preise langsamer weiter steigen.
Am stärksten unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten in Deutschland beim Wohnen. Eine einzelne amtliche Gesamtrangliste aller Städte liegt in diesem Text nicht vor. In der Praxis gelten vor allem große Metropolen mit angespanntem Wohnungsmarkt als besonders teuer. Wer Lebenshaltungskosten regional vergleichen möchte, sollte daher vor allem die Mietkosten betrachten, denn sie machen den größten Anteil der monatlichen Ausgaben aus.
Lebenshaltungskosten meinen meist die tatsächlichen privaten Konsumausgaben für Wohnen, Lebensmittel, Mobilität, Freizeit und weitere Alltagsbereiche. Lebensunterhaltskosten wird oft allgemeiner verwendet und kann je nach Kontext den gesamten finanziellen Bedarf für den Alltag meinen. Im redaktionellen und statistischen Zusammenhang ist deshalb wichtig, genau auf die jeweilige Definition zu achten.
Den Rechenweg, wie Sie Ihre Ausgaben strukturiert erfassen, finden Sie im Abschnitt oben. Beim Sparen gilt: Der wirksamste Hebel liegt bei den großen Kostenblöcken, nicht bei kleinen Gewohnheiten.
Verträge prüfen: Viele Haushalte zahlen für Verträge, die sie kaum noch nutzen – Streamingdienste, alte Mobilfunktarife, Versicherungen mit doppelten Leistungen. Ein jährlicher Check lohnt sich fast immer.
Lebensmitteleinkauf planen statt verzichten: Einkaufsliste, Eigenmarken und weniger Lebensmittelverschwendung können helfen, laufende Ausgaben zu senken.
Mobilität hinterfragen: Ein eigener Pkw verursacht oft hohe laufende Kosten. Wer in einer gut erschlossenen Stadt lebt, sollte prüfen, ob ÖPNV, Carsharing oder das Fahrrad einzelne Fahrten oder sogar das Zweitauto ersetzen können.



